Wer kann noch richtig loben?
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Der Vergleich hinkt.
Lob in der Erziehung eingesetzt um zu belohnen (nichts anderes ist es, denn mit Lob bestätige ich erwünschtes Verhalten) ist inhaltlich weit weg vom Lob am Arbeitsplatz, bei der Omma mit der Einkaufstüte oder in sonstigen alltäglichen Situationen.
Ich halte es da wie @fragments, verbales Lob ist für mich unwichtig. Ich muss und möchte niemandem mehr gefallen und tue Dinge aus Überzeugung, weil ich sie gern tue. Mir ist ein "Vielen Dank" lieber als ein "oh, sie sind aber ein netter, toller, sympathischer und hilfsbereiter Mensch"-Lob.
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mir persönlich ist Lob und Anerkennung eher wichtig, kann mir ehrlich gesagt auch garnicht vorstellen, wie man in einem Team arbeiten kann,ohne Wert auf feedback durch andere zu legen... und wenn es nicht die Kollegen sind, dann sind es die Kunden deren Lob antreibt, die eigene Qualität zu steigern. Wenn da ein Kollege sagt "mit dir ist es ein sehr angenehmes arbeiten" fühl ich mich im Team sicher und wertgeschätzt ... wenn ein Klient ehrlich spürbar sagt "bei Ihnen fühle ich mich gut aufgehoben", dann fühlt sich das besser an, als wenn ich 5 Euro oder Pralinen zugesteckt bekomme.
die Bezahlung aufm Lohnzettel zeigt nicht, welche Arbeit ich leiste... die bekommt ja schlussendlich sowieso jeder, der eine mehr, der andere weniger - aber in meinem Beruf nicht gemessen an Leistung.
ich mache meine Arbeit auch nicht, um dafür gelobt zu werden, sondern um meinen Lebensstil zu finanzieren. Die Art der Arbeit hab ich gewählt, weil ich sie richtig und sinnvoll finde...
Aber wirklich Spaß macht sie erst durch kleine Gesten der Anerkennung im Alltag. -
Das ist Typabhängig. Für mich ist die Bestätigung (Lob ist ja nichts anderes), wenn ich meinen Job gut gemacht habe. Dafür muss mich aber niemand loben, ich weiß selbst wenn ich was gut oder schlecht gemacht habe. Ich hatte mal einen Chef, der mir gerne sagte, wie toll ich meinen Job mache. Irgendwann als es anfing zu nerven, habe ich mit ihm um eine Gehaltserhöhung verhandelt, denn Worte alleine machen ja auch nicht satt

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Ich glaube aber, die anderen Hundetypen können durchaus lernen, dass ein ganz "langweiliges/klassisches" Lob auch etwas ganz Besonderes/Wichtiges sein kann.
Wie gesagt, meine Hunde fanden es vor einiger Zeit auch ganz schlimm draußen angefasst oder gar festgehalten zu werden ... aber die haben gelernt, dass es durchaus großartig sein kann, verbal gelobtgenau sie haben es gelernt es war eben nicht auf ihrer Liste von natürlichen Belohnungen/ Bedürfnissen. Du hast das deinen eigenen Vorstellungen einfach angepasst.
Für nettes Miteinander im Alltag mag das so gehen. Wenn du mit einem Hund aber wirklich arbeitest kuschelst du dir die arbeitsfgreude so ganz lässig weg und erreichst gar nichts beim Hunde ausser dass er lustlos wird. Du kannst keine Action fordern und als Lob dann Ruhe einsetzen.
Übrigens finde ich es schon seltsam wenn sich Hunde von ihrem eigenem Halter draussen nicht anfassen lassen wollen und sich auch nicht festhalten lassen wollen. Wenn ich es richtig verstanden habe, reden wir hier von entspannten Spaziergängen. Da sollte so viel Vertrauen und Entspannung eigentlich da sein. Ansonsten läuft da für mich was falsch. Bei einem Hund der gerade wirklich konzentriert arbeitet ist es klar dass er so was nicht will und gebrauchen kann aber da ist er eben auch auf einem ganz anderem emotionalem Level als auf einem Gassigang.
