Border Collie überdreht bei anderen Hunden und Menschen

  • Hi Leute, eigentlich hab ich so ziemlich keine Probleme außer dieses eine.

    Mein Border Collie 2,5 Jahre alt fängt an richtig zu überdrehen wenn er einen Menschen sieht bei dem ein Hund dabei ist.

    Ich weiß nicht genau wie ich mich Verhalten soll in dieser Situation. Er fängt an richtig arg mit dem Schwanz zu wedeln und jault dabei und dreht wirklich richtig heftig auf man meint er würde gleich abheben vom Boden, weil er zu dem Menschen + auch zu dem Hund unbedingt hin will.

    Gehe ich dem Mensch-Hundegespann aus dem Weg dann bleibt er auch bei mir und geht nicht hin. Es ist wirklich nur wenn wir frontol auf jemand treffen, was halt einfach ab und zu mal passiert.

    Bisher habe ich es jetzt immer so gemacht, das ich ihn NUR kontrolliert hin gelassen habe, ich sehe aber nach einem halben Jahr absolut immer noch keinen Erfolg :headbash:

    Habt ihr Tipps für mich :???: Ich bin langsam am verweifeln und weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist.
    Und jeder der Menschen die wir treffen gehen dann trotzdem zu ihm hin und streicheln ihn weil er ja unbedingt zu ihnen hin will auch wenn ich sage das ich das nicht unbedingt möchte , sie verstehen es auch einfach nicht.

  • Hast Du Leinenkontakte früher immer zugelassen? Durfte er als Welpe von fremden Menschen begrüßt und angefasst werden, wenn er an der Leine war?
    Kann es sein, dass er Frust hat, wenn er nicht hin darf?

    Ich würde zügig dran vorbei mit so viel Abstand wie geht, Hund auf der abgewandten Seite, so dass Du zwischen Hund und anderem Hund/anderem Mensch als Blocker fungieren kannst.

    Ignorant schnell weiter gehen und Deinen Hund loben, wenn er artig mit geht. Nicht auf die anderen, sondern auf Deinen Hund gucken. Im Zweifel auch mal umdrehen und einen Umweg in Kauf nehmen.

    Und Leinenkontakte besser niemals zulassen. Und bei mir persönlich müssen meine Hunde, wenn sie an der Leine sind auch nicht dringlichst von Fremden angetascht werden, außer sie fragen nett und fassen nicht einfach an.

  • Hallo!

    Ein wenig liest es sich so, als ob Dein Hund nicht gelernt hat, auch mal mit Frustsituationen umzugehen.

    Zitat

    Bisher habe ich es jetzt immer so gemacht, das ich ihn NUR kontrolliert hin gelassen habe, ich sehe aber nach einem halben Jahr absolut immer noch keinen Erfolg :headbash:

    Kannst Du das mal bitte etwas genauer erläutern, wie Du da vorgegangen bist?
    Eventuell liegt da der Schlüssel für die Erklärung zum Verhalten.

    Zitat

    Habt ihr Tipps für mich :???: Ich bin langsam am verweifeln und weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist.
    Und jeder der Menschen die wir treffen gehen dann trotzdem zu ihm hin und streicheln ihn weil er ja unbedingt zu ihnen hin will auch wenn ich sage das ich das nicht unbedingt möchte , sie verstehen es auch einfach nicht.

    Leider gibt es "solche" Menschen.
    Da wirst Du lernen müssen, etwas deutlicher zu werden. Sprich, die Menschen, oder die anderen Hunde auch mal abzublocken, wenn Worte nicht geholfen haben. Es kann nicht sein, daß die anderen Halter nicht Deine Wünsche respektieren, und nur ihren eigenen Willen durchsetzen wollen.
    Denn auf diese Weise lernt Dein Hund tatsächlich nichts, bzw. wird für ein Fehlverhalten (also von Dir unerwünscht) noch "belohnt".


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Also Leinenkontakte gibt es bei mir nicht.
    Er hat defintiv Frust wenn er nicht hindarf, dass ist sicher und er kann nur schwer mit so etwas umgehen.
    Ich denke es ist eine Übersprungshandlung das er so extrem aufdreht und dann immer auch am Menschen hoch springen will jedes mal weil er eigentlich zum Hund will bzw. einfach voll durchdreht vor Freude ich weiß es nicht.

    Also wenn ich wirklich einfach nur dran vorbei gehe, dann ist es auch eher kein Thema aber wir wohnen halt auf einer sehr zentralen Hundewiese wo man die Leute schon ein bissl kennt so vom sehen und wenn die dann anfangen zu quatschen bleibt man halt auch mal stehen und dann fängt er an zu fiepsen und hochzudrehen weil ich ihn ja nicht hin lasse aber das geht jetzt schon seit über einem halben Jahr so, wenn er dann ruhig ist dann los ich ihn los aber dann geht das ganze fast wieder von vorne los.

    Ich will einfach so langsam mal eine Lösung, wie er lernt ruhig zu bleiben wenn er Hunde oder Menschen sieht oder begrüßt.

