Hund mag im Training keine Wiederholungen

  • Kann mir jemand Tipps geben?
    Ich habe meinen Kleinen 2-jährig von privat übernommen. Bis dahin hatte er keinen Hundekontakt. Lernen durfte er nur wenig und Lösungen durfte er auch keine selbst suchen.
    Seit ich ihn habe gehe ich mit ihm in einer privaten Hundeschule in eine kleine Gruppe. Er hat jetzt ein gutes Sozialverhalten und das kleine Hunde ABC kann er.
    Ich kann aber in der Gruppe immer nur wenig üben. Das ist weder für meine Trainerin noch für mich und meine Mitübenden schön. Üben wir zum Beispiel Fußlaufen, an einem bestimmten Punkt setzen oder legen und weiter fußlaufen klappt das einmal. Dreimal platz oder sitz innerhalb einer Übung geht nicht. Er steht einfach nicht mehr auf. Ich kann ihn nach einer zweiten Wiederholung auch nicht aus Entfernung abrufen. Er bleibt einfach sitzen oder liegen. Wenn es sein muss bis ans Ende der Stunde. Nur rumdrehen und zum Auto laufen hilft oder anleinen.
    Genauso ist es beim apportieren. Dummy verstecken, suchen lassen und apportieren klappt ein/zweimal. Öfter geht er nicht. Bleibt einfach bei mir stehen.
    Er spielt wenig und ist absolut nicht verfressen. Die beste Motivation ist ein Lob. Ich würde so gerne mehr mit ihm machen weil meine Große nun auch schon 10 Jahre ist und langsam gemütlicher wird.

  • Ich würde vorschlagen, individuelles Training. Was Gruppentraining bringen soll erschließt sich mir gerade bei Hunden in der ausbildung nie wirklich. Einzel kann deine Trainerin gezielt mit euch arbeiten und dann kann man zur Belohnung auch mal gemeinsam rennen, um Beute rangeln und auch mal kuscheln. Warum etwas wiederholen wenn es doch schon 2x geklappt hat? Mach ich selber auch nur wenn die Belohnung stimmt und die muss extrem hochwertig sein.

    wichtig ist immer nur sehr kurze Trainingseinheiten zu haben. Maximal 10 Minuten aber selbst in denen gibt es ständig Unterbrechungen durch Belohnungen. Bei jungen Hunden oder Hunden im Aufbau spielt man 80% der Zeit und in diesem spiel wird mal kurz was gemacht so dass der Hund eigentlich nur lernt dass Spielen mit dem HF extrem spaß macht und sich lohnt.

  • Wir gehen auch in einer kleinen Gruppe in die Hundeschule und meistens klappt dort auch das eine oder andere nicht. Da kann die Gruppe noch so klein sein, es lernt einfach jeder in einem anderen Tempo und mit anderen Methoden. Deshalb ist es bei uns so, dass wir die Übungen durchspielen, dann den einzelnen Alternativen gezeigt werden, wie es individuell besser klappen könnte und der Rest passiert dann zu Hause. Da kann ich wunderbar ohne zu viel Wiederholungen beim Spaziergang ein mal ein bisschen Unterordnung einbauen oder mal den Dummy apportieren lassen. Ich finde, es liest sich so, als würde dein Hund (noch) keinen Sinn darin sehen, das alles wieder und wieder zu machen. Entweder er findet mit der Zeit Freude daran, sich sinnlos ständig hinzusetzen und hin und her geschickt zu werden oder du musst dich damit abfinden, dass er eher der pragmatische Typ ist. :smile: Das gibt es durchaus, bei manchen Rassen mehr, bei anderen weniger.

    Vielleicht findest du ja eine Beschäftigung (sei es ein bestimmter Hundesport oder auch "nur" Tricksen über freies Formen) die bei ihm einen Nerv trifft/selbstbelohnend ist/seinen Anlagen entspricht. Wenn du so sehr darauf aus bist, etwas mit ihm zu machen, dann probiert euch doch ruhig durch.

