nervöser Hund -> Was hilft?

  • Ich würde auf jeden Fall schauen, dass es einer ist, der sich mit Arbeitshunden bzw. Hüte- und Schäferhunden wirklich auskennt. Der wird am ehesten einzuschätzen wissen, welche Balance zwischen Auslastung und Ruhe der Hund braucht und wie man am Kreiseln arbeiten kann.

  • Zitat

    .....

    Zu ihrer Auslastung:
    Ich mache mit ihr 3x pro Woche Hundesport (Schutz & UO) und gehe ca. 4x pro Woche Fährte.
    Zudem bekommt sie ihre täglichen Spaziergänge und spielt gerne mit unserem 2ten Hund (8 Monate).....

    ...und dann wundert Dich das:

    Zitat

    Hallo :smile:

    ich habe eine 4 Jährige belgische Schäferhündin, welche sehr nervös ist.

    ??

    Das ist ja ein Programm wie für nen Manager.....

    Ich hab mit Bossi nen extrem triebigen Deutschen Jagdterrier ("Schlimmer als ein Mali" hat mir mal ein Halter eines Mali bescheinigt *gg) Und den laste ich aus mit: einmal die Woche Mantrailing. Punkt! Zwischendurch ein bisserl Unterordnung (nur noch privat seit der BH-Prüfung), halt beim Gassigehen mal oder so. Er lebt mit Biene zusammen, sodaß die tagsüber auch mal miteinander ne Runde spielen und herumkaspern.

    Und das ist ALLES, was der Hund macht - der ist daheim tiefenentspannt und draußen temperamentvoll ohne Ende, allzeit bereit, zu arbeiten - aber er dreht nicht hohl oder ist nervös...

    Ich glaub, die Malis haben heutzutage dasselbe Problem wie die meisten Aussies: die Leut haben alle Angst, den Hund zu unterfordern, und überlasten ihn deswegen gleich...

    Also - wie Du schon planst - Pensum runterfahren, Ruhe vermitteln, und vor allem selbst draußen ruhig sein und souverän - das signalisiert, daß Du alles im Griff hast und das Mädel nix regeln muß.

    PS: wenn Du den Hund so oft trainierst (Schutzdienst vor allem, Fährten ist ja eher ruhig) und der jedes Mal dabei hochfährt wie blöd: Streß hat Ausschüttung von Adrenalin und Cortison zur Folge - die brauchen bis zu 7 (!) Tagen, um wieder abgebaut zu werden im Körper. Wenn der Hund also alle 2-3 Tage wieder gepusht wird, ist der dauerhaft auf 180, und man braucht sich über Nervosität nicht zu wundern.

    Viel Spaß mit der Motte ;-) Ihr kriegt das schon in den Griff!

  • Zitat

    Ich glaube auch, dass das Verhalten durch Überforderung entstehen kann, jedoch bin ich der Meinung, dass sie da als Junghund extrem überfordert wurde, ansonsten hätte sie das Verhalten nicht schon gehabt, bevor sie zu mir kam.

    Da ich aber nicht dem Vorbesitzer gänzlich die Schuld in die Schuhe schieben möchte, werde ich jetzt sowieso einmal weniger Sport mit ihr machen.

    Nur wenn sich dabei nichts bessert, wollte ich nachfragen, ob sich jemand mit stereotypen Verhalten bzw. dessen Ursachen auskennt. Ob man da eine Therapie macht oder der Hund Medikamente bekommt. Einfach wie der Ablauf einer solchen "Ursachenfindung und -bekämpfung" aussieht... Ich möchte nämlich auf keinen Fall, dass mein Mäuschen mit Medikamenten zugedröhnt wird. Ich hätte auch eine Therapieform gehofft, nur hab ich noch nie gehört, dass dies jemand anbietet.

    Also meint ihr, dass ein "normaler" Hundetrainer (ohne spezifische Kenntnisse bzgl. stereotypen Verhalten), mit solch einem Fall klar kommt?

    Hier ist schon mal ein wenig Lesestoff für Dich - https://www.dogforum.de/stress-angst-t…3%9F%20Tagebuch dort hat Brush sehr gut die hormonellen Zusammenhänge beim Streß und diverse Maßnahmen samt ihrer Funktionsweise erklärt. So dauert es z. B. sehr lange, bis ein erhöhter Cortisol-Spiegel wieder auf normales Level abgebaut wird, manchmal geht das nur durch "Ruhe" auch schon gar nicht mehr, sondern es bedarf unseres aktiven Zutuns. Auch dazu kann man in dem Thread einiges finden.

    Ich wüßte einen Hund mit solch einer Problematik am liebsten bei einem Verhaltens-TA aufgehoben, hat schon wer die Liste verlinkt?
    Wenn nicht, hier ist sie: http://www.gtvmt.de/10/verhaltenst…ihrer-naehe.htm

    Ich würde das Kreiseln auch unterbinden - aber das ist meist leichter gesagt, als getan, denn irgendwo muss der Hund in dem Moment mit seinem "Impuls" ja trotzdem hin. Auch da helfen aber Tipps vom Profi. Ich würde da jetzt gar nicht groß auf eigene Faust etwas ausprobieren, sondern mir professionelle Hilfe holen. Alles andere sind erfahrungsgemäß nur Umwege auf Kosten des Hundes.

    Und noch was - vergiß die "Schuld-Frage". Darum gehts doch überhaupt nicht - der Hund hat ein Problem und braucht Hilfe, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mit einer TÄ aus der GTVMT-Liste sehr gute Erfahrungen gemacht - uns wurde auf vielerlei Art geholfen.

    LG, Chris

  • Danke für alle Tipps.
    Ich bin gespannt was ihr hilft. :)
    Werde darüber lesen, zum TA gehen, weniger trainieren und einen Trainer aufsuchen.
    Ich bin mir sicher, so schaffe ich es, dass mein Mädchen ein entspannteres Leben hat.

    Schon jetzt bleibt sie auf ihrem Platz liegen, wenn ich es ihr mit "Leg dich" anschaffe und läuft mir nicht ständig nach. So kann ich auch das Kreiseln schon einige Zeit unterbinden, da ich sie immer wieder an Ihren Platz zurück schicke. Das nimmt sie sehr gut an. :)

    LG von Irene und ihrer relaxteren Calypso ;)

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