Große Aufregung vor jedem Spaziergang

  • Es wäre eine Möglichkeit, ja. Ich bin mir nur unsicher, ob es fruchtet, denn: "rauskommen" tut er ja und er hat wieder Erfolg durch sein Gejammere. :/

    Naja, müsstest dann schon immer warten bis er ruhig wird.

    Ich weiss auch nicht, ist schon zu spät zum Denken. Ich drück die Daumen dass ihr das Problem elegant gelöst kriegt :winken:

  • Also ich bin ja wirklich alles andere als ein Profi, aber ich hätte ganz spontan aus dem Bauch heraus gesagt- Nimm dir am WE möglichst viel Zeit, und geh mit ihm alle 5 Minuten raus. Lass ihn jammern und Theatern, mach vielleicht sogar ein bisschen mit.
    So wie du beschreibst, dass er es nicht so gut aufnimmt, wenn du unterbrichst, checkt er nur, dass du auch nicht weißt, was du willst. Mal willst du raus, dann plötzlich wieder nicht, und das die ganze Zeit. Noch dazu, wo er so scharf drauf ist.
    Ich würde also wirklich probieren, ihn eher "zu unterstützen" und abzustumpfen - beim 400. Mal ist es dann sicher nicht mehr so aufregend... Und ich würde auch nicht warten, bis er aufhört zu jammern, sondern hinnehmen oder wie gesagt, mitfreuen.

    Denn eigentlich darf man sich aufs Gassi schon freuen dürfen, oder?

  • Ich würde auch zum abstumpfen tendieren. Total oft raus, mal nur zu Briefkasten, mal nur im Flur mit ihm sitzen, mal nur 30 Meter Gassi, alles mit voller Montur jedes Mal.
    Den / die richtigen Gassigänge würde ich zu wechselnden Tageszeiten machen, so dass er nicht weiß ob gerade Gassi oder nur Briefkasten ist. Das heißt dann auch mal mit dem anderen gehen und er kommt danach nur mit 5 Meter vor dir Tür.

    Wie sieht denn ein Gassi Gang aus?
    Gibt es viel Action? Läuft er immer frei?
    Vielleicht kannst du erst mal reitarmere Gassigänge machen.

  • Ich hab auch so ein Hibbeltier hier was das rausgehen angeht.

    Über die Schiene mit dem "möglichst oft rausgehen" habe ich auch nachgedacht, das aber dann wieder verworfen, denn für Frodo ist jedes Rausgehen mit mir toll. Dem ist völlig egal, ob wir nur 1min vor die Tür gehen, 5min auf die Wiese, in den Keller, die Post holen oder 3h spaziereng ehen - Hauptsache er darf bei mir sein. Abgesehen davon, dass er nicht hibbelt, wenn ich nur mit ihm rausgehe. Er hibbelt nur, wenn Finya auch mitkommt.

    Ich habe, und mache es jetzt wieder, mit ihm eine Ruhe- bzw. Wartedecke aufgebaut.
    Letztes Jahr hat er nur Platz und Kopf ablegen zum Runterfahren gelernt, jetzt hat er im Vorzimmer ein extra Eck mit Decke bekommen und auf der muss er immer warten bis wir rausgehen. Ohne die Decke läuft er pausenlos herum und macht mich damit komplett irre, was ihn wiederum noch nervöser macht.

    Er liegt oder sitzt also auf seiner Decke und dann bekommt er in winzig kleinen Abständen Futter fürs ruhige Warten. Nach ein paar Tagen üben ist er schon viel ruhiger. Er fiept zwar noch ab und zu, aber leiser, weniger und er zittert nicht mehr.

