Hund fürs Training weggeben -Ja? Nein? Und wenn ja, wohin?
-
-
Aus meiner Erfahrung hat ein Hund, der an der Leine pöbelt, meistens auch noch andere Baustellen. Die Leinenführigkeit ist oft auch ein Spiegel der Mensch-Hund-Beziehung.
Ein Training zuhause würde somit vielleicht auch erst mal anders woanders ansetzen und erst dann wird an der Leinenaggression gearbeitet.
Grundsätzlich ist es schon möglich, dass ein guter Trainer, den Hund entsprechend vorarbeitet (schnellere Erfolge), damit der Halter den Hund, wenns gut läuft, mit ein bisschen Trainingsvorsprung weiter trainieren kann. Das Training mit dem Halter selbst muss dadurch aber nicht kürzer ausfallen, weil es letztendlich auch am Halter liegt, wie gut der Trainingsinhalte umsetzen kann.
Ein Problem sehe ich darin, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Trainer an der Leinenaggression gar nicht arbeiten KANN, weil es bei ihm gar nicht vorkommt.
Gerade wenn der Hund beim Trainer einzieht, wird der Hund sich erst mal neutral und möglicherweise verunsichert verhalten. Er muss ja erst mal checken, welche Regeln dort gelten und wie der Mensch so tickt. Ein erfahrener Trainer wird sich den Hund somit auch direkt einstielen und es ist wahrscheinlich, dass die Leinenaggression bei ihm gar nicht stattfindet.
Er hätte also gar nichts zu trainieren, weil der Hund sich direkt anders verhält.Gerade Leinenaggression ist recht komplex und hat immer auch was mit der Beziehung zum Halter zu tun, weil es sich meistens um erlerntes und ritualisiertes (möglicherweise sogar territorial auftretendes) Verhalten handelt.
Rituale und der territoriale Aspekt (Hunde lernen personen- und ortsbezogen) würden sich durch den Umzug in eine neue Umgebung, vor allem, wenn der Hund beim Trainer mit im Haushalt lebt, ja sofort auflösen.Kommt der Hund ins alte Zuhause zurück, hat man möglicherweise eine Zeitlang Ruhe und könnte da eventuell noch mal mit Training ansetzen, aber machen muss es der Halter trotzdem selbst, er hätte es möglicherweise nur etwas einfacher.
Für mich würde stationäres Training nur Sinn machen bei Dingen, die nicht mit der Mensch-Hund-Beziehung zu tun haben, wenn es also um einfache Konditionierungen geht oder um Dinge, die der Hund neu lernen soll.
Machbar ist so was wie Rückruf (z.B. durch eine Neukonditionierung auf Pfeife), Leinenführigkeit mit einem neuen Führsystem, vielleicht auch ein Abbruchsignal, reine Dressurkommandos oder Dinge wie am Fahrrad laufen, Apportiertraining usw. Da hätte ein Trainer in kürzerer Zeit mehr Effizienz, dem Hund Dinge neu beizubringen, die der Halter dann als Vorteil für sich nutzen kann, wenn der Hund schon etwas gelernt hat und der Halter es nur noch weiter führen muss. Sobald dieser aber nicht dran bleibt, wird auch das wieder schnell gelöscht oder verändert.Ich glaube, dass es zunächst einmal Sinn macht, dass ein erfahrener Trainer eine Anamnese vor Ort macht und sich dabei erst mal anschaut, wie der Hund lebt, wie er sich zuhause verhält, wie das Verhältnis zwischen Halter und Hund insgesamt ist und da könnte man sehr wahrscheinlich schon einige Dinge verändern, um erst mal einen Ansatz zu haben.
Langfristige Erfolge wird man nur haben, wenn man selbst dran bleibt, wenn man den Hund grundsätzlich anders führt und zwar für immer.
Symptome kann man mit allen mögliche Mitteln schnell mal eben unterdrücken, aber dann kommt meistens an anderer Stelle wieder etwas anderes hoch oder das alte Problem schleicht sich wieder ein.
Man kann also nicht nur am störenden Verhalten arbeiten, sondern muss den Hund auch im Gesamten sehen und dazu gehört der Lebensraum des Hundes und auch die Menschen um ihn herum, die Strukturen und die Beziehungsgeflechte, die ja auch nicht starr sind, sondern immer wieder Veränderungen unterliegen.
Ein guter Trainer würde einen beraten können, was extern möglich ist und würde aber auch mögliche Grenzen aufzeigen und von stationärem Training abraten, weil er weiß, dass das höchstens einen kurzfristigen Erfolg bringt und er den Halter nur bedingt beeinflussen kann. Mit dem Halter steht und fällt am Ende immer der Erfolg jeden Trainings.