  • Ihr seid ja schnell. Danke
    Einzeltraining habe ich gemacht. Ich übe auch jetzt immer häufig kurze Einheiten. Sitz, Platz, Bleib, Fuß , Apport und so einfache Sachen macht er gut und absolut zuverlässig. Aber wirklich immer nur ein/zweimal. Ich hab den Eindruck, dass er Wiederholungen als Korrektur aufnimmt.
    In der Gruppe bin ich so gerne weil er sonst nur mit meiner Hündin Sventje Hundekontakt hat. Der hat wirklich in den ersten 2 Lebensjahren nur Kontakt zu seinem Bruder gehabt. Alles andere wurde unterbunden. Auch jetzt ist er noch sehr zurückhaltend und quittiert jedes anspielen oder stürmische Kontaktaufnehmen mit leisem Grollen. In dieser Gruppe kann er aber entspannt immer mal für kurze Zeit beim Spiel mitmischen. Die kennt er jetzt lange genug. Die Übungseinheiten sind halt immer ein wenig deprimierend. Alle Hunde haben Spaß und meiner guckt traurig.
    Ich würde ihm wünschen dass er mal was so richtig mit Spaß machen kann.
    Meine Sventje liebt die Arbeit mit dem Clicker. Meinen Kleinen interessiert der Clicker nicht. Ich konnte ihn nicht konditionieren. Leckerli sind uninteressant. Dafür müsste ich den schmalen Kerl 2 Tage hungern lassen.
    Das Tier ist wirklich lieb aber auf seine Art auch nicht einfach.

  • Mach doch einfach die Übungen soweit mit wie dein Hund Spaß macht. Übungen an denen er keinen Spaß hat, oder eben an vielen Wiederholungen, kannst du ja auch einfach auslassen und versuchen ihn anderweitig zu motivieren. Die tatsächlichen Übungseinheiten finden doch sowieso zu Hause statt. Ich hab damals auch Dinge mitgemacht die uns zugesagt haben und andere habe ich ausgelassen. Je nach Tagesverfassung hab ich auch von vornherein gesagt dass wir heute keine Übungen mit machen sondern an anderen Dingen arbeiten. Da ging es dann nur mit in den Freilauf wenn die Kröte lust hatte. Da kann deiner doch auch ein wenig mitmischen wenn er Lust hat. Wenn er keine Lust hat dann eben nicht.

    Vielleicht baust du in dir auch einfach zu viel Druck auf mit dem Wunsch, dass dein Hund so viel Spaß hat wie andere. Vielleicht dauert das auch einfach noch ein wenig und irgendwann macht es klick.

  • Ich glaube das Wesentliche bei euch ist, daß euer Hund bisher nie die Freude am Lernen und gemeinsamen Tun lernen durfte.
    Von daher würde ich zunächst einmal weniger an das Training in den Mittelpunkt stellen, sondern versuchen etwas zu finden was ihr gemeinsam tun könnt und das er von sich aus liebend gerne tut, also selbstbelohnend ist; damit er erst einmal die Freude am gemeinsamen Tun mit dir entwickeln kann. Ganz ohne Anspruch ihm etwas beibringen oder etwas erreichen zu wollen. Darauf kannst du dann Schritt für Schritt aufbauen.
    Wenn du das Gefühl hast er erlebt eingeforderte Wiederholungen als Korrektur würde ich das Training sehr abwechslungsreich gestalten und zunächst alles nur einmal einfordern. Und dann auch nur das was er gerne tut. Bis er gelernt hat, daß du nicht mit ihm trainierst weil du nicht mit ihm zufrieden bist, sondern weil es Spaß macht.

    LG

    Franziska mit Till

  • Danke schon mal für die vielen Antworten.
    Ich werde in der nächsten Zeit Übungen wenn möglich immer nur einmal machen. Und ich versuche es mal mit Suchen. Rumrüsseln tut er schon gerne. Und Futterschleppen mit ganz leckeren Sachen kann er. Aber auch nicht immer. Oft genug wird auch so was verweigert. Die einzige Übung welche immer voller Freude ausgeführt wird heißt: geh zum Auto. Dann läuft er auch gerne mal selbständig 100 Meter zum offenstehenden Auto und setzt sich rein. (Und geht später garantiert nur noch nach mehrmaliger Aufforderung wieder raus).