    Wenn ich zwischendurch auch immer noch üben würde, dass die Decke ein Ort zum Runterkommen ist, würde es wahrscheinlich noch schneller gehen, aber ich kenne das Plüschi ja...wenn ich das jetzt ohne den Stress aufbaue, muss ich es ständig wieder aufladen, deshalb versuche ich es diesmal direkt in der stressigen Situation. Ich brauche ja keine Tiefenentspannung, sondern nur, dass er soweit runterkommt, dass er nicht praktisch durch die Decke geht, sobald ich ihn zum Losgehen freigebe^^
    Er hat einfach keinen Grund sich aufzuregen. Solange er ruhig ist, gibt es Futter und Lob und wir gehen zügig raus. Spinnt er rum, ignoriere ich ihn demonstrativ und mache irgendwas anderes.
    Ich weiß allerdings, dass er NIE komplett ruhig sein wird, dazu plappert er allgemein einfach viel zu viel wegen irgendwas.

  • Hat der Hund zwischendurch die Möglichkeit sich wirklich richtig mit rennen auszutoben? Hunde dieser Rasse wollen ja richtig rennen und nicht nur angeleint rumschlendern.
    Also ist er wirklich richtig ausgelastet?

  • ich würde es wohl so machen, wie du es bereits angefangen hast Jessica.
    Das "Abstumpfen", also dauernd rein und raus, führt meiner Meinung nach (bei einem Hund wie Eneas) zu viel mehr Stress.

    Puck hat beim Rausgehen übrigens ein ähnliches Problem wie Eneas (irgendwie erstaunlich, wie viele Baustellen die beiden sich teilen), bei ihm helfen auch klare Ansagen und eben nur raus gehen, wenn er (halbwegs) brav ist. Damit wurde das Verhalten fix besser und mittlerweile zeigt er es meist nur noch gemäßigt; wir sind da aber auch nicht ganz konsequent...

  • Ich würde auch sagen, über "aushalten" zu üben, ist für diesen Hund nicht der Weg.

    Es glaube nicht, dass er das selbst überhaupt in dem Maße kontrollieren kann. Es ist ein bisschen, als würde ich zu dir sagen: Erst wenn du aufhörst, zu zittern, rot zu werden, zu schwitzen... Verstehst du?

    Ich finde das Training über so massiven Frust ein bisschen fies.

    In dem Buch "stressfrei über alle Hürden" wird der wirklich!! kleinschrittige Aufbau einer Warte-Decke gut beschrieben, finde ich, und generell der Umgang mit gestressten Hunden. Es ist, entgegen der aufmachung, kein Agility-Buch.

    Was das clickern angeht: Ich weiß nicht, wie du dein Markerwort einsetzt, aber da du auch verbal mit "brav" lobst, ist das was anders.

    Ich würde nich unbedingt diese Geschichte klickern, sondern grundsätzlich mit dem Hund den Klicker nutzen, damit er überhaupt lernt, zu verknüpfen.

    Da das Verhalten seit Jahren besteht, wird es keinen Weg geben, das schnell abzustellen. Faustregel: So lange das Verhalten gezeigt wurde, solange muss man eben auch dran arbeiten, bis es nicht mehr gezeigt wird.

  • So, meine Antwort hat ein wenig gedauert. Vielen Dank für eure Beiträge.
    Ich arbeite mich mal von unten nach oben vor:

    Da das Verhalten seit Jahren besteht, wird es keinen Weg geben, das schnell abzustellen. Faustregel: So lange das Verhalten gezeigt wurde, solange muss man eben auch dran arbeiten, bis es nicht mehr gezeigt wird.

    Eneas ist kurz vor seinem siebten Lebensjahr hier eingezogen... :tropf:

    Es glaube nicht, dass er das selbst überhaupt in dem Maße kontrollieren kann. Es ist ein bisschen, als würde ich zu dir sagen: Erst wenn du aufhörst, zu zittern, rot zu werden, zu schwitzen... Verstehst du?

    Ich finde das Training über so massiven Frust ein bisschen fies.

