Kleine Alltagshilfen bei der Erziehung
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Abhilfe : Kleine Übungen, die Abwarten belohnen.
Ziel: Der Hund achtet auf Euch, Reiz Reaktion gibts nicht mehr. Der Mensch als beohnender Freudenspender.
Bin davon überzeugt dass durch diese insgesamt größere Ruhe selbst Leinenpöbeln aufhören kann, einfach weil der Reiz-Reaktions Mechanismus weg ist.
Hast Du gut beschrieben.
Da ich im Alltag nicht so konsequent bin, übe ich das gerne in der Hundeschule.
Beim Terrier klappt das gut. Er hat einen Hass-Rüden auf dem Hundeplatz. Wenn er ihn zum ersten Mal sieht, regt er sich noch auf. Sobald wir im Training sind, geht er auf Konzentration, lässt sich problemlos durch die Gasse abrufen. Und die Aufregung wird auch von Mal zu Mal weniger.Das mit Reiz-Reaktion ist ein selbstbelohnendes System durch die Adrenalin-Ausschüttung.
Wenn man schafft, das zu unterbrechen und umzulenken, bringt das auch auf Dauer was. - Vor einem Moment
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Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
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Hi,
das mit dem Adrenalin wusste ich gar nicht. Spannend.
LG
Mikkki
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Mal kurz zum durchlesen, ist ne Kurzfassung aber gut zusammengefasst find ich ;-)
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@'Mikkki
Was aber tun wenn ein Hund immer wieder neue Anwandlungen von Angstzuständen, wegen NICHT neuen Umwelteinflüssen bekommt ? Z.B. windet es draussen stärker, draussen kein Problem, drin Panikattacken (Geräusche), was aber 2 Jahre lang kein Thema war ?!

Ich habe gute Erfahrungen dabei gemacht, bei Panikattacken des Hundes das immer gleiche Programm abzuspulen. Ich denke mal, es ist egal, was man macht - bei uns war es "Sitz" neben meinem Bein. Ich brauchte da was, was man jederzeit unterwegs und angeleint machen kann, drinnen hat sie ihre Probleme nicht.
Ich glaube, dass dieses Ritual ihr Sicherheit gibt. Wir gehen nicht näher ran, es passiert nie was Schlimmes, wenn sie neben mir sitzt. Wir warten, bis der Horror vorbei ist oder seinen Schrecken verloren hat. Durch das Ritual weiß sie, was in Krisensituationen zu tun ist: "Ich sitze das aus." Es spricht auch nichts dagegen, ein spezielles Mantra aufzusagen oder den Hund in den Arm zu nehmen - wenn der Hund das gerade gut brauchen kann. Meinem Hund ist Text in solchen Situationen allerdings egal und angefasstwerden kann sie dann überhaupt nicht haben.
Ich stehe also rum, der Hund sitzt rum, bibbert vielleicht noch etwas, aber nix passiert, niemand tut ihr was. Nach einer Weile kriegt sie sich wieder ein. Und wenn sie dann soweit ist, dass sie mich anschaut, hat sie sich soweit beruhigt, dass sie wieder ansprechbar ist. Das Ganze unterstütze ich noch mit Futter - wenn sie guckt, gibt's einen Happen.
Mit der Zeit hat sich das soweit verselbstständigt, dass sie immer öfter in Krisensituationen direkt guckt, ob ich es auch bemerkt habe. Sie kriegt einen Keks, ich versichere ihr, dass alles in Ordnung ist und wir gehen weiter. Auch ohne, dass wir uns jedesmal mit "Sitz" aufhalten müssen.
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Ihr seid zwar hier grad schon bei speziellen Problemen, aber ich würde gern im Sinne des Threadtitels einen Tipp loswerden.
Wenn man einen Hund hat, der draußen besondere Aufmerksamkeit fordert, kann es manchmal Wunder wirken mal einen Spaziergang ohne Hund zu machen. Erstens merkt man dann erst wie angespannt man teilweise ist und zweitens verknüpft das Unterbewusstsein dann einen Spaziergang auch mal mit Ruhe und Entspannung, nicht immer nur mit Stress.
Mir hat das sehr geholfen.
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einen Spaziergang ohne Hund zu machen
Ist ein guter Tipp, um mal Abstand zu bekommen!
