Hund aus dem Tierschutz

  • Ich habe als Anfängerin mir einen Ridgeback geholt.

    Es macht natürlich grds. erst mal Sinn, genau das nicht zu machen :D Dann macht man sich es und dem Hund vlt leichter.
    Warum ich es dann aber doch gemacht habe: Ich kann mich für die Herausforderungen sehr begeistern, in unserem Fall Jagen. Heißt ich habe bei Seminaren zu dem Thema mitgemacht. Und versucht mich so viel wie möglich theoretisch drauf vorzubereiten.

    Was bei dir jetzt natürlich ganz anders ist: Ich konnte mit den Züchtern sprechen, die haben mich nochmal mental drauf vorbereitet, dass Hanks Eltern ordentlich Jagdtrieb haben und eher dann später auch. Ich habe Live gesehen, wie seine Mutti den Garten bewacht hat. Wusste also schon grob was auf mich zukommt!!!

    Aber trotz aller Vorbereitungen, kann man sich als Anfänger vieles nicht vorstellen. Jetzt überwiegt bei mir wirklich die Begeisterung. Aber trotzdem habe ich hier im Forum auch schon ganz verzweifelt um rat gebeten, weil mich der Junghund wortwörtlich total fertig gemacht beim Spaziergang und es hat ein paar Einzel und Gruppenstunden gebraucht bis ich sein Schnappen in die Jacke managen konnte.

    Du musst dich halt wirklich wirklich fragen (kommt natürlich auf den Hund an, aber da du ja zB Ridgeback vermutest (sehe ich jetzt überhaupt nicht in dem Hund):

    - Kann ich, je nach Wohnlage regelmäßig wohin fahren, wo der Hund mit der Schleppleine lange Gassi kann

    - Habe ich eine (eingezäunte,, Freilauf braucht zeit) Fläche wo der Hund auch mal richtig rennen kann

    - Habe ich Hundebetreuungsoptionen, die auch wirklich einen großen Hund führen können

    - Wie liegt die Wohnung? Wäre es okay, wenn der Hund wacht?

    - Kann ich mir professionelle Hilfe leisten, wenn ich eine Baustelle habe? Und habe ich die Zeit (inkl. Fahrtzeit)

    - Bin ich damit fein, dass mein Hund nicht mit anderen Hunden befreundet sein will?

    - Bin ich damit fein, beim Spaziergängen mich voll auf den Hund zu konzentrieren! Also nicht nebenbei am handy scrollen etc.

    Was mich stutzig macht ist die Aussage:

    habe mich sehr lange mit vielen Rassen beschäftigt.

    Es gibt sooo viele Rassen. Wenn du dich mit so vielen Rassen beschäftigt hast, muss doch eine Vorstellung da sein, was du für Charaktereigenschaften schätzt. Mit welchen Themen du dich dann auch gerne beschäftigen würdest. Wie kann man dann nur anhand eines Bildes aussuchen?

  • Was möchtest du denn mit deinem Hund machen? Und wie lebst du, was muss der unbedingt mitbringen oder ganz unbedingt nicht?

    Der Welpe sieht auch ohne Bezugsgröße aus, als wird der richtig groß, richtig schwer und mit ordentlich Ost molosser mit drin. Ich würd mit da vorsichtshalber bisschen was zu alabai, akbash mich angucken. Staff sehr ich da schon wegen der Größe weniger. Aber wichtig ist ja was die Behörden vor Ort sehen. Und eben was du überhaupt suchst und dir zutraust.



  • Zucchini das mag sein. Ich habe mich sehr lange mit sehr vielen Rassen beschäftigt. Bei den meisten steht nicht für Anfänger. Wie machen Menschen das, die solch einen Hund haben? Haben die zuerst einen Hund der für Anfänger geeignet ist und holen sich dann den Hund den sie eigentlich wollen? dann hätten sie zwar Erfahrung mit einen einfachen hund aber wären immer noch Anfänger für den anspruchsvolleren hund. Das würde mich auch sehr interessieren wie ihr das so gemacht habt.

    So ist es auch nicht, man hat dann Erfahrung mit Hunden und weiß zumindestens was auf einen zukommen kann und auf was man da sich konzentrieren sollte. Das hat man als totaler Anfänger oft nicht.

