Welpenspielstunden fördern später Aggressionen beim Hund?
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Man kann die Welpenstunde auch dazu nutzen, dem Hund zu zeigen, wo er Schutz findet. Wenn mein Hund zu mir kommt, werden die anderen weggeschoben. Das hat er im Welpenkurs gelernt.
Dort wurden aber auch nur kleine Gruppen zueinander passender Hunde zusammengestellt, oft auch immer nur zwei zusammengelassen und keiner zum Spielen gezwungen. Mobbing und Hochdrehen wurde unterbunden.wilde, unkoordinierte Gruppen sind natürlich Mist. Das wissen wir ja alle schon. Also vorher!! informieren. Ohne Hund hingehen oder anrufen und Fragen stellen. Und den Arsch in der Hose haben, sich Trainern zu widersetzen, wenn die was machen wollen, was man seinem Hund nicht zumuten will.
Aber die Behauptung, das junge Hunde nicht Spielen, ist verhaltensbiologisch kompletter Blödsinn. In dem alter, in dem wir sie aus dem Wurf holen, fangen sie gerade an, mit ihren Wurfgeschwistern richtig zu Spielen. Natürlich ist das ein Proben für den Ernstfall - die Jagd vor allem. Alles Spielverhalten (das alle jungen Säugetiere zeigen!) ist das. Aber durch das Unterbinden von Spiel unterbindet man nicht auch gleich den Ernstfall mit. ausserdem ist das, als ob man sagen würde: amputier dem Hund die Pfoten, dann kann er auch nicht jagen oder raufen.
neben dem Menschen ist der Hund eins der wenigen Säugetiere, die sogar als Erwachsene noch spielen. Es ist ein wichtiger Teil des Verhaltens.Wer ein ganzes Rudel zu Hause hat, oder passende Spielpartner im Berkanntenkreis, hat Glück. Andere sind auf Zufallsbegegnungen oder eben Welpenstunden angewiesen. Immerhin sieht der Hund im Welpenkurs regelmässig dieselben Hunde und nicht nur zufällige Fremdhunde.
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Ob eine schlecht geführte Welpenstunde Aggressionen fördert, vermag ich nicht zu sagen. Was ich aber beobachtet habe ist, dass Hunde, die in solchen unkontrollierten Spielstunden waren, als erwachsene Hunde dazu neigen, distanzlos auf jeden Hund zu zu preschen und Beschwichtigungs- sowie distanzvergrößernde Signale zu ignorieren. Wieso auch darauf achten? Hat ja keine Konsequenzen, wenn man trotzdem hinstürmt.

Wie oft habe ich schon erlebt, dass dieses respektlose Verhalten, wenn es von meiner Hündin quittiert wurde, vom Besitzer als völlig normal und meine Hündin als gestört dargestellt wurde. Auf Nachfrage hörte ich dann häufig: Der ist super sozialisiert, war von Welpe an in der Hundeschule.
Man sollte natürlich, wie in der Auswahl der Hundeschule/des Trainers für einen erwachsenen Hund, sehr sorgfältig auswählen und abwägen, wohin man geht. Gibt es nur diese schlecht geführten Chaosgruppen, würde ich lieber auf eine Welpenstunde verzichten.
Den Artikel finde ich allerdings fachlich nicht überzeugend und auch ziemlich polemisch geschrieben, weswegen ich auch den Verfasser, sollte er eine Hundeschule betreiben, meiden würde.
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Zitat
Aber die Behauptung, das junge Hunde nicht Spielen, ist verhaltensbiologisch kompletter Blödsinn..
Das hat auch niemand behauptet! Eben nur nicht mit fremden Hunden.
Und wenn der Welpe in der "Spielstunde" vielleicht 10x dieselben Hunde trifft, sind es trotzdem noch fremde Hunde! -
Zitat
Das hat auch niemand behauptet! Eben nur nicht mit fremden Hunden.
Und wenn der Welpe in der "Spielstunde" vielleicht 10x dieselben Hunde trifft, sind es trotzdem noch fremde Hunde!
