Bewegungsrestriktion bei Dirofilariose (Herzwürmer) Therapie

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    Hallo liebe Mitglieder,


    ich habe mich hier angemeldet, um vielleicht weitere "Leidensgenossen", Ratschläge oder Tipps zu erhalten. Gegen liebe Wünsche habe ich natürlich auch nichts einzuwenden ;-)


    Meine Dogo Argentino Hündin lebt nun seit einem Jahr bei mir, ursprünglich stammt sie aus Serbien. Nach so vielem, was wir bereits zusammen erleben und auch durchmachen mussten, traf uns nun der regelrechte Hammer / Rückschlag: Sie ist positiv getestet worden auf Dirofilariose - sowohl Mikro- als auch Makrofilarien (Larven und adulte Würmer) konnten im Bluttest nachgewiesen werden.

    Vorletzte Woche brach sie mir abends beim Gassi gehen plötzlich zusammen. Beim Nottierarzt war sie dann schon wieder stabil, es konnte nichts gefunden werden. Der Horror. Tagsdrauf über 3 Std alles mögliche untersucht beim Haustierarzt, wieder ohne Befund. Ein Mittelmeer Test wurde nachgeholt. Die Woche darauf dann die erschreckenden Ergebnisse.

    Die weiteren Untersuchungen ließ ich dann in der Tiermedizinischen Hochschule Hannover machen. Gott sei Dank sind im Schall und Thoraxröntgen keinerlei große Herzwürmer gesichtet worden. Wir begannen also am Freitag mit der ersten Therapie: 40 Tage lang bekommt sie Doxycyclin (welches die Bakterien in den Würmern abtötet und sie gleichzeitig in der Befruchtung stört), zusätzlich bekam sie Milbemax (was jetzt monatlich gegeben wird) um die Mikrofilarien zu bekämpfen. Dies vertrug sie bisher ohne Auffälligkeiten. Nach dem Therapieplan der American Heartworm Society muss sie dann noch 2 x stationär in der TiHo bleiben, da die Melarsomininjektion zum Abtöten der Makrofilarien ein ziemlicher Hammer ist und wegen Thrombose/Embolie Gefahr überwacht werden muss.


    Entschuldigt, falls ich zu sehr ausgeholt habe.

    Das momentan wirklich schwierige an der Behandlung ist die verordnete Bewegungsrestriktion und sogar "Käfigruhe". Meine Hündin versteht die Welt nicht mehr und ist zwar gedämpft von den Medikamenten und dem warmen Wetter, versteht aber überhaupt nicht, weshalb wir weder spielen, Gassi gehen, noch unsere Hundekumpels treffen können... sie wird schier verrückt und mir bricht es das Herz! Sie wird dieses Jahr erst 3 Jahre alt und ist ein extrem extrovertierter und fröhlicher Hund. Sie leidet sehr unter den nunmal lebenswichtigen Maßnahmen.

    Suchspiele etc lasten sie zwar mental auch aus. Aber wer kennt es nicht, dass der Hund einfach ab und zu flitzen und seine 5 Minuten ablassen muss??


    Wir müssen bis Anfang Januar diese konsequente Bewegungsrestriktion durchführen und sind gerade am Anfang dieses Marathons....


    Wer hat sowas selbst schon erlebt und kann mir vlt etwas raten oder etwas Mut machen? Ich kann mir vorstellen, dass es natürlich auch andere Krankheiten oder OP's verlanlassen, dass der Hund sich kaum bewegen darf. Wie seid ihr damit umgegangen? Und hat jemand vielleicht auch naturheilkundlich dazu beitragen können, dem Hund mehr Entspannung und Beruhigung zu geben? Ich denke da insbesondere an CBD Öl, werde das aber selbstverständlich erst mit den Ärzten absprechen.


    Herzlichen Dank fürs Lesen!!!

  • Bitte denke nicht für deinen Hund. Es tut dir leid, dass sie im Moment nicht so darf, wie sie es gewohnt (!) ist.

    Klar wollen die Rennen und Toben, aber wenn es nicht geht, dann ist es eben so.


    Der Hund lebt im hier und jetzt. Der denkt sich nicht solche Sachen. Der weiß auch nicht, dass es tödlich sein könnte für ihn. Das musst du für ihn machen.


    Und wie schön wird es für euch beide sein, wenn ich wieder grünes Licht bekommt.


