Bin verzweifelt: Markieren im Haus

  • Ich erlebe immer wieder, dass Spitze zum Stresspinkeln neigen. Meiner gehört auch dazu und, wenn hier mal Stress und Hektik herrscht, dann begießt der Herr auch mal Dinge in der Wohnung. Er kommt aus der Nothilfe, hat bis zu einem halben Jahr nicht gelernt, dass es einen Unterschied zwischen drin und draußen gibt. Aufgrund der geringen Menge ist es mir die ersten Tage auch nicht aufgefallen ... Ich hab dann lange versucht dem Problem über nahtlose Überwachung Herr zu werden. Entweder war der Hund angebunden, wurde von mir “gestalkt“ oder war in der Box. Trotzdem gab es sofort wieder “Unfälle“ sobald ich ihn mal aufs den Augen ließ.

    Irgendwann ging mir das Thema so sehr auf den Keks, dass ich mir mehrere Bodys besorgte, sie ihn anzog, einfach, damit meine Möbel, die Türrahmen etc. nicht mehr bepisst werden konnten.

    Anfangs pinkelte er unbeirrt weiter - eben in die Buxe. Doch dann blieb der Body zunehmend häufiger trocken, bis ich nach Wochen den Hund mal wieder ohne laufen ließ und es ging.

    Aber, wie gesagt, ist es stressig, fällt er ins alte Verhalten. Kommt wieder Ruhe rein, geht es. Er ist jetzt acht.

    Noch was zum Lahmen: Ich würde mich da an Deiner Stelle auch mal reinfuchsen. Es gibt tolle Übungen, die gut für das Problem sind und Köpfchen fordern.

  • Ich habe eine ganz und gar naive Frage:
    Wenn Du Homeoffice machst, warum bindest Du Dir Dein Hundeli dann nicht einfach ans Bein?
    Darf er nicht im selben Raum sein wenn Du arbeitest?
    Ich konnte das nirgends rauslesen :ops:

  • Danke für eure tollen Tipps! Es ist seither kein Unfall mehr passiert. Wahrscheinlich war wirklich das Zurückkommen von C der Auslöser und jetzt hat sich die Situation wieder halbwegs normalisiert.
    Trotzdem ist die Sache damit noch nicht erledigt, das ist mir klar.
    Plan für die nächsten Tage: Endlich mal die Videoüberwachung in Gang bringen und mal gucken, was der Herr in meiner Abwesenheit so treibt (also, außer heimlich aufs Sofa zu gehen xD )

    Adaptil und Zylkene müssten morgen ankommen, das werde ich aber erstmal bunkern und dann bei Bedarf mal ausprobieren bzw. je nachdem, was die Aufzeichnung so zeigt. Rüdenwindel hab ich im Hinterkopf, das ist ne geniale Sache!

    Ansonsten habt ihr vollkommen Recht mit dem Stress. Das war von Anfang an ein Problem bei ihm. Ist ja auch kein Wunder, bei Charlys Vergangenheit. Dass es was mit C und Stress durch C zu tun hat, habe ich schon befürchtet, weil ich das leider nicht so wirklich abstellen kann. Allerdings hatte ich tatsächlich noch nicht auf dem Schirm, dass er bei seinen Vorbesitzern auch immer aus Stress gepinkelt haben könnte. Das muss wirklich heftig gewesen sein!

    Ich muss jetzt mal schauen, wie ich den Stress im Haus reduziert bekomme und hab dazu meine Trainerin kontaktiert, die sich das Ganze hier anschauen und mir weiteren Input geben soll. Sie kennt C und deren Hunde gut. Leider ist da von der Person, die Charly am meisten stresst, keine Kooperation zu erwarten. Da gibts einfach kein Problembewusstsein, deswegen hat auch das Training bei den Hunden von C nicht gefruchtet. Das ist nicht aus Böswilligkeit so, das geht eher in Richtung Altersstarrsinn :muede:

    Ansonsten handhabe ich viele von den angesprochenen Dingen so ähnlich wie @Michi69 geschrieben hat.
    Ich denke, damit bin ich auf dem richtigen Weg. Heute hat Charly sogar im Garten Leckerlis gesucht, ohne den nebenan Rasen mähenden Nachbarn auch nur eines Blickes zu würdigen. Das sind dann die schönen Momente.

