• Salut,

    ich schließe mich den vielen Vorrednern an.

    Also wir lasten unseren "Jagdhund" jetzt auch nicht irgendwie speziell aus. Fürs "physische" hat er seinen (klar ausgedehnten) Freilauf in Wald, Wiese, Strand. Ja, wir fahren auch Fahrrad, aber eher, weil wir als Familie einen Fahrradausflug machen wollen und nicht um den Hund "müde zu bekommen".

    Generell finde ich wird vielen Hundebesitzern die Rassen mit höherem Jagdtrieb haben oftmals ein schlechtes Gewissen eingeredet, daß sie dem Hund ja gar nicht gerecht werden können.

    Wer allerdings mal das Leben eines Jagdhundes in Hobby-Jäger Hand kennt, der wird feststellen, daß viele ihrer nichtjagdlich gehaltenen Verwandten sogar durchschnittlich eine höhere Abwechslung und Auslastung erhalten...

    Wichtig finde ich auch, was Sukiko geschrieben hat: Je mehr Training, desto mehr Kondition & Bewegungsfreude beim Hund, desto mehr km bis zur guten Auslastung...

    Also: Macht Euch keinen Stress, solange der Hund von sich aus ausreichend Ruhephasen einlegt, an Körper und Geist beschäftigt wird und z.B. im Haus relaxt ist, besteht kein Grund etwas zu erzwingen, worauf vielleicht weder Hund noch Halter Lust haben.

  • Zitat


    Wer allerdings mal das Leben eines Jagdhundes in Hobby-Jäger Hand kennt, der wird feststellen, daß viele ihrer nichtjagdlich gehaltenen Verwandten sogar durchschnittlich eine höhere Abwechslung und Auslastung erhalten...

    Jagdhunde in Jäger- oder Nichtjägerhand ist ja eh so ein leidiges Thema. Für mich gibt es auf beiden Seiten zu Hauf Menschen, denen ich keinen Jagdhund in die Hand geben würde, erst Recht keinen Vorsteh- oder Schweißhund. Es gibt aber mittlerweile auch viele Rassen, die im Jagdgebrauch wirklich seltener vorkommen als in Nichtjägerhand und mit den Zuchtzielen ändert sich dann auch die Zielgruppe, das ist auch gut so (s. Labrador o.ä.). Manche gelten unter manchen Jägern schon nicht mehr als Jagdhunde, dafür bekommen sie andere Aufgaben. Auch gut!! Man sollte ja zusätzlich auch noch unterscheiden, ob man einen triebigen DK aus guter Leistungszucht an der Leine hat oder eine Rasse, die schon seit etlichen Jahren idR als Begleithund geführt wird und in Familien mit Kindern oder bei Rentnern leben kann.

    Was du da schreibst, trifft auch nicht nur auf Hobby-Jäger zu, die vielleicht 1x die Woche im Revier sind. Auch Jagdhunde von Jägern, die gut 3-4x die Woche ihr Revier für mehrere Stunden aufsuchen, laufen nicht so viel wie manch Hundehalter meint, seinen Hund auslasten zu müssen. Das ist auch gar nicht nötig. So ein Gebrauchshund wird nicht immer genommen, um Wild aufzuspüren, anzuzeigen, zu apportieren,... Das ist nur ein Teil der jagdlichen Arbeit, ein Jäger schießt nicht alle 60min ein Tier. Die Aufgaben, die man in so einem Revier hat, sind ja wesentlich vielseitiger. Wenn wir Mais auslegen, Lecksteine aufbauen, uns um Bienenstöcke kümmern, Zäune setzen, nach Wechseln schauen, Hochsitze restaurieren,... laufen die Hunde idR offline und schnüffeln ein bisschen wie jeder x-beliebige Hund oder sie legen sich ab und pennen eine Runde... und solche banalen Aufgaben verrichtet man zum Großteil der Zeit, je nach Revier.
    Kommt der Münsti z.B. an einem Donnerstag 6 Stunden mit ins Revier, läuft er dabei gut 5 Stunden offline, liegt rum, pennt, schnüffelt mal. Falls es dann gerade Wild gibt, das geschossen werden muss, darf er noch ne Weile unterm Hochsitz liegen und nach Schussabgabe für kurze Zeit arbeiten. DAS ist für einen Jagdhund normal, den man im langweiligen Standard-Revier immer dabei hat, vereinfacht.
    Viele Menschen scheinen das zu vergessen. Es ist nicht immer unbedingt gut, seinen Hund physisch unbedingt fordern zu wollen, solange die kognitiven Aufgaben stimmen, das will ich damit sagen. Physisch können wir unsere Hunde praktisch "bis zum Erbrechen" fordern, die kennen da keine Grenze. Wenn wir wirklich 8-9 Stunden wandern, würden die abends auch noch weiterlaufen. Da viele Hunde so ein Verhalten zeigen, ist das ein schwieriger Ansatz, wenn auch gut gemeint. Nur weil ein Hund mehr KANN, muss man das nicht unbedingt fordern.

