Hunde tauschen in der Hundeschule

  • Also mir fällt jetzt von den Leuten mit denen ich in der Hundeschule war, niemand ein, dem ich meine Hunde mal eben für ein paar Übungen geben würde. Ich habe aber auch kein Verlangen danach mit fremden Hunden zu arbeiten, ich will die meisten nicht mal streicheln |)
    Wenn ich die Hunde besser kenne und öfter sehe, zB die von Freunden, mache ich gerne mal was mit denen, aber die kenne ich eben auch und weiß, wie sie drauf sind.

    Meine unterscheiden ganz klar, ob sie die Personen gar nicht kennen (keiner würde mitmachen, beide würden versuchen wegzukommen), ob sie die Personen schon ab und an gesehen haben (Finya würde denjenigen einfach ignorieren, Frodo würde bei Sympathie von beiden Seiten mitmachen) oder ob sie die Personen häufig sehen (Finya würde bei guter Belohnung und wenn sie gerade Lust hat, mitmachen, sich dabei aber immer wieder bei mir rückversichern und Frodo wäre sofort Feuer und Flamme und würde wie bei mir mitarbeiten).

    Meine Hunde sind mir also ziemlich ähnlich, nur dass ich vor fremden Hunden nicht weglaufe :lol:

  • Ich sehe echt keinen Sinn in Hundetausch zu Übungszwecken - ich WILL ja gar nicht, dass mein Hund jedem aufs Wort folgt, wozu auch? :???:

    Sinnvoll zum Üben der Kommandosignale würde ich - für unerfahrene HH - einen erfahrenen, gut trainierten Hund finden, der ein paar Fehler verzeiht, aber nur folgt, wenns richtig angeleitet wird, wie ein gutes Schulpferd.

    Minen jungen, aufgeregten Hund einem völlig fremden Neo-HH in die Hand zu drücken, damit der ein bisserl probieren kann, würde mir jedenfalls nicht einfallen.

  • Für mich hängt die Frage, ob ich meinen Hund jemand Anderem zum Training überlassen würde, von mehreren Faktoren ab.
    Erstens: Kann mein Hund damit umgehen? Meine Angsthündin, die sich sogar bei jedem zu strengen Wort von mir ins Hemdchen gemacht hat, hätte ich nie und nimmer zum Training aus der Hand gegeben. Das hätte für sie einen Vertrauensverlust bedeutet, von dem sich unsere Beziehung womöglich nur sehr schwer erholt hätte.
    Den Spinner dagegen könnte ich jemandem "leihen", er fragt dann zwar durchaus, ob der Andere ihm wirklich was zu sagen hat, wird dabei aber nicht böse, nur ignorant. Einen seelischen Schaden würde er auch nicht davontragen.

    Zweitens: Was genau soll trainiert werden? Ist es für genau dieses Trainingsziel sinnvoll, den Hund zu tauschen? Wenn nein, würde ich es nicht tun.

    Drittens: Wie schätze ich die andere Person ein? Jemand, dem ich nicht traue und den ich nicht zumindest ein Stück weit kenne bzgl. dem Umgang mit Hunden, bekommt meinen Hund nicht in die Hand.

    Das alles schließt natürlich nicht aus, dass auch mal Leute, die nicht ich sind (aber auch keine Fremden) den Hund zum Gassi mitnehmen, beim gemeinsamen Gassi festhalten oder beaufsichtigen (auch ich muss mir z.B. mal die Nase putzen oder ein Schuhband neu binden) oder auch für mehrere Tage betreuen können. Aber das sind dann, im Gegensatz zur Ausgangssituation, auch Menschen, die ich kenne und deren Umgang mit Hunden ich einschätzen kann.

    An Stelle der TE würde ich, wenn mein Hund so schlechte Erfahrungen gemacht hat, dass er bei Fremden nur stillschweigend leidend mitläuft, derartige Experimente sein lassen. Gerade im Hinblick auf euer Trainingsziel ist diese Methode doch nicht zielführend, denn das Verhalten, an dem gearbeitet werden soll, wird dabei doch offenbar nicht gezeigt.

