Der "gefährliche" Hund

  • @frauchen07 "Nestbeschmutzung", weil pinkelpinscher als Selbst-Windhundehalterin von dieser gefährlichen Tendenz der Windhunde-Gruppendynamik, die in Beutefangverhalten (wohl gerade auch bei kleinen) Artgenossen umschlagen kann, spricht.

    Aber das Beschädigen wollen kommt meiner Ansicht nach trotzdem eher aus dem Jagdverhalten.


    Wenn man sich historisch anschaut, wofür die Bullrassen gezüchtet wurden, dann ist das erst mal ein jagdlicher Einsatz. Und zwar der letzte Teil der Jagdsequenz.

    Oder aus dem Fortpflanzungsverhalten, endgültiges Ausschalten des Rivalen.

    Oder aus der Wehrmotivation.

    Oder aus einem überhöhten Maß an Angriffsbereitschaft (Aggressionspotenzial).

    Siehst du das jetzt als Widerspruch von mir?

    Ist nicht so gemeint, du erwähnst ja selber im weiteren post die Möglichkeit der Überlagerungen.

    Wichtig bei deinem Ansatz ist doch: Zu WISSEN, dass es bei bestimmten Hunden ein genetisch verankertes Jagdverhaltenspotenzial gibt, eben mit dem besonderen Fokus auf die Endsequenzen der Beutefangverhaltenskette.

    Dass hier mit Unverstand gefährliche Entwicklungen mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit entstehen können, zeigt ja das Beispiel des Hundes von der Arche.

    Da gibt es übrigens deutliche Parallelen zu den Ausführungen von Feddersen-Petersen bei ihrem Gutachten zu den Hunden, die damals den kleinen Jungen Volkan in Hamburg auf dem Schulgelände getötet haben...

    Die Wahrscheinlichkeit zu einem Gefahrenpotenzial wird nur noch umso größer, wenn noch andere Merkmale wie "großes Aggressionspotenzial", "großes Wehrpotenzial", "große Artgenossenrivalität" und auch "großes Territorialpotenzial" dazu kommen, und miteinander vermengt werden.

    All das zu berücksichtigen bei der Haltung und Erziehung eines Hundes mit Fokus auf Umweltkompatibilität erfordert bei manchen Hunden mehr als "Liebe, Bauchgefühl und die Tatsache, dass man selber Erziehung genossen hat".

    Da braucht es einfach mehr Verstand - und das Wissen um Besonderheiten.

    Dabei rede ich jetzt nicht von der Masse an Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen genau "so einen Hund" WOLLEN. Ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für diesen Hund, und ohne Rücksicht auf die gesamte Umwelt.

  • Mal ungeachtet dessen, was im Fall von Österreichs Bundesheer schiefgelaufen ist: wenn man ein bisschen rumggogelt in Sachen Diensthunde beim Militär usw, dann halte ich die gerade im Umlauf befindliche Versione des Geschehens nicht für abwegig. Genausowenig wie die offenbare Tatsache, dass sehr viele dieser Diensthunde, sobald sie ins Rentnerdasein gehen (müssen) euthanasiert werden, weil es keinen geeigneten Platz für sie gibt.

    Und ja, für mich ist das ein anzuprangernder Missbrauch von Lebewesen zu rein menschlichen Zwecken (Kriegsführung etc), die per se hinterfragenswert sind (und, bevor das jetzt wieder kommt, wie so oft: auch Massentierhaltung, konventionelle Schlachtung usw. ist in meinen Augen untragbarer Missbrauch von Lebewesen zu rein meschlichen Zwecken).

    Es betrifft eine andere Spezies, und dennoch ist es bestimmt für viele Menschen neu und erschütternd, was Pferde im Zusammennhang mit dem ersten Weltkrieg durchmachen mussten. Pfui Deibel.

  • Nicht nur die Pferde...... auch die Menschen, die ihr letztes Brot mit den Pferden geteilt haben...

    Das waren geliebte Kameraden

    Ich empfehle mal das Museum zum 1 Weltktieg, hauptsächlich Izuzu Schlacht in Koritniza/ Slowenien

  • Kameraden hin oder her, im Krieg werden Menschen wie Tiere als Kanonenfutter ausgenutzt. Und Tiere können sich nicht dagegen aussprechen ob sie wollen oder nicht. Also ist deren Ausnutzen noch mal ne Ecke schlimmer. Ich als Mensch kann mich (heute) entscheiden ob ich einer Kriegsmaschinerie beitrete oder nicht.

  • Ad Zugriffshund ist mir persönlich aber lieber, ein Hund wird verletzt oder getötet, als mehrere Menschen. Sie sind immer noch das gelindere Mittel im Waffengebrauch. Und Querschläger machen sie auch nicht.

    Diese Hunde patroullieren nicht auf Streife oder mal bei ner Demo. Da wo die eingesetzt werden, ist immer das Risiko, dass Beteiligte oder Unbeteiligte heftig was abkriegen.

    Ja, mir ist lieber, es trifft im Extremfall den Hund, als zb Zivilisten. Auch wenn es für den Hund tragisch ist, sind mir Menschen trotzdem wichtiger.

  • Ad Zugriffshund ist mir persönlich aber lieber, ein Hund wird verletzt oder getötet, als mehrere Menschen. Sie sind immer noch das gelindere Mittel im Waffengebrauch. Und Querschläger machen sie auch nicht.

    Diese Hunde patroullieren nicht auf Streife oder mal bei ner Demo. Da wo die eingesetzt werden, ist immer das Risiko, dass Beteiligte oder Unbeteiligte heftig was abkriegen.

    Ja, mir ist lieber, es trifft im Extremfall den Hund, als zb Zivilisten. Auch wenn es für den Hund tragisch ist, sind mir Menschen trotzdem wichtiger.

    Weißt Du, diese "entweder-oder"-Frage ist mir viel zu oft viel zu groß. Ethisch-philosophische Überlegungen, inwieweit der "Gebrauch" artfremder Lebewesen eigentlich gerechtfertigt ist, sollten zumindest in einer gewissen Blase erlaubt sein.

  • Ich bin entsetzt. Wie achtlos da mit Soldaten und Diensthunden umgegangen wird. Keine sichere Unterbringung, kein Gedanke an sichere Handlungsroutinen, Kontroll/Sicherheitsmechanismen. Und dann über Cybersicherheit sinnieren. Jede Hygiene Prüfung im Bahnhofskiosk scheint da standardisierter. noch nicht mal simpelste Qualitätsprozesse eingesetzt. Wenn ich so arbeiten tät, wär hier der Laden schon geschlossen worden. Und da geht es nicht um leben oder Tod (für Mensch umd Tier, ich denke mal die leben beide nicht mehr).

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