Suche Rat bei einem stark ausgeprägtem Territorialverhalten

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    Hallo liebe Dogforum Community,


    wir haben eine Frage bzgl. unseres Hundes Jody (2,5 Jahre, Dobermann-Mischling) und zwar geht es um ihr territoriales Verhalten. Immer, wenn wir ein "Revier" aufbauen (wir uns z. B. hinsetzen oder -legen, länger iwo stehen) und ein anderes Tier in das Revier "eindringen" will, legt sich bei ihr ein Schalter um und sie reagiert sehr aggressiv. Sie greift das Tier sogar an und ist nicht mehr abrufbar. Sie ist in dieser Situation in ihrem eigenen "Zerstörungsfilm". Allerdings wissen wir nicht woher dieses Verhalten stammt, da ich sie erst seit einem Jahr habe und dieses Problem da bereits bestand. Es ist auch so, dass sie Zuhause auch kein anderes Tier duldet. Bis zur Haustüre ist ein anderer Hund kein Problem, wenn der Hund mit eintreten möchte, legt sich ihr Schalter um und sie bellt den anderen Hund weg. Bei einem Spaziergang (ohne Revier) sind Kontakte mit anderen Hunden kein Problem. Sie schnüffelt, spielt oder geht einfach weiter.


    Sie aktzeptiert draußen nur den Hund (Thor, 6,5 Jahre, Rottweiler) von meiner Freundin in ihrem Revier und auch nur dieser Hund darf sich dem Auto nähern (wenn sie selbst im Auto ist) und auch nur er darf mit ins Auto. Allerdings haben wir die beiden auch langsam sich aneinander gewöhnen zu lassen. Wir waren fast täglich mit beiden gemeinsam spazieren. Ich war mit Jody auch schon bei meiner Freundin, also in Thors Revier. Das hat am Anfang sehr gut funktioniert bis Jody sich iwann auf mich legte und Thor auch zu mir wollte. Das war dann zu viel für sie. Wir haben auch einmal versucht Thor mit in meine Wohnung zu bringen. Als er eintreten wollte, hat Jody ihn angebellt. Wir haben den Hund dann trotzdem eintreten lassen und ich hatte Jody an der Leine. Sie ist wirklich durchgedreht. Wir wissen allerdings nicht, ob es eine gute Herangehensweise ist, wenn wir sie so direkt konfrontieren.


    Wenn Jody diesen Schalter umgelegt hat, versuche ich sie zu beruhigen, in dem ich sie festhalte und mit den Kommandos "Platz" und "Bleib" dazu bringen will, dass sie neben mir liegen bleibt. Gegen das Bellen versuche ich das Kommando "Nein, nicht bellen" und sage ihr, dass es in Ordnung ist, dass der Hund vorbeiläuft und nicht schlimmes passiert. Dabei versuche ich selbst ruhig und entspannt zu bleiben, damit ich sie nicht durch meine Aufregung noch höher pusche.


    Nun stellt sich uns die Frage, wie wir dieses Verhalten in ein gesundes Maß bringen. Es ist in Ordnung, wenn sie vermeintliche "Eindringlinge" anzeigt, aber sie darf nicht unkontrolliert ausflippen.


    Hat vllt. jemand eine Idee?


    Viele Grüße


    Ana und Christine

  • Hallo :winken:


    Was ist Jody für eine Rasse und woher kommt sie? Wie sieht euer Tagesablauf aus? Macht ihr mit ihr Hundesport oder sonst etwas?


    Als erstes müsst ihr sie sichern und zwar richtig. Maulkorb drauf und an der Leine lassen. Sie hat nichts an anderen Menschen oder Hunden zu suchen.

    Beruhigende Einwirkung bringt da nichts. Sie braucht eine Ansange! Zeigt ihr ein Alternativverhalten was ihr von ihr möchtet. Hier heisst es klappe halten, weg sehen und/oder Kontakt mit mir aufnehmen.

    Gebt ihr keine Chance überhaupt ins Pöbeln und Wachen zu kommen. Ihr regelt das, Jody hat da nix zu melden!


