Wer kann noch richtig loben?
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In einer Facebookgruppe zum Thema Trick-Dogging ist mir ein Zwergpudel aufgefallen, der unheimlich gelehrig war und die tollsten Tricks super schnell lernte. Die Halterin sagte dann, dass sie fast nur über Stimme lobt, um die Tricks beizubringen, weil der Hund sich einen Ast abfreut, wenn sie sich selbst freut. Das fand ich schon sehr beneidenswert,
Ich habe ne Zwergpudelhündin und ne Grosspudelhündin, die so gestrickt sind. Und ja, im Alltag ist das ganz praktisch, wenn man keine Leckerlies dabei hat.
Wenn ich ernsthaft mit ihnen trainieren will, sei es Obedience oder Tricks, dann ist das nur bescheiden. Bei der Grossen reicht ein etwas enthusiastischer gesprochenes "Fein" und sie verwandelt sich in 25 kg Wirbelsturm, der gut 5-10 min braucht, bis sie sich wieder soweit runtergefahren hat, dass sie wieder denken kann. Die Zwergin kann zwar ihre Gedanken besser "beieinanderhalten", ist dafür aber permanent so angespannt, dass sie nicht wirklich in der Lage ist, ruhig zu bleiben. Sie ist ein überdrehter, hektischer Zappelphillip, die beim geringsten Ton meinerseits sofort in Aktionismus ausbricht.Zum Glück ist meine Kleinpudelhündin nicht so gaga. Ok, es hat auch Nachteile. Ich kann mit der Zwergin eine Obi Prüfung nur mit Stimmlichem Lob und nem leichten Schultertätscheln problemlos überstehen, ohne dass sie aus Ermangelung anderer Belohnung mental zusammenbricht. Im Gehenteil, ich muss aufpassen, dass ich nicht zu sehr stimmlich lobe, da sie sonst austillt.
Im Gegenzug muss meine Kline jetzt erst lernen, dass man eine Prüfung mit stimmlichem Lob überstehen kann und dann am Ende die grosse Party kommt.
Zum reinen trainieren aber ist sie weit einfacher als die hibbeligen Chaoten. - Vor einem Moment
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Hi,
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uuih - jetzt muss ich leider weg aber....
ist dir diese Studie bekannt?http://www.spiegel.de/wissenschaft/n…-a-1029010.html
Muss nicht immer alles stimmen, ist aber zumindest interessant

Ich merke mir die Urheber der Studien selbst meist nicht, aber die Kernaussage kannte ich schon... bin vom Beziehungsbildungskonzept zwischen verschiedenartigen Spezies mal abgesehen eh der Meinung, dass die Oxytocinwirkung nachhaltiger ist als die Dopaminwirkung

Gibt auch Studien, die versucht haben, zu erklären, wie Liebe entsteht... da gabs mal eine an Wühlmäusen---
Da wurde rausgefunden, dass bei monogam lebenden Mäuse mit der Fähigkeit, andere Individuen wiederzuerkennen und soziale Bindungen einzugehen, die Konzentrationen von Vasopressin und Oxytocin erhöht waren nach dem Sex mit dem "Lebenspartner".
Normale Sexualpartner (wie zB bei Ratten üblich) erhöhten dagegen nur die Dopaminausschüttung....ganz abstrahiert kann ich mir auch eine Tendenz vorstellen... soziale vs materielle "Belohnung" und das dopaminerge System... wie gesagt... ganz abstrakt
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In einem derart nüchternen Thema, wo es um funktionale Verstärker geht (und ob "Lob"), finde ich deine Kritik absolut deplatziert.
Das ist weder Kritik noch Ansichtssache, sondern Fakt. Darauf basiert unser Wirtschaftssystem, ob man das gut findet oder nicht.
Zum Thema passt es insofern, weil m.E. auch Hunde auf ihre Art zu Materialisten mutieren können. Mir gefällt auch der Gedanke nicht, dass mein Hund eine Art Angestellter ist, den ich bezahle, damit er mir einen Gefallen tut. Gehorchen soll ein Hund (und auch ein Kind übrigens) aus meiner Sicht auf Grund der Autorität/Bindung, nicht weil sie sonst hungern müssten ("wenn du nicht brav bist, geht es ohne Abendessen ins Bett") oder weil sie auf eine materielle Belohnung schielen. -
Das ist weder Kritik noch Ansichtssache, sondern Fakt.
Dass Geld eine Beleidigung ist und niemand es als Lob wahrnehmen kann, ist also ein unwiderlegbarer Fakt und nicht deine persönliche Sichtweise?
Deine Kapitalismuskritik in allen Ehren - ich finde sie durchaus berechtigt -, aber unser Wirtschaftssystem ist weitaus komplexer als deine drei Sätze vermuten lassen.Gehorchen soll ein Hund (und auch ein Kind übrigens) aus meiner Sicht auf Grund der Autorität/Bindung, nicht weil sie sonst hungern müssten ("wenn du nicht brav bist, geht es ohne Abendessen ins Bett") oder weil sie auf eine materielle Belohnung schielen.
