9 Wochen alter Piranha

  • Hallo allerseits,

    Ich melde mich hier im Forum, da ich ein wenig Rat bzgl der Erziehung meines Amstaff Rüden ersuche.

    Er wohnt seit etwas mehr als 2 Wochen bei mir und meiner Freundin in der Innenstadt.
    Als der Kleine bei uns einzog hat er sich auf Anhieb sehr gut eingelebt, hat seinen Kennel sofort akzeptiert und schläft nachts auch seine 7 Stunden durch. Er war nicht wirklich ängstlich, aber durchaus etwas ruhiger. Jetzt nach 2 Wochen hat er sich allerdings zu einem Energiebündel von Piranha entwickelt. Er hat andauernd seine "5 Minuten", besonders nach dem Essen. Normal streicheln kann man ihn nicht, sofern er nicht mit einem Spielzeug beschäftigt ist, ohne einen Biss in Kauf zu nehmen.

    Z.B. Gestern während der Fütterung. Wir stellen ihm den Napf nicht sofort hin, sondern er soll vorher sitz und schau machen, dann wird mit Fein gelobt und das Futter freigegeben. Wir greifen dann auch ab und zu in seinen Futternapf, nehmen ein wenig Essen weg und füttern es ihm dann von der Hand.
    Gestern allerdings, als meine Freundin das übernommen hat, hat er richtig wild geknurrt und nach meiner Freundin geschnappt.
    Ich hab ihm das Futter dann wieder mit einem NEIN abgenommen. Ein wenig später hab ich das Procedere wiederholt, allerdings durfte er diesmal nicht ans Futter ran sondern musste mir aus der Hand fressen.

    Und das ist auch der Punkt, er versteht was NEIN bedeutet, hab das intensiv mit ihm geübt indem ich ein Leckerlie auf meine Hand legte. Jedes mal wenn er da ran wollte sagte ich NEIN und habe meine Handfläche geschlossen. Wenn er zögerte gab's ein hey! Als Freigabesignal und er bekam das Leckerlie. Hab das dann auch erweitert, Leckerlie auf den Boden gelegt und da geht er auch nicht von selbst ran. Das kann er aber nur wenn's Futter gibt.

    Wenn er gerade mit Beissen oder Anknabbern von Möbeln beschäftigt ist, wird dieses NEIN getrost ignoriert. Wenn er z.B. gerade etwas anknabbert was er nicht soll, sage ich NEIN und nehme ihn weg.. Er geht wieder hin, ich wieder NEIN und nehme ihn weg. Irgendwann geht ihm das wohl auf den sack und er schnappt zu, dann gibt's von mir wieder ein Nein, ich drehe mich weg und ignoriere ihn. Dann stolziert er wieder fröhlich an die Stelle die er zuvor angeknabbert hat und macht weiter. Wie soll ich mich da verhalten?

    Wenn ihm manchmal langweilig kommt er such und beisst einfach, ich dann wieder NEIN, drehe mich weg, ignoriere ihn. Juckt ihn nicht, er springt an mir hoch, zerrt und beisst an meinen Klamotten. Nach 1 Minute wird ihm dann wohl langweilig und er lässt ab. Wenn ich ihn dann wieder beachte beginnt das Spiel von vorne. Soll ich das jetzt ewig so weitermachen?

    Ansonsten ist er zu fremden ein sehr lieber Kerl. Begrüsst jeden fremden freudig, beisst diese auch nicht und ist auch sehr lernwillig. Bin aber extrem ratlos wie ich oben genannten Situationen reagieren soll.

    Bin für jede Hilfe sehr dankbar.

    MfG
    Sorex

  • Hallo,

    mit 9 Wochen ist dein Hund ein absolutes Baby. Überlege mal ernsthaft, was du von einem menschlichen Baby erwarten würdest? Bestimmt nicht, dass es sozusagen mit Messer und Gabel essen kann.

    Und wenn ein Baby Hungert hat, du anfängst zu füttern und dann mittendrin anfängst mit dem Essen Experimente zu machen, bleibt dem Baby nur übrig zu schreien. Etwas anderes hat es noch nicht im Leben gelernt und ist viel zu klein um damit anders umzugehen.

