Alzheimer beim Hund, Erfahrungen?

  • Schon seit längerem ist Pastis nachts sehr unruhig. Da haben wir schon einiges ausprobiert.
    Er schläft zusammen mit unserer Hündin im Erdgeschoss, ihn mit zu uns ins Schlafzimmer nehmen ist nicht möglich, aufgrund seiner Unruhe, weil er schon vom Bett gefallen ist (er ist blind) und weil er die Treppen nicht mehr hochkommt und ich ihn nicht jedesmal hoch oder runter tragen kann.
    Mittlerweile frage ich mich, ob seine Unruhe nicht gesundheitliche Gründe hat.
    Tagsüber ist es Pastis schnurzpiepegal ob wir da sind oder nicht, da liegt er den ganzen Tag auf seinem Platz und schläft, mal steht er auf und trinkt was, mal kaut er an einem Leckerchen rum oder lässt sich kraulen, sonst schläft er.

    Aber nachts, sobald wir ins Bett gehen geht es los, er läuft fast die ganze Nacht lang, bis in die frühen Morgenstunden mit Unterbrechungen durch die Gegend, dabei schiebt er die Stühle durch die Gegend, läuft gegen die Möbel und Wände und ist einfach unruhig.

    Also haben wir vor zwei Tagen angefangen einen Ratschlag zu befolgen und ihn nachts auf seinem Platz angeleint.
    Das passt ihm aber gar nicht und er fängt an zu weinen.
    Ist also auch keine Lösung.

    Bisher ausprobierte Medikamente haben nicht geholfen (ich habe aber noch nicht alles durch)
    Aber langsam frage ich mich, ob es nicht gesundheitliche Probleme hat. Ich las das bei Hunden die Alzheimer haben es oft zu nächtlicher Unruhe kommt.
    Hat da wer Erfahrungen? Gibt es eine Möglichkeit der Diagnose? Kann man da unterstützend etwas geben?

  • Hallo,

    Ich kenne das sehr gut von Max.. ob es Alzheimer ist, weiss ich aber nicht. Jede Nacht geht es los... da läuft er durch die Wohnung, kratzt an alle Türen, man muss ihn rein - fünf Minuten wieder raus lassen... er verirrt sich im Zimmer und läuft gegen die Möbel.. jault rum, weiss selber nicht, was er will. Ich glaube das liegt teils daran, dass sie Hunde alt werden.. Max hat zusätzlich noch Krebs.. vielleicht liegt es auch daran, dass wir das zugelassen haben und er jetzt auch überall rein will, weil er es die letzten Jahre nun anders nicht kennt.. keine Grenzen hat.. ich weiss nicht. Die Antwort würde mich aber aif jeden Fall interessieren. Ob es mit einer Krankheit zu tun hat, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, weil dieses Verhalten ja nur Nachts auftaucht.. wie alr ist denn dein Hund?

    Lg

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  • Ich glaube nicht das dein Hund Alzheimer hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass er unter dementiellen Veränderungen leidet. Die Frage ist: Welche?

    Demenzsymptome treten aus verschiedenen Gründen auf. Durchblutungsstörungen im Hirn zum Beispiel. Verursacht durch ein schwaches Herz, oder Ablagerungen in den Gefäßen des Gehirns, oder zu geringem Blutvolumen durch zu wenig Flüssigkeit. "Verkalkungen" von Hirnarealen.

    Bei den ersten beiden Gründen kann man Besserungen (aber keine Heilungen und auch keine dauerhaften Besserungen) erzielen indem man die Durchblutung fördert. Beim letzteren ist der Zug abgefahren.

    Orientierungslosigkeit tritt gern Nachts vermehrt auf. Auch wenn man/Hund schlecht träumt, zu überraschend aus dem Schlaf gerissen wird etc.

    Zitat

    Bisher ausprobierte Medikamente haben nicht geholfen (ich habe aber noch nicht alles durch)


    Was wurde denn für Medikamente gegeben?

  • Wie stellt man denn ersteres fest?

    Er ist 12 3/4 Jahre alt.