  • *kicher* schon meine Jagdhundeausbilderin hat früher gesagt "wenn eine Übung drei mal gut klappt, wiederholen sie sie nicht und machen sie was anderes, ihr Hund ist ja nicht blöd....." ich hab gelesen, Deiner macht es auch keine drei Mal?

    Bleib gelassen, freu Dich über jeden Fortschritt, es kann auch durchaus damit zusammen hängen, das er in den ersten Jahren eben nichts gemacht hat? Was für eine Rasse ist er denn und wie lang ist er bei Dir? Vielleicht noch viel zu kurz?

    Ich hab hier auch so einen Hund, der Zusammenarbeit bei Wiederholungen schlicht verweigert, spätestens beim dritten Mal wird er blind und taub, schaut durch die Gegend und nimmt mich nicht wahr. Bei ihm liegt das allerdings auch in der Rassse begründet, er ist ein Garafianomix, denen fehlt so der blinde Platzgehorsam. Und ich finde es besser, es einfach zu lassen, denn im Alltag macht er was immer ich möchte - auf seine Art - aber er tut es. Ich hab an und mit Lucas eine Menge gelernt und viel über "mach das jetzt, weil ich es will" nachgedacht und in den meisten Fällen geht es für mich tatsächlich darum.

    Geh ruhig weiterhin dorthin und vielleicht gibt es dort ja eine gut geführte und begleitete (sehr wichtig) Spielgruppe für soziale Kontakte? Meine HuSchu bietet das an und wir sind dort sehr gern.

    Das er immer zum Auto will - ich würde das so deuten, das ihm unwohl ist und er noch nicht so weit ist, sich draußen gelassen zu verhalten. Er ist unsicher und möchte am liebsten nach Hause? Bleib geduldig.

    Sundri

  • Sieh es nicht so eng - dein Hund hat die Übung wohl verstanden und sieht keinen Sinn drin, dass nu stupide zu wiederholen. Wir hatten hier die Übung "auf die Seite" - wenn Fahradfahrer kommen, oder Jogger oder oder oder. Anfangs übt man das ja, auch wenn nix kommt - irgendwann machte es aber bei meinem Hund "klick" und er verstand den Zusammenhang "es kommt was" - "aus dem Weg gehen". Seitdem Tag verweigert er das Kommando aus reinen Übungszwecken. Er macht es nur noch, wenn er auch Sinn drin sieht und wirklich was kommt...
    Und in der HuSchu muss man auch als Mensch keinen blinden Gehorsam dem Trainer gegenüber haben. Das heisst jetzt nicht, dass man besserwisserisch daherkommen soll, aber sagen - mein Hund hat keine Lust mehr - kann nicht mehr - hat die Konzentration nicht mehr - die geforderte Übung ist (noch) zu schwer - das nehm ich mir schon raus. Meine Trainerin hat da immer Verständnis - es geht ja nicht drum, dass man in der Stunde perfekt vorführt - sondern lernt. Eine Übung wird besprochen, dann einzeln vorgeführt - dann bekommt man Hilfestellungen, wenn es nicht so klappt - dann ist der nächste dran und am Schluss gibt es "Hausaufgaben". Ist man gerade nicht dran, guckt man zu, spielt ein wenig mit dem Hund oder kann das ein oder andere auch nochmal für sich üben. Also im Grunde ist die Stunde für den Mensch und weniger für den Hund...
    Aber ich kann auch verstehen, dass es frustrierend ist, wenn der Hund einfach so gar nicht mitmachen möchte - so ne Phase hatten wir auch.

    Liebe Grüße,

  • Ich versteh deinen Hund.

    Ich habe auch nie eingesehen, dass man etwas was klappt x-mal wiederholen muss, vor allem wenn es so Sachen sind, die 'keinen' Sinn machen. Also Sitz, Fuss, Sitz, Fuss etc, immer wieder.

    Meine verweigert das auch. Vielleicht hätte sie es akzeptiert, wenn ich es von Klein auf gemacht hätte. Aber dazu hatte ich auch keine Lust, sie macht es ja, wenn auch nicht turniermässig 100% korrekt.

    Vielleicht gibt es wirklich Interresanteres für den Hund, eben Schnüffeln, Tricks, Frisbee etc.

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