    Aber so richtig nen Durchbruch sehe ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich weiß nicht, ob die Zeit mir helfen könnte (vieles hat sich ja seit ich ihn habe schon sehr gebessert, aber ich sehe einfach nicht, dass ich da grundlegend was bewirkt habe) oder ob es da irgendeine Verhaltenstherapie für solche Fälle gibt oder ob langfristig nur ein Umzug/neues Zuhause den Erfolg bringt. Ich werde mal abwarten, was die Trainerin so spricht und dann nochmal meine Gedanken sortieren.

  • Aber so richtig nen Durchbruch sehe ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich weiß nicht, ob die Zeit mir helfen könnte (vieles hat sich ja seit ich ihn habe schon sehr gebessert, aber ich sehe einfach nicht, dass ich da grundlegend was bewirkt habe) oder ob es da irgendeine Verhaltenstherapie für solche Fälle gibt oder ob langfristig nur ein Umzug/neues Zuhause den Erfolg bringt. Ich werde mal abwarten, was die Trainerin so spricht und dann nochmal meine Gedanken sortieren

    Also ich denke, das er immer ein Stressempfindlicher Hund bleiben wird.
    Was du aber erreichen kannst, ist, das seine Stressschwelle höher wird.

    Aber ehrlich gesagt wird das Thema Stresspinkeln immer mitkommen. Es kann, wie bei mir zur Zeit, seit Monaten gut gehen, dann kann doch wieder eine Pfütze drin landen.

  • flying-paws: Seit dem Umzug nicht mehr wirklich. Wenn er hier was bewacht, fällt er immer gleich ins Extreme, sodass ich das bis jetzt unterbunden habe. Das hat er bei A und C so verinnerlicht, dass beide wegen ihm Probleme mit dem Ordnungsamt bekommen haben. Bei C hat er leider auch schon zwei Leute gebissen.
    Wenn wir hier im Garten sind (Zaun steht aber leider noch nicht so lange), dann darf er auch mal kurz wachen, aber dazu muss ich Zeit haben und besser aufpassen als er, weil er sonst die Leute auf dem Bürgersteig zu Tode erschreckt. Er meldet leider nur selten, er flippt gleich total aus, wenn ich ihn nicht sofort anspreche, sobald er was Verdächtiges gesehen hat. Dafür hatte ich leider noch nicht so viel Zeit und Nerven.

  • Meiner braucht das. Dabei geht es nicht darum auszurasten, sondern mir bescheid geben zu dürfen. Wenn er das gar nicht darf, dann rastet er immer gleich aus, wenn was ist ...

  • ich habe keinen konkreten Tipp da meiner ja dieses spezielle Problem nicht zeigt, aber ich hab ja auch einen Hibbel mit schlechter Vergangenheit und würde die SD nicht sofort ausschließen nur weil du die Ursache seiner Probleme kennst. Und wenn es nur darum geht, die SD ganz sicher als miteinspielende Komponente auszuschließen.
    Auch würde ich beim Longieren auch noch nicht die Flinte ins Korn werfen, da es ja schon nach einer super geeigneten Auslastungsmethode für euch klingt. Chaco hat bestimmt ein halbes Jahr gebraucht, eh er so richtig Freude dabei gezeigt hat. Das kam erst, nachdem er sich seiner Sache supersicher wurde und auch ein paar Übungen wie kleine Sprünge, Wackelbretter, Wippe usw. miteingebaut wurden. Seitdem liebt er das Longieren und macht voller Elan mit.


  • Charly ist ein 4 Jahre junger Rüde. In den Händen von Menschen, die ihn, und genau ihn, lieben und so wollen wie er ist, ist er vielleicht viel weniger gestresst und damit ein ganz lieber und unkomplizierter Kerl.

    Ich denke nicht, dass eure Beziehung tatsächlich richtig gut werden kann, wenn er die Schuld daran trägt, dass du nicht die Tiere halten kannst, die du wirklich liebst.

    Mein Rat wäre, ihn abzugeben. Und zwar nicht zu A,B oder C, sondern in ein ganz anderes Umfeld, zu ganz anderen Menschen, wo er eine ganz neue Beziehung zu seinen neuen Menschen aufbauen kann. Vielleicht kann bei der Vermittlung ein Tierheim helfen, um ihn nicht wieder im selben Umkreis zum nächsten zu setzen.

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