Spielverhalten von Hunden

  • Hey ihr Lieben,
    ich lese gerade ein Buch zum Thema "Spielverhalten bei Hunden"
    Das Thema interessiert mich wahnsinnig, weil es so viele unterschiedliche Varianten gibt.
    Besonders aber interessiert mich das Spielverhalten von Hunden untereinander.

    In dem Buch steht geschrieben, dass ein Spiel solange ein Spiel ist, wie signalisiert wird (Spielverbeugung, übertriebene Gesten/Mimik), dass es sich um nichts anderes als ein Spiel handelt ( "ernstes" Verhalten also spielerisch ausgetestet wird).
    Dabei kann es sofern einer der Spielpartner das Spiel nicht mehr als solches erkennt, oder eine "ungerechte" Rollenverteilng stattfindet, auch kippen und somit zu einer Konfliktsituation kommen.

    Meine Hündin spielt sehr, sehr vorsichtig mit sehr kleinen Hunden, trifft sie auf einen Terrier wird das Spiel durchaus ruppiger wobei sie die Rolle eines sterbenden Wildschweins einnimmt :hust: ...auf der Seite liegend, lässt sie sich ordentlich am Nacken(speck) zerren.
    Mit vertrauten Hunden klappt es prima mit dem Rollenwechsel, dabei geht es aber auch mal lauter zu.
    Sie spielt dabei sehr körperbetont, gibt ein Bärengebrüll von sich und veranstaltet eine Art "Wrestling".
    Je nach Hund gibt es auch Rennspiele,sie ist da aber in dem Part des Verfolgers recht ruppig und bremst den anderen Hund oft aus.
    Manchmal wir auch versucht den anderen Hund mit einem Beller zu stoppen.

    Nunja, jetzt frage ich mich immer öfter, was ist dabei noch Spiel und was nicht.
    Ich achte jetzt zunehmend auf den Beginn und habe festgestellt, wenn sie von sich aus mit einer Spielaufforderung beginnt und zwischendurch auch ein paar zeigt, bleibt das Spiel entspannter.

    Ich bin manchmal aber echt etwas verunsichert durch die Lautstärke beim Spiel.
    Gerade wenn sie mit ihrer besten Kumpeline spielt hört es sich an als sie sich in einen Bären verwandelt.

    Mich würde total interessieren, ob ihr Unterschiede im Spielverhalten mit verschiedenen Hunden seht und wie diese aussehen.
    Wird bei euch auch teilweise sehr laut und körperbetont gespielt?
    Lasst ihr es laufen oder greift ihr ein?


    Ich freue mich auf Berichte, Bilder und Videos =)

  • Das Spielverhalten mit verschiedenen Hunden sieht auf jeden Fall unterschiedlich aus, das ist ganz normal!

    Meine Cara zB spielt Renn- und Verfolgungsspiele auch mit Hunden, die sie weniger gut kennt oder gerade erst kennenlernt. Ob dabei ein Rollenwechsel stattfindet, hängt von der Größe des Spielpartners ab: Cara bevorzugt deutlich die Rolle des Verfolgers, ist der andere Hund größer oder gleich groß wie sie und möchte sie auch mal jagen, bricht sie das Spiel ab. Nur von kleineren Hunden läßt sie sich auch mal jagen. Ich interpretiere das so, daß ein gewisser Mut dazu gehört, sich in die Rolle das Gejagten zu begeben, und leider, leider, es muß gesagt werden, Cara ist tief im Herzen ein kleiner Feigling...

    Ringen & Raufen dagegen findet heute mit anderen Hunden gar nicht mehr statt, früher als Junghund allerdings mit Begeisterung, aber nur mit wenigen, gut bekannten und etwa gleichstarken Freunden.

    Ob Hunde stumm spielen oder laut, sagt in meinen Augen nichts über das 'Umkippen' in eine Streiterei. Ich würde da eher auf die Körpersprache beider Hunde achten. Haben beide noch Spaß an der Sache, oder möchte einer sich entziehen, schafft es aber nicht? Zieht einer den Schwanz zwischen die Beine und macht ein ängstliches Gesicht, ist auf jeden Fall der Punkt erreicht, wo der Mensch eingreifen sollte.

    Dagmar & Cara

  • Aber es ist irgendwie doch eine andere Dynamik dabei...

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    (Auf dem Video sind meine Hündin und mein damaliger Rüde zu sehen)
    Sollte man hier schon ermahnen, oder laufen lassen?
    Ich finde meine Hündin schränkt ihn in dem Video ein wenig in der Bewegung ein, woraufhin er versucht etwas auszuweichen.
    Trotzdem ist eben dies häufig ihre "Spielart", mein Rüde ist da jetzt nicht so sehr drauf eingegangen, aber mit ihrer Kumpline wirds dann gern mal noch ruppiger und ähnlich laut.

