Wie vorbei gehen?

  • Hallo zusammen,

    seit Oktober habe ich meine 2. Hündin Gina, sie ist von Privat mitllerweile ca 6 Jahre und kastriert. Sie versteht sich auch gut mit dem Ersthund (Adri).

    Da sie erst wenig kannte, als ich sie übernahm musste sie natürlich einiges lernen. Zum Beispiel: Wir lassen andre Hunde ganz in ruhe vorbei gehen.

    Ich scheine mir selbst ein Ei gelegt zu haben, denn Gina lässt nun zwar ruhig andre Hunde passieren während sie mit Adri am Wegesrand sitzt, aber wir können nicht ruhig und gelassen an andren Hunden vorbei gehen.

    Irgendwie habe ich auch ne Blockade im Kopf und brauche eure Hilfe. Wie bringe ich ihr bei ruhig und gelassen an andren Hunden vorbei zu gehen?

    Wenn noch Fragen sind gerne fragen.

    Danke LG Angi und die beiden Wuffels

  • Ich würde erst mal gar nicht auf ruhig achten - wenn sie bellt dann bellt sie halt. Zügig gehen, andere Hunde nicht anschauen, dann sieht sie ja, was du machst. Wenn du den anderen Hund anstarrt und sogar noch laut wirst (Aus aus und so) dann wird sie das auch tun.

    Wichtig ist: Leinenführigkeit ohne Ablenkung üben, v.a. dass sie auf der Seite bleibt und nicht an dir vorbei Rtg anderer Hund geht. Sie muss also deine körperliche Grenze akzeptieren und wissen, dass sie auf der Seite, auf der du sie führst zu bleiben hat.

  • Also ich führe meine Hunde eigentlich immer auf der abgewandten Seite, damit ich als Schutz zwischen Ihnen und dem Reiz bin.
    Meinst du denn wirklich sie wird das bellen dann irgendwann unterlassen? Wenn sie zb bellt um den andren Hund wegzubekommen, dann hat sie doch auch Erfolg sobald ich mit ihr vorbei gehe oder nicht?

    Dieses Verhalten tritt übrigens nur ganz selten bei Hunden am Zaun auf sondern wenn die Hunde sich so begegnen.

  • Ich habe den Vorteil, dass meine Hunde sehr gut auf Futter reagieren. Ich warte dann den Moment ab der eine Sekunde vorm Austicken liegt und werfe dann einen Keks Richtung vorwärts, bzw wenn noch nicht am Hund vorbei dann schräg nach vorne, also nie auf den anderen Hund direkt zu. Der erste Impuls ist dann dem Keks hinterher zu springen und ihn zu fressen. Schauen sie dann wieder auf, ist der Hund (meistens) wieder in aushaltbarer Distanz.


    So schaffen wir das ganz gut :smile:

  • Dieses einfach weiterlaufen sehe ich übrigens kritisch... Für meine Hunde wäre die ganze Aktion dann ein voller Erfolg (aus ihrer Sicht). Sie haben randaliert und "deswegen" ist der andere Hund weg. Das führt nur dazu, dass beim nächsten Mal erst recht gebellt wird.

  • Ich mache mit meiner Hündin gerne "Bei Fuss Übungen". Also kein striktes Bei Fuss, sie soll nur drauf achten, meine Geschwindigkeit beizubehalten. Sie erkennt schon, wenn ich meinen Oberkörper leicht nach hinten lehne dann bremst sie schon, beim anhalten setzt sie sich hin. Da is sie auch voll konzentriert (üben das mit unterschiedlicher Belohnung, auch z.B mal mit Bällchen, Spiel, Futter..).

    Wenn das gut sitzt, dann kann man so versuchen am Hund vorbeizugehen. Sie muss sich dann voll auf mich konzentrieren.

    Zudem haben wir ein gut aufgebautes Schnalzsignal- schnalzen = Richtungswechsel. Wird sie zu angespannt, drehen wir vorerst um, bis die Anspanung nachlässt.

    Wir haben nämlich die gleiche Baustelle, mit Z u B sind wir schon so weit, dass wir fast immer in geringer Distanz am Wegrand stehen/sitzen können und warten bis die anderen vorbei sind. Der nächste Schritt ist also wie bei euch.

    Hast du das am Wegrand sitzend warten denn geübt oder konntet ihr das von Anfang an? Wenn ihr das nämlich mit Z u B aufgebaut habt, würde ich nicht einfach vorbeigehen, egal ob sie bellt oder nicht.

  • Absitzen und vorbeigehen lassen kann sie ja. Und wenn man vorbeigehen will, dann muss man halt vorbeigehen.

    Man müsste es ja sehen, es ist auch sicher nicht immer so, aber in 90% aller Fälle regen sich die Hunde v.a. auf, weil die Halter angespannt sind, den anderen Hund selbst fixieren und v.a. die Leine kurz nehmen - Stress hoch 10.