    Übersetzt auf euren Welpen: laßt die Faxen mit seinem Fressen. Lernen muß euer Welpe ersteinmal, dass er euch vertrauen kann und dazu gehört auch, dass er ganz in Ruhe fressen darf, ohne das zwischendurch jemand in seinem Fressen rumfuchtelt. Ich würde auch sauer, wenn mir jemand in meinem Teller rumfummelt.

    Geduld braucht ihr. Jede Menge davon. Ein Welpe muß ersteinmal lernen, was er darf und was nicht. Klar versteht er "nein" noch nicht, wie auch. Gelernt hat er bei Mama und Geschwistern seine Zähne einzusetzen, alles andere lernt er erst bei euch.

    Hat er später richtig Vertrauen zu euch, dann ist futter wegnehmen etc meist überhaupt kein Thema.

    Und keine Sorge, es wird besser, solche Zeiten haben alle durch, die einen Welpen aufgezogen haben ;)

    gruß
    sabine

  • Zitat

    Wir greifen dann auch ab und zu in seinen Futternapf, nehmen ein wenig Essen weg und füttern es ihm dann von der Hand.
    Gestern allerdings, als meine Freundin das übernommen hat, hat er richtig wild geknurrt und nach meiner Freundin geschnappt.


    Würde ich auch, wenn man mich nicht in Ruhe meine Mahlzeiten einnehmen lassen würde. Das Futter ist eins der wichtigsten Dingen in einem Hundeleben und da stört man schlichtweg nicht. Wenn ihr das Futter frei gegeben habt, bedeutet es im Hundekopf das es nun ihm ganz alleine gehört und das er laut hündischem Verständnis sein Futter auch verteidigen darf. Ist ja schließlich seins. Wenn ihr wollt das er versteht das IHR die Futtergeber seid, dann gebt ihm was in den Napf dazu und lasst ihn ansonsten in Ruhe futtern. Immerhin ist er auch erst kurz bei euch. Er hat noch nicht das absolute Vertrauen zu euch und diese Futtermachtspielchen verbessern das Vertrauen auch nicht... eher im Gegenteil.

    Zitat

    Wenn er gerade mit Beissen oder Anknabbern von Möbeln beschäftigt ist, wird dieses NEIN getrost ignoriert. Wenn er z.B. gerade etwas anknabbert was er nicht soll, sage ich NEIN und nehme ihn weg.. Er geht wieder hin, ich wieder NEIN und nehme ihn weg. Irgendwann geht ihm das wohl auf den sack und er schnappt zu, dann gibt's von mir wieder ein Nein, ich drehe mich weg und ignoriere ihn. Dann stolziert er wieder fröhlich an die Stelle die er zuvor angeknabbert hat und macht weiter. Wie soll ich mich da verhalten?


    Klar macht er das. Er hat keine Ahnung was du von ihm willst und irgendwann steigt der Stress hoch genug um ihn zubeißen zu lassen. Habt ihr ihm mal eine Alternative geboten? Einen Gegenstand den er nach Herzenslust bearbeiten kann? Umlenken dürfte mehr helfen als den körperlich werden. :)

    Wie alt ist denn der Kleine eigentlich?

  • Laut Überschrift 9 Wochen, gibt es eigentlich einen triftigen Grund, warum der Welpe vor Vollendung seiner achten Lebenswoche von der Mutter getrennt wurde? Das Tierschutzgesetz verbietet das im allgemeinen.

  • Habe ich das richtig verstanden, dass der Hund mit weniger als 7 Wochen zu euch gekommen ist? Ihr (und der Verkäufer) habt damit gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Armer Zwerg. Bleibt nur zu hoffen, dass es einen driftigen Grund dafür gibt...?

