Umgang mit Menschen - Priorität bei "positivem Erlebnis" oder bei der Erziehung
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Liebe Forenmitlgieder,
ich habe eine Frage bezüglich der Priorisierung. Meine Zwergpinscherdame wird morgen 12 Wochen alt und ist dann seit 3 Wochen bei uns.
Wir leben in einem ruhigen Wohnviertel in der Stadt, aber eben doch in der Stadt. Das heißt, dass jede kleine Tour vor das Haus schon aufregend ist. (Schulbusse, überhaupt Schullärm, Straßenlärm, viele Fahrräder und Menschen). Ich möchte sie natürlich in erster Linie mit Menschen und besonders Kindern sozialisieren und das klappt auch ganz gut. Sie geht sehr offen auf Menschen zu, vor allem auf Männer. Da spielen auch Bart, Brille, Schirm, Hut keine Rolle. Auch bei Kindern war sie sehr offen.
Nun zu meinem Problem: Sie ist dann natürlich schnell aufgeregt und lässt sich von den anderen Menschen schnell "hochdrehen" (Oh ist der süß, oh mein Gott ist der niedlich [und das jetzt fast gequitscht - übrigens auch die Männer]). Sie springt dann und schleckt den Menschen im Gesicht. Ich habe versucht ihnen verbal zu erklären, dass sie das nicht zulassen sollen. Das Gegenargument ist immer "ach die wird ja nicht so groß" und ja, stimmt.
Aktuell denke ich: Hauptsache positive Erfahrungen mit Menschen. Das einzige was ich nicht zulasse ist bei Menschenmengen oder Menschen die mich nicht fragen. Ich fordere das dann auch aktiv ein. Es sind also immer "ausgewählte Menschen" aber eben doch "Fremde". Aber wenn wir durch den Park laufen dann halte ich sie und (vielmehr) die Menschen davon ab sie ständig anfassen zu wollen (auch nicht immer erfolgreich, manchmal sind sie mit ihren Lockrufen einfach schneller).
Meine Frage: Lasse ich das halt so laufen und denke mir "Gott sei dank ist sie so nett" obwohl sie ja eigentlich Fremden gegenüber als Zurückhaltend beschrieben wurde (im Rassestandart) oder nehem ich sie dann zu mir bis sie wieder ruhig ist oder vermeide ich zukünfig Kontakt zu Menschen wo ich mich nicht hundertprozentig darauf verlassen kann, dass es klappt?Ich würde mich über Hilfe an dem Punkt sehr freuen.
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Hallo,
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für mich persönlich liegt hier die Priorität definitiev auf der Erziehung.
Ich hab auch eine Rasse die "eher zurückhaltend zu Fremden" im Rassestandard stehen hat.
Die Große (6 Jahre) hat diesen part überhaupt nicht gelesen und liebt alles und jeden. Ich hab damals den Fehler gemacht und jeden Kontakt zugelassen. Sie ist bis heute so das sie am liebsten jeden begrüßen würde (immer und überall). Darf sie das nicht ist das extreme Selbstkontrolle für sie.Aktuell hab ich wieder einen Welpen und hier achte ich auf so etwas genauer. Dh. leute die meinen einfach anfassen zu müssen, bekommen schon mal eine Ansage von mir.
Mein "Fremd-Menschen-Kontakt" sieht so aus. Wenn die leute Fragen ob sie sie anfassen dürfen geschieht das unter folgenden Regeln. Die Kleine muss sich erst setzten und Blickkontakt mit mir (macht sie von selbst) und wenn ich sie freigebe darf sie zu der Person hin. Nie die Person so nahe ran lassen das die kleine nicht von selbst wieder ausweichen könnte.
Es gibt kein Pfotenkontakt mit dem Körper (raufhüpfen, mit den Pfoten antipsen) ansonsten wird das Schmusen unterbrochen.
Es klingt vl. etwas hart, aber ich kenn was andererseits rauskommt wenns ganz ohne Regeln passiert. -
Ich hätte keine Lust auf einen Hund, der bei jedem Menschen denkt, dass jetzt Party angesagt ist.
Entsprechend lernen meine Hunde von Anfang an, dass Fremde uninteressant sind. Sie sind weder schrecklich oder man muss Angst vor ihnen haben. Noch sind sie interessant und für Streicheleinheiten gut. Sie sind einfach da - Ende.
Sozialisierung bedeutet in meinen Augen nicht, dem Hund zu vermitteln das jeder toll und sein Freund ist, sondern ihn mit verschiedenen Situationen zu konfrontieren und ihm da die nötige Sicherheit zu vermitteln -
Wie handhabst du das dann @Brizo wenn dein Hund angenommen zu anderen Menschen hinlaufen würde?
Bzw. lässt du "Menschenkontakt" nie zu ? -
Danke! Da war ich mir einfach unsicher.