    (Ich hab den Ton angelassen wegen des Bärengebrülls, meine Schwester fragt dann auch direkt mal verunsichert ob mein Rüde weiß, dass meine Wildsau es nicht so bös meint :D")

    Wenn ich "vorsichtig" rufe...nimmt sie immerhin etwas mehr Rücksicht :hust:

  • Ein interessantes Video! :smile:
    Für mich sieht es so aus, als ob die Hündin den Sandhügel lieber für sich allein hätte. Die Interaktion mit dem Rüden wirkt auf mich anfangs mehr wie Vertreiben, danach aber mehr wie Spiel, Elemente von beidem mischen sich. Insgesamt sieht man aber, daß beide Hunde sich gut kennen und wissen, wie weit sie miteinander gehen können. Beide Hunde bewegen sich in spielerisch übertriebener Weise (Bewegungsluxus), beide könnten sich jederzeit ausweichen, tun es aber nicht, sondern streben zueinander.

    Ich finde es in Zweifelsfällen immer einen guten Test, wenn man die Hunde kurz einige Meter voneinander trennt und dann schaut, ob sie beide wieder zueinander streben oder ob das Interesse einseitig ist und der andere seine Ruhe will.

    Was ich persönlich anders machen würde ist, daß ich nicht durch Anfeuern und schnelle Bewegung zusätzlich Unruhe in eine Situation bringen möchte, von der ich befürchte, daß sie kippen könnte.
    Besondere Achtsamkeit ist natürlich geboten, wo es irgendwelche Schätze zu verteidigen gibt. Könnte es sein, daß du durch deine Anfeuerungsrufe usw den Hügel in den Augen der Hündin noch wichtiger und damit verteidigenswerter gemacht hast?
    Meine Cara ist völlig entspannt, wenn es um Leckerli oder Bälle geht, aber sie wird zickig, wenn es um ihre Lieblingsspielplätze geht, auf denen sie sich gerade allein amüsiert. Dein Sandhügel würde ihr auch sehr gut gefallen! :smile:
    Bei Cara bleibe ich allerdings auch in solchen Situationen entspannt, weil ich sie kenne und weiß, daß sie nur blufft und sofort zurückstecken würde, wenn der andere Hund sich nicht bluffen läßt. (Ich hatte schon erwähnt, daß sie im Herzen ein Feigling ist oder netter ausgedrückt, sie schätzt das Risiko sorgfältig ein.)


    Dagmar & Cara

  • Das ist meine kleine Schwester die zu Besuch war und auf dem Video anfeuert :D
    Aber ja es stimmt, dass man sie so zusätzlich unnötig pusht. Wobei ich nicht anfeuere und sie sich ähnlich verhält.
    Zwischen den beiden ist das Spiel nie gekippt, einfach weil mein Großer dann eher davon getrottet wäre als sich mit Fräulein Superzicke anzulegen.

    Einmal hat sie doch tatsächlich versucht ihn zu besteigen, da hat er sie einmal umgedreht und sie wusste woran er war.

    Bei uns bekannten Hunden bin ich da auch um einiges entspannter als wenn sie so ein Verhalten wie im Video, bei einem fremden Hund zeigt.
    Da kenne ich den anderen Hund ja nicht und weiß nicht unbedingt wie dieser inklusive Besitzer auf ihr ruppiges Spiel reagiert.

    Was ich immer etwas nervig finde, sobald andere Hunde spielen fühlt sich meine Hündin dazu berufen für Ruhe zu sorgen.

    Nur in bestimmten Konstellationen, ist sie scheinbar in der Lage auch zu dritt z.b. zu spielen.

    Der "Test" Hunde trennen und wenn beide weitherhin Interesse zeigen, wieder zusammen laufen lassen, ist nicht schlecht und haben wir auch schon so gemacht.
    Aber ich hab oft Bedenken, trotz spielender Hunde die sich scheinbar nicht daran stören so wild zu spielen, dass meine es eventuell übertreibt.

    Vielleicht bin ich zu zimperlich, aber sie ist eigentlich immer die einzige die so unglaublich laut spielt.
    Ich erwisch mich schon dabei, bevor ein Spiel beginnt vorzuwarnen, dass meine gerne mal etwas lauter wird und man sich bitte nicht erschrecken soll ^^...

    Ps.: Wenn ich mir das Video jetzt nochma anschaue hast du Recht! Sie versucht ihn tatsächlich ein wenig vom Sandberg fern halten zu wollen :fear:

  • Also hier wird nicht gern körperbetont gespielt, schon gar nicht, wenn man sich nicht kennt. Das sieht man echt sehr deutlich, kommt einfach ein fremder Hund an und rempelt einen der beiden an wird er einfach stehen gelassen und schief angeguggt nach dem Motto "Hackts dir?" :lol:
    Für den Anfang werden hier nur Rennspiele ohne großen Körperkontakt akzeptiert. Ansonsten hören sie einfach auf, das finden sie blöde.

    Allerdings sieht das beim 2. Treffen schon ganz anders aus, es wird sich erkannt und losgestürmt =) ne Runde im Kreis gerannt und dann kann man sich auch mal gegenseitig in den Dreck schmeißen und bisschen raufen. Wenn man müde wird legt man sich halt hin und beißt sich gegenseitig in den Kragen.

