Lucas hat eigene Ansichten vom Zuürckkommen - was tun?

  • Moin,

    mein Lucas ist ein Garafianomix aus Spanien, bei dem der Garafiano sehr überwiegt.... zwar jagt er auch (der andere Teil ist Bretone) aber meist nur Mäuse, damit hab ich kein Problem. Ist größeres Wild außer Sicht (da reicht ein Busch) kehrt er sofort um. Auch akzeptabel, wobei ich ihn, bei Wildsichtung nicht von der Leine lasse, bzw. ihn ranrufen möchte, bevor er es sieht. Und da beginnt, zumindest hier daheim, unser Problem.

    Lucas ist seit Oktober bei mir und ein Traum von Hund, er ist äußerst leichtführig, sofern man keine dumpfen Befehle gibt und hofft, das er sie ausführt. Sitz auf dem HuPla funktioniert einmal, ein zweites Mal schon mit kleinem Seitenblick, ein drittes Mal sehr entnervt und sollte ich es wagen, das ein viertes Mal zu fordern wird mein Hund taub und blind (da ich auch mit Sichtzeichen arbeite). Allerdings, wenn ich das im Alltag einfordere haben wir gar kein Problem, dann macht er, was ich ihm vorschlage oder worum ich ihn bitte anstandslos.

    Sind wir in unbekanntem Gebiet unterwegs, funzt der Rückruf, egal ob rufen oder auf Pfiff ebenso anstandslos, er kommt und bleibt in meiner Nähe, hält sich in einem, für mich, guten Abstand zu mir auf und man sieht, das er mich stets im Blick behält, verschwinde ich mal hinter einem Baum oder um eine Kurve, garantiert folgt er sofort nach. Perfekt - genau SO hätte ich es gern immer.

    Ja, aber hier zu Hause, da weiß mein Lump doch a. wo wir wohnen, b. das ich sowieso die gleiche Strecke gehe und c. sein Sicherheitsabstand ist bedeutend größer als meiner - heißt "ich sehe Dich Chefin, warum pfeifst Du?" Und er sieht mich durchaus auf 300 mtr. Mein Sicherheitsabstand ist bedeutend geringer.... Schleppleine - mit geht er 1a - aber er weiß sofort wenn sie nicht dran ist, dann ist er auf und davon. Da hat er überhaupt keine Angst, ich könnte verschwinden, zu Hause darf ich auch außer Sicht geraten. Ich hab`s ausprobiert, das kann eine halbe Stunde dauern, bis er meint, mal nachsehen zu müssen, wo ich denn bin?!

    Jedes Leckerchen ist uninterssant, manchmal holt er sich eines ab, manchmal nicht, das kommt einfach drauf an, worauf er Lust hat, verfressen - ist er wahrlich nicht. Heute Morgen hab ich Fleischbällchen genommen, die liebt er total und? Die ersten drei holt er sich freudig, beim vierten rast er auf mich zu, stoppt 10 mtr. vor mir und verschwindet in der Wiese..... danach gab`s Leinenknast.

    Ist auch nicht so, das er sich schlcht benimmt, Jogger, Radler, Walker sind ihm echt schnuppe - er mäuselt und schaut sie nicht an. Auch andere Menschen mit Hunden sind ihm schnurz - nur fangen die immer an, ihn zu locken oder ihren Hund hin zu schicken, eigentlich geht er Zank aus dem Weg, aber ein Mäuseloch beansprucht er doch für sich und schwupps hab ich einen "bösen" Hund. Die Leute, die einfach weiter gehen haben keine Probleme....ihre Hunde auch nicht.

    Abgesehen davon möchte ich aber, das er zuverlässig kommt. Über die Rasse selbst lässt sich wenig finden, eigenständige Hütehunde, die die Ziegen allein in die Berge begleiten und Abends wieder heim bringen, selbstständiges Treffen von Entscheidungen - kann auch wunderbare Seiten haben, kein blinder Gehorsam. Okay, aber Rückruf ist für mich unerlässlich.

    Und - er weiß genau, was er tun soll, wenn ich "hier" rufe oder pfeife, das haben wir sorgfältig aufgebaut. Funktioniert ja auch allerbestens, sofern wir nicht zu Hause spazieren gehen..... täglich in unbekanntes Gebiet fahren, ist keine Lösung, denn jede Strecke wird bekannt und sein Abstand zu mir größer, je besser er sich auskennt.

    Ideen? Habt Ihr ähnliche Lumpen daheim? Wie geht Ihr damit um oder was hat bei Euch geholfen?

    Sundri

  • Zitat

    eigenständige Hütehunde, die die Ziegen allein in die Berge begleiten und Abends wieder heim bringen, selbstständiges Treffen von Entscheidungen

    So ein Exemplar hab ich auch hier (Bardino).

    Martin Rütter Methode : In unbekanntem Gelände spazierengehen, dabei ein Fahrrad schieben. Dann rufen oder pfeiffen und sofort in entgegengesetzte Richtung wegfahren.

