Was hilft gegen Angst (Erfahrungen gesucht)

  • Mit Alltag meinte ich eher sowas wie dörflich oder städtisch, Wohnsituation, Garten etc. Also wie viele Reize Sky einfach schon durch die Umgebung aushalten muss. Das macht ja auch nochmal was aus bei der Frage, wie viele Ressourcen er fürs Training hat, wenn man die Beanspruchung durch den ganz normalen Alltag abzieht.


    Was macht er denn genau, wenn er Angst hat? Zerrt er und reisst an der Leine, will er heim, stellt er sich tot, friert er ein..?


    Wenn Lilly Panik hatte, fiel sie in einen blinden Fluchttunnel, raste einfach geradeaus los ohne zu gucken oder zu denken. Die Leine hat dann dafür gesorgt, dass sie die Rennbewegungen quasi „trocken“ auf dem Boden ausgeführt hat ohne Rücksicht auf Unversehrtheit der Pfoten.


    Es gab ein minimales Zeitfenster, in dem sie „durchgestartet“ ist. Wenn ich ihr in genau diesem Zeitfenster den Weg vertreten und Ausweichmöglichkeiten geblockt habe, dann konnte ich den Fall in den wirklich blinden Tunnel abbrechen. Das war bei uns der Hintergrund für die Arbeit an der Leine. Ich habe über Blocken einerseits und viel Lob andererseits geübt, dass sie hinter mir bleibt, wenn ich sie dazu auffordere. Und das habe ich dann in triggernden Situationen genutzt und damit die Verhaltenssequenz der blinden Flucht unterbunden. Deshalb die Leinenführigkeit, sich auf das Gehen an der Leine und auf mich zu konzentrieren und so vom Angstauslöser zu entfernen, war für Lilly eine Alternative zum Fluchttunnel.


    Im Tierheim hatte ich es mal mit einer Hündin zu tun, die in Angstsituationen Zwangskreise gedreht hat und da von selbst nicht mehr rauskam. Nach einiger Zeit konnte ich die aber mit Blocken unterbinden und auch da war es dann hilfreich, an Leinenführigkeit zu arbeiten, um zu verhindern, dass sich der Hund in das repetitive Verhalten reinsteigert.


    Es ist nicht nett und ziemlich anstrengend (für Mensch und Hund), aber bei uns hat es wirklich gut geholfen.

  • Mit Alltag meinte ich eher sowas wie dörflich oder städtisch, Wohnsituation, Garten etc. Also wie viele Reize Sky einfach schon durch die Umgebung aushalten muss. Das macht ja auch nochmal was aus bei der Frage, wie viele Ressourcen er fürs Training hat, wenn man die Beanspruchung durch den ganz normalen Alltag abzieht.

    Wir leben hier eigentlich auf dem Dorf. Hinter unserem Haus ist ein kleiner Wald und Feldweg. Es ist aber hier sehr unterschiedlich was andere Hunde angeht - oft laufen wir wochenlang fast alleine dort und dann wieder sind dort alle Hunde aus dem Dorf und weitere - und das obwohl Sky und ich da immer zur gleichen Zeit laufen. Wir müssen "nur" über die Fahrradstraße, aber auch die ist sehr sehr unterschiedlich befahren. Wenn ich bis 15 Uhr arbeite z.B. kommen hier die ganzen Schüler auf dem Heimweg hier vorbei (auch eine längere Zeit lang) und die sind laut und fahren gerne auch mal auf dem Gehweg, damit sie dann zu sechst nebeneinader fahren können.

    Zwei Straßen weiter ist aber dann doch wieder eher Stadt (vierspurige Straße, Bus, Menschen, etc. - da gehen wir nur zum Training her um Umweltreize zu trainieren.

