Junghund alleine lassen - Worauf achten / Wie sollte das Training aussehen?

  • Mein Labbi ist ja auch so ein Stalker, dem hilft ein klares " geh weg ".
    Dann trollt der sich und legt sich irgendwo ab.
    Lässt man das laufen und " ignoriert" den Hund, hat man einen Schatten, der einen stundenlang beobachtet.

  • Hallo,

    Also wir hatten wahrscheinlich Glück, aber bei uns lief es so.
    Ab dem ersten Tag sind wir ganz normal ins Bad und die Kinderzimmer (tabu für den Hund) und Türen zu. Sie lag zwar davor, aber kein Theater. Wenn die Tür wieder aufging sind wir kommentarlos an ihr vorbei. Ab dem zweiten Tag hat sie vor diesen Türen schon nicht mehr gewartet und ich bin mit den Kindern einfach zur Haustür raus- 20 Minuten um die Zwerge in die Kita zu bringen ( überwacht habe ich mit babyphone)

    Vielleicht hilft es einfach erstmal nur mit geschlossenen Räumen zu arbeiten und sämtliche Aktionen seitens des Hundes zu ignorieren?

    Ich würde auch nicht belohnen, wenn ich wieder reinkomme- soll ja normal werden - ich geh, ich komme und für Frau Hund kein Grund zur Panik.

    Liebe Grüße

    Cindy mit Mia

    Achso vergessen: vorher vielleicht schön spazieren gehen? Mia verpennt dann meistens das alleine sein.

  • Dem Hund beizubringen herumzuschreien ist aber nicht wirklich zielführend.

    Ich würde lieber schon in meiner Anwesenheit üben, das dass Stalken absolut unerwünscht ist.

    Kommt das Hundetier angedackelt, würde ich den Spieß rumdrehen und sofort so lange nerven über Bedrängen bis es geht. Kontaktaufnahme zu mir gibt es nur auf MEINE Einladung. Das natürlich auch nur dann, wenn das Tierchen sich gerade wie gewünscht benimmt und gar keinen Gedanken an mich hat.

  • Hallo Christina,

    auch ich hatte einen Welpen, der mir in den ersten Tagen wie ein Schatten gefolgt ist und sonst ständig gejault hat. Ich habe dann begonnen, immer wieder zwischen den Räumen hin und her zu gehen, stets die Tür hinter mir zu schließen und ca. eine Minute innen zu bleiben. Dann habe ich das erweitert: Schuhe anziehen, kurz herausgeben, wiederkommen, durch die Wohnzimmertür heraus in den Garten und durch die Haustür wieder herein, Jacke anziehen, in die Garage, usw. usw. Dies alles im schnellen Wechsel. Gut ist, wenn alle anderen Familienmitglieder dies ebenso handhaben.

    Das Kommen und Gehen erfolgte ohne Kommentar, auch das Jaulen und Kratzen an den Türen wurde nicht beachtet - hier ist Durchhaltevermögen nötig und auch die Entscheidung, dass Kratzer an den Türen hinzunehmen sind. Bei einer Mietwohnung müsste man überlegen, wie die Türen zu schützen wären - vielleicht etwas draufkleben?

    Wichtig ist m. E. ein konsequentes tägliches Training mit einer Abwesenheit von Minuten. Der Hund muss die Sicherheit haben, dass Frauchen in jedem Fall wieder kommt. Ich habe dies zuerst geübt, wenn sie sowieso müde war vom Gassi bzw. am Abend, später dann zu beliebigen Tages- und Abendzeiten.

    Der Welpe muss erfahren, dass ein ständiges Hin- und Hergehen mit einem Schließen der Türen innerhalb der Wohnung normal ist, dass ein Weggehen und Wiederkommen ebenso normal ist. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mal eine Viertelstunde oder halbe Stunde wegfahren und gelassen wiederkommen konnte, da ich inzwischen einen welpensicheren Bereich eingerichtet hatte, in dem meine Kleine mit einem gut gefüllten Kong und ihrem Lieblingskuscheltier warten musste.

    Ich wünsche dir viel Konsequenz.
    Viele Grüße :winken:
    Mara

  • Unsere beiden Hunde haben von Anfang an (also ab Welpe) gelernt sich selbst zu beschäftigen. Kauseil oder ungefährliches Kauzeug uä. Wenn Welpe beschäftigt ist oder auf seinem Platz döst, entfernt man sich einfach und kommt wieder ... ohne groß Trara.

    Eine gewisse Distanz zum Welpen haben wir durch Welpengehege in der Wohnung erreicht, in welches das Hundchen mehrmals täglich reingesetzt wird. Wenn man das zeitlich geschickt anstellt, schlafen sie auch schnell ein und finden das ganz normal. Auch das sie einen zeitweise nicht sehen, weil man gerade in einem anderen Raum ist.

    Wir haben zwei Gehege in der Wohnung ursprünglich beim ersten Welpen zum Schutz VOR den Katzen eingerichtet, die den Welpen scheiße fanden und ihn angriffen. Im Nachhinein gesehen, war das wohl ein guter Weg, dass Welpchen nicht laufend hinter einem herlaufen kann und seine eigenen kleinen Bereich hat, in dem er sich auch sicher fühlt. Da wartet immer ein Leckerchen und Wasser gibts auch neben Kuschelzeugs. Deshalb haben wir das beim zweiten Welpen auch so gemacht und der bleibt prima zeitweise alleine ohne einen Ton oder Angst.