    Also üben, dass der Hund wirklich zügig und locker mitläuft, ohne dass man dauernd was an der Leine macht - erst ohne Ablenkung natürlich, wenn er da schon nicht gut läuft, macht ers bei ablenkung natürlichauch nicht. Gegen Leckerlieeinsatz beim Üben der Leinenführigkeit spricht ja nix - aber als Ablenkung bei Hundesichtung bringt das oft nicht viel.

    Wenn es noch keine hochgradige Leinenaggression ist, fangen die meiten Hunde gar nicht erst an, wenn man zügig läuft und sich völlig unbeeindruckt zeigt. Und wenn er bellt, nu dann bellt er halt. Es geht nicht ums Bellen, das ist sowieso immer nur ein Symptom - wenn der Hund sich aufregt, dann kann er eh nicht anders. Gegen die Aufregung hilft nur souveräne Führung. Und wenn ich führe, und ich will an einem Hund vorbei, dann geh ich da vorbei.

  • Ich habe das "damals", als mein Ersthund mitten in der Pubertät steckte, so gelöst, dass ich ihm beigebracht habe mit der Nase meine Hand zu berühren und ihn so an anderen Hunden vorbeilotsen konnte ("Nasentarget", falls du's googlen möchtest). Der Vorteil war, dass er quasi im "Arbeitsmodus" war und deshalb mit der Aufmerksamkeit eh bei mir, die Vorwärtsbewegung und das Folgen der Hand schon zur Übung gehörte und außerdem der Blickkontakt zum entgegenkommenden Hund unterbrochen wurde.

    Die Methode passt nicht zu jedem Hund (manche keksen sich durch die Belohnung und das "Arbeiten" weiter hoch), aber vielleicht klappt's bei euch? :smile:

  • Danke für die schnellen Antworten!

    @byllemitblacky:
    Sie kennt am Geschirr gehen = schnüffeln, schauen, auch mal ziehen
    und sie kennt am Halsband gehen = Leine kurz neben mir gehen

    Sehe ich das richtig? Ich packe sie dann lieber ans Halsband in dem Moment oder? Oder ist es so, dass ich dadurch den andren Hund zu was besonderem mache?

    Ich trotte im normalfall eher meinen Spaziergang entlang. Soll man dann trotzdem Geschwindigkeit aufnehmen um vorbeizugehen? Oder könnte der Hund das als Signal für "hier stimmt was net, die (Frauchen) will schnell vorbei die hat Angst" nehmen?

    Ich hab grad bei offline-Hunden etwas Angst aber hier gehts ja nicht um diese sondern um die an der Leine ;) Mein kleiner Hund wurde sehr häufig gebissen bevor wir Gina dazu geholt haben.

    pardalisa:
    Ich glaube leider, dass das nicht so wirklich zu Gina passt. Aber ist auch ne Überlegung wert. Sie kann sich leider noch net so gut konzentrieren.

    sabarta:
    Die Kleene reagiert auch häufig auf Leckerlie, aber net immer. Du lässt aber schon zu, dass deine Hunde den andren wahrnehmen oder? Wie lange machst du das schon mit deinen Hunden so? Is das eher management oder können die dann auch irgendwann entspannt vorbeigehen?

    quendulinchen88:
    Mit Zeigen und Benennen haben wir das nicht gemacht, bzw hab ich mich damit nie beschäftigt. Bei uns wars so: Hund gesehen, Gina wurde angespannt (schon auf großer Distanz), dann hab ich die Hunde genommen an den Rand bzw. ins Gras neben den Weg gesetzt kurz n Leckerchen gezeigt, wenn sie ruhig waren gabs das auch, aber klar durfte sie immer wieder zum andren Hund hinschauen, da ich wollte dass sie den auch wahrnimmt. Mittlerweile setzt sie sich und sie weiß wann sie was bekommt. Wie würdest du denn den nächsten Schritt aufbauen?

  • Mit Anton hab ich zuerst auch " nur " Management betrieben als er kam . Ich hatte ihn am Geschirr, weil er wirklich keine Ahnung hatte, was er zu tun hatte, sich teilweise hingelegt hat ( mittlerweile nur noch selten) oder stehen geblieben ist, nicht mehr weiter gehen wollte.
    Ich hab ihn zu nichts gezwungen. Wenn er nicht weiter gehen konnte und den anderen im Blick behalten wollte, dann war das okay. Mir war nur wichtig, dass er erstmal lernt, dass es keinen Kontakt gibt und er an der Leine bei mir sicher ist.
    Denn letztendlich war er überfordert.

    Nach und nach wurde das Vorbeilaufen " leichter" . Heute zögert er nicht mehr, und lässt sich zu jeder Zeit ansprechen.
    Ich glaube, viele HH haben irgendwie " Angst" , Verhalten auszuprobieren, weil sie dann meinen, es würde sofort " gefestigt " oder sei nicht mehr veränderbar, und wünschen sich daher erfolgversprechende Anleitungen.

    Ich zeige dem Hund übrigens mit meiner Hand , dass wir weiter gehen und er darf natürlich schauen, wer der andere Hund ist. Wenn ich den Eindruck habe, er gerät in Unsicherheit, spreche ich ihn an, um ihn zu mir zu orientieren.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!