Es gibt einige wenige Hundeinternate, die so was anbieten und die nehmen richtig Geld dafür und der Hund wird mehrere Wochen, teilweise Monate und meistens auch isoliert gehalten (damit wird bewusst gespielt, um die Motivation des Hundes zu erhöhen) und bekommt Trainingseinheiten. Losgelöst aus seiner gewohnten Familienstruktur wird jeder Hund bereit sein, zu arbeiten, wenn er für zwei Mal eine Stunde am Tag aus dem Zwinger geholt wird.
Mit der Realität, in der er sich später wieder bewegen wird, hat das aber nichts zu tun. Übergaben finden da meistens nur in Kurzform statt, weil den Haltern vorgegaukelt wird, dass der Hund jetzt alles kann und sie nur diese und jene Kommandos geben sollen, die der Hund ja nun gelernt hat.Das mag dann die erste Zeit zuhause dann gut gehen, weil der Hund nach den Wochen woanders zuhause erst mal kleine Brötchen backt, aber das Problem wird sich unabhängig vom Training sicherlich sehr schnell wieder einschleichen. Nur die Unterbrechung im Hundeleben zeigt zunächst etwas anderes. Und über reine Dressur wird sich das Verhalten und vor allem das Grundgefühl des Hundes nicht verändern können. Hier geht es vielmehr um echte Erziehung und dazu gehört zwangsläufig nunmal auch Beziehung.
Kein Trainer dieser Welt bräuchte Wochen und Monate, um auf einer neutralen Basis und unter Ausnutzung des Trainereffekts, an einer Leinenaggression zu trainieren. Weil es sich bei ihm gar nicht direkt zeigen wird (höchstens in einigen Ausnahmefällen) und er es aber direkt im Ansatz unterbinden wird.
- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier Hund fürs Training weggeben -Ja? Nein? Und wenn ja, wohin? schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Meine Nachbarin hat einen kleinen Mix, < 10kg, und zwei Kinder, 1 und 4 Jahre. Das Chaos beginnt schon bevor die Haustüre auf geht.
-
Kann leider nicht bearbeiten.
Meine Nachbarin hat einen kleinen Mix, < 10kg, und zwei Kinder, 1 und 4 Jahre. Das Chaos beginnt schon bevor die Haustüre auf geht. Von Ruhe vor einem Spaziergang keine Spur und so geht es dann weiter. Drinnen ist alles toll. Der Hund liebt die Kinder und ist total süß.
Ich nehme ihn manchmal mit und habe einen gut hörenden, leisen und freundlichen Hund im Schlepptau.
Sie ist einfach überfordert und dazu noch inkonsequent. Hunde hatte sie immer und ist kein Anfänger. Mit den beiden Kindern macht es Probleme und oft schafft sie es gar nicht allen gerecht zu werden und dabei dem Hund auch noch zeitnah Ansagen zu machen.
Ich denke das ein Trainer, oder auch ein erfahrener Hundehalter, sollte erst einmal die Gesamtsituation beurteilen sollte. Was nützt es den Hund separat zu trainieren wenn der Halter das später so nicht leisten kann.
Wir arbeiten auch noch an einer Lösung und ich merke wir schwierig das ist. Ein Kind im Kinderwagen, das Ältere sehr mobil und dann noch auf einen Hund eingehen. Zumindest klappt es jetzt einigermaßen wenn sie mit nur einem Kind und Hund unterwegs ist, aber das Timing in Sachen Hund bleibt schwierig. Der ist mit der Situation draußen auch oft überfordert. Wir gehen jetzt öfter mal zusammen eine Runde und haben beide richtig zu tun. Abgeben will sie den Hund nicht, aber ich habe meine Zweifel ob das im Moment nicht die bessere Lösung ist.LG Terrortöle
-
Es gibt Hundetrainer, die diese Form der Ausbildung anbieten und es funktioniert auch. Die Hunde sind bis zu 6 Wochen dort und in der letzten Woche (zwischen 2 und 5 Tage) erhält der Halter eine intensive Schulung zusammen mit dem Hund. Das heisst eine solche Form der Ausbildung schafft zwar eine neue Basis, aber der Halter muss trotzdem noch weiter mit dem Hund arbeiten. Es entbindet ihn nicht gänzlich von der Erziehungsarbeit. Sinnvoll ist diese Methode aber in jedem Fall dann, wenn das Verhältnis zwischen Hund und Halter nicht mehr funktioniert, aber immer noch eine gute Beziehung vorhanden ist. Der Halter hat Zeit zum Durchatmen, kann die Verantwortung kurzfristig in andere Hände übergeben und erhält so wieder mehr Selbstvertrauen und Ruhe. Der Hund wird ebenso aus einer angespannten Situation genommen und kann sich neu “sortieren“.