    Und bitte sichert diesen Hund.

  • Bei einem Dobermann-Mix gehören territoriales Verhalten und (stellenweise) Artgenossenunverträglichkeit nunmal zur Rasse dazu, das kann auch nicht weggemixt werden. Das müsst ihr unbedingt in den Griff kriegen.

    Ich ruf mal Helfstyna, sie hat eine Dobermann-Hündin und kann da vielleicht Tipps geben.


    Am besten wäre es wohl, wenn ihr euch an einem Trainer mit Gebrauchshundeerfahrung wendet.

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  • Mal eine dumme Frage, wieso müssen fremde Hunde in ihrem Revier rumlaufen, also jetzt mal nur auf Haus/Auto bezogen?


    Ansonsten ja, willkommen in der Welt de Gebrauchshunde. Ihr habt einen Dobermannmix der jetzt erwachsen wird. Das allein reicht oftmals schon aus, dass diese Hunde alles was um sie herum atmet und nicht zur direkten oder indirekten Familie gehört, entbehrlich finden. Ob da jetzt noch schlechte Sozialisierung und Unsicherheit dazu kommen, lässt sich aus der Entfernung nur raten. Mein persönlicher Tip wenn ich raten müsste, wäre aber ein eindeutiges ja.


    So jetzt gehöre ich zu den eingefleischten Gebrauchshundleuten, die zu dem Thema eine Meinung haben, die draußen auf den Hundewiesen und in den Hundeschulen nicht sehr populär ist: Meine Hunde dürfen fremde Artgenossen richtig scheiße finden und müssen nicht dulden, dass irgendwer in ihr Territorium latscht oder sich ihnen draußen nähert.

    Ihr habt eh schon sehr viel Glück, dass eure Hündin sich in Bewegung neutral bis freundlich verhält.


    Was ihr machen sollt? Erstmal aufhören dem Hund irgendwelche Artgenossen ins Haus zu setzen zu Traininsgzwecken.

    Generell klingt es ohnehin nach mehr als Teritorialverhalten, gerade die Beschreibung vom Treffen bei deiner Freundin klingt wesentlich mehr nach Ressourcenaggression mit dir als Ressource.


    Sichert den Hund draußen vernünftig, schaut in solchen stationären Situationen drauf, dass die Individualdistanz der Hündin nicht unterschritten wird, sprich, dass andere Hunde schlicht Abstand halten und der Rest ist mMn eine Frage von Gehorsam und Führung.

    Es bringt nichts, dem Hund da gut zuzureden. Es gehört ein klarer Abbruch des Verhaltens etabliert, es gehört klar gemacht, dass du nicht ihre Ressource bist und dass du die Verhaltensparameter aufstellst, aber auch gehört dazu, dass du deinen Hund in solchen Momenten schützt und nicht in solche Situationen bringst, um zu sehen, was passiert, wenn man einen anderen Hund in den Flur mitnimmt.

    Sucht euch am Besten einen Trainer, der Ahnung mit Gebrauchshunden hat und euch da bei der Arbeit unterstützen kann. In den meisten Hundeschulen kann man mit diesem Typ Hund nicht viel anfangen.

    LG Raphaela


    The problem is not the problem, the problem is your attitude about the problem - Cpt. Jack Sparrow

    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus

  • Ich glaube, dass ich manches vllt etwas missverständlich ausgedrückt habe..


    Manus Hundewelt:


    Mein Hund hat mit Menschen keine Probleme. Allerdings sehe ich kein Problem darin meinen Hund mit anderen Hunden spielen zu lassen. Sie deshalb dauerhaft an der Leine zu führen und einen Maulkorb ständig zu tragen ist ebenfalls übertrieben. Da, wie bereits erwähnt, dieses Verhalten nur bei einem "Revier" auftritt und bei einem normalen Spaziergang (ohne Revier) auch kein Revierverhalten vorhanden und mein Hund vom Grundwesen ein sehr liebes Tier ist und nicht allgemein gefährlich.