    Darüber hinaus tut es jedem Hund gut, dass er lernt das es auch mal Phasen des absoluten nichts tun gibt. Wenn es dich zb mal umhauen könnte.... Ich lag mal 3 Wochen mehr oder weniger mit Influenza flach und da gab es auch nur kurze Pinkelrunden für die Hunde. Haben sie super weg gesteckt.


    Ich drücke euch die Daumen, dass es schnell und unkompliziert besser wird mit deiner großen Kleinen. :bindafür: Nicht den Mut verlieren und leb auch ein bisschen mehr im Hier und Jetzt und nicht in der Vergangenheit. ;)

  • Danke für deine Antwort, PocoLoco :-)


    Du, meine Logik sagt mir dasselbe. Ich bin auch (eigentlich;-) ) ein sehr entspannter, besonnener Typ Mensch und versuche echt erstmal sachlich mit so etwas umzugehen (Mitleid, Übermuttern etc vermeide ich generell).


    Es ist wie es ist, ganz klar, da müssen wir durch, damit noch viele wunderbare Jahre auf uns warten.


    Aber es ist wirklich so verdammt schwer. Wir haben letztes Jahr extrem an ihrer Reizüberflutung gearbeitet und daran, ihre Erregbarkeit zu Ruhe umzuformen. Die Zeit hat so vieles ergeben. Und sie musste sehr schnell lernen, dass die Wohnung der absolute Ruheraum ist und draußen gerne die Power mit Kumpels abgelassen werden kann.


    Ich bin echt verdammt stolz auf diesen lebensfrohen Hund und was sie alles gelernt hat. Wir waren quasi jetzt auf unserem Höhepunkt und alles schien möglich. Und nun: Boom.


    Nach diesen paar Tagen der kompletten Ruhe, dreht sie wirklich förmlich durch. Beispielsweise jault und weint sie nach ihren Kumpels, wenn wir (eigentlich zum Lösen...) im Garten sind. Nachts bekommt sie dann regelrechte Spiel "Anfälle", da sie kein Spielzeug kannte und nicht hat / möchte, bin ich der Gegenspieler. und 35 kg in der Nacht ins Gesicht zu bekommen... Jochbein-Prellung, juhu. Aber ich jammere hier auf hohem Niveau, ich weiß. Es muss einfach sein und ich beruhige sie auch mit Engelsgeduld.


    In den Kennel kommt sie höchstens für ein paar Minuten zur Beruhigung. Den kennt und liebt sie als Rückzugsort, allerdings habe ich ihn niemals verschließen müssen. Wenn das geschieht, bellt und schreit sie.... wer kann es einem Hund verübeln, der in einem Verschlag aufwuchs und dann 1 Jahr lang wieder bewegungsarm in einem Tierschutz-Zwinger gehalten wurde.


    Wahrscheinlich macht es diese Kombi einfach zusätzlich so schwer. Ein derartig bewegungsarmes Leben und plötzlich geht die Welt auf... und nun wieder "back to the roots". Nur wir Menschen können uns schließlich dem Sinn hinter der Therapie gewiss sein, der Hund kann es nicht.

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  • Fühl dich mal gedrückt! Freu dich dass sie sich überhaupt bewegen will.


    40 Tage Doky. das ist schon ein Hammer und ich drücke die Daumen dass sie es möglichst gut verträgt aber ich gehe mal eher davon aus dass es ihr in ein paar Tagen davon eh ziemlich dreckig gehen wird. Habt ihr einen guten Magenschoner? Pantoprazol und Omeprazol haben leider auf so eine Dauer heftige Nebenwirkungen. Mir selbst wird davon so schlecht dass ich dann wirklich krank bin und dann kommt noch der Reboundeffekt. Wir haben bei unserem Baccio die ersten beiden Male Doxy auch noch mit Pantoprazol abpuffern wollen. Ich kann dir wirklich nur ans Herz legen es nicht zu tun. Die Tabletten wirklich gut in einem Hühnerherz verstecken und dann direkt in die Speiseröhre schieben. Niemals auf nüchternen Magen! Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilen und eine Mahlzeit ca 1 Stunde vor der Tablette und quasi als Nachtisch Ulmenrindenschleim (https://www.aniforte.de/produk…4WPoR3kCv3wsaAtd8EALw_wcB) es ist zwar eklig aber dem Hund ist nicht auch noch vom Magenschoner schlecht. Baccio hat dann nämlich nichts mehr fressen wollen was dann aber wieder die Nebenwirkungen vom Doxy extrem werden läßt. Mit der Ulmenrinde hat er es wesentlich besser vertragen.