  • Zitat

    dem kann ich nur zustimmen!

    unsere Irin hätte kein Problem damit, etliche Kilometer am Rad zu fahren, dann noch 3 Stunden durch Wald und Wiesen zu laufen und noch 'ne ordentliche Hunde-Spielerunde mitzumachen. Sowas wird von vielen Menschen erwartet wenn sie hören, dass wir einen Irish Setter Zuhause haben.

    Ist aber bei ihr absolut nicht nötig, richtig zufrieden und ausgelassen ist sie auch mit weniger.

    Solange mein Goldie (der benötigt wesentlich mehr als die Irin) und meine Setter Dame zufrieden sind (und ja, ich bilde mir ein das behaupten und erkennen zu können), werde ich weiterhin so verfahren wie es jetzt ist und nicht auf Teufel komm raus "mehr" machen. Es gibt natürlich Tage an denen ist mehr Programm angesagt, aber auch wiederum welche an denen ist weniger Spaß angesagt, damit sollen sie klar kommen..

  • Damit, das das ganz normale rumtoben nicht das wahre ist meinte ich eher das es irgendwann langweilig wird :) klar, das macht ihn auch müde, aber ein Spaziergang mit ein paar Spiel und Trainigseinheiten ist ja dann doch spannender als einfach nur laufen oder rumstehen und den Hund laufen lassen, wenn ihr wisst was ich meine :)

    Zu Hause ist er eher ruhig, ab und zu bekommt er einen Futterball oder was anderes zum Spielen, aber größtenteils schläft er, also würde ich nicht sagen das er unausgeglichen oder unruhig ist.

    Das einzige was ich will ist die Spaziergänge etwas spannender zu gestalten und mal wieder frischen Wind rein bringen :)

    Das Apportieren können wir nochmal üben, vielleicht klappt es ja doch bald, wäre auf jeden Fall schön, denn damit kann man vieles machen :)

    Futtersuche wäre vielleicht auch was, oder eine Duftspur verfolgen, hab mir heute eine Hundezeitschrift geholt da standen ein paar Ideen für draußen drin

  • Missverständnis? Du sprachst davon, dass das geistige Auslasten kein Problem ist, weil Du genug Ideen hast - Dummyarbeit, Fährten, etc. ist nichts anderes als geistige Auslastung. ;) Solltest Du versuchen, einen Hund z.B. über Apportieren körperlich müde zu kriegen, ziehst Du Dir höchstens einen Junkie ran.

  • Zitat

    Missverständnis? Du sprachst davon, dass das geistige Auslasten kein Problem ist, weil Du genug Ideen hast - Dummyarbeit, Fährten, etc. ist nichts anderes als geistige Auslastung. ;) Solltest Du versuchen, einen Hund z.B. über Apportieren körperlich müde zu kriegen, ziehst Du Dir höchstens einen Junkie ran.

    Dito. Ich hatte es auch so verstanden, dass du deinen Hund körperlich mehr fordern willst (was idR Blödsinn ist), denn dass er kognitive Aufgaben bekommt, hast du ja geschrieben (wobei viele Hunde das auch nicht in dem Maße brauchen, wie es seit ein paar Jahren propagiert wird). Wenn du Spaziergänge nur aufregender gestalten willst, dann endet das ja idR bei kognitiven Geschichten. Da würde ich einfach machen, was dein Hund gerne macht. Das muss nicht zwangsläufig etwas mit Nasenarbeit zu tun haben, manche laufen auch einfach gerne Parcours, Slalom oder balancieren auf Baumstämmen, die quer liegen. Wir hatten früher mal einen Labbi aus Leistungszucht, den wir aus verschiedenen Gründen nicht im Jagdgebrauch hatten, der war glücklich und zufrieden wenn man ihm ne Hand voll Leckerlies irgendwo in ne Wiese geworfen hat und er die wieder rauspuhlen konnte. Manche spielen gerne mit nem Ball, andere wollen Zerrspiele machen (da muss man eben ein Tau o.ä. mitnehmen). Es gibt auch Hunde, die total auf Frisbee abfahren und da kann man auch verschiedene Dinge mit trainieren (gibt doch irgendeinen Frisbee-"Sport" für Hunde?). Dann gibt es wiederum Hunde, die leidenschaftlich gerne mit Kommandos arbeiten (UO), solange es richtig und mit Spaß für den Hund aufgebaut wurde. Einfach nen schönen Entdeckungsspaziergang in einer Region, wo es für einen Hund viel zu entdecken gibt mit Wasser, Baumstämmen, Laub,...