    Es ist halt echt so das ER sich den Leuten extrem aufdrängt wernn er dann mal frei ist, er schmeißt sich mitn ganzen Körper gegen den Menschen und will angefasst werden.

    Ich hatte schon Leute die ihn wirklich ignoriert haben, er versteht das innerhalb einer Sekunde wenn ein Mensch "nicht will"

    Ich will auch nicht ständig Menschen und Hunde meiden nur wegen seinem aufgedrehten Verhalten, ich will einfach eine Lösung wie ich ihm beibringen kann das er nicht hoch dreht.

    Bisher mache ich es eben so, dass ich auf die Menschen zu gehe ihn an der Leine habe und erst dann laufen lasse und begrüßen lasse wenn er ruhig ist. Gut das er erstmal ruhig sein soll hat er begriffen, lasse ich ihn dann los gehts von vorne los und er steigert sich doch wieder rein.

  • Das Problem ist, dass das Begrüßen für ihn keine Belohnung für sein ruhiges Verhalten ist, sondern der Stressauslöser. Vermutlich hat er Angst vor den Leuten und meint deshalb sich besonders extrem in Begrüßungsmanier an den Hals werfen zu müssen. Du bestätigst damit seine Befürchtungen "klick - Leine ab, Dein Problem", also regt er sich weiterhin auf ;)

    Besser wäre es, wenn Du ihm beibringst, dass er sich mit fremden Leuten grundsätzlich gar nicht auseinandersetzen muss und er das auch überlebt ;)

  • Zitat

    Ich will auch nicht ständig Menschen und Hunde meiden nur wegen seinem aufgedrehten Verhalten, ich will einfach eine Lösung wie ich ihm beibringen kann das er nicht hoch dreht.

    Bisher mache ich es eben so, dass ich auf die Menschen zu gehe ihn an der Leine habe und erst dann laufen lasse und begrüßen lasse wenn er ruhig ist. Gut das er erstmal ruhig sein soll hat er begriffen, lasse ich ihn dann los gehts von vorne los und er steigert sich doch wieder rein.


    Für mich liest es sich so, als ob Du unbewußt eine Verhaltenskette mit "geformt", also aufgebaut hast.
    Auch wenn Du so lange gewartet hast, bist Dein Hund endlich mal etwas ruhiger wird, so daß er zum anderen Hund oder Mensch darf, so hast Du ihn mit der Erlaubnis, jetzt zum anderen Part hinzudürfen, sein Verhalten vorher trotzdem schon indirekt mit belohnt.
    Er WEIß ja, daß er am Ende darf. Er muß halt nur etwas länger warten, wenn er so rumzappelt, aber er darf ja.

    Diese Vorfreude, Erregung, die ihn ja auch zappeln läßt, ist ja immer noch da.
    Und wird auch immer noch bleiben, da er ja sowieso irgendwann darf.
    Er weiß, daß die Belohnung auf jeden Fall am Ende kommt.
    Was "stört" es ihn, wenn er in der Situation etwas länger warten muß?


    Natürlich ist dieses "nicht sofort hindürfen" für ihn schon Frust genug.
    Aber halt nicht die Form von Frust, die ich meinte.
    Furst, mal gar nicht zu dürfen, und zwar absolut gar nicht, DAS kennt er (noch) nicht. Er hat gar nicht gelernt, daß es auch mal "Sachen" gibt, die er am Ende gar nicht bekommt.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Ah okay, vielen Dank für eure Sichtweise, so hab ich das noch garnicht gesehen, wie genau gehe ich denn jetzt am besten vor?

    Am besten wäre es dann wirklich wohl, das er von keinem mehr gestreichelt wird draußen?
    Dann halten mich zwar alle für bekloppt aber wenn das die Lösung vielleicht ist werde ich das so durchsetzen.

  • Zitat

    Am besten wäre es dann wirklich wohl, das er von keinem mehr gestreichelt wird draußen?
    Dann halten mich zwar alle für bekloppt aber wenn das die Lösung vielleicht ist werde ich das so durchsetzen.

    Wieso vielleicht?
    Mein Toni wird auch nicht von fremden Leuten angefasst und bleibt ganz oft bei mir, selbst wenn Bandit frei läuft.
    Ich bilde mir ein, dass es ihn erleichtert.
    Mich fragen ganz oft Kinder vor der Schule, wo ich auf meine Tochter warte, ob sie diesen süssen Hund streicheln dürfen.
    Nein- dürfen sie nicht.
    Davon geht deren Welt und meine schonmal gar nicht unter :gut:

  • Im Grunde genommen ist es egal, ob der Hund Angst hat, einfach nur so nicht will, oder außer sich vor Freude ist,
    all das sind Faktoren, die Streß im Körper auslösen.
    Streß ist ja nichts "negatives", in dem Sinne, sondern nur ein Erregungszustand vom Körper.
    Er kann positiv (Freude), aber auch negativ (Angst) sein.


    Was genau es am Ende bei Deinem Hund ist, wirst Du durch Beobachten selbst herausfinden müssen.
    Und auch, wie Du trainingsmäßig vorgehen kannst, bzw. möchtest, um das "abzustellen".


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

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