Mein Hund wird konditioniert. Er gehorcht mir, weil er gelernt hat, dass sich das lohnt/dass sich andere Dinge nicht lohnen. Wenn ich von meinem Hund verlange, kein Wild zu hetzen, obwohl das fest in seinen Genen verankert ist, macht er das nicht, weil er so eine tolle Bindung zu mir hat, sondern, weil ich es so konditioniert/trainiert habe - ob nun über materielle Belohnung oder Strafe.
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In einem derart nüchternen Thema, wo es um funktionale Verstärker geht (und ob "Lob"), finde ich deine Kritik absolut deplatziert.Das ist weder Kritik noch Ansichtssache, sondern Fakt. Darauf basiert unser Wirtschaftssystem, ob man das gut findet oder nicht.Zum Thema passt es insofern, weil m.E. auch Hunde auf ihre Art zu Materialisten mutieren können.
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Aber ihr wisst schon das Geld nur der Click ist? Andererseits könnte für einen Sammler Geld zu nem Primärverstärker werden oder für einen Archäologen die Münze vom Meeresgrund ein Primärverstärker um noch weiter im Taucheranzug bei 3 Grad Wassertemperatur zu buddeln
Geld als Primärverstärker funktioniert nicht gut. Aus diesem Grund wird Führungskräften auch geraten die der Mitarbeiter zu loben weil das durchaus die Stimmung hebt und die Arbeit geschätzt wird. -
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Ich mag kein Lob. Für mich wären materielle Dinge, mit denen ich etwas anfangen kann, geeigneter, dabei bin ich nicht einmal besonders materialistisch. (Individuelle Unterschiede eben. Mein Hund mag auch kein verbales Lob)
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Deine Kapitalismuskritik
Nochmal: Es ist weder Kritik noch Ansichtssache, dass Geld nicht die Funktion hat, Menschen zu lobpreisen.
Das X ist trotzdem ein X, auch wenn es (von dir) als ein U wahrgenommen wird.
aber unser Wirtschaftssystem ist weitaus komplexer
Für eine ausführliche Analyse empfehle ich einen Besuch in der Bibiliothek. Auf das Schreiben entsprechender Abhandlungen habe ich hier weder Lust noch gehört es zum Thema.
Er gehorcht mir, weil er gelernt hat, dass sich das lohnt/dass sich andere Dinge nicht lohnen.
Ja, und für andere Hunde ist Lob eben durchaus lohnenswert.
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Ich mag kein Lob. Für mich wären materielle Dinge, mit denen ich etwas anfangen kann, geeigneter, dabei bin ich nicht einmal besonders materialistisch. (Individuelle Unterschiede eben. Mein Hund mag auch kein verbales Lob)
Also wenn du z.B. den ganzen Tag an einem kniffeligen aber mehr oder weniger nicht befriedigenden Task sitzt und am Ende des Tages kommt dein Vorgesetzter zu dir und sagt "Frau Fragments das haben Sie wirklich sehr gut gemacht" dann findest du das nicht wertgebend?
Oder du trägst einer Omma die schweren Taschen die Treppe hoch und die sagt oben "Vielen Dank Frau Fragments - sie sind ja wirklich eine ganz nette liebe Frau" ... dann findest du das nicht toll? Hm -
Das, was du schreibst, ist klassische Kapitalismuskritik - macht es ja nicht unwahrer. Daran ist nichts falsch und darauf bezieht meine Kritik sich nicht. Ich habe kritisiert, dass du jedem abgesprochen hast, Geld als Lob wahrzunehmen und das als "Fakt" bezeichnet hast.
Natürlich. Es ist immer vom Individuum abhängig und nur an diesem sollte man sich orientieren.
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Also wenn du z.B. den ganzen Tag an einem kniffeligen aber mehr oder weniger nicht befriedigenden Task sitzt und am Ende des Tages kommt dein Vorgesetzter zu dir und sagt "Frau Fragments das haben Sie wirklich sehr gut gemacht" dann findest du das nicht wertgebend?Oder du trägst einer Omma die schweren Taschen die Treppe hoch und die sagt oben "Vielen Dank Frau Fragments - sie sind ja wirklich eine ganz nette liebe Frau" ... dann findest du das nicht toll? Hm
Nein. Mir ist das tatsächlich vollkommen egal. Ich mache so etwas nicht, um Lob dafür zu bekommen (sicher auch, weil ich damit nichts anfangen kann), sondern, weil ich davon überzeugt bin. Mache ich etwas, obwohl ich davon nicht überzeugt bin, sondern eine Gegenleistung erwarte, dann möchte ich bittegerne etwas Materielles. Ob nun ein Buch, Kuchen oder Geld ist mir relativ egal, über die ersten beiden Dinge freue ich mich jedoch sicherlich mehr.
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