    Ich mach das so : Pfiff und dann Lieblingsspielzeug oder Leckerlie in entgegengesetzte Richtung schmeissen. Erstmal aus geringer Entfernung und ohne Ablenkung, später schwieriger. Gibt es ein Super-Leckerlie ? Tube, Hühnerherzen, Pansen ... ?

    Zitat

    er weiß genau, was er tun soll, wenn ich "hier" rufe oder pfeife

    Ja, langsam angetrottet kommen, wenn nichts wichtigeres zu tun ist.

    Grüße Bernd

  • Hallo Bernd,

    in unbekanntem Gelände habe ich das Problem ja überhaupt nicht - da habe ich einen traumhaften absolut führigen Hund - meinst Du, dass die Sache mit dem Fahrrad in unbekanntem Gelände etwas für bekannte Wege bringen könnte? Und wenn ja - warum sollte das funktionieren, mein Hund weiß ja, wo er ist. :???:

    Nein, es gibt nichts, was Lucas als Superleckerlie akzeptiert, mit Leberwursttube haben wir den Pfiff konditioniert, ist nicht so, das er Leberwurst jetzt blöd findet, nö - die ist schon superlecker - aber nicht so wichtig, wie auf der Wiese die Mäusepopulation zu überprüfen. Die gibt`s ja auch, wenn die Wiese dann kontrolliert worden ist - sprich, die Leberwurst läuft nicht weg. :ops: Und selbst das allerleckerste Leckerchen kann herunter fallen, dann schaut er ganz unbedarft und zuckt die Schultern "na gut - nu ist es wech", es sei denn, ich hebe es auf. Der Hund der nichts von der Strasse frisst, gar nichts, nicht mal ein Leckerchen, das ich vor seinen Augen dorthin lege - das ist meiner..... ansich liebe ich diese Eigenschaft sehr. :hust:

    Ich hab ernsthaft schon darüber nachgedacht, mich einfach mal abholen zu lassen, schwupps ins Auto und weg....... aber natürlich, er kennt unsere Autos und hat gute Ohren, da kommt er schon schnell angeflitzt. *seuftz*

    Zitat

    Ja, langsam angetrottet kommen, wenn nichts wichtigeres zu tun ist.

    In der Tat, Vollgas und Supersprint, wenn ich aus seinem Gesichtsfeld bin und sofortiges Verfallen in einen lässigen Trab, sobald er mich sieht - das ist dann auch die Zeit, nen Bogen zu schlagen und die nächste Wiese zu kontrollieren. Lumpenhund der Sauzahn.....

    Ich fürchte, ich werde einen Sonntagspazierhund haben.... super für ausflüge geeignet. :sad2:

    Sundri

  • Ich würde raten schlicht die Schlepp erstmal dran zu lassen, wenn ihr in bekanntem Terrain unterwegs seid. Jede Minute, in der dein Hund unkontrolliert frei läuft, ist ne Minute zu viel.
    Mach dir bewusst, was alles passieren kann. Hund wird überfahren, Hund verursacht schweren Verkehrsunfall mit Verletzten, Hund wird vom Jäger erschossen (passiert auch im freien Feld sofern in Waldnähe) usw.

    Wie hast du denn das mit der Schleppleine gehändelt? Am besten ist es, wenn man sie so nach und nach ausschleicht, heißt immer mal wieder ein Stück kürzt bis irgendwann nur noch ein Schnippel am Hacken hängt. Das Prozedere mit Schlepp einkürzen muss natürlich dem Trainingsfortschritt angepasst werden. Ich denke mal wochenweise 5 - 10 cm kürzen sollte klappen.


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  • Ob du das jetzt noch hinbekommst, weiß ich nicht. Aber mit dem Wissen seiner Mäuseleidenschaft, würde ich das wohl unter Signal stellen und nur noch zur Belohnung erlauben. Erst zu Frauchen, dann mäuseln.

  • Zitat


    Nein, es gibt nichts, was Lucas als Superleckerlie akzeptiert, mit Leberwursttube haben wir den Pfiff konditioniert, ist nicht so, das er Leberwurst jetzt blöd findet, nö - die ist schon superlecker - aber nicht so wichtig, wie auf der Wiese die Mäusepopulation zu überprüfen. Die gibt`s ja auch, wenn die Wiese dann kontrolliert worden ist - sprich, die Leberwurst läuft nicht weg. :ops:


    Und warum läuft sie nicht weg?
    Bei mir gibt es Belohnungen nur, wenn es vorher geklappt hat!
    Beispiel:
    Rückruf - der Hund kommt angetrödelt - Pech gehabt!
    Belohnung nur, wenn er im Laufschritt angepest kommt.

  • Zitat

    Ich würde raten schlicht die Schlepp erstmal dran zu lassen, wenn ihr in bekanntem Terrain unterwegs seid. Jede Minute, in der dein Hund unkontrolliert frei läuft, ist ne Minute zu viel.
    Mach dir bewusst, was alles passieren kann. Hund wird überfahren, Hund verursacht schweren Verkehrsunfall mit Verletzten, Hund wird vom Jäger erschossen (passiert auch im freien Feld sofern in Waldnähe) usw.