... und spielt seltsamerweise trotzdem mit ihnen..... -
Zitat

Es kommt halt drauf an , die einen denken das ein Hund spielt
und die anderen Wissen das dem halt nicht so ist .
Für mich gesehen schaden , diese Welpenspielstunden oder wie sie
sonst noch genannt oder tituliert werden , dem Hund .
Für Hundeschulen lohnt es sich mit Sicherheit .LG .
Absolut unterschreib
Zitat
Aber die Behauptung, das junge Hunde nicht Spielen, ist verhaltensbiologisch kompletter Blödsinn..Bis zum 6. Monat "spielen" Hunde innerhalb des Rudels.
Mit Fremdhunden muss kein Hund spielen, das ist menschliches Wunschdenken.Und ganz ehrlich? Die meisten Hundehalter brauchen sich doch nicht zu wundern warum sich ihr Hund für alles und jeden nur nicht für sie selbst interessiert. Statt die Beziehung zum Hund zu stärken, rennt man in Welpenstunden und wundert sich später wenn Hund auf jeden anderen Hund abfährt oder aber aggressiv reagiert.
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Reine Spielstunden sind meiner Meinung nach immer zu meiden.
Denn selbst im besten Fall lernt der Hund nichts, was dem Hundehalter im Alltag von nutzen ist.Das bedeutet nicht, dass es nicht gut geführte Welpenstunden gibt, in denen an Bindung und Förderung gearbeitet wird.
Allerdings sind die leider eher selten anzutreffen und die meisten Hundeschulen beschränken sich drauf, die Welpen "lustig" durcheinander purzeln zu lassen. -
Zitat
Das hat auch niemand behauptet! Eben nur nicht mit fremden Hunden.
Und wenn der Welpe in der "Spielstunde" vielleicht 10x dieselben Hunde trifft, sind es trotzdem noch fremde Hunde!Es hat halt nicht jeder ein eigenes Rudel.
Man muss halt abwägen. mein Hund hat unheimlich Freude daran, wenn er mit anderen spielen darf. Das ist so. Nein, er ist nicht total gestresst. Ich möchte ihm das nicht vorenthalten. Natürlich muss ich dran arbeiten, dass er nicht zu fremden hinstürmt, an der Leine ruhig bleibt usw. Gott sei Dank ist er nicht rüpelig. Ich gehe auch energisch dazwischen, wenn er aufdringlich ist, vor allem mit kleinen Hunden. Und ich motze niemanden an, weil sein Hund anzeigt, dass er nicht spielen will (ich muss mich manchmal gegen die Besitzer des älteren genervten Hundes durchsetzen, dass ich nicht will dass die Hunde spielen...)
Mein Hund erkennt natürlich bekannte Hunde wieder. Es ist was anderes, ob er einen Hund wiederholt trifft oder zum ersten Mal. Klar sind das keine Familienangehörigen, klar wird da keine Rangordnung ausgemacht oder so - aber es sind bekannte Kumpels. Er verhält sich unterschiedlich von Hund zu Hund. Wild mit dem Labbikumpel, sanft mit der kleinen ängstlichen Hündin usw.
Kontakt zu Fremdhunden gehört dermassen zu unserem Alltag, wir können nie spazierengehen, ohne andere zu treffen. Selbst wenn es nicht wölfisch, hündisch oer was weiß ich ist - wie so viele dinge, die nicht "natürlich" sind (Autofahren, in Wohnungen leben, mit Menschen zusammen leben), muss mein Hund lernen, friedlich mit anderen Hunden auszukommen. Bei manchen ist das anleinen und nebeneinander gehen. Bei anderen anleinen und nix wie weg. Bei vielen ist das aber auch Spielen und zusammen laufen.
Und das muss keineswegs die Bindung kaputt machen. Meiner kommt immer aus dem Spiel zu mir geflitzt, schaut mich strahlend an, und saust wieder los...
Ich denke mal, man sollte nicht immer alles pauschalisieren und alle Hunde und Hundetypen über einen Kamm scheren. Und vor allem einen Unterschied machen, ob ein Hund einzeln oder in einer Gruppe gehalten wird!
