• Du gehst bisher immer davon aus, dass dieses Bewegungsmuster eigentlich dem Deckakt und damit Rüden zugeordnet ist, und dass Hündinnen diese Bewegungsabläufe aus irgendeinem Grund übernommen haben. Möglicherweise ist schon diese Annahme falsch, das Bewegungsmuster ist allen Hunden zueigen und hat eben verschiedene Funktionen, der Deckakt ist nur eine davon.

  • Beide Geschlechter produzieren männliche und weibliche Geschlechtshormone, nur in verschiedenen Anteilen. Deshalb finde ich es nicht so überraschend, wenn auch Hündinnen sich gelegentlich männlich verhalten, zb aufreiten oder beim Pinkeln das Bein heben. Meine eigene Hündin neigt zu Rammelspielen wenn sie läufig, also sehr hormongetrieben ist und hebt auch sonst häufig das Bein, ist aber im Wesen durchaus 'weiblich-sanft' und kein Rambotyp.

    Eine weibliche Lachtaube habe ich jahrelang für ein Männchen gehalten, weil sie das gesamte männliche Verhaltensrepertoire perfekt ausführte, Balz und Paarung inclusive. Sie lebte von Geburt an mit einem älteren Weibchen zusammen und war wohl der Meinung, die Frauenrolle ist schon besetzt, dann übernehme ich halt die andere. Nach dem Tod ihrer Gattin lebt sie nun schon seit Jahren mit einem Täuber zusammen und ist mit diesem ebenso zufrieden verheiratet, diesmal als Frau.

    Dagmar & Cara

  • Moin,

    ich kann mir vorstellen, dass das Aufreiten mehrere Bedeutungen hat, über die sexuell motivierte Bedeutung müssen wir hier nicht reden, sie ist selbstverständlich.

    Ansonsten, da unsere Hunde zum allergrößten Teil nonverbal kommunizieren, kann es auch einfach ein visuelles Signal sein, das dann natürlich Rüden wie auch Hündinnen innerhalb ihrer Kommunikation nutzen - ähnlich wie trocken pinkeln, das Hunde zumeist dann anwenden, wenn sie mit mehreren Hunden zusammen sind. Als Imponiergehabe.... Imponiergehabe, sich größer machen und auf einem anderen nach oben gehen - kann auch beim Aufreiten ein Motiv sein.

    Und da Hündinnen und Rüden das Gleiche Verhaltensrepertoire haben, hinsichtlich ihrer körperlichen Kommunikation, würde das erklären, weshalb beide Geschlechter dies nutzen.

    Übersprungshandlungen und Verlegenheitsgesten schließt das mit ein - nur erkennen muss bzw. sollte man diese Handlungen, um sie einordnen zu können. Stressbabau durch Aufreiten gibt`s bei Menschen durchaus auch :hust: oder aber, wem das näher liegt, bei Menschenaffen, besonders bei den Bonobos, die das regelrecht zur Beschwichtigung untereinander nutzen. Das Geschlecht ist den Bonobos dabei auch schnuppe, es geht um die Aussagekraft der Gestik ansich.

    Soweit ich weiß ist das ein Verhaltensbereich, der noch erforscht werden muss....... wo aufgeritten wird ist auch eine Erfahrungssache, ich weiß von jungen Rüden, das sie beim Decken auch sonstwo aufreiten - bis sie wissen, wo es lang geht.

    Sundri

  • Hey Filis!

    Danke Dir! das wäre schonmal die perfekte Erklärung! :gut: Hast Du dafür Belege? Kann man das irgendwo nachlesen? Ich finde es klingt wirklich logisch. Aber ich wollte ja wirklich auch wissenschaftliche Nachweise dazu, nicht nur, was ihr denkt. War vielleicht missverständlich ausgedrückt. :ops:

  • Hi!

    Ihr seid super! :gut: ich galube Rotbuche hats exakt getroffen, es ist ein Bewegungsmuster, das allen Hunden zu Eigen ist, was nur eben unterschiedliche Funktionen hat. Ich habe da einfach zu eng gedacht. :ops: Es passt auch gut zu dem, was Filis meinte, dass es ein instinktgestiertes Verhalten ist, was schon da war, bevor sich die Geschlechtsorgane gebildet haben. :gut: Viele tolle Beiträge. Danke Euch! :smile:
    Kann man das auch iregndo nachlesen? Hat jemand ne wissenschaftliche Quelle?

    dagmarjung: Das Hormone Einfluss auf das Verhalten haben, ist eine weit verbeitete , aber wissenschaftlich nicht belgte These. Zumindest beim Menschen ist das so. Es gab gerade eine interessante wissenschaftliche Reportage darüber, da wurde kräftig mit den ganzen Mythen aufgeräumt. Es ist wohl so, dass Männer insgesamt etwas aktiver sind, als Frauen durch das Testosteron, das ist aber schon alles, ansonsten beeinflussen die Hormone den Körperbau, alles andere macht die Sozialisation. ;-)


    LG Cafedelmar

  • Was mich noch interessieren würde, ob im Gehirn des Hundes durch dieses "rammeln" Rauschzustände im Gehirn entstehen? Und ob es deshalb gewählt wird, um z.B. Stress abzubauen? So, wie wir z.B. Joggen gehen, um Stress abzubauen, weil dann körpereigene Drogen ausgeschüttet werden.

    Und ob dieses "rammeln" dann auch eine suchtartige Verhaltensstörung beim Hund hervorrufen könnte, wenn man es nicht unterbindet?

  • Zitat

    Hey Filis!

    Danke Dir! das wäre schonmal die perfekte Erklärung! :gut: Hast Du dafür Belege? Kann man das irgendwo nachlesen? Ich finde es klingt wirklich logisch. Aber ich wollte ja wirklich auch wissenschaftliche Nachweise dazu, nicht nur, was ihr denkt. War vielleicht missverständlich ausgedrückt. :ops:

    Da musst du einen Verhaltensforscher fragen ;)
    Solche Dinge lassen sich schwer beweisen, deshalb werden in der Verhaltensforschung viele Theorien aufgestellt.

    Ich kann leider nichts belegen. Es gibt definitiv Verhaltensrudimente, aber eine Rudiment an sich ist eben per Definition eine phylogenetische Geschichte. Ich hab den Begriff gebraucht, weil ich ihn, auf die Ontogenie übertragen, passend finde.
    Ich weiß nicht ob es da einen eigenen Begriff gibt.

  • Nee hab ich schon verstanden. ;-) Fand ich auch schlau, was Du geschrieben hast. ;)

    Was fällt Euch hierzu ein? :

    Zitat

    Was mich noch interessieren würde, ob im Gehirn des Hundes durch dieses "rammeln" Rauschzustände im Gehirn entstehen? Und ob es deshalb gewählt wird, um z.B. Stress abzubauen? So, wie wir z.B. Joggen gehen, um Stress abzubauen, weil dann körpereigene Drogen ausgeschüttet werden.

    Und ob dieses "rammeln" dann auch eine suchtartige Verhaltensstörung beim Hund hervorrufen könnte, wenn man es nicht unterbindet?

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