Der Nachteil ist sicher der Kostenfaktor. Eine solche “Ausser-Haus-Erziehung“ ist sehr teuer und gibt letztlich keine Garantie, das das Ergebnis langfristig bestehen bleibt. Ist die Verzweiflung gross und der Hund wichtig genug für den Halter, dann sollte man es versuchen. -
Hört sich so an, als ginge es viel mehr ums Gesamtmanagement und weniger um das Pöbeln an der Leine (das stört wahrscheinlich nur am meisten).
Hier wäre es doch sinnvoll, dass jemand da erst mal Struktur rein bringt, damit überhaupt erst mal ein Fundament gelegt wird für eventuell weiterführendes Training (falls das nicht sogar dann gar nicht mehr benötigt wird).
Den Hund würde ich drinnen einfach schon nicht machen lassen, wie er will. Feste Ruhezeiten verordnen, einen Platz zuweisen (im Zweifel halt Boxc) und dann ist der zwischendurch schon mal "vor den Füßen weg". Kindern erklären (soweit möglich), dass der Hund zu gewissen Zeiten auch mal in Ruhe gelassen werden muss.
Wenn man da erst mal Struktur und Verlässlichkeiten in Hund und auch die Kinder bringt, damit jeder weiß, wann was passiert, wird sich vieles ingesamt schon etwas beruhigen.
Weiter gehen würde man dann vielleicht, indem man erst mal die Erwartungshaltung des Hundes verändert und zwar an der Haustür, bevor es dann los geht. Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob ein Hund schon auf 180 das Haus verlässst oder nicht. Wenn man mit Chaos schon los geht, braucht man dann bei einer Hundebegegnung auch nicht mehr intervenieren. Das Problem fängt ja, wie du richtig vermutest, schon viel früher an und da muss ich ja erst mal die Ansprechbarkeit des Hundes sicherstellen, um überhaupt etwas verändern zu können.
Wie ist denn der Erziehungsstand des Hundes insgesamt bezüglich Leinenführigkeit, Frust aushalten, Impulskontrolle, Abbruchsignal? Kann man davon vielleicht noch irgendwo ansetzen und das weiter ausbauen?
Auch das würde aber erst mal IM Haus anfangen.
Stationäre Ausbildung macht in diesem Fall dann tatsächlich gar keinen Sinn.
Die Halterin soll sich überlegen, ob sie bereit ist, sich einen Einzeltrainer zu buchen, der bei ihr Zuhause ansetzt und mit ihr gemeinsam, individuell zugeschnitten, etwas zu verbessern. Möglicherweise sind da gar nicht so viele Termine nötig, so dass sich die Investition lohnt. Machen muss man es dann nur selbst. Aber es lohnt sich doch sicher, dass jemand mal einen Blick drauf wirft und mit ein paar handfesten Tipps viele Dinge erleichtert. Das geht meistens schon mit kleinen Veränderungen und da muss ein Trainer auch nicht dringend ein Riesenprogramm fahren. Hier ist einfach Handlungsbedarf und da muss ein Trainer auch mal realitätsnah arbeiten können. um schnelle Hilfe zu leisten. Ewig lange Trainingsprogramme bringen auch einfach dann nichts, wenn sie am Ende eh nicht umsetzbar sind. Theorie und Praxis sind am Ende dann doch zwei verschiedene Paar Schuhe.
Wenn sie da keine Lust, Zeit, Geld für hat, wäre eine zeitnahe Abgabe wahrscheinlich die einzig vernünftige Lösung, auch wenn ich finde, dass das gar nicht unbedingt nötig ist, weil man das Problem durch besseres Management sicher gut lösen kann.
Vielleicht kannst du sie ja etwas unterstützen, nicht nur mit Hund abnehmen, sondern um ihr zu helfen, etwas Grund ins Chaos zu bringen (wo hat der Hund seinen festen Liegeplatz, kann er auf Kommando dahin gehen und auch da bleiben, den Tag besser zu strukturieren, mal eine halbe Stunde auf die Kinder gucken, wenn die Mutter was mit dem Hund machen soll, vielleicht übst du mit dem Hund am Kinderwagen laufen (ohne Kind drin) und guckst mal, wie man das Pöbeln verhindern kann.
Kann der Hund denn auch frei laufen, Hundekontakte haben und sich vielleicht draußen auch mal irgendwo austoben?
