Bindung
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Ich greife mal was auf aus dem "Gefährliche Hunde" Thread.
Es ging um den Begriff "Bindung" und dass dieser nicht auf Hunde bzw. die Hund-Mensch-Beziehung anwendbar sei.
Das hat mich überrascht, da doch einige Leute, die ich als anerkannte Kynologen bezeichnen würde, den Begriff verwenden. Einige Quellen wurden in obigem Thread bereits verlinkt, Wikipedia gibt einen kurzen Überblick:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bindung_(Hund)
Im besagten Thread wurde die Diskussion untersagt, vielleicht können wir sie hier fortsetzen?
Mal abgesehen davon, ob man die Definition eng oder weit fasst (nur bezogen auf Menschen oder auch auf die Mensch-Hund Beziehung) - warum sehen manche den Bindungsbegriff so negativ? (genannt wurde z.B. das es eine Art Ausrede für Hundetrainer sei)
Mich interessieren einfach unterschiedliche Sichtweisen, ich habe da keinen gefestigten Standpunkt und will niemanden überzeugen, und es muss auch niemand recht oder unrecht haben - ich finds einfach nur spannend.
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Thema
Der "gefährliche" Hund Teil 3
So, hier ist Platz für neue Diskussionen zum Thema.
Zum Nachlesen hier nochmal der alte Thread:
Der "gefährliche" Hund Teil 2 Aber ich möchte an dieser Stelle bitten, die dort abgebrochene Diskussion NICHT wieder aufzunehmen.
Sonst kann das Thema auch ganz schnell Pause machen.
Gast4135414. März 2024 um 17:10 Hier noch ein Link zum "Gefährliche Hunde" Thread mit der Diskussion
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Ich kenne den Bindungsbegriff ebenfalls aus der Verhaltensforschung. Konrad Lorenz hat ihn (mit)geprägt.
Er beschreibt auch schon die Bindung zwischen Hund und Mensch und rät, um eine enge Bindung aufzubauen zu langen Wanderungen mit dem freilaufenden Hund. Bindungen zwischen verschiedenen Tierarten kommen auch bei freilebenden Tieren vor, vielleicht verursacht durch Fehlprägung.
Diskutiert wird auch eine Bindung zwischen Raben und Wölfen, die sich individuell kennen, gegenseitig suchen und sehr vertraut miteinander umgehen.
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Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, dass verschiedene Wissenschaften dasselbe Wort als Fachbegriff wählen und unterschiedlich definieren. Die Chemie meint mit Bindung auch etwas anderes (heißt auch bond auf englisch) - die haben sogar Doppelbindungen!
Wenn es um Hunde geht, ist die Biologie und beim Verhalten die Ethologie die Leitwissenschaft.
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Natürlich habe ich ein Bindung zu meinem Hund und er zu mir, ich benutze den Begriff aber auch nicht wissenschaftlich.
Man kann wenn es einem nicht gefällt, oder der Begriff nicht passt, auch Beziehung dazu sagen, sagt für mich das selbe aus.
Ich zerlege aber auch nicht jedes Wort in die Einzelteile oder prüfe ob der Begriff der aktuellen Wissenschaft entspricht.
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Es ging um den Begriff "Bindung" und dass dieser nicht auf Hunde bzw. die Hund-Mensch-Beziehung anwendbar sei.
So hab ich das nicht verstanden. Der erste Kommentar zu dem Wort bezog sich auf die ursprüngliche Definition und die war halt tatsächlich im rein menschlichen Bereich. Und allein darauf bezog ich z. B. meine Kommentare.
Ob eine Form der Bindung, adaptiert auf das Zusammenleben von Mensch und Hund, ebenfalls bestehen kann und in diesem Kreis ebenso genannt wird, stand, zumindest für mich, nie zur Diskussion.
Ansonsten beschreibt Frau+Hund ganz gut, was ich meine.
Bowlby bezog sich z. B. auch auf Lorenz. Dieser sprach aber im Bezug auf Tiere erstmal von Prägung (am Beispiel der Gänse, die sich auf den Menschen "fehlprägen" lassen). Ich weiß nicht genau, ob daraus dann die Nutzung des Begriffs Bindung entstand oder ob der Begriff parallel eben doch auch in der Tierforschung verwendet wurde.
Ich selber hatte mit dem Wort einfach vor allem während der Pädagogikstunden zu tun und das, was dort damit gemeint war im Bezug auf vor allem die Mutter-Kind-Bindung, gibt es meiner Meinung nach so beim Zusammenleben mit einem Hund einfach nicht.
Und gerade im Zusammenleben mit dem Hund wird Bindung nach meinem Empfinden oft falsch verwendet. Oft dann, wenn man eigentlich mehr seine eigene, einseitige emotionale Verbindung zum Tier beschreiben möchte, oder eben die wechselseitige Beziehung in der man sich mit dem Hund befindet, die aber eben auf was anderem fußt, als es (die pädagogische) Definition von Bindung meint. -
Ich habe die Diskussion über den Begriff Bindung mehrfach in Podcasts gehört, teilweise mit dem expliziten Vorwurf, dass man mit dem Begriff "Bindung" den Hund vermenschlicht.

Im englischsprachigen Raum spricht man oft von "attachment-like bond" bei Hunden und ich finde, "bindungsähnliche Beziehung" klingt eigentlich im Deutschen auch ziemlich gut.
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