    Ich kann hier auch sehr gut beobachten, dass es sehr viel mehr Überwindung kostet, sich jagen zu lassen. Wenn mein Bubi jmd verfolgt ist er ganz cool, rennt er davon kriegt er teils ne mega Bürste :hust: Aber die kriegt er schnell und hat auch nicht unbedingt was zu bedeuten, außer, dass er das grade bisschen unheimlich findet.

    Laut spielen meine beiden nicht, außer evtl. mal nen Kläffer zwischendrin. Meist wenn der andere aufhört und er weitermachen soll, also quasi eine Aufforderung. Hab aber auch schon beobachtet, dass einer der beiden irgendwo dazwischen ist und gekläfft hat, damit die wilde Spiellerrei aufhört. Die Colliezei halt :tropf:

    Ansonsten machen sie hier auf dem Sofa manchmal seltsame Geräusche wenn sie sich da bisschen kabbeln. Das klingt dann echt lustig aber nicht gefährlich. Zu 90% sind sie aber eher stille Spieler.

  • Unter vertrauten Freunden bzw. untereinander wird ganz anders gespielt von meinen Rüden, als mit Fremden. Mit Freunden gibt es viel körperbetontes Gerangel, viel Hinwerfen und sich Herumzerrenlassen, wechselndes Rollenspiel mit Verfolgen und Verfolgtwerden. Sehr derb, sehr laut, aber absolut entspannt. Da muß ich keine Angst um Kippen haben. Oft endet eine Spielsequenz mit kurzem, wechselndem Aufreiten des Einen, das der Andere völlig gleichmütig und entspannt als bekanntes Ritual akzeptiert. Ein paar Minuten später praktiziert er es dann beim Spielkumpel genauso.

    Mit Fremden wird sehr viel höflicher und vorsichtiger gespielt. Die Gesten zur Spielaufforderung sind sehr deutlich, es wird der Wunsch auf Abstand respektiert oder nach Wunsch ein Rennspiel statt eines Raufspieles initiiert. Dafür läßt sich Matteo auch vom neuen Spielpartner verfolgen, um ihn in Stimmung zu bringen. Speziell fremden Mädels und Welpen gegenüber ist er vorsichtig und nimmt sich zurück, um nur ja Akzeptanz als Spielpartner zu finden.

    Kritisch ist der Kontakt zu etwa gleichstarken, gleich energischen, gleich alten Rüden. Kann gutgehen, kann aber auch in ein Raufen ohne Beschädigungsabsicht abgleiten - was ich nicht möchte und deshalb das Spiel abbreche bzw. umlenke.

  • Das sind Serij (TWH, fast 16 Monate) und Valli (Englischer Setter, 11 Monate). Die beiden kennen sich sehr gut und ein anfängliches Rennspiel (wobei Serij fast immer die Gejagte ist, das taugt ihr mehr) wird meist zu einem Raufspiel, bei dem auch ordentlich geknurrt oder in Vallis Fall gebellt wird.

    Serij spielt am Liebsten mit Rüden, rauft auch relativ schnell einmal, wobei sie bei kleineren Vertretern vorsichtiger ist. Umso besser sie sich mit einem Hund versteht, desto wilder wird gerauft und am Boden gekugelt.

  • Bei uns bekannten Hunden bin ich da auch um einiges entspannter als wenn
    sie so ein Verhalten wie im Video, bei einem fremden Hund zeigt.
    Da kenne ich den anderen Hund ja nicht und weiß nicht unbedingt wie dieser inklusive Besitzer auf ihr ruppiges Spiel reagiert.

    Wenn du die Körpersprache des anderen Hundes gut beobachtest, erkennst du ja Zeichen von Stress und Angst und kannst eingreifen. Und ich finde es richtig und rücksichtvoll, daß du den anderen HH vorwarnst. Aber ich glaube, die Hunde selbst können das am besten einschätzen.

    Was ich immer etwas nervig finde, sobald andere Hunde spielen fühlt sich meine Hündin dazu berufen für Ruhe zu sorgen.

    Oh, eine Spaßpolizei! :smile: Ja, das würde ich allerdings unterbinden.

    Nur in bestimmten Konstellationen, ist sie scheinbar in der Lage auch zu dritt z.b. zu spielen.

    Ich glaube, das fällt Hunden allgemein viel schwerer, und das kippt auch viel schneller, wenn es dann auf einmal 2 gegen einen geht. Oft spielen eigentlich nur 2 miteinander, und der dritte möchte sich nur gerne einmischen. Entweder um als Spaßpolizei das Spiel insgesamt zu unterbinden, oder um einen der Spielpartner für sich selbst zu gewinnen.
    Nur bei Rennspielen sehe ich öfters, daß mehrere Hunde einen 'Hasen' jagen, und da muß man auch immer besonders aufpassen, daß der Hase nicht zum Mobbingopfer wird. ich kenne aber Hunde, die sich auch von mehreren anderen gerne jagen lassen, weil sie selber sehr schnell sind, zB Windhunde oder Setter.


    Dagmar & Cara

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