Hofräumung in Ramiswil: Einschläferung von über 100 Hunden auf Schweizer Hof und weitere Animal Hoarding-Fälle

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  • Ich persönlich gehe davon aus, dass bei allen Fällen von animal hoarding eine psychische Krankheit die Ursache ist. Möglicherweise fängt das Ganze Mal mit einem anderen Gedanken an. Aber dass es derartig entgleisen kann, benötigt in meinen Augen eine Krankheit. Psychische Krankheiten nehmen im Allgemeinen zu. Das hat ganz vielfältige Gründe. (Nein, damit meine ich auf keinen Fall, dass die Menschen heute nichts mehr abkönnen. Eher gestiegene mentale Belastungen, Hoffnungslosigkeit in Bezug auf die Zukunft, Katastrophen, Kriege, Pandemien, Inflation, zusammenbrechendes Sozialsystem, Wirtschaftskrise. Die aktuelle Generation ist die erste Generation, die nicht davon ausgeht, dass es ihren eigenen Kindern besser gehen wird als sich selbst..)

    In animal hoarding Fällen kann ich mir einige Dinge vorstellen, die bei der Entstehung eine Rolle spielen.

    Zunächst einmal sind heute viel mehr Leute alleinstehend und auch sozial isoliert. Das wurde in Corona nochmal deutlich mehr. Viele Menschen stellen daher soziale Bezüge zu Tieren her. Menschen, die animal hoarding betreiben, sehen den schlechten Zustand der Tiere nicht. Sie glauben, sie tun denen was Gutes. Für sich selbst gewinnen sie das Gefühl, sie werden gebraucht. Was gerade bei sozialer Isolation und Einsamkeit eine große Rolle spielt. Es ist auch schwer vorstellbar, dass ein solches Ausmaß mit intaktem sozialen Netzwerk überhaupt erreicht werden kann, weil ja vielleicht doch mal jemand vorbei kommen würde und den Zustand bemerken würde. Zudem erreicht man durch die Tierhaltung eine Art Kontrollgefühl.

    Und ich glaube auch, dass Zivilcourage heute weniger geworden ist. Ich selbst hatte in den letzten Wochen zwei Vorfälle mitbekommen, wo ich mir sicher war, dass bestimmt schon jemand gemeldet hat. Ich habe dennoch die Polizei angerufen und siehe da: die wussten nichts. Und das waren beides Dinge, die zig Leute mitbekommen haben. Keiner hat's gemeldet. Hat mich wirklich erstaunt. Und noch mehr erstaunt hat mich, als ich das im Bekanntenkreis erzählt habe und nahezu alle gesagt haben, dass sie auch nicht angerufen hätten. Echt wild.

    Dazu kommen noch die Zustände in deutschen Ämtern und die Bearbeitungsdauer von gewissen Dingen. Die Mühlen mahlen langsam. Selbst wenn Dinge gemeldet werden, dauert es viel zu lange, bis tatsächlich was passiert.

  • Ich selbst hatte in den letzten Wochen zwei Vorfälle mitbekommen, wo ich mir sicher war, dass bestimmt schon jemand gemeldet hat. Ich habe dennoch die Polizei angerufen und siehe da: die wussten nichts. Und das waren beides Dinge, die zig Leute mitbekommen haben. Keiner hat's gemeldet

    Woher weißt du das denn?

    Die Polizei darf sowas doch gar nicht mitteilen?

  • Die Polizei darf sowas doch gar nicht mitteilen?

    Warum nicht?

    Ich habe auch schon mal einen Schwan auf der Autobahn gemeldet - und war mir sicher, dass da schon zig Leuts angerufen haben müssen, linke Spur, sehr gefährliche Ausweichmanöver, das Tier bereits verletzt, aber noch lebend. Der Beamte sagte aber, dass ich bis dahin die Einzige war. Warum sollen sie das nicht sagen dürfen?

  • Weil Informationen darüber, ob gegen jemanden ermittelt wird oder ob Nachbarn bereits eine Anzeige erstattet haben, sensible personenbezogene Daten sind.

    Am Telefon kann der Polizeibeamte außerdem nicht zweifelsfrei feststellen, wer da wirklich anruft. Es könnte ja auch sein, dass der Betroffene selbst anruft, der unter falschem Namen Informationen aushorchen will.

    Außerdem beeinflusst die Kenntnis darüber, ob du weißt, dass schon Anzeigen vorliegen, deine eigene Schilderung. Das muss man aber vermeiden, es soll ja eine tatsachengetreue Schilderung sein...

    Aus den genannten Gründen dürfen die das gar nicht weitergeben.

    In deinem Fall McChris hast du eine Verkehrsmeldung gemacht und keine Anzeige. Außerdem hat der Vogel ja keine zu schützenden Daten...

  • Ernalie Achso, ich dachte bei deinem Beitrag ging es um dieses Thema. Also dass du Verstöße gegen das TSchG angezeigt hast.

    Nein, mit derartigen Dingen hatte ich in meinem Leben zum Glück noch keine persönlichen Berührungspunkte. Das war lediglich ein Beispiel dafür, dass Zivilcourage oft nicht so ist wie man sie sich wünschen würde und dass offensichtliche Dinge einfach nicht gemeldet werden.

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