Junghund springt und kneift

    • Hallo, wir sind Tanja und Elsa und hier im Forum, weil wir ein paar kleine Problemchen im Umgang miteinander haben und ich hoffe, hier den ein oder anderen Lösungsansatz zu finden. Elsa ist jetzt seit vier Wochen bei mir und meinem Lebensgefährten. Wir hatten bereits zwei Hunde zusammen, die uns nach 13 und nach 15 Jahren verlassen haben. Also eigentlich haben wir Hundeerfahrung mit einer sehr schüchternen ängstlichen Hündin und einem Draufgänger Rüden.

      Nun ist seit 4 Wochen die Elsa da und doch ist alles anders. Elsa kommt aus dem Tierschutz. Sie ist in Rumänien geboren, aber ist dort gleich nach der Geburt im Oktober 2022 mit ihrer Mama und 5 Geschwistern ins Tierheim gekommen und Anfang April nach Deutschland ins Tierheim gekommen. Die meisten Sachen haben von Tag 1 super funktioniert. Sie war sofort stubenrein, liebt es zu kuscheln und kann nach kurzer Zeit Sitz. Platz, Pfote, Tabu, wartet beim Fressen im Platz bis ihr Futter frei gegeben wird. Setzt sich vor die Tür bis diese auf geht. Alles hat sie nach zwei drei Versuchen drauf gehabt, so dass wir echt ziemlich erstaunt sind. Wir gehen auch schon mit ihr zur Hundeschule, waren zwei mal im Gruppentraining im Erziehungskurs und hatten eine Einzelstunde. Es hat sich herausgestellt, dass sie zwar mutig ist, aber bei vielen Sachen extrem unsicher. Im Umgang mit den anderen Hunden ist sie zwar sehr lieb, aber sie geht auch eher auf Abstand und klemmt den Schwanz ein, als dass sie mit den anderen Hunden tobt. Das finde ich erstmal nicht problematisch, denn sie hat ja das Recht zu entscheiden ob, wann und mit wem sie toben will. Draußen ist sie überfordert, wenn zum Beispiel ein anderer Hund kommt. Also sie freut sich geht freiwillig hin und schnuppert, aber danach fängt sie an an uns hoch zu springen und uns zu kneifen. Die erste Aussage der Trainerin war, dass wir das korrigieren sollen, aber das funktioniert nicht, sie wird dann nur massiver und springt und kneift. Ich habe mich dann entschieden, sie in solchen Situationen draußen, also wenn ich merke, dass sie unsicher ist und anfängt zu springen, dann knie ich mich zu ihr und halte sie im Arm, dann wird sie schnell ganz ruhig, wir gehen noch paar Schritte weiter und dann zurück nach Hause.

      Aber im Haus ist es einfach nicht schön, Wenn ihr etwas nicht passt, also sie nicht auf die Couch darf oder so, dann kneift sie in meine, Knie etc. Auch wenn der Staubsauger läuft oder oder oder... Es passiert schon sehr häufig. Ich weiß nicht, wie ich es richtig machen soll. Wir wollen im September in Urlaub fahren mit Elsa, das ist unser großes Ziel. Aber im Moment bin ich da echt nicht mehr so sicher, ob wir das schaffen. Leichte Verzweiflung macht sich breit... :pleading_face: Vielleicht kann mit jemand Hilfestellung geben und hatte diese Probleme auch.

  • Hallo :smile:

    Mein Rüde (auch aus Rumänien) kam zu uns mit 11 Monaten und hatte vorher fast keinen Kontakt zu Menschen.

    Der hat mir ein Mal (nach ein paar Tagen), als ihm was nicht passte, in die Wade gezwickt. Für mich wirkte das wie ein Korrekturversuch, dafür gab es sofort die rote Karte :rotekarte: . Hab ihm mit einem lauten und klaren „EY“, gleich aus dieser Illusion rausgeholt. Das war anscheinend auch schon ausreichend, weil es seit dem nie mehr vorgekommen ist.

    Ich sehe das also genauso wie die Trainerin. Da würde es bei mir keine Diskussion geben, sondern nur ganz klares Unterbinden. Lieber einmal deutlich, als dass sie irgendwann anfängt und geht über ein Zwicken/Kneifen noch hinaus..

    Hunde müssen auch erst lernen, was sie bei Menschen dürfen und was nicht. Außerdem habt ihr eine junge Hündin, die wahrscheinlich gerade auf dem Weg in die Pubertät ist und sich ausprobieren will.

