Notfallmäßig Hündin übernommen
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Hallo zusammen,
längere Geschichte, ich freue mich um jeden, der sie liest und mir Tipps geben kann. Deshalb schreibe ich auch detailliert.
Ich habe am Samstag notfallmäßig eine Hündin übernommen, weil die Besitzerin (84 Jahre) ins Krankenhaus musste und ihre Pflegestelle nicht konnte.
Ich kenne die Besitzerin und die Hündin nur von der Straße. Sie wohnt gleich gegenüber. Sie hatte schon Hunde, ich hatte immer das Gefühl, sehr verzogen. Als die letzte Hündin starb, war sie schon Ende 70 und nahm eine junge Hündin, maximal ein Jahr als. Die Hündin dürfte jetzt irgendwas zwischen 5 und 6 sein. Kniehoch, schwarz. Keine Ahnung, was da drin ist.
Mein Hundehintergrund: Ein Jahr eigener Hund, ist allerdings schon 27 Jahre her. War ein Border/Schäfermix, die ich mit einer Hundetrainerin ausgebildet habe. Sie war als Welpe im Tierheim, wir übernahmen sie jünger, als wir dachten, bildeten sie aus. Toller Hund, absolut folgsam, toller Familienhund. Allerdings war sie bei uns ständig mit Durchfällen geplagt. Wir wohnten in einem Gebiet mit vielen Schafen, wir konnten bei den Spaziergängen nicht auf andere Flächen ausweichen. Ihr Immunsystem war mies, sie scheint schon mit 4 Wochen von der Mutter weggewesen sein. Der Tierarzt meinte, dass es bei ihr reiche, auf den von den Schafen verunreinigten Flächen zu sein, um immer wieder Durchfall auszulösen. Sie hatte wohl immer dadurch wieder Parasiten oder bakterielle Infektionen. Auf massives Anraten des Tierarztes gaben wir sie aufs Land. Sie wurde gegen Parasiten gespritzt - und hatte nie wieder etwas.
Seitdem nur noch Hunde in Mitbetreuung. Wir zogen in eine Schule (Hausmeister), wir hatten an der Schule Schulhunde, die Rektorin hatte nacheinander 3 Hunde, die wir immer mitbetreuten.
Die Notfallhündin freute sich immer, wenn sie mich oder auch meinen Mann auf der Straße sah. Drückte sich an uns, forderte Streicheleinheiten. Ich bot der alten Dame an, dass ich mit der Hündin spazieren gehe, denn ein so junger Hund mit einer Dame, die schon schlecht zu Fuß ist, ist nicht optimal. Die alte Dame ließ das nicht zu, die Hündin würde nicht mit jemand anderem mitgehen. Als vor zwei Jahren so viel Schnee lag, bot ich es ihr wieder an. Ich war mir sicher, die Hündin zum Mitgehen bewegen zu können. Aber nein. Tja, die Zeit vergeht, die alte Dame geht inzwischen am Skistock. Letztes Jahr musste sie sich die Knie machen lassen, da war die Hündin auf einer Pflegestelle bei einer Rentnerin mit Garten. Das schien zu funktionieren.Nur diesmal wohl nicht. Die Rentnerin hatte wohl die Hündin jetzt schon zur Pflege, weil die alte Damen Probleme mit dem Rücken hatte. Die alte Dame sollte wohl notfallmäßig am Freitag ins Krankenhaus, was sie aber wegen Hund verweigerte. Die andere Pflegestelle kann nämlich diese Woche nicht. Also rief mich die alte Dame am Samstag an, ob ich die Hündin nehmen könne.
Puh. Klar, alles nicht optimal, aber was nützt es. Die alte Dame lag rum, konnte sich kaum auf den Beinen halten und wollte erst in die Klinik, wenn der Hund versorgt ist.
Die andere Pflegemutter brachte die Hündin, aber kein Kontakt mehr zur Besitzerin. Ich brachte erst ihre Sachen in die Wohnung, dann kam der Hund aus dem Auto, freute sich, mich zu sehen und ging mit mir gleich freudig eine Runde. Sie war zwar, klar, etwas angespannt, aber ging mit. Danach brachte ich sie in die Wohnung.
Dort schaute sie sich um, hat gleich getrunken, auch ein Leckerli genommen. Schon mal gut, auch unter Stress nimmt sie es. Sie hat vielleicht eine Dreiviertelstunde gefiept, dann wars vorbei. Wenn ich mich hingesetzt habe, drückte sie sich an mich, forderte mich mit ihrer Schnauze zum Streicheln auf. Ganz intensiv, wahrscheinlich zu intensiv. Eine Hand musste auf ihr liegen. Wir gingen mehrmals spazieren, alles kein Thema. Die Besitzerin meinte, sie gehe nicht gerne spazieren, ich habe eine total andere Erfahrung. Sie freut sich, sie sieht nichtmal Richtung Heimat. Sie wohnt ja wirklich gegenüber.