    Mini Sofawolf:


    Vielen Dank für den Tipp mit dem Hundetrainer für Gebrauchshunde.



    Helfstyna:


    Ich glaube du hast es missverstanden. Es laufen weder im Haus noch im Auto fremde Hunde herum. Aber wenn sie im Auto ist und wir halten, z. B. an der Ampel, und sie sieht vom Auto aus einen Hund, z. B. auf dem Gehweg, dann bellt sie ebenfalls. Wenn man sich draußen aufhält, z. B. im Biergarten, auf einer Wiese, eben dort, wo man sich niederlässt (ein Revier aufbaut) lässt es sich nicht vermeiden, dass andere Hunde vorbeilaufen oder in der Nähe sind.


    Des Weiteren möchte ich anmerken, dass ich meinen Hund solchen Situationen nicht ausgesetzt habe, wie du es hinstellst. Wir haben es lediglich ein einziges Mal ausprobiert, da sie Thor eben draußen und im Auto akzeptiert.


    Es soll auch das Ziel sein, dass sie Thor auch eines Tages bei mir Zuhause akzeptiert, da es sonst immer recht umständlich ist, wenn man eben zusammenlebt und Thor nicht direkt bei uns sein kann.


    Wir hatten vor Kurzem einen Hundetrainer konsultiert. Allerdings scheint er nicht sonderlich über Hunde Bescheid zu wissen. Aber den Tipp mit dem Hundetrainer für Gebrauchshunde finde ich gut, vielen Dank hierfür, und habe mich auch bereits auf die Suche gemacht.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Es soll auch das Ziel sein, dass sie Thor auch eines Tages bei mir Zuhause akzeptiert, da es sonst immer recht umständlich ist, wenn man eben zusammenlebt und Thor nicht direkt bei uns sein kann.

    Ganz ehrlich?
    Dafür habt ihr euch die falsche Rasse ausgesucht.

    Von dem Gedanken, dass es eines Tages möglich sein wird mit diesen Hunden problemlos zusammenzuleben würde ich mich verabschieden.

    Wenn ihr die Hunde in der Wohnung dauerhaft trennen könnt, ja. Alles andere ist Utopie.

    Den Hund über Gehorsam so weit bringen, dass er sich draußen benimmt, ja, das ist möglich mit Konsequenz und vernünftiger Führung. Aber ein stressfreies Zusammenleben mit zwei Hunden, die sich frei zusammen in der Wohnung bewegen, nein.

    LG Raphaela


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    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus

  • Könnte fast eins zu eins mein Hund sein, außer, dass er nicht aus dem Auto bellt und sehr gut bekannte Hunde auch in der Wohnung und an mir duldet. Fremde aber niemals und schon gar nicht, wenn man draußen irgendwo sitzt. Rüden schonmal gar nicht.

    Und ganz ehrlich: Das Problem habe ich nie in den Griff bekommen. Vieles andere ja, das nicht. Wenn man rumläuft klappt meist alles ganz gut, vor allem, nach dem die Leinenpöbelei sich gelegt hatte. Aber z.B. auf einer Wiese sitzen, wo andere Hunde rumlaufen...ne.

    Mit dem Alter hat es sich ein wenig ausgewachsen und auch das viele, viele Training mit Marker, Z&B hat geholfen. Heute kann ich z.B. auf einer Bank sitzen und Hunde laufen vorbei und Sancho ist gechillt. Nur ich leider nicht.

    Bezüglich des Rüden in euerer Wohnung würde ich es so machen, dass ihr zusammen von draußen reinkommt. Dass sie erst mal bellt, muss nicht heißen, dass sie ihn niemals dort dulden wird. Sie muss ja kommunizieren, dass sie da der Chef ist. Vielleicht kann man es ja mit Maulkorb probieren? Ich würde da mal einen Trainer schauen lassen, ob es nur Kommunikation nach dem Motto ist "Ich Chef, du nix!" oder ob sie wirklich Beschädigungsabsicht hat. Sind beide intakt oder kastriert?



    "Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?"
    Kurt Marti


    Sancho *12.12.2007

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