    Für unsere Hunde gibt es übrigens (abgesehen von ihrer "Arbeit") nichts schöneres, als einfach jeden Tag an einem anderen Ort spazieren zu gehen und dort ganz in Ruhe Zeitung lesen zu können. Nase auf den Boden und die Welt ist in Ordnung. Wenn ich da großartig komme mit irgendwelchen Spielereien, wird das erledigt, aber mehr "mir zuliebe". Für Hunde ist das ja nicht "einfach nur laufen" wie für uns Menschen. Wenn die richtig viel mit Nase auf dem Boden laufen, ist das wie Zeitung lesen oder der Tatort am Sonntagabend. Richtige Nasenarbeit zum Arbeiten gibt es während der ganz normalen Spaziergänge eigentlich nicht, das wird separat gemacht.
    Da sind Hunde wohl auch unterschiedlich. Aber ich glaube manchmal, was für uns Menschen so langweilig scheint, weil wir nicht viel mehr davon haben als ein bisschen Bewegung und Vogelgezwitscher, ist für Hunde unwahrscheinlich spannend, weil sie so viele Eindrücke erhalten und ganz in Ruhe studieren können, was auf der Strecke alles los war in den letzten Stunden.
    Wo ich nur nen Waldweg sehe und ein bisschen Sonne abkriege, spürt Münsti schon das Wild auf, das 1500m weiter links die Böschung runter steht, weiß, ob Kitze dabei sind, riecht vielleicht den Wechsel von Schwarzwild 500m weiter rechts und obendrein noch, dass das Schwarzwild vorher über den Acker vom Bauer gelaufen ist, weil er den Dünger riecht, den die Bachen noch ein paar Meter mit in den Wald getragen haben. An der nächsten Ecke hat vielleicht jmd ein Taschentuch fallen lassen, das sehen wir beide. Aber Hundi weiß außerdem, ob der Typ, der es hat fallen lassen, öfter hier vorbei läuft und er weiß, dass noch zwei Hündinnen dabei waren, von denen eine gerade heiß ist. Er weiß womöglich auch, dass der Typ nur eine Straße weiter wohnt als wir, weil er den schön öfter gerochen hat, und zwar direkt vor der Haustür. Usw... ich glaube nicht, dass Spaziergänge so langweilig sind, nur weil der Hund "offline läuft", zumindest nicht für leidenschaftliche Schnüffler. :smile:

  • Zitat

    Dito. Ich hatte es auch so verstanden, dass du deinen Hund körperlich mehr fordern willst (was idR Blödsinn ist), denn dass er kognitive Aufgaben bekommt, hast du ja geschrieben (wobei viele Hunde das auch nicht in dem Maße brauchen, wie es seit ein paar Jahren propagiert wird). Wenn du Spaziergänge nur aufregender gestalten willst, dann endet das ja idR bei kognitiven Geschichten. Da würde ich einfach machen, was dein Hund gerne macht. Das muss nicht zwangsläufig etwas mit Nasenarbeit zu tun haben, manche laufen auch einfach gerne Parcours, Slalom oder balancieren auf Baumstämmen, die quer liegen. Wir hatten früher mal einen Labbi aus Leistungszucht, den wir aus verschiedenen Gründen nicht im Jagdgebrauch hatten, der war glücklich und zufrieden wenn man ihm ne Hand voll Leckerlies irgendwo in ne Wiese geworfen hat und er die wieder rauspuhlen konnte. Manche spielen gerne mit nem Ball, andere wollen Zerrspiele machen (da muss man eben ein Tau o.ä. mitnehmen). Es gibt auch Hunde, die total auf Frisbee abfahren und da kann man auch verschiedene Dinge mit trainieren (gibt doch irgendeinen Frisbee-"Sport" für Hunde?). Dann gibt es wiederum Hunde, die leidenschaftlich gerne mit Kommandos arbeiten (UO), solange es richtig und mit Spaß für den Hund aufgebaut wurde. Einfach nen schönen Entdeckungsspaziergang in einer Region, wo es für einen Hund viel zu entdecken gibt mit Wasser, Baumstämmen, Laub,...

