Der "gefährliche" Hund

  • Ist es dann üblich den hund schon im angepeilten Umfeld einzusetzen? Oder sollte er erstmal pöapö Impulskontrolle etcpp lernen?

    Da wirst du sehr verschiedene Meinungen hören. Ich persönlich halte es für sinnvoll, den Hund so früh wie möglich an die zukünftige Aufgabe heranzuführen. "heranzuführen" rot und doppelt unterstrichen.

    Newton war ab einem Alter von 9 Wochen mit dabei. Im "vollen Umfang" eingesetzt wurde er erstmals im Schuljahr 2016/2017. Da war er bereits 2,5 Jahre alt. Mittlerweile bin ich schon wieder am Ausschleichen. Er hat jetzt dieses und nächstes Schuljahr zwei Klassen, im Schuljahr drauf noch eine und dann geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

    Wie lief das bei dir? Durftest du deinen Hund einfach so mit nehmen und seither kümmert sich niemand mehr darum was ihr das "treibt"?

    Quasi. Ich habe mir die Erlaubnis von der Schulleitung geholt. Die Erfahrungen mit den Schulhund-Klassen sind durchweg gut. (Bei uns unterrichten ja bis zu 10 Kollegen in den Klassen.) Seither wollte nie mehr jemand was von mir. Außer vielleicht mal hospitieren um das mal "live" zu sehen.

  • Das ist aber Aufgabe der Eltern und Lehrer und nicht irgendwelcher Menschen im Internet.

    Bzw. der verantwortlichen Schulbehörden. Eltern und Lehrer haben einen gewissen Entscheidungsspielraum, der ist aber begrenzt. Aber woher sollen die Verantwortlichen wissen, dass es ein Bild zu machen gilt? Nicht die Menschen im Internet sollen sich ein Bild davon machen (habs auch nicht in FB gesetzt, damit sich Menschen im Internet ein Bild machen), sondern ich habe eine Email an eine Behörde geschickt, damit man von dort aus anregt, dass sich Verantwortliche ein Bild vor Ort machen oder zumindest abfragen, ob sich einer ein Bild gemacht hat.

    Und, nein, ich als Mensch im Internet habe mich jetzt nicht in mein Auto gesetzt, die Kamera eingepackt, um mir als Internetmensch ein Bild im RL zu machen. Insoweit bleibt meine eigene Einschätzung, aus und in der virtuellen Welt. Denn Du hast völlig Recht, das ist nicht meine Aufgabe, dass ist die Aufgabe der entsprechenden Verantwortlichen.

    Als könnte Lehrer Hans ungefragt seinen Hund mit zur Schule nehmen, ohne das Eltern, Schulleiter und vermutlich auch das entsprechende Schulamt vorher informiert worden wären und ihren Senf dazu gegeben hätten. Also würde da niemand ein Auge drauf haben.

    Nun, die Einschätzung von RafiLe1985 dazu:

    Auf der Homepage der Schule findet der Schulhund keinerlei Erwähnung. Daher denke ich eher, dass dort der Schulhund "inoffiziell" einfach mitläuft... Mein Konzept ist auf der Homepage meiner Schule zum Beispiel komplett frei zugänglich.

    deckt sich in etwa mit meiner. Inwieweit das mit irgendwem abgesprochen ist, kann ich letztlich nicht beurteilen (spielt aber auch keine Rolle. Denn wenn alles ordnungsgemäss abgesegnet ist, dürfte auch nichts weiter passieren, wenn jemand nachfragt, ob dem so ist - sofern jemand nachfragt).

    Ein gut ausgebildeter Schulhund hat darauf eigentlich gar nicht zu reagieren. Ich stelle mir vor, Newton würde jedes Mal aufstehen, wenn einer meiner Schüler aufsteht... Klar, rennen, hüpfen ist nochmal was Anderes und das kann man denke ich keinem Hund verübeln, wenn er sich da zu einer Reaktion hinreißen lässt. ABER: Der Hund muss dann kontrollierbar sein! Und zwar nicht erst, wenn er meint, er sei jetzt wieder aufnahmefähig sondern sofort! Newton ist mal auf dem Schulhof einem Eichhörnchen hinterher... Abbruch und fertig... Das wär's noch, dass der Schulhund am Ende das schuleigene Eichhörnchen auf dem Gewissen hat... ;)

    Das heisst im Grossen und Ganzen, dass von einem Schulhund (wie bei allen ähnlichen Ausbildungen) gefordert wird, dass er keine Kindern zwickt, auch nicht, wenn sie rennen würden. Dass es mal passieren kann, bei einem noch nicht fertig ausgebildeten und noch ungeprüften Hund, das ist eines. Aber es ist nicht dafür gedacht, es laufen zu lassen oder gar als "Erziehungsstragie für Ruhe in Klassen" aktiv einzusetzen (wie das hier im Thread befürwortet wurde ... und ich kann nur hoffen, dass es im RL vor Ort so auch keiner befürworten würde).