    Zum Thema Futter:
    Stell dir mal vor, deine Freundin kocht für dich, sagt dir bescheid, dass es essen gibt, stellt es dir hin - du hast nen Bärenhunger, greifst nach Messer und Gabel, freust dich auf dein Essen - und dann zieht sie dir plötzlich den Teller unter den Händen weg. Warum, sagt sie dir nicht. Stellt es wieder hin, du willst erneut anfangen, da greift sie auf deinen Teller und schappt dir das Essen runter. Wieder willst du anfangen, da nimmt sie dir den Teller erneut weg. Ohne Begründung.
    Nun kannst du sie fragen was das soll - der Hund kann das nicht. Für ihn ist das völlig sinnbefreit (genauso, wie es das für dich auch wäre). Von daher ist es nicht verwunderlich, dass er irgendwann die Faxen dicke hat. Das wundert mich nicht. Hätte ich auch - zu Recht! Würde das jemand mit mir abziehen, ich wäre auch sauer!

    Bitte unterlasst solche Spielchen. Was soll das denn? Lasst ihn doch einfach in Ruhe fressen. Alles, was ihr damit erreicht, ist dass ihr unberechenbar für euren Hund werdet und er das Vertrauen verliert. Was äußerst verständlich ist.
    Wenn ihr erreichen wollt, dass ihr ihm jederzeit das Futter wegnehmen könnt, dann tut ihr das nicht, indem ihr Misstrauen aufbaut! Ihr erreicht damit gerade das absolute Gegenteil.

  • Zu der Sache mit dem Futter: Lasst ihn in Ruhe fressen. Wenn er sein Futter verteidigt, dann ist das absolut normales Verhalten eines Hundes! Er droht durch knurren und schnappen, auch völlig normal. Wenn ihr ihm das Fressen zugeteilt habt, dann ist es seines, lasst es ihm auch. Alles andere wäre Schikane. Ihr könnt auch eine Mahlzeit komplett aus der Hand füttern, wenn euch das wichtig ist.

    Das "Nein" hat er vermutlich sehr Situationsbezogen auf die spezielle Situation mit dem Leckerchen gelernt. Das ist völlig normal, bis das verallgemeinert wird und in anderen Situationen anwendbar ist, dauert es u.U Wochen. Also nur Gelduld. Ich würde ihm auch ein Alternativverhalten anbieten. Evlt ein Spielzeug oder Zeitung/Karton. Er muss eben noch lernen, wo es oke ist und was verboten ist. Auch ruhig ordentlich bestärken, wenn er sich mit erlaubten Dingen, z.B. Spielzeug beschäftigt.

    Warum wurde er so früh von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt?

    Ich würde dir außerdem raten, wenn ihr es nicht eh schon vor habt, mit ihm eine Welpenstunde in der Hundeschule zu besuchen. Dort kann er mit gleichaltrigen spielen, was enorm wichtig für die Entwicklung und das spätere Sozialverhalten gegenüber anderen Hunde ist und ihr lernt die Grundlegenden Dinge über Hunde und Erziehung und der Kleine das Grundgehorsam.

  • Zu der Sache mit der Abgabe: Wir haben ihn am 4.05. bekommen, die Welpen sind am 8.03 geboren. Tierschutzgesetz hin oder her, es sind 4 Tage! (Komisch, dass teilweise Posts verfasst werden, die sich nicht mal aufs Thema beziehen..). Der Welpe sollte dadurch keinen bleibenden Schaden abbekommen haben.
    Zu der Frage warum: Meine Freundin und ich konnten beide nur an dem Tag. Da die Zucht einige Hundert Kilometer weit entfernt ist, war es wichtig, dass wir auch zu 2. fahren konnten. War also allein unsere Entscheidung.

    Falls die Frage auftritt, ob der Welpe alleine war, nein, es war bisher immer jemand für ihn zu Hause.

    Zu der Sache mit dem Futter: Ich habe in diversen Foren und Seiten gelesen, dass man das mal ab und zu machen sollte. Mal angenommen man gibt das Essen frei und in der Wohnung lebt ein Kind (was bei uns nicht der Fall ist), und ja, man sollte Kind und Hund nicht alleine laufen lassen. Aber nur für den Fall der Fälle, das Kind greift in den Futternapf (weil es das nicht besser weiß) und der Hund schnappt zu. Nicht schön. Jedenfalls war so etwas der Grundgedanke hinter der Aktion. Aber ich werd's dann mal lassen und das Futter einfach nur noch freigeben.

    Zitat

    Habt ihr ihm mal eine Alternative geboten? Einen Gegenstand den er nach Herzenslust bearbeiten kann?