    Es gab ein minimales Zeitfenster, in dem sie „durchgestartet“ ist. Wenn ich ihr in genau diesem Zeitfenster den Weg vertreten und Ausweichmöglichkeiten geblockt habe, dann konnte ich den Fall in den wirklich blinden Tunnel abbrechen. Das war bei uns der Hintergrund für die Arbeit an der Leine. Ich habe über Blocken einerseits und viel Lob andererseits geübt, dass sie hinter mir bleibt, wenn ich sie dazu auffordere. Und das habe ich dann in triggernden Situationen genutzt und damit die Verhaltenssequenz der blinden Flucht unterbunden. Deshalb die Leinenführigkeit, sich auf das Gehen an der Leine und auf mich zu konzentrieren und so vom Angstauslöser zu entfernen, war für Lilly eine Alternative zum Fluchttunnel.

    Da merke ich immer wieder dass Sky schneller ist als ich. Ich verpasse das Zeitfenster noch zu oft.

    Es wir echt Zeit, dass ich mal wieder Leinenführigkeit intensiver angehe - in letzter Zeit war einfach zu wenig Energie von meiner Seite aus da - aber ich glaube es ist auch mal wichtig eine Weile mal nicht nur auf das Wert zu legen, was noch nicht klappt und das zu genießen was klappt. Interessanterweise habe ich an der Schleppleine immer mal ein kurzes Fuß eingeflochten - ein paar Meter nur, aber DA klappte es deutlich besser, als wenn ich die kurze (2m) Leine dran habe. Kann das auch ein Weg sein? Ich meine Schaden tut es mit Sicherheit nicht - schon klar - aber bekommt man das Fuß dann auch irgendwie auf die andere Leine übertragen? Sollte doch gehen ... oder?

  • Ich meine Schaden tut es mit Sicherheit nicht - schon klar - aber bekommt man das Fuß dann auch irgendwie auf die andere Leine übertragen? Sollte doch gehen ... oder?

    Du meinst bei Fuß gehen an der kurzen Leine? Ja, das geht. Aber das ist halt keine Leinenführigkeit, sondern Fußgehen. Also, klar, kann man auch nutzen und ist praktisch. Ist in meinen Augen aber nichts, was man dem Hund über einen längeren Zeitraum abverlangen kann und trainiert den Umgang mit der Umwelt halt nicht. (Was ja in manchen Zeitfenstern auch mal gut sein kann, also nicht falsch verstehen.)

  • Du meinst bei Fuß gehen an der kurzen Leine? Ja, das geht. Aber das ist halt keine Leinenführigkeit, sondern Fußgehen. Also, klar, kann man auch nutzen und ist praktisch. Ist in meinen Augen aber nichts, was man dem Hund über einen längeren Zeitraum abverlangen kann und trainiert den Umgang mit der Umwelt halt nicht. (Was ja in manchen Zeitfenstern auch mal gut sein kann, also nicht falsch verstehen.)

    Im Moment geht er Fuß nur, wenn er an der Schleppleine hängt... sobald ich die kurz nehme, hat er "vergessen" was Fuß ist.

    War mir aber nicht klar, dass das für den Hund anders ist. Danke!

    Schön, dass es euch gibt 😊

  • Ist denn Fuß gehen für dich der Hund läuft neben dir und schaut dich an? Oder meinst du mit Fuß gehen dass der Hund an lockerer Leine neben dir läuft?

  • Ist denn Fuß gehen für dich der Hund läuft neben dir und schaut dich an? Oder meinst du mit Fuß gehen dass der Hund

    Hüstel... das ist ein Unterschied?

    Ich meine lockere Leine neben mir und drauf achten wo ich hingehe oder wie schnell ich gehe....

  • Ist denn Fuß gehen für dich der Hund läuft neben dir und schaut dich an? Oder meinst du mit Fuß gehen dass der Hund

    Hüstel... das ist ein Unterschied?

    Ich meine lockere Leine neben mir und drauf achten wo ich hingehe oder wie schnell ich gehe....

    Definiert ja jeder anders aber mit Fuß laufen meinen die meisten das Fuß laufen mit anschauen und das ist halt super anstrengend. Das andere natürlich für den Hund auch aber weniger (zumindest meiner Meinung nach).

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