  • Ich habe aber auch kein Verlangen danach mit fremden Hunden zu arbeiten

    Das ist ein gewichtiges Argument (wurde ja schon mehrfach genannt).
    Ich muss gerade echt überlegen, ob es bei uns auf dem Platz einen Hund gibt, mit dem ich gerne trainieren würde. Und so auf die Schnelle fällt mir keiner ein.
    Ich habe mich schon unwohl gefühlt, als ich mal bei einer Übung eine "fremde" (kannte sie ja schon länger) Hündin halten musste.

    Warum zwingt man das anderen HH auf, die ja eigentlich in der Huschu sind, um mit dem eigenen Hund zu arbeiten? :ka:

  • Für mich hängt das von der Gruppe ab. Wie gut man sich kennt, die anderen Hunde etc. Wenn da schon lange dieselbe kleine Gruppe besteht, find ich das durchaus lehrreich. Es ist schon erstaunlich, wie unser Hund bei fremden Leuten aufs Wort gehorcht. Nur bei uns nicht. Da wird meist ein wenig erst rumgehampelt etc. Warum? Weil wir eben nicht ganz so resolut sind wie fremde Menschen, die den Hund zwar achten, aber halt nicht so lieben und auch verhätscheln.

    In einer guten Gruppe spricht für mich nichts gegen Hundetausch. Aber natürlich nicht nach 3 Treffen oder so, sondern Menschen und Hunde sollten schon wirklich eine Gruppe sein. Dann find ich das durchaus spannend und lehrreich zu sehen, wie der eigene Hund bei anderen Leuten reagiert, wie man selbst mit fremden Hunden umgeht etc.

    Beispiel unser Hund: sitz kennt er, macht er auch. Aber nicht immer sofort. Bei uns. Kommen wir beim Metzger vorbei, kommt die Verkäuferin raus mit der Fleischwurst, sagt einmal: machst Du denn auch sitz?! Zack, sitzt er. Nicht wegen der Fleischwurst. Die haben wir auch.

    Was ich damit sagen will, so Tauschübungen in einer Gruppe, wo man einander vertrauen kann, können schon sinnvoll sein, einem aufzuzeigen, wie inkonsequent man als Halter beim eigenen Hund ist. Denn unser Hund kennt die Kommandos und liebt uns. Aber...na ja, manchmal kriegt er halt die Fleischwurst von uns auch ohne "sitz".

  • Habe mal quer durchgelesen und finde es schon spannend... denn einige sind hier wirklich der Meinung, dass ihr Hund nur sozusagen mit ihnen zu funktionieren hat.
    Interessant finde ich auch, dass die Fredstarterin sehr viel über ihren Hund erzählt, aber über die Erfahrung mit anderen Hunden nicht berichten (sry, wenn doch und ich überlesen habe).

    Btw. diese Übung findet auch u.a. im Sportbereich statt, dass man den Trainingspartner beim Sport tauscht... die Ablehnung habe ich persönlich im folgenden Zusammenhang gemerkt - je Älter die Person, desto wahrscheinlicher ist es, dass es zur Ablehnung kommt.

  • Hab jetzt nicht alles gelesen, aber:

    Als wir mal eine Woche im Hundetrainingsurlaub waren, hat uns die Trainerin auch Hunde aus ihrem Rudel zu Übungszwecken in die Hand gedrückt. Unser Rex blieb dabei im Wohnmobil (niemals hätte ich ihn jemand anderem gegeben).

    Ich muss schon sagen, die Erfahrung war eindrucksvoll. Ich durfte an einer unkastrierten männlichen Dogge und einer Cattledog-Hündin versuchen mich durchzusetzen bzw. versuchen, dass sie meinen "Anweisungen" folgen. Kannte sie vorher nicht.

    Irgendwie befremdlich, aber dann doch irre schön, wenn man kleine Erfolge verbuchen kann.

    LG, Tigre

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