    Für unsere Hunde gibt es übrigens (abgesehen von ihrer "Arbeit") nichts schöneres, als einfach jeden Tag an einem anderen Ort spazieren zu gehen und dort ganz in Ruhe Zeitung lesen zu können. Nase auf den Boden und die Welt ist in Ordnung. Wenn ich da großartig komme mit irgendwelchen Spielereien, wird das erledigt, aber mehr "mir zuliebe". Für Hunde ist das ja nicht "einfach nur laufen" wie für uns Menschen. Wenn die richtig viel mit Nase auf dem Boden laufen, ist das wie Zeitung lesen oder der Tatort am Sonntagabend. Richtige Nasenarbeit zum Arbeiten gibt es während der ganz normalen Spaziergänge eigentlich nicht, das wird separat gemacht.
    Da sind Hunde wohl auch unterschiedlich. Aber ich glaube manchmal, was für uns Menschen so langweilig scheint, weil wir nicht viel mehr davon haben als ein bisschen Bewegung und Vogelgezwitscher, ist für Hunde unwahrscheinlich spannend, weil sie so viele Eindrücke erhalten und ganz in Ruhe studieren können, was auf der Strecke alles los war in den letzten Stunden.
    Wo ich nur nen Waldweg sehe und ein bisschen Sonne abkriege, spürt Münsti schon das Wild auf, das 1500m weiter links die Böschung runter steht, weiß, ob Kitze dabei sind, riecht vielleicht den Wechsel von Schwarzwild 500m weiter rechts und obendrein noch, dass das Schwarzwild vorher über den Acker vom Bauer gelaufen ist, weil er den Dünger riecht, den die Bachen noch ein paar Meter mit in den Wald getragen haben. An der nächsten Ecke hat vielleicht jmd ein Taschentuch fallen lassen, das sehen wir beide. Aber Hundi weiß außerdem, ob der Typ, der es hat fallen lassen, öfter hier vorbei läuft und er weiß, dass noch zwei Hündinnen dabei waren, von denen eine gerade heiß ist. Er weiß womöglich auch, dass der Typ nur eine Straße weiter wohnt als wir, weil er den schön öfter gerochen hat, und zwar direkt vor der Haustür. Usw... ich glaube nicht, dass Spaziergänge so langweilig sind, nur weil der Hund "offline läuft", zumindest nicht für leidenschaftliche Schnüffler. :smile:

    Toll geschrieben! :gut:

  • Canchih, das hast du super geschrieben! :gut: Für meine beiden Profischnüffler gibt es nichts Spannenderes, als mit der Nase dicht über dem Boden auf Empfang loszuzoomen, jedes Gebüsch, jeden Asthaufen abzuchecken..... Das ist ihr Freizeitvergnügen. Aber nicht jeder Hund ist so nasenorientiert.

  • Zitat

    Canchih, das hast du super geschrieben! :gut: Für meine beiden Profischnüffler gibt es nichts Spannenderes, als mit der Nase dicht über dem Boden auf Empfang loszuzoomen, jedes Gebüsch, jeden Asthaufen abzuchecken..... Das ist ihr Freizeitvergnügen. Aber nicht jeder Hund ist so nasenorientiert.

    Danke. Dein letzter Satz ist wahrscheinlich der entscheidende! ;) Wir halten ja ähnlich ambitionierte Rassen, da ist "nasenorientiert" fast schon untertrieben. Daher ja der etwas spärliche Hinweis (ich geb's ja zu), dass Hunde da wohl auch unterschiedlich sind! :D
    Schade, dass wir wohl nie wissen werden, wie ein Hund die Welt "riecht". Ich denke mal, Zeitung liest wohl jeder Hund. Manche lesen die Zeit, andere lesen die Bild.
    Für Alternativbeschäftigung bei Spaziergängen, wenn man denn nun einen weniger nasenorientierten Hund hat, finde ich "Naturparcours" allerdings wirklich mit am schönsten! Es gibt doch manchmal so verwilderte Ecken, da liegen alte Stämme quer, viele Äste, wellenartige Erhebungen im Waldboden, viel Laub,... da kann man so schön einen improvisierten "Naturparcour" draus machen, habe ich jetzt schon öfter gesehen und mit dem Welpen mache ich es gerne zu Entdeckungszwecken. Viele erwachsene Hunde haben ja auch Spaß dran. Herumliegende Äste kann man wie beim Cavaletti auslegen oder zum Slalom in die Erde stecken, über Baumstämme kann man balancieren usw.
    Ist nur so eine Idee, meine Hunde lesen wie gesagt am liebsten Zeitung. Es gibt sicherlich viele Alternativen. Und wenn dein Kleiner z.B. Bälle liebt, dann gibts eben Ballspiele. Muss man ja nicht nur stupide werfen. 5 Bälle mitnehmen, davon beim Werfen 4 verbieten und nur einen erlauben, der dann geholt werden darf. Übt man gleichzeitig noch Impulskontrolle! ;)

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