Panischer Tierschutzhund

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    Moin,

    seit ein paar Tagen lebt eine Hündin aus dem Tierschutz hier. Sie stammt aus einer Vermehrer-Beschlagnahmung und ist 2,5 Jahre jung.


    Sie ist sehr panisch, so dass sie bisher bei mir nur im kleinen Garten war (habe noch ein großes Grundstück drumrum), wo sie aber auch Panik schiebt. Sie benimmt sich quasi wie ein panisches Pferd und ist immer auf der Flucht. Vor meinen anderen Hunden hat sie auch Angst, dabei sind die längst zur Tagesordnung übergegangen und kümmern sich nicht um sie.


    Drinnen hab ich sie nun zur Ruhe gezwungen, nachdem sie tagelang durchs Haus getigert ist - was auch ganz gut funktioniert. Mir ist klar, dass sie in diesem Zustand auch Grund der Stresshormone nichts lernen kann. Ich kann sie mittlerweile ab und zu anfassen, und ihre Entfernung zu mir wird (von ihr ausgehend) enger, trotzdem gerät sie immer wieder in Panik und läuft dann z.B. auch mit dem Kopf gegen die Tür, nur weil ich oder die Hunde uns bewegen.


    An der Leine geht sie allerdings gar nicht. Sie stemmt sich in den Boden, kauert sich zusammen und macht gar nichts. Oder sie windet sich (öfter hab ich es nicht probiert, und ja, sie hat ein Sicherheitsgeschirr). Wieder Panik also.


    Hinterherzerren geht natürlich gar nicht, locken lässt sie sich nicht. An die Hausleine hat sie sich gewöhnt, aber nur solange ich sie nicht hochnehme und Zug draufkommt.


    Ich brauch eine Idee, wie ich das anfangen kann. Sie muss gsd noch gar nichts, kann meinetwegen auch erstmal in Haus und Garten wohnen. Perspektivisch brauch ich aber nen Plan. Leider ist sie auch nicht verfressen. Leine schönklickern oder ne Futterspur legen funktioniert sicherlich (noch) nicht.

    Ich will erstmal das Stresslevel senken durch viel Schlaf, gutes Fressen, Struktur und konditionierte Entspannung, bevor ich überhaupt mit Training beginne.


    Habt Ihr Tipps und Tricks zum Leinentraining?

  • Ich würde in dem Zustand noch überhaupt nicht an Training denken.

    Die arme Maus :-/


    Da dürftest Du es (vermutlich!) mit Deprivation zu tun haben. Sie wird das alles ( = ein normales Leben) nicht kennen und sie ist ja auch erst so kurz bei dir...

    Lass dir Zeit. Du hast ja die Möglichkeit. Der Hund muss ja nicht in zwei Wochen zwingend irgendwo mit hin, oder?


    Ich persönlich würde mir das noch eine ganze Weile anschauen. Einfach versuchen so viel Verständnis wie möglich für sie zu haben. Wenn sich ihr Verhalten in einem Monat kein bisschen gebessert hat, würde ich mit einem Tierarzt, der auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist, drüber sprechen ob man sie medikamentös unterstützen kann. Da gibt es Möglichkeiten.

    Parallel würde ich dann noch einen positiv arbeitenden Trainer zu Rate ziehen. Jemand von außen hat immer noch einen anderen Blick für gewisse Dinge, als die Person, die mit dem Hund permanent zusammenlebt.


    Alles Gute für euch! =)

  • Hi,


    ich verlinke Dir hier mal den:

    Angsthund-Thread

    Wie „zwingst“ Du sie zur Ruhe? Du schreibst von anderen Hunden, wie viele leben denn bei Dir?


    Bei uns war Gassi eine Notwendigkeit, die so neutral/freundlich wie möglich erledigt wurde. Und erstmal mit Doppelsicherung. In Abend- und Morgendämmerung gings leichter, also haben wir uns auf diese Zeiten konzentriert.


    Ansonsten Ruhe, Struktur und Stabilität, fallengelassene Leckerchen ohne zu locken oder zu bedrängen und keine große Erwartungshaltung an den Hund.

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  • Seit ein paar Tagen ist sie erst da und du siehst schon Fortschritte! Das ist doch super! Gib ihr ein paar Wochen! bevor du anfängst gezielt etwas üben zu wollen.


    Bis dahin nur Routine, vorhersehbares Verhalten, Rituale aufbauen. Sie erschrickt, wenn du aufstehst? Sag vorher ruhig etwas, dass die Bewegung ankündigt.

    Schau sie nicht an, locke sie nicht, beschäftige dich mit den anderen Hunden... wenn sie anfängt zu entspannen, kannst du vielleicht auch irgendwann mit Futterbelohnung arbeiten.


    Kito lebte ca. 1 Jahr in einer Pflegestelle, trotzdem hat es dort dann noch Wochen gedauert, bis er Leckerlis aus meiner Hand annahm.

    Dass er erschreckt bellte, wenn jemand plötzlich aufstand ist bei Besuchern noch Jahre später manchmal passiert.

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