Aber, und nun zu dem Problem: Die Hündin mag keine Männer. Sie wohnt mit der Besitzerin in einer kleinen Wohnung alleine, dort ist es sehr ruhig. Und ich habe einen Mann. Sie kennt ihn eigentlich von draußen, aber in der Wohnung ist es ein Problem.
Er war leider am Samstag nicht da, als die Hündin kam, er musste bis in die Nacht arbeiten. Er rief mich an, bevor er heimgekommen ist, weil wir schon geschlafen haben.
Schlafsituation: Ich gebe ihr das Büro/Gästezimmer, dort steht ihr Bett, ich schlafe bei ihr. Das nützt sie inzwischen als Rückzugsort.
Die erste Begegnung war nicht gut, da habe ich auch einen Fehler gemacht, ich hätte mit ihr vor der Türe gehen sollen, eine Runde mit meinem Mann spazieren. Sie verbellte ihn, knurrte.Mein Mann ignoriert sie. Gestern früh natürlich wieder. Er ignorierte sie, wenn er aufstellt, verbellt sie ihn und knurrt.
Mein Mann igoriert sie, sitzt auf der Eckbank, hat ein Leckerli in der Hand. Sie kommt, schnuppert, nimmt das Leckerli.
Wir gingen spazieren, waren den ganzen Tag zusammen, waren zusammen im Schulhof, dort durfte sie auch mal frei laufen (weil gesichert), spielte mit einem Stock, bellte mal wieder den Mann an. Dann auf einmal drückt sie sich an ihn und stupst. Okay. Er führte sie in die Wohnung, Leckerli.
Sie ist verzogen, darf auf die Couch. Okay. Wir haben ein Handtuch, wo sie drauf darf. Eckcouch, ich auf dem einen Teil, Mann auf dem anderen. Dazwischen Handtuch. Sie legt sie da drauf, robbt zu GG, stupst ihn, fordert ihn auf.
Wenn er aufsteht, verbellt sie ihn und knurrt. Sie kompensiert dann wohl, denn sie holt ihr Bärli und trägt es rum, knurrt dabei. Mann lässt sie. Ich kann sie da schon mit meiner Stimme rausreißen, bin mir aber nicht sicher, ob das das Richtige ist.
Setzt er sich hin, kommt sie wieder zu ihm, leckt, stupst vehement für Streicheleinheiten.
Ist er im Wohnzimmer, sie bei mir im Büro und er ruft nur: Verbellen, knurren, Bärli tragen.
Dann wieder stupsen.
Gestern ist sie zwischen uns gelegen. Sie hat erst exessiv GG oder mir die Hand gelegt, dann fing sie an, ihre Vorderläufe zu schlecken und in ihre Wolfskralle zu beißen. Scheinbar Stressanzeichen.Ich habe sie abgelenkt, sie von der Couch geholt. Dann ging es. Ich machte das immer, wenn sie es wieder angefangen hat. Sie hat sich dann irgendwann auf den Boden gelegt, dann hat sie dieses Verhalten nicht mehr gezeigt.
Wir gingen abends noch raus, dann ins Büro, ins Bett. GG schläft nebenan im Schlafzimmer. Ganze Nacht entspannt.
Morgens natürlich wieder Verbellen, Knurren, Bärli tragen.Und: Heute ist Schule. Für sie natürlich Stress, denn sie hört etwas. Aber sie macht sich ganz gut. Wuff, knurren, Stimme von mir, dann wieder Ruhe. Ich bin mit ihr im Büro, sie in ihrem Bett.
Es ist eine Kamera aufgestellt mit Ton. Wenn ich die Wohnung verlasse, bekommt sie ein Knabberstäbchen, Kommando bleib (was sie sicher nicht kennt), Bürotüre zu (GG muss ja auch die Wohnung betreten können). Die Kamera hat gezeigt, dass sie sich mit dem Knabberstäbchen beschäftigt, wenn sie etwas hört, wufft, sich aber wieder hinlegt. Die Bürotüre ist zu, wenn GG natürlich in der Wohnung ist, lässt er sie im Büro. Dann ist natürlich Alarm.
Jetzt war ich mit ihr eine ganz große Runde. Hundeverträglich ist sie. Zwar vorsichtig, aber okay. Gefressen, jetzt Ruhe.
Bei dem Verbellen von GG bin ich mir ziemlich unsicher. Angst? Territorial kann es ja fast noch nicht sein. Wie passt das mit dem Anstupsen und Streicheleinheiten fordern zusammen? Wie am besten reagieren?
GG ignoriert sie eh schon, reagiert nur noch auf ihre Anstupser.
Habt Ihr vielleicht Anregungen?
LG
Schnuckelina - Vor einem Moment
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