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genau sie haben es gelernt es war eben nicht auf ihrer Liste von natürlichen Belohnungen/ Bedürfnissen. Du hast das deinen eigenen Vorstellungen einfach angepasst.
Aber Integration in die soziale Gruppe und soziale Anerkennung ist wieder ein nicht zu vernachlässigendes primäres Bedürfnis.
Und warum habe ich es dann MEINEN Bedürfnissen angepasst? Beziehungen zwischen Individuen brauchen Zeit, sich zu entwickeln - warum also nicht auch die Tatsache, dass Hunde Streicheleinheiten auch draußen genießen lernen können? Ich finde sowas ist ganz eng an die "Beziehung" geknüpft.Für nettes Miteinander im Alltag mag das so gehen. Wenn du mit einem Hund aber wirklich arbeitest kuschelst du dir die arbeitsfgreude so ganz lässig weg und erreichst gar nichts beim Hunde ausser dass er lustlos wird. Du kannst keine Action fordern und als Lob dann Ruhe einsetzen.
Naja, das mit der Arbeitsfreude ist so eine Sache... Ich kann bei der Arbeit überaufgeregte Hunde ehrlich gesagt garnicht gebrauchen
Mir bleibt zudem auch garnichts anderes übrig, als NUR stimmlich für gutes Arbeiten zu loben, was anderes lässt sich beim Zughundesport garnicht wirklich umsetzen. Die Stimme und dass NUR bei richtigem Verhalten der Weg überhaupt fortgesetzt wird sind die einzigen Verstärker, die das Verhalten formen.
Und am Ende der Tour bin ich ebenfalls gaaaanz besonders stolz auf die Hunde und sie werden von vorn bis hinten durchmassiert. -
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Gibt auch Studien, die versucht haben, zu erklären, wie Liebe entsteht... da gabs mal eine an Wühlmäusen---
Da wurde rausgefunden, dass bei monogam lebenden Mäuse mit der Fähigkeit, andere Individuen wiederzuerkennen und soziale Bindungen einzugehen, die Konzentrationen von Vasopressin und Oxytocin erhöht waren nach dem Sex mit dem "Lebenspartner".
Normale Sexualpartner (wie zB bei Ratten üblich) erhöhten dagegen nur die Dopaminausschüttung.
Ja, ich kann mich erinnern - da war mal was mit zwei verschieden Wühlmausarten.
Die einen waren eher monogam während eine andere Wühlmausart es nicht so genau genommen hat mit der Partnerwahl.
Ich müsste es mal raussuchen (zur Zeit befasse ich mich gerne mit Primaten, da hab ich einiges nicht mehr so leicht abrufbar, es bleibt nicht mehr alles im Hirn - ich glaub ich werd alt
)
Ich meine man hätte in irgendeiner Form Einfluss auf die Rezeptoren bei den einen und/oder den anderen genommen und festgestellt, dass sich auch deren Verhalten in gewisserweise umgekehrt hat. Genau weiß ich es aber nicht mehr, weiß auch nicht mehr ob die unterschiedliche Anzahl der Rezeptoren beider Arten da eine Rolle gespielt hat, aber das sollte sich wiederfinden.
Vielleicht finde ich es noch und sende dann den link.Tschüss und viele Grüße
Ralf -
Naja, das mit der Arbeitsfreude ist so eine Sache... Ich kann bei der Arbeit überaufgeregte Hunde ehrlich gesagt garnicht gebrauchen
Mir bleibt zudem auch garnichts anderes übrig, als NUR stimmlich für gutes Arbeiten zu loben, was anderes lässt sich beim Zughundesport garnicht wirklich umsetzen. Die Stimme und dass NUR bei richtigem Verhalten der Weg überhaupt fortgesetzt wird sind die einzigen Verstärker, die das Verhalten formen.Überaufgeregt vielleicht nicht, aber gerade beim ZHS ist eine Aufregung doch gewünscht - jedenfalls erlebe ich das so. Der Hund soll motiviert und voll bei der Sache arbeiten, nicht ruhig und gelassen sein. Aufregung muss ja keine Überaufregung sein.
