Hundehaltung mit täglicher Fremdbetreuung

  • Hätte ich meinen Hund in eine Tierpension mit anderen Hunden zusammen gesteckt, hätte ich ihn anschließend von Tierarzt abholen müssen.
    Benni war mit etwa 8 Monaten für 4 Tage am Stück in so einer Pension. Ich glaube, er fand es mega geil. Aber als er kurz darauf seine Sexualität entdeckte, war es aus mit Spielen. Das wäre dann wirklich nur noch Stress gewesen, wenn ich das dann noch einmal versucht hätte.

    Kommt also sicher auch auf den Hund drauf an.

    Mir persönlich wäre jemand Nettes, der zu uns kommt und Benni Gesellschaft leistet und mittags mal raus geht, am liebsten. Aber mein Mann mag fremde Leute nicht in der Wohnung.

  • Weil Du das Kind ab dem Tag seiner Geburt darauf vorbereitest irgendwann ein selbstständiger Mensch zu sein der Sozialkontakte hat, Lesen und Schreiben und Rechnen kann und sich sein Leben selbst finanziert. Also quasi allein überleben kann. Das ist ja nun bei der Hundehaltung normalerweise nicht die Intention.

    Bitte nIcht falsch verstehen. Ich versuche nur zu verstehen wo dieses "ich mag meinen Hund nicht teilen" herkommt. Ich be- oder verurteile das auf keinen Fall! Ich hab mich ja selbst gegen dauerhafte Fremdbetreuung und somit gegen einen eigenen Hund entschieden - aber aus mehreren anderen Gründen. Der wichtigeste meiner Gründe lautet Egoismus.

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    Ich zum Beispiel - und ich spreche natürlich nur für mich - lege bei der Hunderziehung Wert darauf dass mein Hund auch ohne mich zufrieden, vertrauensvoll und glücklich sein kann. Auf keinen Fall strebe ich eine Abhängigkeit von mir an, die über die zwangsläufige, aufgrund der Tatsache dass er nunmal ein Hund ist, hinausgeht. Futter, Zuneigung, Gassirunden, etc. kann mein Hund von jedem bekommen der ihm wohlgesonnen ist.

    Das ist jetzt bewusst überspitzt ausgedrückt. Natürlich möchte ich gerne DER Mensch für meinen Hund sein, aber ich sehe in einer regelmässigen Dauerbetreuung keine Gefahr diesbezüglich. Und selbst wenn mein Hund augenscheinlich bei jemand anderen besser hört, zufriedener wirkt, etc. wäre das ok für mich, denn dann geht es ihm doch wunderbar. Besser gehts doch gar nicht wenn man sich für eine Fremdbetreuung entscheidet.

  • Das habe ich ja auch nicht bestritten, nur der Vergleich mit dem Kind hinkt halt meiner Meinung nach.
    Grundsätzlich denke ich schon, dass ein Hund in einer passenden Betreuung sehr glücklich sein kann, wenn diese seinen Bedürfnissen entspricht.

    Der Vergleich mit Kind hinkt fast immer. Ich hab ihn diesmal auch nur ausnahmweise nur aufgegriffen da die Emotionen ähnlich hoch sind und es bei einem "ich möchte meinen Hund nicht teilen" ja eine rein emotionale Entscheidung ist.

  • Das ist jetzt bewusst überspitzt ausgedrückt. Natürlich möchte ich gerne DER Mensch für meinen Hund sein, aber ich sehe in einer regelmässigen Dauerbetreuung keine Gefahr diesbezüglich. Und selbst wenn mein Hund augenscheinlich bei jemand anderen besser hört, zufriedener wirkt, etc. wäre das ok für mich, denn dann geht es ihm doch wunderbar. Besser gehts doch gar nicht wenn man sich für eine Fremdbetreuung entscheidet.

    Für manchen ist vielleicht auch das ein wichtiger Punkt: Was, wenn es dem Hund bei jemandem anders besser gefällt?!

  • Für manchen ist vielleicht auch das ein wichtiger Punkt: Was, wenn es dem Hund bei jemandem anders besser gefällt?!

    Das Gefühl habe ich auch, ganz vorwurfsfrei, dabei ist das doch etwas ganz wunderbares für den Hund wenn man sich für eine regelmässige Tagesbetreuung entscheidet.

  • Das Gefühl habe ich auch, ganz vorwurfsfrei, dabei ist das doch etwas ganz wunderbares für den Hund wenn man sich für eine regelmässige Tagesbetreuung entscheidet.

    Natürlich ist es super, wenn es dem Hund in der Betreuung gut geht. Aber das Gefühl, dass du den Vierbeiner abends zwingen musst, wieder mit nach Hause zu kommen - das stell ich mir sehr unschön vor.

  • Ich habe gerade erst selber eine ähnliche Frage bezüglich Hundetagesstätte gestellt.
    Allerdings kann ich hier so einige Aussagen in dem Thread nicht verstehen bzw. ganz nachvollziehen.
    Für mich hört es sich ganz danach an, als ob es einige regelrecht verteufeln, den Hund regelmäßig abzugeben.
    Aber wie sehen diese Leute das bei Kindern? Die gehen doch auch in den Kindergarten, später in die Schule und dann ggf. noch in die Nachmittagsbetreuung.

    auch nur meine persönliche Einstellung:
    Kindergarten ist für mich wie Welpenspielgruppe. Kann, muss aber nicht sein.

    Schule, naja Schulpflicht eben.

    Ganztagsbetreuung auch nur in notwendigen Situationen.

    Meine Geschwister und ich waren nie im Kindergarten.
    Vater hat tagsüber gearbeitet und Mutter abends.

