Frustationstoleranz: 0
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weisserschaefer -
3. Juli 2014 um 20:47
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Liebe Forenmitglieder,
ich spare mir an dieser Stelle die Worte wie "mein Hund ist super & brav und und und" und komme nach einer kurzen Beschreibung direkt zum Wesentlichen, um euch lange Romane zu ersparen. :)
Schäferhund, Rüde, unkastrierte, 1 1/2 Jahre alt.
Das Problemchen ist folgendes: Ich arbeite im Moment an dem Erlernen neuer Kommandos. Sitz, Platz, Bleib, Komm, Gib, Gib laut und paar weitere sind schon ziemlich gut.
Aber irgendwie merke ich vermehrt als damals im Welpenalter als er die Kommandos gelernt hat, dass er nun beim Üben überhaupt keine Geduld mitbringt. Wenn ich versuche die ersten Übungsschritte zu lernen, so wird er schon nach 30 Sekunden ungeduldig und fängt an sich zu beschweren (er fiebt). Er hat schlichtweg keinen Bock. Aber die Käsehäpchen in meiner Hand will er natürlich trotzdem. Das Problem hier ist einfach (und ich bin hundeerfahren), dass ich ihm und auch mir kein Erfolgserlebnis bieten kann. Somit müssen wir abbrechen, was weder ihm noch mir Spaß macht. Denn ich konnte ihm nix beibringen, und er bekommt keine Häpchen. Der Grad der Übung ist entscheidend ob der Hund Spaß hat oder nicht - weil man nicht umsonst einfach beginnt und die Schwierigkeit langsam steigert. Doch wenn ich versuche ihm "Stop!" beizubringen und er weint schon beim zweiten mal wenn ich mich vor ihn stelle um zu signalisieren dass er stoppen soll, fiebt er. Natürlich kann ich ihn nicht belohnen für sein Handeln, weshalb ich mich entweder wegdrehe, ihn rufe um ihn dann zu bestätigen, oder ich breche direkt beinhart ab. Er soll nämlich auch nicht lernen, dass er - wenn er sich nicht anstrengt - dennoch Leckerchen auf andere Übungen folgen.
Er hat schlichtweg keine Frustationstoleranz. Selbst wenn ich mich mit dem Auto einparke und ihn aus dem Kofferraum befreien möchte, fiebt er. Denn ich bin ihm zu langsam. Ich denke in dem Moment dann immer "alter, lass mich doch abschnallen und die Handbremse ziehen. Ich hab dich noch nie im Auto vergessen!"
Er war auch nie ein Hund der immer bekommen hat was er möchte. Wenn er kam um beachtet zu werden während ich beschäftigt war, wurde er ignoriert. Klappt problemlos im Alltag. Aber beim Üben und Autofahren muss er weinen. Selbst während der Fahrt, denn um Himmels willen wann sind wir endlich da, "es dauert mir zu lange", wäre das dann wohl aus hündisch übersetzt. Ich bin auch nicht böse oder beleidigt (ok, ein kleinen wenig beleidigt. Aber ich bin auch nur ein Mensch) und ich weiß: Er ist ein Junghund. Er ist verrückt, noch nicht aus der Pupertät und und und. Aber das geht nun seit nem halben Jahr und ich möchte dem Hund Dinge lernen. Machte damals ihm und mir Spaß.
Ich hoffe mir kann jemand Ratschläge geben. PS: Der Hund ist kerngesund. Es liegt also nicht an irgendwelchen Kommandos die er nicht ausführen kann weil ihm vielleicht was schmerzt. Er rennt sonst auch den lieben langen Tag rum, setzt und legt sich 400mal am Tag hin und und und. :)
Viele Grüße!
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Hi,
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Hmm, direkt eine Antwort kann ich nicht geben - mir fällt nur eines dazu ein:
Hast du es mal mit anderen Leckerlis probiert? Wenn ich mit nem Saitenwürstchen ankomm, dann kann ich auch gleich wieder alles einpacken. Dann ist nuuuuur das Würstchen interessant, sonst nix. Er spult einfach alles (schlampig) ab, was er gelernt hat (such dir doch das passende selber aus - her mit der Wurst!!!). Ich nehm seitdem nur noch die normalen trockenen Leckerlis- und variiere dann den Grad des Lobs mit der Stimme. Etwas Besonderes gibt es nur noch als Überraschung und ohne, dass er vorher weiss, was es gibt (und erst ganz am Ende als Abschluss) - seitdem läuft das Training recht gut.
Zum anderen kann ich nichts sagen, mein Hund fährt gern Auto, wartet brav, kann sogar vor seinem gefüllten Napf sitzen, ohne frustriert zu sein... sorry (dafür haben wir andere Baustellen
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Helfen kann ich dir leider nicht. Aber ich setze mir hier mal ein Lesezeichen. Habe nämlich das fast selbe Problem mit meinem 4 Jährigen Bub hier.
Absolut keine Frustrationstoleranz. Nur anstatt zu fiepsen, fängt er an mich mit seinen Pfoten zu hauen. Sprich er gibt Pfötchen und verlangt somit seine Kekse bzw. den Click.