    Und ein "einfacher" Hund verzeiht auch eher Fehler. Stell dir vor du schaffst es nicht die leinenführigkeit beizubringen und der Hund reißt sich sich los und läuft auf einen anderen zu. Bei einem weniger ernsthaften Hund fiddelt der ein wenig herum und will spielen. Sicher ein no go aber kein Drama. Bei einem ernsthafteren Hund kann es passieren dass der nicht nett ist. Und das ist problematisch!

  • Also ein Listenhund wäre nicht mein Wunsch, einfach weil ich da etwas Respekt vor habe, weniger um die Steuern etc.

    tja... Und was, wenn er sich benimmt wie ein Staff sich halt benimmt? Bullerig, nicht ganz so einfach zu führen, nicht mit anderen Hunden kompatibel?

  • katzenpfote was meinst mit von Ungarn nach NRW? Das müsste ja für ganz Deutschland sein. Soweit ich weiß gibt es da keine offiziellen Grenzen sondern wird punktuell geprüft. Ich kann mir aber vorstellen das aktuell da die Grenzen aktiver sind.

    Zucchini das mag sein. Ich habe mich sehr lange mit sehr vielen Rassen beschäftigt. Bei den meisten steht nicht für Anfänger. Wie machen Menschen das, die solch einen Hund haben? Haben die zuerst einen Hund der für Anfänger geeignet ist und holen sich dann den Hund den sie eigentlich wollen? dann hätten sie zwar Erfahrung mit einen einfachen hund aber wären immer noch Anfänger für den anspruchsvolleren hund. Das würde mich auch sehr interessieren wie ihr das so gemacht habt.

    Punkt 1:


    Als Hundeanfänger*in muss man in der Regel erstmal „spricht und versteht Hund“ lernen. Weil bei aller Bereitschaft zur gegenseitigen Bindung Hunde halt einfach doch zu einer anderen Ordnung Lebewesen gehören :smile: Fällt manchen Menschen schwerer, manchen Menschen leichter.

    Ebenso muss ein neu in eine Familie gekommener Hund erstmal lernen, sich mit deren Mitgliedern zu verständigen und seinen Platz im Gefüge lernen.

    Und da gibts eben Faktoren, die es im Schnitt allen Beteiligten leichter machen. Da wären dann z. B. rasse- oder mischungsbedingte Eigenschaften und Sozialisation in einem der Zielfamilie ähnlichem Umfeld zu nennen. Und für Hundeanfänger*innen hat Letzteres wiederum den Vorteil, dass der Hund schon ein Gerüst dafür mitbringt, wie er sich mit den Menschen hier verständigt. Und es so den Menschen beim Lernen leichter macht.

    So treffen Neulinge in Sachen „spricht Hund“ und ein Hund, der aus seiner vertrauten Umgebung in Lebensverhältnisse verpflanzt wird, für die er nicht sozialisiert wurde und unter Umständen auch von der Mischung her nicht optimal geeignet ist (was nicht zwingend sein muss, aber halt sein kann).

    Punkt 2:


    Als Hundeanfänger*in kann man üblicherweise noch nicht einschätzen, was Eigenschaften beim Hund, die gängigerweise als „schwierig“ bezeichnet oder empfunden werden, an Auswirkung auf die eigene Lebensführung haben und welche Einschränkungen es bedeutet. Manche Sachen muss man erlebt haben. Ja, das trifft auch erfahrene Hundehalter*innen. Aber da steht wenigstens schon einmal das Grundgerüst für das Leben mit Hund.

    Du könntest es Dir leichter machen. Aber scheinbar ist Deine Entscheidung schon gefallen. Ich wünsche Euch viel Glück und dass es passt. Du bist in NRW? Wenn Du mal näher ins Thema „Leben mit Listenhund“ reinhorchen willst, schau vielleicht mal bei „Pit, Staff & Co eV.“ in Köln vorbei.

  • Bei den meisten steht nicht für Anfänger. Wie machen Menschen das, die solch einen Hund haben?


    Ich hatte erst einen Hund aus dem Auslandstierschutz, der bei einer Freundin von mir auf Pflegestelle war.

    Mit der Hündin habe ich Hundesport gemacht. Wollten dann einen weiteren Hund für den Hundesport.
    Eine damalige Trainerin von mir, die selbst mehrere Malis hatte und mich lange vom Training kannte, konnte sich nen Mali bei mir vorstellen. Konnte ich mir nach einiger Recherche dann auch vorstellen und so zog einer ein.