Ich selbst fühle mich ohne Hund allerdings draußen "nackig".
Hab mal einen Freund in Süddeutschland besucht und meine Hunde bei einer Freundin gelassen.
Dort bin ich gewohnheitsmäßig durch die Gegend gelaufen und fand das eher verstörend. (Obwoh ich zu der Zeit eine Hündin hatte, die extrem viel Management brauchte.) -
Ich habe gute Erfahrungen dabei gemacht, bei Panikattacken des Hundes das immer gleiche Programm abzuspulen. Ich denke mal, es ist egal, was man macht - bei uns war es "Sitz" neben meinem Bein. Ich brauchte da was, was man jederzeit unterwegs und angeleint machen kann, drinnen hat sie ihre Probleme nicht.
Ich glaube, dass dieses Ritual ihr Sicherheit gibt. Wir gehen nicht näher ran, es passiert nie was Schlimmes, wenn sie neben mir sitzt. Wir warten, bis der Horror vorbei ist oder seinen Schrecken verloren hat. Durch das Ritual weiß sie, was in Krisensituationen zu tun ist: "Ich sitze das aus." Es spricht auch nichts dagegen, ein spezielles Mantra aufzusagen oder den Hund in den Arm zu nehmen - wenn der Hund das gerade gut brauchen kann. Meinem Hund ist Text in solchen Situationen allerdings egal und angefasstwerden kann sie dann überhaupt nicht haben.Ich stehe also rum, der Hund sitzt rum, bibbert vielleicht noch etwas, aber nix passiert, niemand tut ihr was. Nach einer Weile kriegt sie sich wieder ein. Und wenn sie dann soweit ist, dass sie mich anschaut, hat sie sich soweit beruhigt, dass sie wieder ansprechbar ist. Das Ganze unterstütze ich noch mit Futter - wenn sie guckt, gibt's einen Happen.
Mit der Zeit hat sich das soweit verselbstständigt, dass sie immer öfter in Krisensituationen direkt guckt, ob ich es auch bemerkt habe. Sie kriegt einen Keks, ich versichere ihr, dass alles in Ordnung ist und wir gehen weiter. Auch ohne, dass wir uns jedesmal mit "Sitz" aufhalten müssen.
Ich bin ja schon froh, das ich da nicht ganz allein da stehe ..danke für deinen Beitrag
Ich leine ihn an seinen Platz an,damit er zu Ruhe kommt, denn wie bei dir, ist er da in dem Moment nicht gross ansprechbar, er möchte nur noch flüchten, obwohl alle anderen Vierbeiner gechillt daliegen, ich mich auch ruhig verhalte..legt sich kurz ab und beim nächsten Wum gehts wieder los, und wir hatten viele Stürmchen dieses Jahr und viele Wums :-/ An was kann es denn liegen ? Das frage ich mich immer
Klar wenn er vor etwas erschrickt das er so reagiert, das lösen wir dann aber immer gemeinsam indem ich ihm zeige, schau alles gut ..und lass ihn dann schnüffeln und gehe immer wieder zu dem Objekt, bis er es gelassen sieht.
An was liegt es denn bei euch , wisst ihr das woher die Panikattacken denn kommen? Und ist es bei euch auch so, dass das vorher kein Thema mehr war bzw. war und dann doch plätzlich ? Da muss es doch auch irgendwie nen Grund für geben.

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Jep, mussten wir leider machen lassen :/ , aber mit vorherigem Test mit einen Chip, um zu sehen ob er dadurch nicht noch unsicherer wird. Das ging damals alles gut.Denkst du das könnte mit seiner neuen ich werde jetzt Mann Phase und der Kastra zusammenhängen ?
Viele Hunde entwickeln aufgrund der Kastration eine Schilddrüsenunterfunktion. Und da die letzte Blutuntersuchung bereits 1 Jahr her ist, würde ich auf jeden Fall die Schilddrüsenwerte nochmal kontrollieren lassen, vor allem, weil du schreibst, das "Angstproblem" bestand 2 Jahre lang nicht und plötzlich wird der Hund zunehmend ängstlicher.
War bei meinem letzten Dackel genauso - und ich hab mir immer Gedanken gemacht, was ich falsch mache, warum dieser Hund immer "schlimmer" wird. Er wurde dann auch angst-aggressiv.