  • Natürlich ist es super, wenn es dem Hund in der Betreuung gut geht. Aber das Gefühl, dass du den Vierbeiner abends zwingen musst, wieder mit nach Hause zu kommen - das stell ich mir sehr unschön vor.

    Also wenn es so ausgeprägt ist, also Hund zwingen mitzugehen, dann liegt einiges in der Hund/Halter Beziehung im Argen.

    Die Halterin meines Sharingshundes hat mich die ersten zwei Jahre öfter gefragt ob ich glaube dass Herr Hund bei mir glücklicher ist als bei ihr. Kurzum, es wirkte oft als wäre er lieber bei mir als bei ihr.

    Meine Antwort war immer nein! Einfach weil ich der "Wochenendmensch" bin der ganz viel Freizeit mit ihm verbringt und die tollsten Sachen mit ihm macht. Klar dass er mich mit Spiel, Spass und Action verbindet. Frauchens voller Alltag stinkt dagegen halt bissl ab, da eintöniger. Aber machen wir uns nichts vor. Wäre der Hund mein DailyDog, und sie die Wochenendbespassung, wäre es genau umgekehrt. Hunde sind Opportunisten - ist halt so.

    Andersrum kenne ich es auch. Ich hatte zwei meiner Hunde temporär in regelmässiger Fremdbetreuung. Woah was waren die gerne dort. Woah was haben die sich gefreut wenn sie abgeholt wurden oder hingebracht. Gefühlt wurde mir von denen signalisiert "Tschau Frauchen, bis später, oder halt auch nicht, dann bis irgendwann, machs gut". Abends kamen sie heim, signalisierten kurz "Hallo Frauchen, schön dass du da bist", legten sich hin und maximal bissl kuscheln war noch drin. Klar, dort waren sie im Spiel und Spass Lager und bei mir im öden Alltag.

    Weil sie mehr Freude zeigten beim weggehen als beim wiederkommen hätteich mir einreden können sie wären "dort" glücklicher als bei mir, hab ich aber nicht. Es ist halt wie es ist und dort bezahle ich Dienstleister die meinem Hund das Leben angenehm machen. Klar ist es super dort und so soll es auch sein!

    Aber das ist halt meine Wahrnehmung gewesen. Das andere das anders sehen und handhaben ist ja völlig in Ordnung und normal. Können ja nicht alle gleich sein.

  • Wir arbeiten auch beide Vollzeit und haben nen Hund. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich Lehrerin bin und eben auch bei Vollzeit schon am frühen Nachmittag daheim bin. Sitz halt abends noch mal am Schreibtisch, aber die große Runde nachmittags gehe immer ich.
    Ich kann nur für uns sprechen, aber wir haben eine tolle Lösung gefunden. Hündin kann nicht stressfrei alleine bleiben und geht daher mit einer netten Dame in ein kleines Versicherungsbüro. Ich liefer sie morgens dort ab und hole sie dann mittags/nachmittags im Büro oder bei der Dame zuhause ab. Meine Hundine ist super gerne dort, verschläft dort tiefenentspannt den Vormittag. Falls sie mal länger dort bleibt, wird mit ihr Gassi gegangen. Sie ist da die Queen und wird beknuddelt und lieb gehabt. Ihr Zuhause ist dennoch bei uns. Ich denke, wenn man für sich und den Hund das passende findet, ist das durchaus möglich.
    Würden wir beide regelmäßig erst um 5 oder 6 heimkommen, hätten wir aber vermutlich auch keinen Hund :ka:

  • Also ich kann von mir hier mal berichten und ich muss sagen, es kommt immer anders als geplant.

    Bevor Hazel einzog, hatte ich mir ganz klar das Ziel gesetzt einen Job zu finden, wo ich entweder den Hund mitnehmen kann oder ich mittags nach Hause gehe und dann später wieder arbeiten gehe. Tja so der Plan, die Stelle wo ich dann hatte, hätte ich Hazel mitnehmen können, also alles was ich wollte. Tja, dann kam ich mit der einzigen Kollegin die ich hatte, so überhaupt nicht zurecht und so habe ich die Stelle gewechselt. Leider kann ich dort nicht Hazel mitnehmen und durch nur eine halbe Stunde Mittag, mal nach Hause fahren, Stunden reduzieren, ja hätte ich machen können, aber das hätte an dem Mittags rausgehen nicht geändert und ob dann noch das Gehalt gestimmt hätte :no:

    Jetzt bin ich von 7-15/16 Uhr von Mo-Do weg, Freitag kürzer. In dieser Zeit bleibt Hazel bei meinen Eltern, nach der Arbeit gehe ich dann eine große Runde und 1. ich muss mir keine Sorgen machen 2. Hazel hat es dort gut und es wird mit ihr raus gegangen und 3. ich verdiene genügend Geld um uns was bieten zu können. Denn ich habe in meinem Beruf, bin Arzthelferin, einfach nicht die große Auswahl, wo ich dann auch gut verdienen würde. Früher oder später werde ich die Stelle wieder wechseln und hoffentlich dieses Mal eine finden, wo ich Hazel mitnehmen kann oder halt die Stunden reduzieren kann, aber trotzdem noch davon Leben kann.

    Wenn meine Eltern als Betreuung ausfallen und ich dann auch nicht frei nehmen, bzw. früher gehen kann, wird Hazel zu einer Freundin von mir gehen, die selbst vier Hunde hat und Shadow schon damals immer genommen hat, wenn wir ihn irgenwo nicht mitnehmen konnten. Klar Hazel empfindet es da als viel lustiger, es sind andere Hunde dort, mit denen gespielt wird und sie verbringt dann einfach dort schöne Stunden.

    Es ist für mich jetzt ein Kompromiss, aber das wichtigste für mich ist, dass es Hazel gut geht und das tut es, sie kommt damit super zurecht.

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