Stimmliches Lob kann mit Verstärkern aufgewertet worden sein und so genutzt werden, dass der Hund das Lob mit dem Verstärker verknüpft (weißt du ja) - in solchen Situationen kann stimmliches Lob bei vielen Hunden außerordentlich motivierend sein.
Ich finde, ZHS hat für viele Hunde auch etwas Selbstbelohnendes, deshalb denke ich, dass es nicht so wichtig ist, hochwertig zu belohnen, da die Arbeit bereits motivierend/belohnend genug ist.
Beim Fährten kann ich ebenfalls nicht über Futter belohnen, da ist dann mein konditioniertes Lobwort die Belohnung/der Ansporn/das Signal, das etwas richtig ist und mein "Korrekturwort" das Signal, das etwas falsch ist. Fährten ist für den Flund allerdings ebenso mittlerweile selbstbelohnend. -
ich lobe total unterschiedlich, je nachdem, wonach mir gerade ist und da es authentisch ist, finde ich auch, dass man sagen kann, ich lobe richtig

Entweder es gibt mal nen Keks, es wird gestreichelt, ich lobe und motiviere mit hoher Stimme, spiele zur Belohnung körperlich mit meinem Hund, wobei beide sehr viel Spaß haben, Maggie aber noch nen Ticken mehr. Breite meine Arme aus, was für Maggie bedeutet, jeah, springen ist erlaubt, Spaß haben.
Bei Ole ist es generell etwas schwieriger, da muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht zu sehr hochpusche, gleichzeitig aber nicht zu neutral bleibe. Da wird oft durch ruhiges, körpernahes Streicheln gelobt. Für ihn ist ein Spiel mit der Beißwurst mit das höchste, aber auch ohne Hilfsmittel spielt er schon mal mit mir. -
Gibt auch Studien, die versucht haben, zu erklären, wie Liebe entsteht... da gabs mal eine an Wühlmäusen---
Da wurde rausgefunden, dass bei monogam lebenden Mäuse mit der Fähigkeit, andere Individuen wiederzuerkennen und soziale Bindungen einzugehen, die Konzentrationen von Vasopressin und Oxytocin erhöht waren nach dem Sex mit dem "Lebenspartner".
Normale Sexualpartner (wie zB bei Ratten üblich) erhöhten dagegen nur die Dopaminausschüttung.
Hallo,auf die schnelle hab ich schon mal das hier gefunden:
http://www.scinexx.de/dossier-detail-193-11.html
Das für den Hund meiner Meinung nach Geruch - auch für die Bewertung von "Stimmungen" - ebenfalls eine besondere Rolle spielen dürfte und demnach auch Auslöser von Verhalten sein könnte habe ich in anderen threads bereits geäussert (auch wenn diese Meinung offenbar nicht jeder teilt
)Tschüss und viele Grüße
Ralf -
Übrigens finde ich es schon seltsam wenn sich Hunde von ihrem eigenem Halter draussen nicht anfassen lassen wollen und sich auch nicht festhalten lassen wollen. Wenn ich es richtig verstanden habe, reden wir hier von entspannten Spaziergängen. Da sollte so viel Vertrauen und Entspannung eigentlich da sein. Ansonsten läuft da für mich was falsch. Bei einem Hund der gerade wirklich konzentriert arbeitet ist es klar dass er so was nicht will und gebrauchen kann aber da ist er eben auch auf einem ganz anderem emotionalem Level als auf einem Gassigang.
Ich hatte geschrieben, dass sich meine Hündin draussen als Belohnung nicht streicheln lässt. Ich hätte wohl dazu schreiben sollen, dass das nach dem Rückruf war und sie die Erwartung auf was Besseres hatte als nach einem Streichler, daher hat sie meine Hand gemieden.
Ansonsten lässt sie sich draussen, wenn nichts Besonderes los ist, überall streicheln und anfassen.
In meinem Thread sind auf Seite 25 2 Videos vom Freilauf, da kann man im ersten Video sehen, dass ich ihr problemlos die Eisklumpen aus dem Pfoten puhlen kann und im 2. Video sieht man (ab 1:40) die Situation in der sie meine Hand nach dem Rückruf meidet - was in meinen Augen nicht unormal ist. - Vor einem Moment
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