    Gleichzeitig bitte Vitamin B Komplex, Mariendistel und für die Darmflora Symbiopet geben. Das Immunsystem wird gerade komplett runtergefahren bitte das echt immer im Hinterkopf behalten. Jede Erkältung kann ganz gruselig werden also bei Regen lieber Jacke an und lang raus sollen sie ja eh nicht und Sonne ist auch tabu. Scheißspiel...


    Und nun noch mal zur eigentlichen Frage. Sie wird es lernen dass es keine Action gibt. Es ist eine lange Zeit aber ich versprech dir nach 3 Wochen wird es ruhiger. Was du machen kannst ist sie massieren und passiv zu bewegen. Man tut einfach was miteinander und das ist wichtig und tut gut. Lass dir was von einer Physiotherapeuten zeigen.


    Alles alles Gute!!!

  • Hallo und lieben Dank für deine Antwort!

    Ja, ich füttere ihr natürlich momentan zwar weniger, aber öfters öfter den Tag verteilt in kleinen Portionen, die Doxys futtert sie ganz brav mit (dieser Hund frisst ALLES). Ich habe auf Anraten der TÄ auch kein Magenschutzmittel bekommen. Momentan füttere ich ihr Moorerde zu, es scheint damit bisher zumindest zu keiner Nebenwirkung des Doxy gekommen zu sein, bis auf die relative Schlappheit.


    Vitamin B bekommt sie auch und Mariendistel wollte ich auch unbedingt zufüttern, da diese ja wirklich bedeutend auf die Leber wirken kann. Hast du Mariendistel als Öl oder Pulver verwendet? Und danke für den Tip mit Symbiopet. Das habe ich in ähnlicher Form (andere Marke) im letzten Jahr schon Kurweise gegeben. Wir mussten immer wieder ihre Darmflora und das Immunsystem aufbauen, da sie generell nicht in bester Verfassung war und stark unter Allergien litt.


    Physiotherapeutisch hatten wir auch einige Behandlungen. Ihr Sehnen-Muskel-Bänderapparat war in grausigem Zustand und durch den Bewegungsmangel in der Wachstumsphase ist sie knochentechnisch auch nicht ganz "richtig" - Rute schief, fuchsartiger Gang, schlechte Hüfte etc pp, du siehst bei diesem Hund ist die Liste lang.


    Das Schöne ist tatsächlich, wie du auch geraten hast, das Massieren. Ich habe sie zu Beginn darauf konditioniert, wenn ihr etwas zu viel wurde (Panikanfälle) oder zu aufregend (Turbo zünden), dass sie sich dann zur Ruhe massieren lässt. Hätte mir nie ausdenken können, wie wichtig das offenbar für sie war. Noch heute kommt sie und nutzt dieses "Tool" zb wenn es ihr beim Spielen mit anderen Hunden zuviel wurde. Bei den furchtbar lauten Feuerwehr-Sirenen. Oder oder oder...


    Ich glaube und hoffe, dass sie sich mit der Zeit echt daran gewöhnen wird. Wie alle sagen, sind die Medis ja wirklich heftig und vor allem die im nächsten Schritt. Der Drang, dann los zu flitzen wie eine Rakete, muss dann echt unterbleiben....


    vielen lieben Dank!!! Hattest du mit deinem Hund auch "beide" Behandlungen?

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • nein wir hatten nur Doxyerfahrungen. Baccio hatte Anaplasmose, die immer wieder hochgekommen ist. Wir haben 2 Jahre gekämpft und dann leider vergangenen November doch verloren.

  • Wie frisst sie das Doxy mit? Dieses Medikament ist stark schleimhautätzend. Wenn es nicht eingepackt wird, sondern quasi beim Futter obenauf liegt, ätzt es schon beim runter schlucken Maul und Speiseröhre auf, denn es kann beim Schlucken im Rachen kleben bleiben oder hat sonstwie Schleimhautkontakt.


    Ein nicht ganz seltenes Problem bei Doxy, die Hunde fressen irgendwann schlecht bis nicht, weil ihnen alle Schleimhäute übel weh tun.


    Sie soll es 40 Tage zuverlässig nehmen. Beim nicht eingepackt verabreichten Doxy ist die Gefahr gegeben, dass man die Therapie abbrechen muss, weil dem Hund so schlecht ist.

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