    Wie hast du denn das mit der Schleppleine gehändelt? Am besten ist es, wenn man sie so nach und nach ausschleicht, heißt immer mal wieder ein Stück kürzt bis irgendwann nur noch ein Schnippel am Hacken hängt. Das Prozedere mit Schlepp einkürzen muss natürlich dem Trainingsfortschritt angepasst werden. Ich denke mal wochenweise 5 - 10 cm kürzen sollte klappen.

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    Hej, all die Dinge die Du aufzählst können nicht passieren, hier hinten bei uns im Feld gibt es weder Autos, noch vielbefahrene Straßen, noch einen Jäger, der meinen Hund schießen würde (dem Himmel sei Dank dafür). Ich lasse ihn nur von der Leine, in - für mich - sichtlich sicheren Gebieten.
    Die Schlepp kürzen, hmmmh, meine gute Niggeloh zerschneiden? :???: Mir leuchtet die Idee ein - und ich denke, sie macht auch Sinn, muss ich drüber nachdenken, das könnte eine Option für mich sein.

    Zitat

    Und warum läuft sie nicht weg?
    Bei mir gibt es Belohnungen nur, wenn es vorher geklappt hat!
    Beispiel:
    Rückruf - der Hund kommt angetrödelt - Pech gehabt!
    Belohnung nur, wenn er im Laufschritt angepest kommt.

    Ich hab einen kaputten Fuß :ops: , das ich weg laufe wird nicht funktionieren und ob es jetzt ein Leckerchen gibt oder nicht - glaub mir, das ist ihm herzlich egal. Da müsste ich ihn wohl einen Tag lang hungern lassen, damit das klappen würde.

    Fall das missverständlich ausgedrückt war, ich pfeife, Lou kommt angesaust, bremst, biegt auf die Wiese ab und kommt dann einige Minuten später - da gibt es dann natürlich keine Belohnung mehr. Wir machen auch oft genug Aufmerksamkeitstraining, aber wie schon angedeutet, nach ein paar Mal hat er keine Lust mehr und dann war es das. Es gibt nichts fressbares, das ihn dazu bringt, mir am Fuß zu kleben. Und das es nach den Minuten später mit Abzweig nichts gibt - stört ihn kein bisschen, auch in unbekanntem Gebiet kommt es vor, das er angesaust kommt, wirklich schön schnell, aber keine Belohnung will. Auch Worte können ihn nicht erheitern und Spielzeug schon gar nicht.

    Zitat

    Ob du das jetzt noch hinbekommst, weiß ich nicht. Aber mit dem Wissen seiner Mäuseleidenschaft, würde ich das wohl unter Signal stellen und nur noch zur Belohnung erlauben. Erst zu Frauchen, dann mäuseln.

    Ja, aber das ist ja das Problem, er kommt dann einfach nicht wieder, klar, es ist immer möglich, das ich hingehe und ihn abhole, dann freut er sich, das ich des Weges komme, aber von sich aus zurück aus der Wiese gestaltet sich als schwierig und ich hab keine Lust 20 Minuten am Rand zu stehen und ihm beim mäuseln zuzusehen.

    Sundri

    P.S. die allermeiste Zeit geht Lou an der Leine, aufgrund dessen.... ich sehe schon genau hin, das er weder Fahrrädern noch Wild frei begegnet, zumindest soweit ich das überblicken kann. Ich bin allerdings am Überlegen, ob die Sache mit dem Fahrrad nicht auch hier vor Ort taugen könnte :???:

  • Zu was für Gelegenheiten rufst du ihn denn ab im bekannten Revier? Was tut er, bevor du rufst, und was passiert nachher?

    Tendenziell kenne ich das auch, dass die Hunde im bestbekannten Gebiet auf Routinerunden mehr ihr eigen Ding machen und eine etwas längere Leitung haben. Liegt auch daran, dass von mir da normalerweise nicht viel kommt. Bei uns hilft es ganz gut, die Routine ab und an zu durchbrechen, dann passen sie besser auf.

  • Sundri, du schreibst doch selbst, dass du zum Teil ne halbe Std.auf deinen Hund wartest. Was meinst du wieviel Kilometer ein Hund da zurücklegen kann.
    Ließ.dir mal mein Thema "Verletzung geht dauernd auf" durch (Link kann ich nachreichen). Dann weißt du, was in 3 Minuten in Wald reinpesen und wieder raus kommen, passieren kann. So ne Geschichte wünsche ich keinem.

    Fürs Schleppleine ausschleichen kauf dir ne Billige,.die.du zerschneiden kannst.
    Bei mir liegt eine Billige bereit, falls der Tag mal irgendwann kommt, an dem ich denke, dass wir mal offleine unterwegs sein können.

    Gesendet von meinem X10i mit Tapatalk 2

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