    Wenn sie sich von einer Korrektur eurerseits nicht beeindrucken lässt bzw. noch mehr aufdreht, dann würde ich erst recht nicht nachgeben. Sie hat wahrscheinlich gelernt, dass sie sich nur lange genug so verhalten muss um das zu bekommen was sie will.


    Also mein Ansatz wäre konsequentes Unterbinden ohne Diskussion und das Ganze sowohl drinnen als auch draußen. Ich weiß, dass das schwer sein kann aber seid euch bitte bewusst was passieren kann, wenn sie das Verhalten nicht ablegt bzw. weiter ausbaut…

  • Einspruch Euer Ehren :beaming_face_with_smiling_eyes: speziell in der Situation mit den anderen Hunden sehe ich das gar nicht so wie die Trainerin. Und möchte Dich da für Dein Bauchgefühl beglückwünschen.

    Unsere Schäferhündin war als junger Hund auch recht unsicher mit anderen Hunden, hat mich auch angesprungen. Allerdings immer so blöd und wuselig, dass ich mich nicht schützend dazwischen stellen konnte. Deshalb finde ich es prima, dass das bei Euch möglich ist. Scheint ja zu funktionieren und würde ich so beibehalten.

    Bei den Situationen im Haus fühle ich mich auch in unsere Junghundzeit zurück versetzt. Ja, konsequent unterbinden sehe ich genauso, ABER mit ganz ganz viel Ruhe. Nicht schimpfen, nicht ruppig sein - das habe ich, muss ich zu meiner Schande gestehen, nämlich falsch gemacht und nicht hin bekommen. Und je strenger ich wurde, umso mehr hat Hund sich hoch gefahren.

    Heute hätte ich wahrscheinlich eine Hausleine dran und einen Hundelaufstall und würde sie ganz ruhig mit einem NEIN an eben dieser Leine in den Laufstall bringen und dann nicht weiter beachten.

    Kehrt Ruhe ein, kommentarlos Laufstall öffnen und ohne großes Gewese weiter dem Alltag nachgehen.

  • Deshalb finde ich es prima, dass das bei Euch möglich ist. Scheint ja zu funktionieren und würde ich so beibehalten.

    obwohl sie (neben dem Hochspringen) ihre Besitzer „kneift“? Also ich persönlich würde mich nicht von meinem Hund kneifen lassen. Und meine Althündin hat den gleichen Korrekturversuch, als er es bei ihr versucht hat, auch sofort und konsequent unterbunden.

    Damit war das Thema bei uns auch gegessen.


    Und mit konsequent meine ich auch nicht böse oder ruppig :smile: Deutlich und man sollte es ernst meinen (Hunde wissen es, wenn man ihnen was vorspielt :D) Nach meiner Korrektur war ich auch nicht nachtragend oder so. Er hatte es verstanden und damit war alles gut :smile: (genauso hat meine Hündin auch gehandelt)

  • Hab ihm mit einem lauten und klaren „EY“, gleich aus dieser Illusion rausgeholt.

    Ja, genau so hat es die Trainerin gesagt... nur leider ist das nicht erfolgreich, sie wird dann tatsächlich nur massiver. Allerdings ist es wirklich kein beißen in dem Sinne, also nicht so, dass man Spuren davon hat. Sie kneift... also schon eine Maßregelung an uns.



    speziell in der Situation mit den anderen Hunden sehe ich das gar nicht so wie die Trainerin. Und möchte Dich da für Dein Bauchgefühl beglückwünschen.

    :drooling_face:ja ich glaube, das Bauchgefühl ist bei mir ganz gut. Ich weiß ja auch, was ich bei meinem Rüden vorher alles falsch gemacht habe :woozy_face:

    Wenn man Elsa genau beobachtet, dann bemerkt man auch einen Unterschied in dem Verhalten im Haus und Draußen. Beides ist zwar anspringen und kneifen, aber draußen fühlt es sich an wie: "Ich muss weg hier... nimm mich auf den Arm" und im Haus eher so "ähm Hallo... warum soll ich nicht auf die Couch und warum sitzt ihr da rum und krault mir nicht den Bauch?"

    Draußen machen wir wirklich Baby-Steps und geben ihr Zeit und versuchen konsequent und klar zu sein aber auch verständnisvoll und beschützend. Ich glaube der Weg ist gut und sie wird uns irgendwann vertrauen.

