Scheu? Verwildert? Sozialisierbar?

  • Noch ein Tipp - weiß nicht, ob ihr das noch besorgen könnt: Rescue-Tropfen! Die beruhigen wirklich gut und entspannen die Kleine während der Fahrt. Dann ist das alles halb so schlimm.

    Zum Rest ist eigentlich alles gesagt. Gebt ihr Zeit, verwöhnt sie, aber bedrängt sie nicht. Ein ruhiger und zuverlässiger Umgang geben ihr die meiste Sicherheit.
    Meine Hündinnen aus Ungarn waren nach einigen Monaten Eingewöhnung die dankbarsten und anhänglichsten Hunde, die man sich nur vorstellen kann. Mit einem absoluten Willen zu gefallen...

  • langsam
    Hallo!

    Da mein Echo (spricht sich "Ecko") ja auch erst drei Wochen bei mir ist, gebe ich jetzt auch mal meine "two cents" dazu.
    Er war ein Fundwelpe und dann sein Leben lang (3 Jahre) im Tierheim in Marbella.
    Man merkte ihm an (er kam per Flugzeug), dass er es gewöhnt war, von Menschen "gehändelt" zu werden, aber so einige Konzepte waren ihm völlig fremd. z.B. das Konzept einer Beziehung zum Menschen, was man mit einem Ball macht, oder dass er einen Namen hat. Den Namen hatte er da auch, nur hat ihn fast nie jemand damit angesprochen. So gut sich das Tierheim gekümmert hat, dafür ist bei 300 bis 400 Hunden einfach keine Zeit.

    Vor Männern hat er mehr Angst, was meinen besten Freund (den mein letzter Hund Merlin sehr geliebt hat) auch etwas traurig gestimmt hat, aber nach mehreren Besuchen und ein paar Würstchen wird es langsam besser. ;)
    Das habe ich jetzt aber schon von diversen Tierheimhunden gehört, dass sie mit Männern erstmal mehr Probleme haben.

    Echo hatte den Hundekorb im Schlafzimmer als seine sichere Zone auserkoren, und dort war er die ersten 10 Tage fast ausschließlich.
    Ich hab ihn dort in Ruhe gelassen, ihn zum Spazierengehen dort "abgeholt" und mich ab und zu für ein paar Minuten neben den Korb gesetzt und mit ihm geredet, auch gestreichelt, wenn er nicht zu gestresst schien dadurch.
    Nur zum Fressen habe ich ihn mit dem vollen Napf dorthin gelockt, wo sein Fressplatz sein soll (soll ja nicht glauben, ich brächte ihm sein Leben lang das Essen ans Bett... :lol: )
    Ansonsten war ich im Rest der Wohnung, und nach etwa einer Woche begann er, immer mal den Kopf um die Ecke zu schieben und ins Wohnzimmer zu gucken.
    Dann kam mal ein kurzer Schnüffelrundgang dazu, und wieder ab ins Schlafzimmer.
    Nach ca. 2 Wochen hat er dann die Hundebox im Wohnzimmer für sich entdeckt, darin ist er jetzt viel (zum Schlafen, Knochen kauen und sich vorm Staubsauger verstecken). Die Gitterbox ist eingerahmt von 2 Wänden und meinem Schreibtisch, oben drauf liegt eine Decke und innen eine weiche Liegematte, und diese "Höhle" scheint er für gemütlich und sicher zu befinden. Manchmal liegt er auch schon davor. Er lässt sich schon ziemlich gern streicheln, aber er legt sich noch nicht zu mir, sondern steht und lässt sich "betüdeln".

    Und so gaaanz langsam beginnt er auch auf seinen Namen zu reagieren. Wofür es natürlich jedesmal eine Belohnung gibt.

    Kurz und gut, nach 5 Tagen habe ich in der Wohnung noch nicht wirklich gemerkt, dass da ein Hund ist, und bis erstes zögerliches Vertrauen aufkam, hat es ca. zwei Wochen gedauert. Natürlich ist da noch jeder Hund anders, aber Geduld ist meiner Meinung das, was am Wichtigsten ist.

    Echo fand's im Tierheim sicher nicht so klasse (obwohl die Leute sich da scheint's sehr gut um die Tiere kümmern - aber es ist halt Tierheim), aber es war alles, was er kannte.

    Und jetzt ist die komplette ihm bekannte Welt plötzlich weg.
    Aber er fängt schon an, sich tapfer auf die neue einzulassen. :respekt:

  • Feli galt ja auch als sehr ängstlich, ihr Name bedeutet auch "die kleine Ängstliche". Sie hat hier allerdings einen Senkrechtstart hingelegt, sonst hätten wir sie auch gar nicht behalten. Jetzt, nach 5 Monaten, wirkt sie wie ein ganz normaler Hund, als wäre sie von Anfang an hier gewesen.
    Was natürlich bei weitem nicht bei jedem scheuen Hund so ist!

    Allerdings hatte sie mit Ylvi auch einen Hund zu Orientierung da, und ich bin ziemlich sicher, dass ihr das enorm geholfen hat.

  • Das hatte ich gehofft. :ops:

    Ach ja, und Echo bekommt noch B-Vitamine ins Futter (einfach ein Vitamin-B-Komplex aus der Drogerie, eine Viertel Tablette am Tag), das hatte mir mal ein Tierarzt bei meinem letzten Hund empfohlen - soll unterstützend gegen Stress helfen.
    Vielleicht kann es eurer Maus ja auch guttun.

  • Ich hatte ein ähnlich anmutendes Problem mit meiner Hündin, die ebenfalls aus dem Tierschutz kommt.

    Mein Bruder konnte nicht das Haus betreten (!) ohne Reaktion von ihr. War sie alleine (sprich, ich war nicht in meinem Zimmer, wo ihr Rückzugsort ist) verkroch sie sich und blieb ganz still. War ich bei ihr, knurrte und bellte sie.

    Viele der oben genannten Tips (und ich schreibs noch einmal- Geduld...) haben bei uns gut geholfen.
    Was ich auch bemerkt habe: mir vertraute sie ziemlich schnell und so wurde mein Bruder zu meinem besten Freund ;)
    Wir setzten uns zu zweit auf den Boden, ganz nahe ich sprach mit meinem Bruder, wir waren zu dritt in einem Raum... Sie sollte einfach sehen, dass diese "Gefahr" zu mir gehört und ich die auch kontrollieren und ihr zugänglich machen kann.
    Nach 6 Monaten hat sie nun wirklich keine Probleme mehr mit meinem Bruder und samstags wenn ich früh aufstehe und er noch im Bett liegt, schleicht sie sich manchmal zu ihm ins Zimmer :applaus:

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