    Ares wohnt seit über 9 Jahren bei mir und wir kommen wunderbar zurecht.

    Habe dann aus diversen Gründen woanders trainiert. Die Trainerin hatte nen Border Collie, den ich toll fand. Nach vielen Gesprächen mit Rassekennern zog dann mein erster Border Collie ein. Kalle wohnt seit fast vier Jahren bei mir, auch mit ihm komme ich wunderbar zurecht.
    Als logische Konsequenz zog dann dieses Jahr im Frühling aus Gründen noch Border Collie Nummer 2 ein. Auch mit Loki läufts problemlos.

    Also mein Tipp für den Nicht-Anfängerhund: Gespräche mit Leuten, die die Rasse selbst halten (am besten mehrere Vertreter der Rasse) und die dich gut kennen, deinen Charakter, deine Art zu leben, deine Art zu trainieren.

  • mimihank danke für deinen ausführlichen Bericht, du hast es also geschafft mit den RR als Anfänger 😁 warum sollte ich es nicht schaffen.
    Ich finde die RR z.B super von Charakter und aussehen, kenne auch einen der total lieb und super erzogen ist.

    klar habe ich Vorstellungen was den Charakter betrifft oder was ich mit den Hund machen möchte. Ob das so kommt wird sich zeigen.
    Und ich liebe auch Herausforderungen, ein Hund der einfach brav alles macht was ich will wäre nicht so meins. Und auch nicht ein Dackel oder sonst eine kleine Rasse, nicht negativ gemeint aber das entspricht nicht meinem Geschmack.


  • Die Entscheidung und die Konsequenzen daraus trägst letztlich du (und letzten Endes auch der Hund). Hier können dir viele Leute aus ihrem Erfahrungsschatz mitteilen, was sie davon halten. Mein Rumäne war gut 7 Wochen auf einer deutschen Pflegestelle, bevor er zu uns kam. Sagen wir mal so, die Beschreibung war traumhaft, absolut passend für uns, unsere Ansprüche, unsere Erfahrungen (fast Anfänger), unsere Haltungsgegebenheiten. Bekommen haben wir eine Wundertüte, bei der nicht alles wundervoll war, die uns vor massive Herausforderungen gestellt hat und immer noch stellt, bei der noch nicht einmal die Einschätzungen zu den Verträglichkeiten gestimmt haben. Und bei dem die große Angstproblematik definitiv nicht erkannt wurde. Als Anfängerhund hätte dieses Tier nicht eingestuft werden dürfen. Hätten wir dieses Tier gewählt, hätten die Beschreibungen die Realität widergespiegelt? Wohl eher nicht. Denn einen ängstlichen Hütehund (auch das haben wir erst danach mitbekommen) mit ordentlich Territorialverhalten hätten wir uns nicht zugetraut. Und ich bin ganz ehrlich froh, dass wir zu zweit sind, denn auch die mentale Belastung, wenn es nicht läuft, wenn sich die Probleme zu Hochgebirgen auftürmen, ist nicht zu unterschätzen.

  • Vorstellungen was den Charakter betrifft oder was ich mit den Hund machen möchte.


    Wieso suchst du dann nicht einfach einen passenden Hund in Deutschland? Wo du den Hund vorab kennen lernen kannst und schauen kannst, ob es passt?


    Die Videos, die du bekommen hast, sind in einer für den Hund bekannten Umgebung aufgenommen worden. Die Umgebung ist ziemlich sicher völlig anders, als deine Wohnumgebung.

    War der Hund überhaupt schon mal in einem Haus? Kennt er das zusammen leben mit Menschen?

    Vermutlich nicht. Der Hund wird sich mit ziemlicher Sicherheit bei dir, bei fremden Menschen in einer völlig fremden Umgebung, nicht so verhalten wie auf den Videos.

  • Lies dir mal das Thema durch

    Hazelthorn
    7. Dezember 2025 um 13:42


    So ein Verhalten ist bei Hunden aus dem Tierschutz nicht selten.

    Ein Hund, der tagelang nur in der Ecke kauert, kaum frisst, kaum trinkt, mit dem man nicht spazieren gehen kann, der sich in der Wohnung löst,


    Willst du das? Kannst du das?

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