    Ja genau, wenn er tief geschlafen hat und dann aus dem Schlaf gerissen wird weil z.B. irgendetwas runtergefallen ist und somit krach gemacht hat, dann springt er auf und dreht sich im Kreis, oder rennt einfach gerade aus drauf los gegen einen Schrank o.ä.
    Das im Kreis drehen macht er solange bis man hingeht und ihn wieder auf seinen Platz führt.
    Das passiert aber zum Glück nicht sehr oft.

  • Zitat

    Wie stellt man denn ersteres fest?


    Worauf beziehst du deine Frage? :) Auf Alzheimer? Das erkennt man mittlerweile im CT, aber soweit ich informiert bin ist es nur nach dem Tod zu 100% diagnostizierbar.

    Die Demenz diagnostiziert ein Arzt in der Regel recht gut durch die Symptomatik und eine entsprechende Untersuchung. Oder man gibt ein Durchblutungsförderndes Medikament, dass besonders die Durchblutung im Hirn verbessert (wobei ich mich hier jetzt auf die Humanmedizin berufe, ob es bei einem Hund genauso "einfach" ist, weiß ich nicht).

    Wie häufig hat der alte Mann denn diese "Ausfälle" in der Nacht? Hat er auch Probleme mit den Ohren?

  • Diese abendliche und nächtliche Unruhe kenne ich auch noch von unseren alten Hündin. Bei ihr hat das so mit 12/13 Jahre angefangen.
    Tagsüber war sie geistig noch ziemlich fit und hat natürlich auch viel geschlafen. Aber abends wenn wir es uns im Wohnzimmer gemütlich gemacht haben, ist sie immer wieder aufgestanden, wollte zur Tür raus in die Küche oder in den Gang. Oder sie wollte ständig in den Garten gelassen werden.

    Ich glaube, es war auch wirklich so, dass sie es danach sofort wieder vergessen hat, wenn sie gerade schon draußen war. Also sie wollte dann wirklich alle 5 Minuten raus, musste aber nie ihr Geschäft machen oder in der Küche trinken oder so.

    Bei uns hat das Geben von "Schlaf und Nerven"-Tee ein bisschen geholfen, dass sie abends wieder zu Ruhe gefunden hat.
    https://www.bad-heilbrunner.de/teesorten/arzn…nerven-tee.html
    Wir haben eine Tasse Tee ganz normal zubereitet und dann etwas Joghurt reingemischt, damit es ein bisschen abkühlt und leckerer schmeckt. Leika hat es gern getrunken.

  • Huhu,
    ich möchte nu nicht extra einen neuen Thread aufmachen
    und stell meine Frage mal einfach hier...

    Unsere Hündin (11J.) hat seit wenigen Wochen die Angewohnheit,
    dass sie aufsteht, in einen anderen Raum läuft und da dann einfach stehen bleibt und richtung Wand oder Tür schaut. Wenn ich dann zu ihr gehe freut sie sich und kommt wieder mit auf ihren Sessel.
    Kann das auch ein Anfangssymptom einer Demenz sein?

    Zum Tierarzt werden wir die Tage so oder so, aber der Gedanke lässt mich grad nicht los.
    Kommen momentan irgendwie n paar Dinge zusammen bei ihr.

  • Mein alter Hund (14) ist auch des Öfteren mal unruhig am Wandern und wirkt orientierungslos und ist vom Gehör her mal besser und mal schlechter (scheinbar durchblutungsbedingt). Eine Zeit lang wurde es immer schlimmer und er hat Karsivan bekommen, was aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. Jetzt bekommt er seit einem halben Jahr Ginseng und er ist stabil und gar nicht mehr tüddelig oder durcheinander.

    Der Hund meiner Eltern war auch sehr dement. In größeren Zeitabständen wurde es immer schlechter, bis sie irgendwann nur noch am Wandern war (immer die gleiche Strecke) und vergessen hat, zu trinken, zu fressen und zu schlafen. Das war leider das Ende mit über 16 Jahren.

    Wenn man die Tendenz zu dementem Verhalten rechtzeitig erkennt, kann man den Fortlauf der Krankheit durch entsprechende Medikamente auf jeden Fall etwas hinaus zögern.

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