    Nur drin... da muss man echt aufpassen, dass man nicht sauer wird... :face_with_steam_from_nose: Aber ja... sieben Monate, Puppertät und so.

    Ich vermute auch, dass sie zu wenig zur Ruhe kommt am Tag. Jetzt sitze ich gerade im Homeoffice im Büro eine Etage tiefer und sie hat sich oben hin gelegt. Mein Freund hat frei heute und ist unterwegs. Wenn ich jetzt hoch gehn würde, dann wäre sie sofort wieder am Start. Da mein Freund Schichten macht und ich im öffentlichen Dienst Gleitzeit habe, ist sie im Moment maximal 3 Stunden allein. Ich habe eine Kamera und sehe, dass sie schläft. Sie wechselt höchstens mal den Schlafplatz aus ihrer Box ins Schlafzimmer auf ihre Decke. Also braucht sie auf jeden Fall auch die Ruhe. Vielleicht sollten wir sie mal öfter allein lassen oder etwas länger, damit sie besser zur Ruhe kommt. Ach so viele Gedanken in meinem Kopf.... Ich bin echt schrecklich verliebt in dieses zauberhafte Wesen und will sie auf keinen Fall zurück geben müssen. Ich will aber auch ein entspanntes Leben und will dass sie mit uns in den Urlaub kommt (wir fahren jedes Jahr nach Österreich zum Wandern) und dass unser Alltag mit ihr entspannt ist.

    Kann mir bitte jemand sagen, dass das alles gut wird und wir das hin bekommen :pleading_face:


    obwohl sie (neben dem Hochspringen) ihre Besitzer „kneift“? Also ich persönlich würde mich nicht von meinem Hund kneifen lassen.

    nee nee auf keinen Fall wollen wir uns kneifen lassen... das fällt auf jeden Fall aus. Aber ich meine, sie hat drinnen und draußen einen anderen Grund für Ihr Verhalten. Es ist die Körpersprache die anders ist und ich merke es an der Art, wie sie anspringt. Kann es nicht so richtig mit Worten erklären....

  • obwohl sie (neben dem Hochspringen) ihre Besitzer „kneift“?

    Sie kneift ja lt. Beschreibung erst, wenn sie sich hochgefahren hat oder aber korrigiert wird.

    Wenn sie gleich beim unruhig werden ruhig gehalten wird, tritt das kneifen scheinbar nicht auf.

    Da finde ich den Weg, den Konflikt gar nicht erst entstehen zu lassen, Ziel führender.

    Ich lasse mich auch nicht kneifen, wer mir weh tut, dem "tu ich auch weh". :winking_face:Natürlich prügel ich nicht drauf los. Die "..." damit das nicht falsch verstanden wird.

    Ich beziehe mich jetzt vorrangig auf die Hundebegegnungen. Das liest sich halt, als wüsste Hund sich nicht zu helfen, will eigentlich nur weg aus der Situation.

    Das im Haus steht evtl auf einem anderen Blatt.

  • Da hast du recht, den Konflikt gar nicht erst aufkommen zu lassen ist immer die beste Option :smile:

  • puh ich finds ehrlich gesagt schwierig. Eine Korrektur für einen Hund der mich körperlich maßregelt, ja unbedingt aber je nachdem aus welchem Grund er das tut würde sich für MICH die Art der Korrektur ändern. Zwei Dinge könnte ich mir hier vorstellen:


    Wenn du schreibst das sie ne relativ unsichere Hündin ist, die sich zwar über Fremdhunde freut aber dann an dir hochspringt könnte dies auch bedeuten, dass sie sich eigentlich nicht freut, sondern fiddelt. Das Anspringen und kneifen könnte ein Ventil sein, da sie einfach nicht weiß wie sie moderat mit dieser Situation umgehen soll. Sie löst den Konflikt also so und versucht den Stress den sie hat, an dir abzulassen. Ist das in Ordnung? Nein, aber weiß sie denn was sie anstelle des Anspringens tun soll?


    Was die draußen Geschichte angeht würde ich sie gar nicht mehr zu Fremdhunden lassen, sie eng bei mir führen und andere Hunde abblocken. Belohnen für gutes und moderates Verhalten damit sie einerseits lernt das andere Hunde nicht ihr Aufghabenbereich sind, sie nicht hingehen muss, und sie sich auf dich verlassen kann.


    Das sie sich weiter hochspult wenn du korrigierst kann einerseits ein Maßregeln sein, andererseits Stress weil sie nicht weiß was von ihr erwartet wird.