    Da hast du recht, mir scheint es auch so, als habe er keine Kontrolle über sein Fiepen. Ist er frustriert, fiept er sogar, wenn er ausatmet. Ich musste heute leider einsehen, dass meine Methode für Eneas falsch ist. Heute war er am Nachmittag zuerst dran. Ich bin wie beschrieben vorgegangen. Mir ist gestern schon aufgefallen, dass er beschwichtigt, während dem Prozedere und er nicht versteht, was das soll.
    Heute fing er, sobald ich mit der Leine auf ihn zugegangen bin (kein Blickkontakt, nicht bedrohlich), an zu zittern, duckte sich sehr unterwürfig weg und wirkte nervös- sehr nervös! Ich habe Eni noch nie so erlebt.
    Das hat mich sehr beunruhigt und ja, ich habe dann abgebrochen. Das ist es mir nicht wert. Eneas war total überfordert, konnte trotz meiner Konsequenz keine Verknüpfung herstellen und verstand die Welt nicht mehr.

    In dem Buch "stressfrei über alle Hürden" wird der wirklich!! kleinschrittige Aufbau einer Warte-Decke gut beschrieben, finde ich, und generell der Umgang mit gestressten Hunden. Es ist, entgegen der aufmachung, kein Agility-Buch.

    Was das clickern angeht: Ich weiß nicht, wie du dein Markerwort einsetzt, aber da du auch verbal mit "brav" lobst, ist das was anders.

    Das Buch habe ich mir vorgemerkt.
    Clickern wäre tatsächlich auch eine Überlegung wert. "Brav" signalisiert den Hunden: "gut, du machst das richtig!".
    Im April habe ich Trainingseinheiten bei einer Windhundtrainerin. Ich denke, dass ich die Konditionierung des Clickers vorher mit ihr bespreche.

    ich würde es wohl so machen, wie du es bereits angefangen hast Jessica.
    Das "Abstumpfen", also dauernd rein und raus, führt meiner Meinung nach (bei einem Hund wie Eneas) zu viel mehr Stress.

    Das hab ich auch gedacht, aber dass ihn meine Methode so mitnimmt, hab ich nicht geahnt. Das hat mich sehr überrascht. Es zeigt mir nur, wie schwer er sich tut und wie sensibel Eni ist.
    Ich kann behaupten, dass ich mir große Mühe gegeben habe und äußerst konsequent war, aber gecheckt hat er...nix.
    Er war nur verwirrt und überfordert.

    Hat der Hund zwischendurch die Möglichkeit sich wirklich richtig mit rennen auszutoben? Hunde dieser Rasse wollen ja richtig rennen und nicht nur angeleint rumschlendern.
    Also ist er wirklich richtig ausgelastet?

    Rennen tut Eneas sehr selten, der will durch die Gegend stromern und jagen. Er hat Freilauf, aber begrenzt. Mehr geht nicht.

    @oregano, das liest sich toll! Ich bin mir unsicher, ob es bei Eneas genauso funktioniert. Ob ausnahmslos jedes Rausgehen für ihn super ist, hm...wenn ich so darüber nachdenke: nö. Regnet es draußen stark und wir gehen raus zum Lösen, fiept auch ein Eni nicht mehr...
    Vll. wäre es bei ihm besser, 50.000 mal tägl. vor die Tür zu gehen.

    @wilderbse und @Laviollina, ja, ich ziehe diese Methode nun der meinen klar vor! Warum bin ich darauf nicht selbst gekommen?!^^
    Wenn ich nur in Eneas reinsehen könnte...

    Denn eigentlich darf man sich aufs Gassi schon freuen dürfen, oder?

    Davon redet niemand. Der zittert, sein Körper bebt und er verliert sich in einem lauten Gekreische, dass durch die gesamte Nachbarschaft dröhnt. In diesem Zustand ist er nur schwer auszuhalten und der Spaziergang gestaltet sich als sehr mühsam, zumindest die erste Zeit,

  • Ich halte dir die Daumen, dass du Eni bald vermitteln kannst, dass er sich nicht über alle Maßen aufregen muss, sondern sich einfach freuen kann. Aber ich bin mir sicher, dass du es schaffst, dich in ihn hinein zu fühlen und ihm aus der doch sehr schwierigen Situation heraus hilfst.

    Viel Erfolg!

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