Was mich auch interessieren würde, jetzt mache ich ja echt nur diese kleinen und sehr leichten Übungen/Tricks, gibt es aber geziehlt Übungen die die Frustrationstoleranz stärken?
LG Laura und schön zu wissen das es auch noch andere Leidensgenossen gibt :lach:
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Zitat
Zum anderen kann ich nichts sagen, mein Hund fährt gern Auto, wartet brav, kann sogar vor seinem gefüllten Napf sitzen, ohne frustriert zu sein... sorry (dafür haben wir andere Baustellen
)Das kann meiner auch
aber beim Tricks lernen, egal wie viel Ruhe ich da mit rein bringe, etc. er ist immer sofort Frustriert, wenn etwas nicht sofort klappt :/ -
Hm... warum hörst Du auf wenn Dein Hund anfängt zu fiepen?
Ich meine er hat ja dann das Erfolgserlebnis, dass Du aufhörst wenn er fiept? Nach der Art, okay wenn ich fiepe, hört sie auf?
Die Antwort auf meine Frage würde mich wirklich interessieren, denn wir arbeiten ohne Leckerli und würden gerade dann nicht aufhören.
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Ich kenne dieses Spielchen, um an der Toleranz zu üben.
Wie hier ja schon genannt wurde, natürlich nicht mit 'nem Nonplusultra-Leckerlie anfangen. -
Ich lese 'Käse in der Hand' und da vermute ich auch, daß der Käse vorerst allzu spannend sein könnte, du also besser mit Trofu oder sonstigen weniger wertvollen Leckerli arbeiten solltest, bis hin zu Knäckebrot oder Gemüse.
Zum anderen könnte auch das 'in der Hand' zu spannend sein. Wenn du mit Clicker arbeitest, kannst du das Locken mit Leckerli in der Hand nach wenigen Malen abbauen und nimmst dann nur noch die leere Hand als Hilfe. Dann der Click - und dann erst der Griff in die Tasche. So hat der Hund die Belohnung nicht gleich vor Augen und in der Nase und kann sich besser auf das konzentrieren, was er dafür tun soll.
Dagmar & Cara
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Hi,
ich würde das STOPP anders aufbauen.So wie du es jetzt machst, ist es Frust pur für den Hund.
Mit dem FIEPEN beim Einparken..da ist Frusttoleranz gefragt....
Mich stört etwas Aufregung nicht. Mein erster Hund, dem wars wurscht wo das Auto hält. Der 2. erkannte tolle Gassiestrecken 1 Km vorher...und jetzt der Collie ist auch so ein Blitzmerker. Mir wurscht, nur Ruhe muss sein, wenn ich es sage.
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ich würde dir auch raten, erst mal weniger attraktive Leckerlis zu nehmen, kenn das von meinem Bub, da schaltet bei gewissen Sachen einfach das Hirn aus

Außerdem würde ich immer mit was Leichtem, also etwas, was er schon kann, anfangen UND aufhören. Dann verbindet er Training nicht mir Frust, was ja nicht so toll wäre. Je nach dem auch die Trainingsschritte kleiner halten, damit er schnell Erfolg hat. Und verlange absolute Ruhe/Konzentration und keine Hibbellei beim Training, sprich jammert er oder hibbelt rum passiert nichts, kein Leckerchen keine Ansprache, nix. Ist er ruhig kannst ihn ansprechen. So mach ich das zur Zeit mit meinem übermotiviertem Junghund
Natürlich nicht zu lange trainieren, aufhören solange es noch gut läuft! Dann bleibt es eine schöne Erinnerung. -
Zwei Dinge fallen mir auf. Erstens vermute ich, dass du zu sehr mit locken anstatt mit belohnen arbeitest, und der Hund daher viel zu fokussiert auf die Leckerchen ist. Weniger hochwertiges Leckerchen kann da helfen, aber noch viel mehr der Umgang damit. Sprich, es wird nur noch belohnt, nicht bestochen. Du musst nicht clickern, wenn du das nicht magst, aber ein Markerwort kann da echt hilfreich sein. Und jemand, der sich deine Gestik unter die Lupe nimmt.
Und zweitens, es wurde mangelnde Frustrationstoleranz als Ursache erkannt. Dann sollte man erst daran arbeiten, statt an neuen Tricks. Eine nette Übung wurde ja bereits verlinkt. Im Netz und auch hier im Forum finden sich noch mehr. Aber auch und gerade im Alltag sollte man daran arbeiten. Angefangen an den ganz kleinen Dingen, die man normalerwise tolerant übersieht. Aber für den Hund und den Lernerfolg ist es wichtig, dass man bei kleinen, auch dem Hund nicht sehr wichtigen Dingen anfängt. Da wird er sich nämlich viel schneller drein schicken, dass es jetzt nicht genau nach seinem Kopf geht, und er kann lernen, welches Verhalten ihn zum Erfolg führt.
Ich habe hier auch einen Hund, der mit sehr wenig Frustrationstoleranz ausgestattet wurde. Er wird nie der gelassenste oder geduldigste Hund werden, aber er hat soviel gelernt - und ich noch mehr!
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