1 Jahr und etliche Erziehungsversuche später wusste ich dann endlich, was bei uns beiden falsch lief - der arme Kerl konnte gar nichts dafür und ich hab auch bei der Erziehung nicht versagt.
Als er Monate später mit den Tabletten richtig eingestellt war, konnte man auch wieder zu ihm durchdringen und die Erziehung hat auch gefruchtet, sodass aus ihm endlich wieder ein fast normaler Hund wurde. Ganz "normal" wird ein SDU-Hund i.d.R. allerdings nicht mehr. -
Guck mal. In diesem Thread geht es gerade um Kastra und SDU, dort sind auch ein paar Sachen verlinkt. Vllt. ist was Interessantes für dich dabei in den Links.
ab Seite 742 Beitrag 7415
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Ich reihe mich mal ein in die Riege der "kleinen Alltagshelfer".

Bei uns gabs lange das Problem der Leinenpöbelei. Ich hab ne unsichere Hündin, die noch ne ordentliche Portion Territorialverhalten an den Tag legt.
Das hieß bei uns, dass jede Hundebegegnung an der Leine total stressig war. Ich hatte meine Maus mit zwei Händen im Geschirr, während sie manchmal echt krass ausrastete.
Der erste Trainingsversuch bestand darin meine Maus ganz kurz zu halten auf der vom Gegenüber abgewanten Seite, und ggf. noch einen Bogen zu laufen.
Das half leider nichts. Das Stresslevel meiner Maus war so hoch, dass sie weder ansprechbar war, noch Leckerchen nahm. Also war der zweite Trainingsversuch mittels Umlenkung, bzw. Umorientierung auf mich auch zum Scheitern verurteilt.
In gebührendem Abstand absitzen und nur guggen lassen, half nichts. An nen Laternenpfahl anbinden und entfernen half nichts.
Und Ashanti blocken und abdrängen war sowieso die blödeste Idee, die ich hatte. Was haben wir fast zwei Jahre lang rumgedocktort.Dann las ich irgendwo mal nen Artikel zum Thema "Wie man als Mensch dem Hund Sicherheit vermitteln kann". Und dann kam mir die Erleuchtung.
Meine Maus will ja gar nicht auf den Anderen losgehen, sie will ihn nur vertreiben. Und sie ist der Meinung das selbst in die Hand nehmen zu müssen, weil sie es mir nicht zu traut. Warum ich darauf, trotz aller Recherche und Bücherlesen, nicht selbst drauf gekommen bin, weiß ich bis heute nicht. Ich war wohl so sehr in dem Frust und der Hilflosigkeit in diesen Situationen gefangen, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sah.
Und jetzt kommt der springende Punkt:
Ab sofort gabs ein neues Kommando, "Zurück" hieß das. Ashanti sollte bei entgegenkommenden Hunde nicht mehr voraus laufen und in die Leine gehen. Bei Fuß, und dann ein kleines Stückchen weiter zurück, also leicht schräg hinter mir aber an lockerer Leine, wurde geübt. Das saß recht schnell, zum Glück.
Und das wars auch schon.
Der Effekt:
Meine Maus wurde schon bei den ersten Begegnungen ruhiger. Zwar war sie noch sichtlich aufgeregt, und meine Konzentration galt hauptsächlich ihr, aber eben nur so aus dem Augenwinkel. Mit jeder Begegnung konnte sie plötzlich mehr und mehr entspannen. Das gesamte provozierende Gehabte - Steifmachen, den Kopf/Hals in leicht geduckter Haltung vor strecken und Fixieren - war plötzlich wie weggeblasen. Ashanti war plötzlich auch ansprechbar, und lies sich zunehmend öfter auch mit Leckerchen und Lobesworten belohnen.Der Erfolg hat sich in nur wenigen Tagen eingestellt, und bei uns uns fiel eine riesiger Stressfaktur weg.
Heute können wir entspannt an anderen Hunden vorbei gehen. Und wenn meine Krawallnudel doch mal auf die Idee kommt provozieren zu müssen, dann reicht nur ein kleiner Ton von mir (ich nutze manchmal nur Geräusche, anstatt Worte als Kommando zu benutzten). - Vor einem Moment
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