    Und wie auch immer, bin derselben Meinung wie Du. Darüber müssen sich die Verantwortlichen ein Bild machen. Nicht Du, nicht Internetmenschen, nicht ich. Aber ich darf als Internetmensch anregen, dass sich jemand das mal anschaut und prüft, ob das so ist, wie der Artikel das darstellt.

  • Bzw. der verantwortlichen Schulbehörden.

    Eigentlich, ganz eigentlich, ist das zunächst mal Aufgabe der Schulleitung vor Ort. Sie genehmigt im Endeffekt den Schulhund und sie vertritt das Projekt ggf. auch nach Außen.

    D.h. das KuMi, das RP, who ever wird sich zunächst mal mit der Schulleitung in Verbindung setzen. Und wenn die sagt, "Kein Problem, alles in Butter, schlechter Journalismus." ist es dem RP, dem KuMi, who ever auch genug.

  • Phonhaus

    Journalistische Sorgfaltspflicht in Ehren, das ist doch nicht die Ebene, auf der der Artikel eine potentiell problematische Situation offenbahrt.

    Ob das schlechter Journalismus ist, verdrehte Aussagen oder nicht - Keine Ahnung. Rein anhand dessen, was da steht, fände ich Nachfrage und sich's genauer ansehen völlig berechtigt.

    Kann rauskommen: Alles Unsinn. Alles gut. Oder halt nicht. Dann wäre da doch Handlungsbedarf.

    Auch wenn hier keine Kleinkinder beteiligt sind, dass 11-12 jährige daheim alles erzählen, halt ich zb auch für ne gewagte Annahme. Zumal Dinge womöglich auch anders interpretiert werden, falls einem lehrerseits gesagt wird, das wäre ja normal und okay. Also falls.

    Was nun stimmt? Woher soll man das anhand eines Artikels wissen?

    So ein Artikel wäre für mich aber ein Grund, sehr genau hinzusehen.

  • Wie gesagt - auf Basis dieses Artikels würde ich mich hüten ein Urteil zu fällen.

    Auch hier noch einmal, wie gesagt, ich muss das Urteil doch nicht fällen. Aber ich darf anregen, dass andere sich das mal anschauen. Und das darf ich auch, wenn mir so eine Artikelbeschreibung Sorgen bereitet. Denn so falsch die Beschreibung sein kann, so besteht auf der anderen Seite auch die Möglichkeit, dass der Artikel es treffend beschreibt. Sich hüten, ein Urteil zu fällen, das ist keine Einbahnstrasse. Insoweit sprechen wir auch nicht von Urteil fällen, sondern darüber, regt man was an oder regt man nichts an.

    Ob im RL Grund zur Sorge besteht oder ob der Artikel nur blöde formuliert ist, kann ich doch nicht beurteilen, muss es auch nicht beurteilen. Ist mir sogar im Grunde genommen sogar völlig egal. Wenn nix dran ist, dann ist nichts dran und selbst das gibt mich dann schon wieder nichts an.

    Mit 12 lassen die sich nicht mehr den Mund verbieten.

    Aber es ist nicht garantiert, dass sie zuhause erzählen, dass sie gezwickt wurden oder dass Schulkameraden gezwickt worden sind. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man 12-jährigen verkauft (wenn es so verkauft wird, also nur mal angenommen, die Beschreibung käme der RL nahe), dass das völlig richtig, normales Hundeverhalten ist, angemessen sei und sie selbst einen Fehler gemacht hätten, es quasi ihre eigene Schuld wäre. Oder hast Du zuhause gleich alles erzählt, von dem Du ausgegangen bist, dass Du Dir das selbst eingebrockt hast?

    Und es passiert in Schulen noch weitab heftigeres, was zuhause mitnichten sofort erzählt wird, manchmal sogar niemals.

    Was nun stimmt? Woher soll man das anhand eines Artikels wissen?

    So ein Artikel wäre für mich aber ein Grund, sehr genau hinzusehen.

    Und die Möglichkeit habe ich halt nicht. Deswegen habe ich angeregt, dass es andere tun, die auch dafür zuständig sind.