Oder kann man über 10 Minuten konzentrierte Kopfarbeit den Hund einfach auch mal ein bisschen geistig müden machen, damit dann zuhause erst mal Ruhe ist?Ich schätze, dass man wirklich mit wenigen Mitteln und nur ein bisschen nachdenken und planen, da deutlich mehr Ordnung rein bringen kann, so dass die Halterin erst mal aufatmen kann und dann auch motivierter ist, weiter zu machen, wenn sie ein paar Erfolgserlebnisse hat.
Sicherlich ist sie zurzeit einfach total gestresst und dann sieht man schnell ja kein Licht mehr am Tunnel?Gibt es einen Mann in der Familie? Der kann ja sicher auch ein bisschen mit helfen und zumindest nach der Arbeit entweder Kinder oder Hund mal abnehmen.
-
-
Von was für einem Hund reden wir hier (Gewicht/Rasse)?
Ich würde lieber ehrlich mit dem Problem vermitteln (Tierheim um Hilfe fragen).
Ein richtig angewendetes Halti kann bei solchen (?!) Gewichtsklassen übrigens erst mal etwas Abhilfe schaffen. Wenn auch nicht die vorbildliche Nutzung...
-
Huhu,
kann der Trainer den Hund nicht einmal am Tag für eine große Trainingseinheit abholen? Ich könnte mir vorstellen, dass es erst mal schon etwas bringt, wenn er einige Male allein mit dem Hund geht und das Verhalten "aufgebrochen" wird und der Hund sich dann neu sortieren kann in den Situationen um etwas Neues zu lernen.
Wenn die Besitzerin dann sieht, dass der Hund auch anders kann, hat sie bestimme neue Hoffnung und Kraft daran mitzuarbeiten.Ich denke es ist sehr schwer so einen Hund zu vermitteln, da müsste sich jemand schon mächtig verlieben. Einen Leinenrambo will man doch echt nicht freiwillig ins Haus holen :/
-
Ins Training weggeben? Würde ich nicht empfehlen. Hätte ein schlechtes Gefühl.
Mein Tipp: Hundetrainer ins Haus holen und arbeiten: an den Hausregeln, der Beziehung, der Erziehung. Kleines Kind? Na schön, dann ist man ja meistens zu Hause, muss nicht ins Büro und man kann gleich unter realen Bedingungen und "dem Ernstfall" üben.
Professionelle Hilfe suchen, dranbleiben, mit einfachen Trainingssituationen anfangen. War der Hund schon vorher en Leinenrambo? Oder ist er es erst nach der Geburt geworden - einfach mal die ganze Sache beleuchten - die Lösung liegt vielleicht ganz nah.
Viel Erfolg!
-
Wenn es denn mal immer so einfach wäre.
Situation überdenken, Neu organisieren, Backen zusammenkneifen und durch.
Nö, so leicht ist es eben nicht immer.
Wenn die Situation schon so eingefahren ist und man sich nur noch überfordert fühlt, bringt das nichts. Die innere Einstellung macht einem da ganz schnell einen fetten Strich durch die Rechnung.
Es bringt manchmal beiden mehr ein Grosses Stopp zu setzen und erstmal Ruhe reinzubringen. Dazu ist es sicher besser, den Hund temporär woanders unterzubringen und zu wissen es kümmert sich jemand um das Problem. Reset in der Hunde-Halter Beziehung sozusagen.
Auf einer gesunden Basis lässt sich dann wieder aufbauen.
Sich weiter zu quälen, überfordert zu fühlen und trotzdem auf biegen und brechen alles selber hinkriegen wollen mag heldenhaft wirken, ist aber manchmal einfach falsch. Es ist nicht verwerflich die Notbremse zu ziehen und die Verantwortung auch mal weiterzugeben. Es ist nicht immer der Weg das Ziel. Ab und zu sollte auch das Ziel einfach mal das Ziel sein. -
aus erfahrung kann ich dir ganz klar sagen dass es nicht funktionieren wird. Unser Baccio macht bei mir keinen Scheiß wenn wir unterwegs sind bei Oma und Opa wo er eigentlich hingehört will er immer noch Autos jagen und Wild suchen. Witzig ist dass er ganz klar gelernt hat die Ablenkungsversuche von den Beiden in diesen Situationen zu provozieren: Oma, da kommt ein Auto- zappel, quietsch und zack wird Lecker rausgeholt damit er ruhig weitergeht. Funktioniert so weit und ist auch akzeptabel wenn ich nicht wüßte dass er sich eigentlich gar nicht mehr über die Autos aufregt. Klar hab ich mit denen geübt wie es anders geht aber sie können es nicht umsetzen haben nicht meine Einstellung und sind eben einfach nicht ich.
Und die Zeit für intensives Training nach dem "Internat" wird ja auch nicht mal eben vom Himmel fallen. - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!