Kastration einer Hündin, die 100.

  • Wie äußert sich denn das "Schlimmer werder". Und was genau meint denn "jedesmal ein Stück unsicherer, gestresster, extremer"?

    Sie war, als sie zu mir kam, sehr unsicher in ihrem Verhalten, aufgrund von mehreren Besitzerwechseln und anderen Erfahrungen. So habe ich sie bekommen und da haben wir angesetzt. Mit unsicher meine ich sehr reizempfänglich (fährt schnell hoch und schwer runter), null Frustrationstoleranz, hat alles angebellt.

    Mittlerweile ist das wesentlich besser. Sie versucht nicht mehr ständig, Situationen selbst zu lösen, sondern orientiert sich mehr an mir. Sie kläfft nicht mehr alles an, was sich ihr bietet und ist generell für meine Begriffe selbstbewusster geworden.

    Wenn sie dann läufig wird, sind wir fast zurück auf dem Stand, auf dem sie war, als sie zu mir kam. Unsicher, extrem hohe Empfindlichkeit sämtlichen Reizen gegenüber, Frustrationstoleranz unterirdisch. Und sie scheint das selbst zu merken. So komisch das klingen mag, ich habe fast den Eindruck, sie weiß, dass es sonst anders ist, kann aber quasi nicht anders, als mit ihren "alten" Verhaltensweisen zu handeln. Vielleicht ist das eine Sache des Trainings, vielleicht kriegen wir das damit in den Griff - aber ich habe nicht den Eindruck als wäre dem so. Sie wird von Läufigkeit zu Läufigkeit sozusagen rückfälliger, fällt immer mehr in ihre alten Verhaltensweisen, die sie sonst gar nicht mehr (!) zeigt. Und so nimmt auch ihr Stresslevel zu. Daher der Ausdruck immer "extremer". Sie schaukelt sich hoch, ist unsicher, dadurch bin ich unsicher, wie ich damit umgehen kann, sie merkt das und spiegelt es entsprechend.



    An deiner stelle würde ich mir noch eine läufigkeit mit alternativmedizinischer Unterstützung anschauen und dann eine Entscheidung treffen.

    In diese Richtung würde ich auch tendieren.

  • Also ich weiß, wovon du sprichst, ich habe auch so eine Hündin hier. Das Risiko, dass deine Maus nach der Kastra erst recht unsicher ist/bleibt, solltest du ggf. gut abwägen... und in der Tat solltest du erst einmal versuchen, diesen Kreis aus eigener Unsicherheit und negativer Erwartungshaltung zu durchbrechen. Du könntest das mittels Verstand, der Hund eher nicht.


    In diese Richtung würde ich auch tendieren.

    Ich habe mit Homöopathie gute Erfahrung gemacht, allerdings brauchts für einen nachhaltigen und anhaltenden Erfolg ggf. mehr als einen Zyklus.

    Liebe Grüße
    Bea

  • Mir scheint, das Problem besteht einfach nur darin, dass du eine natürliche Sache dramatisierst und deine Verunsicherung auf den Hund überträgst.


    Dem widerspricht aber, was ich anfangs erwähnte: Als ich sie bekommen habe (mit 16 Monaten) war sie während der Läufigkeit nicht so. Für sie war das keine große Sache, zu der es sich scheinbar aber entwickelt.

    Vielleicht sind das auch nur meine mentalen Voraussetzungen? Ich weiß es nicht.
    Deswegen schreibe ich hier, frage nach und erhoffe mir Anregungen.

    Dass es direkt an meinem Zyklus liegt, glaube ich weniger. Aber es könnten durchaus meine "Erwartungen" sein, dieses "Oha, sie ist läufig, wer weiß, was diesmal kommt...".

    Dieses Problem der Unsicherheit besteht übrigens auch beinahe nur beim Spazieren gehen.

  • Die Spritze zur Unterdrückung der Läufigkeit birgt ein hohes Risiko für eine Gebärmuttervereiterung.

    Du solltest mehr Souveränität entwickeln, dann kann auch Deine Hündin selbstsicherer werden. Ich glaube nicht, dass das Verhalten mit der Läufigkeit zu tun hat.

    Eine Kastration birgt so viele gesundheitliche Risiken, dass ich das aus Erziehungsgründen nicht in Erwägung ziehen würde.


    ....aber alles in allem muss man feststellen, dass kastrierte Tiere beiderlei Geschlechts ein teilweise um ein Mehrfaches erhöhtes Risiko aufwiesen, an bestimmten Krebsarten (Mastzelltumore, Hämangiosarkom, Lymphosarkom) zu erkranken, und das auch noch zu einem deutlich früheren Zeitpunkt als intakte Artgenossen.

    Die Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert

  • Meine reagiert auch kurz vor der Läufigkeit komisch und auch während.

    Ich denke das ist wie bei uns Frauen, wir sind ja da auch oft merkwürdig ;)

    Mach kein großes Drama daraus, behandle sie so normal wie möglich und beobachte sie nicht zu viel. Etwas verwöhnen kann man sie schon in der Zeit und etwas weicher sein aber nur wenn es dem Hund hilft, Hunde merken es sehr schnell wenn wir daraus ein Riesending machen. Dann machen sie es auch oder versuche es auszunutzen das wir etwas weicher sind :)

    Wenn es hauptsächlich bei den Spaziegängen ist, vielleicht hilft es dir wenn du eine Freundin mit nimmst, oft ist man dann relaxter und das überträgt sich auch auf den Hund.

  • Ja, in der Läufigkeit spielen ganz typisch die "Hormone verrückt", dass es das Verhalten eines Hundes nicht einfacher macht, vorallem wenn Sie sowieso unsicherer/ängstlicher agiert ist nicht ungewöhnlich.

    Aber diese Hormon-Schwankung ist ja nicht jeden Monat, wie bei uns Menschen. Ich würde wie geschrieben da wirklich ein wenig in die Homöopathische Richtung schauen und ansonsten dem Hund (und auch dir) in diesen Zeiten viel Ruhe und Zeit gönnen.
    Auch wenn es euch erstmal zurückwirft: Ihr seit ja nicht unter Zeitdruck, geht es langsam an, wenn die Hormone zuschlagen.

    Ich würde das Risiko für so ein Verhalten nicht eingehen wollen. Ich habe eine gesunde Hündin durch eine Kastration verloren...bedenke, dass eine Hündinnen-Kastration keine Lappalie ist!! Sondern ein größerer Eingriff, mit allen Risiken.

  • Ja die läufigkeit ist was ganz natürliches und sehr viele Hündinnen haben da absolut keine (größeren) Probleme. Aber genauso gibt es Hündinnen, die unter dem hormonchaos leiden und zwar massiv leiden.
    Und dass es eine große op mit dementsprechend langer Narkose ist, ist auch klar....

  • Mir scheint, das Problem besteht einfach nur darin, dass du eine natürliche Sache dramatisierst und deine Verunsicherung auf den Hund überträgst.

    Diesem Beitrag kann ich nur zustimmen. Läufigkeit ist keine Krankheit sondern ganz normal. Wenn sie jetzt nicht laufend scheinträchtig ist oder eine Gebärmutterentzündung bekommt, würde ich da gar nix machen.

    Behandel sie in dieser Zeit einfach wie sonst auch. Wenn sie anfängt, ihre Spielzeuge zu bemuttern, kommen sie eben weg. Dafür kommt die Schleppleine ran und raus geht's zum Abenteuerspaziergang in der Pampa.

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