Veggie, Vegan oder Omnivor - was interessiert Euch daran?

  • Es hat sicher auch mit der Empathie, Bewusstsein und der Kindheitsprägung zu tun.



    Mein Vater hatte mir erzählt, dass er früher mit einer Steinschleuder auf Vögel geschossen hätte. Einfach, weil es alle im Umfeld getan hatten, ohne nachzudenken, wie es dem Vogel dabei geht.


    So etwas würde er jetzt nie tun.


    Genau so wenig, wie das Auto einfach über den Gulli zu stellen um das Öl einfach abzulassen. War früher anders.

  • Es hat sicher auch mit der Empathie, Bewusstsein und der Kindheitsprägung zu tun.

    Absolut, das hat sogar einen extrem großen Einfluss. Wenn Eltern ihren Kindern vorleben, dass es völlig normal ist, Tiere ihr ganzes Leben lang auf engstem Raum in einem dunklen Loch zu halten - die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass solch eine Haltung dann auch im späteren Leben nicht mehr hinterfragt wird, wenn es keine Anstöße von außen gibt.

  • Warum die Bauern demonstrieren

    Heute ist ja in Berlin Großdemo der Bauern.
    Ich versteh nur nicht ganz ihr anliegen. Liegt das Problem der Bauern nicht eher beim Konsumenten anstatt bei der Politik?
    Ist nicht der Konsument schuld, der lieber sein Billighuhn aus dem Ausland oder der Massentierhaltung kauft, anstatt beim örtlichen Bauern (mit mehr Tierwohl)? Liegt das übel nicht ganz woanders? Die Bauern wollen keine Düngeverordnung. Das liegt doch aber gar nicht in Händen der deutschen Politik. Das ist doch eine EU weite Regelung, die uns da auferlegt.
    Sorry, aber für mich sind die Forderungen völlig an den Haaren vorbei gezogen. Stattdessen sollten sie den ganzen Konsumenten mal auf ihren Schlips treten. Die meisten Menschen gucken im Supermarkt doch nur nach billig, billig, billig. Denen ist es doch egal woher es stammt. Hauptsache so günstig wie möglich. Ein Kalb kostet in Deutschland nur noch etwa 8€ und die Bauern gehen ernsthaft auf die Straße, weil sie keine Einschränkungen in Düngung und Pestizidennutzung haben wollen?
    Die Bauern haben doch jahrelang nichts gegen das Insektensterben unternommen. Das kann doch so nicht weiter gehen. Es sollten beide Seiten sich schleunigst ändern, Bauer sowie auch Konsument. Mehr Regional, Saisonal, Bio und vor allem weniger Fleisch (= weniger Gülle?).

  • Bei uns im Dorf darf man nix sagen, da 3 der 4 Großbauern mit demonstrieren (war ja letztens in Hannover erst eine Demo). Der vierte ist sowieso "anders". Mag "seine" Regenwürmer, pflanzt immer ein paar Sonnenblumen auf die Rübenfelder (diese beiden Pflanzen sind ähnlich aufgebaut und daher töten die Pestizide die Sonnenblumen nicht). Aber er ist da wirklich der Außenseiter.

    Er hält sich aber komplett raus aus der Diskussion.


    Ich habe ein bisschen darüber gelesen, stecke aber zu wenig im Thema. Was ich aber weiß ist, dass wieder Schritt 3 vor Schritt 2 gemacht wird. Im Augenblick ist Glyphosat das einzige wirklich gute Pestizit. Wenn man das einfach abschafft, ohne wenigstens etwas ähnliches auf den Markt zu bringen, ist klar, dass die Bauern sauer sind.

    Ich glaube, die wenigstens hängen tatsächlich an Glyphosat. Es gibt aktuell nur keine annähernd gleichwertige Alternative (Aussage unserer Landwirte, auch vom "Ökolandwirt").

  • Im Augenblick ist Glyphosat das einzige wirklich gute Pestizit. Wenn man das einfach abschafft, ohne wenigstens etwas ähnliches auf den Markt zu bringen, ist klar, dass die Bauern sauer sind.

    Wie machen es denn alle Biobauern? Bei denen ist Glyphosat doch auch nicht im Gebrauch. Also muss es ja auch anders gehen. :muede:

  • Im Augenblick ist Glyphosat das einzige wirklich gute Pestizit. Wenn man das einfach abschafft, ohne wenigstens etwas ähnliches auf den Markt zu bringen, ist klar, dass die Bauern sauer sind.