Zukünftig werde ich das so handhaben. Zumindest fast, das mit dem Sitz klappt bei ihr noch nicht wenn der Boden nicht warm und weich ist ... Aber wir arbeiten an einem Warte. -
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Also erst mal, ich hasse es wenn mich fremde Hunde ungefragt anspringen. Aber ich würde hier die Sozialisierung über die Erziehung stellen. Ich würde das so laufen lassen, denn sei doch froh, dass dein Kleinhund so toll mit Menschen umgeht. Du kannst ja schon mal anfangen einige Menschen zu verbieten und andere zuzulassen. Sie ist noch so jung, ich würde das noch ein paar Monate laufen lassen und dann ist die Erziehung hoffentlich eh so gut gefestigt, dass du sie auch abrufen kannst auch wenn jemand sie lockt. So wie die anderen schreiben, dass sie dann auf Freigabe dorthin darf. Das betrifft übrigens auch alles andere und weil sie jetzt ja anscheinend noch nicht abrufbar ist, würde ich sie in so unruhigen Gegenden gar nicht frei laufen lassen. Also zumindest mit Schleppleine sichern oder in der Pampa Gassi gehen. Schon allein wegen Radfahrern, anderen Hunden und co.
Ihr habt sicher eh mal blöde Menschen-und Kindersituationen wo sie einfach angegrabbelt wird oder euch was blödes passiert. Meinen Knirpsen wurde schon im Vorbeigehen von einem Kind am Schwanz gezogen (das ging wahnsinnig schnell) oder ein Mann ist mal aus Spaß um die Hunde zu ärgern aufgestampft als wir passierten. Oder alte Männer "bellen" meine Hunde ganz oft an und äffen so Gekläffe nach. Dann lieber einen Hund der sich darüber freut oder zumindest damit easy umgeht, als einen Hund der dann ausflippt.
Sei froh, wenn sie dann auf einen Puffer von tollen Erlebnissen zurück fällt, anstatt dann zum typischen Angstbeißer zu werden. -
Ich kann dir, aus persönlicher Erfahrung sagen: Nichts ist anstrengender als ein Hund, der alle Menschen als seinen Freund ansieht.
Das ist furchtbar.
Meine Hündin ist so ein Hund (habe sie so bekommen). Gerade auch noch am Anfang war es unglaublich anstrengend, sie davon abzuhalten alle Menschen "freundlich" zu begrüßen. Das heißt freudig hinrennen und wenn sie angesprochen wird auch noch anspringen.
Bis heute kommt es immer noch vor, dass sie denkt, dass Menschen nur wegen ihr irgendwo langspazieren. Da ich keinen kleinen Hund habe, ist das auch sehr unangenehm und Bedarf (6 Jahre später!) immer noch meiner Aufmerksamkeit.
Das ist weder entspannend auf Spaziergängen, noch angenehm.
Mein Rüde hingegen ignoriert fremde Menschen. Und das ist um zigfach besser.
Also auch von mir: Erziehung vor "alle Menschen sind meine Freunde"!
Noch eine kleine Bitte: Euer Hund ist 12 Wochen alt, lernt nicht zu viele Kommandos auf einmal. Lasst sie noch viel Welpe sein.
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Da Marley (6Monate) auch zu jedem hin will, würde mich interessieren, wie ihr das dann macht? Einfach weiter gehen? Ihn mit Leckerchen. elohnen, wenn er brav weiter geht (so mache ich es momentan, bin mir aber unsicher, ob es das Richtige ist?
Könnt ihr ein konkretes Beispiel nennen, welche Möglichkeiten es da noch gibt? Absitzen lassen geht bei uns nicht - da fixiert er sich nur noch mehr auf den Menschen, den er abknutschen will...
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Wie handhabst du das dann @Brizo wenn dein Hund angenommen zu anderen Menschen hinlaufen würde?
Bzw. lässt du "Menschenkontakt" nie zu ?Jaein.
In den klassischen Begegnungssituationen (auf dem Feld kommt einem jemand entgegen, man geht über den Uni-Campus, etc. z.B.) lasse ich prinzipiell keinen Kontakt zu. Weder zu deren Hunden, noch zu den Menschen.
Sind es eher statische Situationen (man steht mit jemandem zusammen und unterhält sich) oder man verbringt halt mehr Zeit miteinander (man geht gemeinsam spazieren z.B.) dann schon. Da ist mir Höflichkeit dann aber einfach nicht wichtig. Wenn ich weiß der andere mag keine Hunde, dann leg ich ihn ab oder leine an. Bei den übrigen weiß ich, dass sie, wenn sie ein Problem damit haben, dass er sie anspringt, ihm das schon mitteilen werden. Wobei 98% der Leute in unserem Alltag, anspringen/auf den Schoß klettern, etc. genau so wenig stört wie mich und er dann halt einfach durchgeknuddelt wird -
Nun zu meinem Problem: Sie ist dann natürlich schnell aufgeregt und lässt sich von den anderen Menschen schnell "hochdrehen" (Oh ist der süß, oh mein Gott ist der niedlich [und das jetzt fast gequitscht - übrigens auch die Männer]). Sie springt dann und schleckt den Menschen im Gesicht. Ich habe versucht ihnen verbal zu erklären, dass sie das nicht zulassen sollen. Das Gegenargument ist immer "ach die wird ja nicht so groß" und ja, stimmt.
Das würde ich nicht haben wollen. Meine Hunde lernen, dass sie andere Menschen zu ignorieren haben und sie nicht von jedem angesprochen und gestreichelt werden.
Vorteil davon ist, dass der Hund später nicht auf Rufe von anderen Menschen reagiert und einfach an ihnen vorbeiläuft und sie ignoriert und nicht zu jedem hinläuft in der Hoffnung, dass er gestreichelt wird. - Vor einem Moment
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Hallo,
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