  • Machst du das eigentlich auch wenn hier jemand von seinem Hund berichtet und du das als Gefährlich einschätzt? Ich meine bei vielen gibt es ein Bild von Hund, Rasse vom Hund, Wohnort im Profil, mehr brauch das OA eigentlich nicht.

    Und da wäre die Schilderung sogar aus erster Hand und nicht wie in dem Fall aus 2ter-3ter Hand.

  • @pinkelpinscher


    Sag ich doch gar nichts dagegen ? :???: Ich sehe in dem Artikel nur für ganz viel, was in diesem Thread hier quasi als Tatsache geäußert wurde (bis hin dazu, dass die Lehrerin den Hund vorschickt um die Kinder zu disziplinieren :shocked:), keine aus meiner Sicht stichhaltige Grundlage.

    Ich kenne einen Lehrer, der seinen Hund mit in die Schule nehmen (darf). Ohne dass das ein ausgebildete Schulhund ist. Und da haben die Eltern und die Schulleitung ein sehr sorgfältiges Auge drauf. Zu Recht.

    Und gottseidank kenne ich in meinem Umkreis keinen Zwölfjährigen, der sich in der Form die Butter vom Brot nehmen ließe.

  • Rosilein


    Wenn ich der Ansicht war, dass was nicht richtig ist, oh ja, da bin ich schon deutlich unter 12 auf die Barrikaden gegangen. Da wars auch schnurz, ob das mich betroffen hat oder andere. Und ich war auch mal zwölfjähriger Schüler eines Gymnasiums. Die eigenen Rechte waren in meiner Klasse seeehr präsent.


    Und nochmal: Ich hab doch nichts gegens Hinschauen geäußert - wo sollte da was stehen?? Ich bin nur der Ansicht, dass man diesen Artikel eben auch genau anschauen sollte. Hab ich getan (auch vor dem Hintergrund meiner Ausbildung) - und finde ihn unzureichend. Ist das verboten?

  • Machst du das eigentlich auch wenn hier jemand von seinem Hund berichtet und du das als Gefährlich einschätzt?

    ?

    Wenn hier jemand von seinem Hund berichtet, der m.E. ein gefährliches Verhalten zeigt (zumindest von dem Jemand so beschrieben), dann mache ich ihn darauf aufmerksam, zeige auf, wo ich die Gefahren sehe und warum ich sie sehe, weil er mit mir bereits in Kontakt steht und gefragt hat. Darüber macht der Jemand sich Gedanken oder er macht sich keine und wischt meinen Einwand als unbegründet vom Tisch. Mehr kann ich nicht tun.


    Etwas ähnliches habe ich quasi jetzt gemacht, in dem ich das Amt auf den Artikel aufmerksam gemacht habe. Weil weder diese Pädagogin, noch sonstige Verantwortlichen mit mir in persönlichen Kontakt stehen, habe ich mich darauf beschränkt. Ob sie was damit anfangen oder nicht, steht nicht in meiner Verantwortung. Und vll. sollte ich an dieser Stelle erwähnen: Das war ein öffentlicher Artikel, keine geheime Insiderinformation.

    Was das mit einem Bild von Rassen etc. zu tun hat, entzieht sich meiner Logik. Habe diese Frau, die namentlich erwähnt wurde, weder bei der Polizei noch beim Ordnungsamt angezeigt. :ka:

  • Phonhaus


    Gut, ich bin sowieso keine Freundin von Schul- und Kindergartenhunden und so kontroversielle, "öffentliche" Haustiere überall mit hinnehmen und das menschliche Umfeld damit zu konfrontieren und kenn Fälle, die meiner Meinung nach überhaupt nicht gut laufen auf die eine oder andere Art, das kann die Wahrnehmung natürlich auch leicht verändern, dennoch find ich nicht, dass es stichhaltiger Grundlage bedarf, sondern eine solche quasi erst geschaffen werden muss, wenn so ein Artikel veröffentlicht wird.

    Was dabei raus kommt - eine Lektion in Medienkompetenz für die Pädagogin oder tatsächliche Konsequenzen für das Schulhundprojekt an dem Standort, falls es wirklich so läuft, weiß ich nicht.

    Aber was ich weiß, ich wär die Elternkrätze, die anderntags bei der Schulleitung steht, wenn so ein Artikel erscheint. Auch auf die Gefahr hin, dass vielleicht doch alles anders ist.

    Sich nicht aufregen beinhaltet ebenfalls die Möglichkeit, die Situation falsch eingeschätzt zu haben.

    Mir fehlen tendentiell eigentlich die Blockwartgene, aber ich würd nicht ausschließen, dass ich die Person wäre, die sowas meldet. Weil ich da enorm humorbefreit bin.

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