    Ich glaube dass viele Hunde später ein Problem mit dem Alleinesein haben, wenn sie am Anfang zu viel Nähe bekommen. Also zB auch mit ins Bett genommen werden, immer mit aufs Sofa dürfen, oft angesprochen, betüddelt und beschäftigt werden.

    Von Anfang an "Auszeiten" einrichten - das hat sich bei uns bis heute bewährt.

  • Hey,

    ich hab mit meinem (4 Monate) genau das gleiche Problem - mir ist aufgefallen, dass es um einiges besser funktioniert, wenn er todmüde ist und einfach keinen Bock mehr hat. Ich bin erst länger mit ihm raus, davon war er schon müde, hab dann angefangen ständig das Zimmer zu wechseln etc. Am wenigsten Interesse mir nachzulaufen zeigt er so ab 21 Uhr, wo er einfach nur schlafen will, da bleibt er auch mal kurz ruhig im Zimmer und wartet bis ich wieder komme... vielleicht probierst du es auch mal dann? :D

  • Probiere ich jeden Tag mit ihr zu trainieren, also auch auf einer Stelle mal sitzen zu bleiben oder im Körbchen zu liegen. Trainiere mit Leckerli.
    Sie kann, wenn sie will. Dann macht sie es gut. Aber es funktioniert nicht immer. Meist verfolgt sie mich noch in jeden Raum, ich muss oft die Tür hinter mir schließen damit ich mich mal in Ruhe zb. im Bad fertig machen kann ;)

    Die andern haben es ja schon geschrieben. Du vermischst hier Dressur (Sitz Bleib ) und ganz normalen Alltag.
    Ich denke, bei euch ist jetzt schon was schief gelaufen. Ich würde sie jetzt erstmal nicht in "jaulen und schreien bringen" und das ganze noch mal von vorne aufbauen.
    Der Hund muss in der Wohnung begrenzt werden. Entweder wie hier im 2. Zitat oder du nimmst Hilfsmittel, wie Gitterchen ect.
    Der Hund braucht kein TSCHÜSS! Das zeigt dem Hund jetzt an, dass er verlassen wird und in eine für ihn schlimme Situation kommt.

    Ich arbeite überhaupt nicht mit Leckerchen für Alleine bleiben. Alleine sein ist normal, ab einem gewissen Alten kann ein soziales sicheres Lebewesen das auch. Dein Hund kann es noch nicht.
    Evt. ist er momentan noch zu unreif, oder du hast es schon zu negativ auftrainiert.

    Dem Hund beizubringen herumzuschreien ist aber nicht wirklich zielführend.

    Ich würde lieber schon in meiner Anwesenheit üben, das dass Stalken absolut unerwünscht ist.

    Kommt das Hundetier angedackelt, würde ich den Spieß rumdrehen und sofort so lange nerven über Bedrängen bis es geht. Kontaktaufnahme zu mir gibt es nur auf MEINE Einladung. Das natürlich auch nur dann, wenn das Tierchen sich gerade wie gewünscht benimmt und gar keinen Gedanken an mich hat.

    Finde ich gut, aber für einen Anfänger via Internet schwierig umsetzbar.
    Birgt die Gefahr, die aversives Training immer birgt. Falsches Timing und Vertrauensbruch.

  • Damit du erst mal Struktur rein bekommst, wären folgende Schritte wichtig:

    1. dem Hund eine Komfortzone einrichten (Körbchen/Box, mit Kuscheldecke, vielleicht einem Kleidungsstück von dir, Lieblingsspielzeug, Kauartikel)
    Der Hund soll erst mal die Erfahrung machen, dass er sich gerne dort aufhält, dort gut entspannen kann, alles hat, was er braucht und du solltest ihn im weiteren Verlauf da ab und an auch mal bewusst hin schicken können und zwar erst mal, WÄHREND du anwesend und auch noch im gleiche Raum bist

    2. dem Hund bewusst auch mal Nähe zu Dir entziehen, zwar körperlich anwesend sein, aber für den Hund gerade mal nicht ansprechbar, entweder durch bewusstes Ignorieren oder auch durch bewusstes Wegschicken
    Ziel sollte sein, dass der Hund sich dann auch mal alleine beschäftigen kann, im besten Fall seine Komfortzone aufsucht und da vielleicht sogar am Ende döst oder einschläft.

    Diese beiden Dinge erleichten den Aufbau und sollten erst mal vorab gemacht werden.
    Dann kommt erst Schritt

    3. du bist körperlich nicht mehr anwesend und verlässt den Raum (im Zweifel vielleicht durch ein Kindergitter erst mal noch sichtbar, im weiteren Verlauf aber auch mal um eine Ecke herum oder in einem anderen Raum.

    Wenn der Hund es gut schafft, entspannt zu bleiben und im besten Fall sich wieder in seine Komfortzone zurückzieht, erst dann wäre die Basis dafür da, das Haus zu verlassen.

    Schritt 1 und 2 wären aber erst mal die Basis, um den letzten wichtigen Schritt zu gehen und sicher zu stellen, dass der Hund es auch ertragen und aushalten kann, wenn du mal für kurze Zeit gar nicht mehr da bist.

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