    Wie machen es denn alle Biobauern? Bei denen ist Glyphosat doch auch nicht im Gebrauch. Also muss es ja auch anders gehen. :muede:

    Wenn du von vorneherein mit anderen Dingen planst und von anderen Voraussetzungen ausgehst beim Betrieb ist das ja etwas anderes.

    Ohne Glyphosat gehen ja nach Saat bis zu 50% der Ernte verloren. Das muss man erst einmal abfangen im laufenden Betrieb.

    Als Biobauer rechnet man ja direkt mit 50% weniger Ertrag. Ich hoffe, das ist verständlich.

  • Wenn du von vorneherein mit anderen Dingen planst und von anderen Voraussetzungen ausgehst beim Betrieb ist das ja etwas anderes.

    Ohne Glyphosat gehen ja nach Saat bis zu 50% der Ernte verloren. Das muss man erst einmal abfangen im laufenden Betrieb.

    Als Biobauer rechnet man ja direkt mit 50% weniger Ertrag. Ich hoffe, das ist verständlich.

    Aber sie haben ja Zeit bis 2023 um ihren ganzen Betrieb umzustellen. Außerdem liegt der Ertragunterschied von konventionell zu bio nicht bei 50%, sondern bei 8-19%. Also nicht so dramatisch, wie sich das hier so darstellt. Deshalb zahle ich auch gerne mehr für Biobetrieb. Somit gleichen sich die 8-19% auch wieder aus.

  • Die Vorfahren aller Säugetiere waren nun einmal Knochenfische - diese spekulativen Kriterien, wieviel ein Tier spüren und wieviel es leiden mus, um es zu essen, kann ich nicht nachvollziehen. Nicht verletzt und getötet zu werden ist glaube ich allen Tieren gemein. Deshalb haben sie evolutionär Abwehrstrategien entwickelt.

    Haie sind übrigens ziemlich intelligent.

    Ich frage mich, ob fischessende Pseudovegetarier auch Thunfisch essen... überhaupt kann man sich ja nicht sicher sein, ob das ein oder andere Säugetier (Delfine, Wale usw.) doch mit im Netz gelandet ist. Die Trennlinie zwischen mittöten lassen und nicht mitessen scheint mir vielen nicht bewußt.

  • Im Augenblick ist Glyphosat das einzige wirklich gute Pestizit. Wenn man das einfach abschafft, ohne wenigstens etwas ähnliches auf den Markt zu bringen, ist klar, dass die Bauern sauer sind.

    Wie machen es denn alle Biobauern? Bei denen ist Glyphosat doch auch nicht im Gebrauch. Also muss es ja auch anders gehen. :muede:

    Natürlich geht es anders, aber die Art zu wirtschaften ist eine andere und da man weniger Ertrag hat, muss man eben höhere Preise verlangen. Dafür braucht man auch Abnehmer.

    (und unter uns gesagt, gibt es garantiert auch schlicht und einfach die, die das immer so gemacht haben und deshalb gar keine Lust haben sich mit etwas "Neuem" ohne Unmengen an Pestiziden und Gülleseen zu beschäftigen)




    Zu Deutschland kann ich nichts sagen, aber für Österreich würde ich mir wünschen, dass Importe von tierischen Produkten auf ein absolutes Minimum reduziert werden (ja, da bin ich tatsächlich gegen freien Handel, auch in der EU) und österreichische Landwirte für gute, artgerechte Haltung und einen vorausschauenden Umgang mit ihren Flächen hohe Subventionen bekommen. Damit würden die Preise für Fleisch von Tieren aus besserer Haltung nicht so extrem steigen, also könnten sich auch Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, dieses Fleisch leisten.

    Ohne Subventionen können das aber die meisten Landwirte schlicht nicht stemmen und ich verstehe nicht, warum ausgerechnet die Menschen, die uns ernähren für einen Hungerlohn arbeiten sollen.


    Fleisch (damit meine ich auch Fisch und Meeresfrüchte) aus dem Ausland gehört mMn mit höheren Steuern belegt. Dann ist das nicht mehr attraktiver als das inländische Fleisch.


    Aber das ist heutzutage leider völlige Utopie.

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