    Ja, das haben wir anfangs sogar gemacht, allerdings wollte er sie entweder nicht, oder sie waren nur ganz wenige Sekunden interessant. Anscheinend ziehen verbotene Sachen den Racker magisch an.

    Ich danke bisher allen, die versuchen mir zu helfen, allerdings wurde mir bisher nur gesagt, was ich falsch gemacht habe, nicht aber wie ich es denn richtig mache.

    Wär toll, wenn jemand noch auf diese Punkte eingehen könnte:
    - Verhalten, wenn Welpe nach einem Biss das Ignorieren ignoriert.
    - Verhalten beim Anknabbern verbotener Sachen und wenn er Alternativgegenstände nicht oder nur kurz akzeptiert.

    Eine Hundeschule werde ich definitiv besuchen, allerdings wurde mir von meiner Tierärztin gesagt ich solle bis zur 12. Woche und der 2. Impfung warten.

    lg
    Sorex

  • Zitat

    Ich danke bisher allen, die versuchen mir zu helfen, allerdings wurde mir bisher nur gesagt, was ich falsch gemacht habe, nicht aber wie ich es denn richtig mache.

    Kannst du nicht lesen? Sorry, hier haben viele Leute vernünftig geantwortet. Ich habe dich lediglich in einem normalen Satz die Frage gestellt, warum er so früh von der Mutter getrennt wurde. Warum als so patzig. Finde ich echt fehl am Platz und so vergeht auch die Lust am gegenseitigen helfen und v.a. daran dir zu helfen. Das ist ein kostenloses Forum. Die Leute teilen hier ihr Wissen, geben Tipps und dann darf man sich von dir auch noch anmaueln lassen. Überleg mal einen Umgangston.


    Ich gehe trotzdem nochmal drauf ein:

    Zitat

    - Verhalten, wenn Welpe nach einem Biss das Ignorieren ignoriert.


    Ich würde aufquietschen, damit er merkt, dass dir das weh getan hat. Normalerweise hält ein Welpe dann kurz inne. Danach kann natürlich normal weitergespielt werden. Wenn er gar nicht auf dein Quieken reagiert, kannst du ihm ein Sitz (das kann er schon oder?) abverlangen. Wenn er zu sehr überdreht ist und sich gar nichtmehr beherrschen kann. Kannst du ihn anleinen und so dran hinder, dass er dich verletzt. Dann nach kurzer Zeit los machen und versuchen. Welpen müssen die Beisshemmung noch lernen, aber sie lernen es alle. Einfach so tun als ob es wirklich wirklich weh getan hat und ihn auch ruhig sanft wegschieben, wenn das möglich ist. Du kannst auch über ein Kindergitter in der Türe nachdenken, dann ist der Welpe nicht ausgesperrt, aber du kannst dich zurückziehen und auch was erledigen.

    Zitat


    - Verhalten beim Anknabbern verbotener Sachen und wenn er Alternativgegenstände nicht oder nur kurz akzeptiert.


    Imemr wieder wiederholen. Das braucht einfach viel viel Zeit, bis er das versteht. Und wenn du ihn 50mal von dem Tischbein wegnimmst und ihm ein Spielzeug ins Maul gibst. Oft wiederholen. Du kannst ihm auch ein Kommando geben, dann macht er ja auch erstmal was anderes. Wenn er zu sehr überdrehen sollte, würde ich ihn wieder an die Leine nehmen, damit er runter kommen kann. Du musst einfach immer einen Blick auf ihn haben, ihn unterbrechen bei verbotenem und was anderes anbieten und wenn es zig mal nacheinander ist. Du kannst auch weiterhin das "Nein" benutzen, dann wird er verknüpfen, dass er nach dem Nein weggenommen wird und irgendwann von alleine weggehen, wenn du nein sagst.

  • Gesendet von meinem GT-P5210 mit Tapatalk

  • Zitat

    Da die Zucht einige Hundert Kilometer weit entfernt ist, war es wichtig, dass wir auch zu 2. fahren konnten.

    4 Tage vor erlaubter Abgabe den Welpen herzugeben und ZUCHT...passt nicht-----

    8 Wochen ist das früheste...und die Probleme beginnen ja schon...

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