Tumor oder nicht Tumor?

  • Hallo,

    gestern sind wir nach zweiwöchigem Deutschlandaufenthalt wieder in Peru angekommen und unser Wollknäul hat sich total gefreut. Das heißt, erst wusste er nicht so recht, ob wir wirklich da sind und dann gab es kein Halten mehr :cuinlove: . Bevor wir losgefahren waren, wurde Quito wegen einer Grippe behandelt, er hatte fiesen Schnupfen und ein bisschen blutigen Nasenausfluss und das wurde auch (gefühlt) besser. Seltsam war, dass immer nur das eine Nasenloch betroffen war und er über das andere weder Schleim noch Blut ausgesondert hat.

    Gestern dann sagte uns die Familie, bei der er untergebracht war, dass er einen Tumor hat und dass der Tierarzt bei dem sie mit Quito waren eine Bestrahlung als Behandlung vorgeschlagen hat. Was uns stutzig macht ist auch, dass der Tierarzt gesagt hat, Nasentumore bei Hunden würden sich über Hautkontakt übertragen :ugly: . (Ich persönlich halte zumindest letztere Aussage für Quatsch.)

    Wir haben ein Röntgenbild der Nase bekommen (da erkennt man lediglich, dass da mehr Masse im linken Nasenloch ist), aber wirklich etwas sehen im Sinn von "da ist ein Tumor und der ist groß wie eine Erdnuss" kann man nicht. Wir haben auch keine Möglichkeit, länger hier zu bleiben und die vorgeschlagene Chemo-Behandlung durchführen zu lassen und jedes Mal zu einem anderen Tierarzt gehen halte ich in Peru für ausgesprochen schwierig. Ich weiß ehrlich gesagt, noch nicht mal, was man dafür an Instrumenten braucht.

    Ein Blutbild wurde auch gemacht, eine Urinprobe ebenfalls. Doch auch hier wissen wir nicht, was wir mit den Werten anfangen sollen und was die uns sagen. Z.B. gibt es im Blutbild den Wert "WBC" mit einem Resultat von 18.2 und einem Referenzwert von 9.0 - 17.0. Dank Google weiß ich nun, dass unser Hund leicht erhöhte weiße Blutkörperchen hat, was im Fall einer Entzündung ja auch normal ist. Dabei ist anscheinend die Anzahl der Granulozyten etwas zu hoch (wir haben die %-Verteilung der unterschiedlichen weißen Blutkörperchen vorliegen) - es handelt sich um 0,9%.

    Ebenfalls zu hoch sind MCV und MCH Wert - da sagt Google "Diese Bezeichnungen stellen Laborwerte dar, die der Funktionsüberprüfung der Roten Blutkörperchen (Erythrozyten) dienen. Aufgrund ihrer zentralen Funktion beim Sauerstofftransport werden diese lebenswichtigen Werte routinemäßig bestimmt. MCH (mean corpuscular haemoglobin) repräsentiert den Hämoglobin-Gehalt des Einzel-Erythrozyten. MCHC (mean corpuscular haemoglobin concentration) ist als mittlerer, zellulärer Hämoglobingehalt definiert. MCV (mean corpuscular volume) beschreibt den Volumen-Inhalt des Einzel-Erythrozyten." ... das sagt mir aber nix. Kann mir das jemand übersetzten?


    Alle anderen Werte sind im Normalbereich, manchmal in der Nähe der Grenzen aber noch nichts was extrem ausschlägt.


    Bei der Urinuntersuchung haben wir mehr Abweichungen.

    • pH-Wert ist zu hoch (liegt bei 7,0 - Referenzwert bei 5,5 - 6,0) Aber was ist normal für den Hund? Meiner ist immer sauer und ich versuche den seit Monaten auf 7,0 zu bringen...
    • Protein: hier steht beim Resultat "++", beim Referenzwert steht hier "Negativ". Heißt das, dass wir extrem zu viel Eiweiß im Urin haben?
    • Die Farbe ist in Ordnung aber der Urin ist etwas milchig#
    • Es wurden Kristalle gefunden (hier steht bei Resultat "amorfos" und als Referenz "Ausentes") Welche Kristalle gefunden wurden, steht nicht im Befund.

    Leider ist das alles noch auf Spanisch - wir versuchen unser bestes das alles zu verstehen. Ob der Hund bei der Untersuchung nüchtern war können wir fragen. Wir werden auf jeden Fall am Montag zum Arzt gehen und uns das nochmal erklären lassen. Aus den Werten und dem Bild würde ich persönlich jetzt nicht unbedingt auf einen Tumor schließen und Panik machen.


    Ergänzend dazu: Die Nase von Quito ist anfällig für alles Mögliche. Er hat eine Immunschwäche und bekommt daher alle 2 Monate 2 Tabletten mit Cortison, danach wird das merklich besser. Er hat auch eine Creme mit Antibiotika für auf die Nase, damit sich die Haut erholt. Die geben wir aber nur, wenn es wirklich schlimm ist und versuchen sonst die Nase anders zu schützen.