    Meine Hündin reagiert mit fiddeln & extremenen beschwichtigen auf Korrektur, da muss ich sehr sensibel und fair bleiben da sie mir sonst einbricht. Ohne deine Hündin gesehen zu haben kann man hier nicht 100 % sagen: daran liegts und das sollst du tun.


    Hat sie zuhause denn einen festen Platz der nur ihr gehört und den sie als Rückzugsort nutzen kann? Wenn sie nicht auf die Couch darf, oder nur auf Einladung, dann würde ich ihr verständlich machen das sie auf ihrem Platz zu bleiben hat. Entweder mit Hausleine oder Gitter. Wenn sie blöd macht und sie diskutieren möchte auf ihren Platz schicken und wenn sie dort bleibt, entsprechend belohnen, damit sie lernt was sich gehört und was nicht.


    Staubsaugersituation ist/war hier fast exakt genau so bis auf das kneifen. Kam der Staubsauger aus seinem Quartier wurde die Rute eingeklemmt, war der Staubsauger aus kam sie angeschossen und ist an mir hochgesprungen, hat Beschwichtigt, gefiddelt, gehechelt. Das volle Programm.


    Also nicht falsch verstehen. Ich bin definitiv für Korrektur aber angepasst auf die Motivation die hinter ihrem Verhalten steckt, sonst hast du am Ende u.U. eine Beschwichtigungsspirale (du korrigierst zu stark, sie beschwichtigt noch mehr, du wirst frustriert, sie beschwichtigt noch mehr und am Ende seid ihr beide gestresst und sie hat nichts gelernt).


    Versuch mal ihr ein paar Schritte entgegenzulaufen wenn sie an dir hochspringt (im besten Fall wenns sies frontal macht ;)) ohne große Worte, ohne böse zu werden. Hunde finden es i.d.R. unangenehm und gehen runter. Ich habe bei mir bemerkt das wenn ich zu viele Bewegungen mache, also Knie hochziehen, was sagen, mit den Händen dabei fuchteln etc. die Bewegungsreize dann nur noch mehr hochspulen.


    Viele Wege führen letztzendlich nach Rom, du musst für dich und deine Hündin einen wählen der zu euch beiden passt.

  • Erinnert mich sehr an meine Hündin in jungen Jahren. Ich würde ihr die Entscheidung ob sie zu einem fremden Hund möchte gar nicht zugestehen. Such ein paar regelmäßige Kontakte, aber zu hinz und kunz hinlassen ist keine gute Idee. Ansonsten finde ich deinen Ansatz sehr gut sie in schwierigen Situationen durch ruhigen Körperkontakt runter zu fahren. Wenn das klappt ist es super. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen dass du solche Situationen mittlerweile sehr früh erkennst, ich persönlich würde ihr dann direkt die Sicherheit durch Körperkontakt geben, damit sie gar nicht erst in die Situation kommen muss sich aufzuregen. Das tut der Beziehung meiner Meinung sehr gut wenn der Hund mitbekommt dass der Mensch mit wachen Augen durch die Weltgeschichte geht und da ist wenn Hund etwas merkwürdig findet. Und das eben nicht erst wenn Hund schon so in der Situation drin ist dass er sich Luft machen muss sondern bevor es schlimm wird. Ich saß mit meinem Rüden als Welpen häufiger irgendwo auf dem Bürgersteig und habe mit ihm Situationen geguckt.
    Das gekneife als Reaktion auf Verbote oä im häuslichen Bereich würde ich persönlich ganz klar und deutlich unterbinden. Das gäb bei mir einen richtigen Anschiss. Und ich finde da darf Hund ruhig merken dass man das gezwicke richtig scheiße findet und sauer wird. Das heißt ja nicht dass man übers Maß geht, Gewalt anwendet oä. Vielleicht hat sie auch da schon "diesen einen Blick" wenn sie gleich zwicken will. Wenn ja, nutze das wissen und mach ihr dann schon klar "Madame, ich weiß was du vor hast. Hüte dich!!".

    Wenn du den Eindruck hast sie kommt besser zur Ruhe wenn sie alleine ist, würd ich das nutzen und ihr so regelmäßige Schlafenszeiten verpassen.
    Ich finde das klingt bei euch nicht aussichtslos. Du hast eine gute Beobachtungsgabe und ein gutes Bauchgefühl, von dem was ich hier lese. Ich denke das sind noch ein paar kleine Stellschräubchen die nachjustiert werden müssen.

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