    Der Nasenausfluss ist leicht blutig (immer noch) und ziemlich zäh. Man kann da dran ziehen und es fühlt sich an die diese Slimy-Dinger die man auf Jahrmärkten kaufen kann. Aber sonst ist Quito normal. Er war total happy dass er vorhin ohne Leine über die Wiese toben durfte (die letzten 2 Wochen war er immer an der Leine und wurde etwas zu gut gefüttert) und schläft gerade wieder. Das Gewicht wird sich wieder einpendeln wenn wir weiter unterwegs sind :bindafür: und so lange er noch etwas hat (Nase) kann und darf er sich auch gerne gesund schlafen und erholen, wenn er das braucht. Aber wie finden wir nun raus, was genau er hat und was wir machen können?


    Vielleicht habt ihr eine Idee?


    beste Grüße
    mahzouz

  • Danke für deine Antwort,

    ob das möglich ist, müssen wir mal fragen. In einem Umschlag habe ich vorhin auch noch einen weiteren Befund gefunden, den muss ich noch übersetzen.

    Erstmal wollen wir: Keine Panik :smile: .

  • Ich lese, dass es weitere Diagnoseschritte braucht.

    Ohne jetzt konkret auf die Befunde/Diagnose einzugehen: Ich verstehe die Umstände noch nicht. Das klingt, als könntest du nicht so einfach zu einem TA gehen?

  • Hallo,

    weitere Diagnoseschritte wären hilfreich ;-). Natürlich gibt es hier in jeder Stadt einen Tierarzt, die ärztliche Versorgung ist aber mehr darauf ausgelegt einem Tier Antibtiotika zu verschreiben oder Blut abzunehmen. Viele Tierärzte sind mehr darauf aus, Futter, Spielzeug, Näpfe, Hundebetten, Flohmittel etc zu verkaufen. Das sind oft mehr Verkaufsstätten mit einem kleinen Untersuchungstisch. Der Arzt, der die Diagnose gestellt hat, war so motzig und stinkig, dass er uns die Unterlagen (Röntgenbild etc.) auch nicht geben wollte. Der war einfach nur sauer, dass wir nicht die Behandlung gekauft haben.

    Wir haben unserer deutschen Tierärztin alle Unterlagen geschickt, leider aber noch keine Antwort erhalten. Eventuell kommt da in den nächsten Tagen etwas :). Im Moment geht es Quito besser, das Nasenbluten und der Ausfluss sind weg, die Rotze ist aber noch da und er hat dadurch Probleme gut zu schlafen. Dass er da ein Problem hat ist offensichtlich, wir haben nur noch nicht heraus, was genau. (Sorgen mache ich mir natürlich trotzdem um den Kleinen...)

    So lange sich die Situation nicht verschlechtert werden wir auf gar keinen Fall direkt zur Chemotherapie übergehen!

    Ach ja, der Befund vom Nasenabstrich übersetzt: "Befund von reichlich runden Zellen mit blassem oder leicht basophilem Zytoplasma und reichlich zytoplasmatische Vakuolen, während sich der Kern durch dichtes Chromatin, vorstehendem Kernkörperchen und Mitosen in unterschiedl. Stadien. Verträglich mit übertragbarem Geschlechtstumor."

    (Jetzt sagt mir nicht, dass das was total schreckliches ist...)

    beste Grüße aus Peru
    mahzouz

  • Hallo,

    wir waren heute noch mal bei einem Arzt und der konnte (heureka!) sogar verständliches englisch. Das war sehr gut, denn er hat die Ergebnisse des anderen Arztes erklärt, hat selbst noch mal einen Abstrich aus der Nase genommen und das untersucht und dann mit dem ersten Arzt telefoniert und den Befund besprochen :gut: . Das Verkaufsarsenal des Arztes war auch wesentlich kleiner und besser ausgewählt als das von vielen anderen Tierärzten hier.

    Die Ärtze sind sich beide relativ sicher, dass es dieses Sticker Syndrom (hier nennen die das TVT) ist, können es aber nicht 100% sagen. Weil sie zwar Zellen gefunden haben, aber nicht genug um definitiv zu sein und es besteht eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass es ein anderer Tumor ist. Aufgrund des Alters des Hundes gehen beide von TVT aus und nicht von einem Karzinom, das nur chirurgisch entfernt werden kann.

    Also haben wir uns (nach einigem Ringen) für die Chemotherapie entschieden, die wir nun wöchentlich durchführen lassen bei den Ärzten, denen wir auf unserer Reise so begegnen. Das Medikament bekommen wir morgen und bis jetzt hat Quito die erste Dosis (war vor ca. 6 Stunden) gut vertragen. Weil die Zellen noch nicht so viele sind, scheinen auch weniger Behandlungen (5-8) auszureichen, der Tumor kommt auch nicht wieder (wenn er davon weg geht) - außer er steckt sich irgendwo erneut an :???: :dagegen: .

    Morgen müssen wir dann noch klären was passiert wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen zu niedrig für eine Chemotherapie ist und was passiert, wenn man nicht genau im 7 Tage Rhythmus bleibt. Das versuchen wir auf jeden Fall zu verhindern - hier in Südamerika weiß man aber nie 100% was auf einen zukommt :ugly: z.B. so was wie der Radlagerschaden, den wir vor 4 Tagen hatten. Glücklicherweise konnte der am Folgetag repariert werden.

    beste Grüße
    mahzouz

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