Ich bin mit drei Geschwistern aufgewachsen. meine Tochter ist ein Einzelkind. Für sie war Kindergarten etc echt wichtig - während ich froh war, wenn ich mal keine Kinder um mich hatte, und heute noch ein Einzelgänger bin... -
Zitat
Es hat halt nicht jeder ein eigenes Rudel.
Das braucht er auch nicht! Fertig sozialisiert war dein Hund als er mit 8 Wochen von seinen Geschwistern und Mutter in die weite Welt zog.
Und das was wir Menschen als "spielen" betrachten ist aus "Hundesicht" kein spielen.
ZitatKontakt zu Fremdhunden gehört dermassen zu unserem Alltag, wir können nie spazierengehen, ohne andere zu treffen. Selbst wenn es nicht wölfisch, hündisch oer was weiß ich ist - wie so viele dinge, die nicht "natürlich" sind (Autofahren, in Wohnungen leben, mit Menschen zusammen leben), muss mein Hund lernen, friedlich mit anderen Hunden auszukommen.
Richtig. Ein neutraler Umgang reicht da aber. Und den erreicht man nicht durch Welpenspielstunden.
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Ich muss sagen, als ich den Artikel las, war mein Kopf voll von Widersprüchen und hauptsächlich von komplettem Unverständnis, was aber auch an der Erfahrung mit meinem eigenen Welpen gelegen haben kann.
Wir haben Auri letztes Jahr mit 3,5 Monaten aus dem spanischen Tierschutz adoptiert - wir holten also ein 23cm kleines Häufchen Elend am Hamburger Flughafen ab, das den Flug von Malaga nach Hamburg zusammen mit 3 anderen, mindestens doppelt so großen Welpen in einer Transportbox verbracht hatte, was ihr offensichtlich nicht besonders gut bekommen war - sie kauerte verängstigt in der hintersten Ecke der Box, während die anderen Welpen freudig ihre neuen Besitzer begrüßten. Die ersten Tage schrie sie bei JEDEM Hund, den sie nur sah, aus Leibeskräften vor Angst - und das entwickelte sich nach einer Woche zu Knurren und Zähnefletschen (und das bei einem so jungen Welpen...)
Das änderte sich, nachdem wir zwei Mal in eine (gut angeleitete und überschaubare) Welpenspielstunde gegangen waren, wo Auri langsam und unter Anleitung und Beobachtung der Trainer auftaute und ihre Angst ablegte.Nachdem ich hier alle Posts gelesen habe, kann ich aber schon nachvollziehen, was der Artikel sagen will und dass eine unkoordinierte, lustige durcheinander-purzel-Spielstunde sicherlich nicht förderlich ist für das Verhalten des Welpen ist...
Die Alternative, gleich eine Stunde in der Welpenschule zu buchen (ohne viel Herumgetolle), wäre bei uns aber beispielsweise nicht möglich gewesen. Der Anblick so vieler anderer Welpen hätte sie zu Tode erschreckt und sie wäre null ansprechbar gewesen und nicht aufnahmebereit für Übungen jedweder Art...das trifft jetzt aber, wie gesagt, auch nur auf unseren individuellen Fall zu.
Ich kann also behaupten, dass FÜR UNS eine (wieder: gut angeleitete und kontrollierte) Welpenspielstunde extrem wichtig, wenn nicht unverzichtbar war.Trotzdem weiß ich immer noch nicht, was ich jetzt glauben soll bzw. wie ich handeln sollte, bekäme ich jetzt wieder einen Welpen - was ist nun "richtig"? Oder hängt das tasächlich stark von den individuellen, charakerlichen Anlagen des Welpen ab?
Mit unserem Althund damals (Golden, 2010 im Alter von 15 Jahren verstorben) waren wir zu Welpenzeiten nicht ein einziges Mal in einer Welpenstunde bzw. Hundeschule überhaupt, und dieser Hund hatte das Sozialverhalten, was ich mir immer von einem Hund wünschen würde: Souverän, ignoriert Fremdhunde, deeskalierend, geht Konflikten aus dem Weg etc. - aber hat das jetzt was mit den Welpenstunden zu tun?
Ich bin teilweise auch überfordert von den ständig neuen Erkenntnissen in Sachen Hundeerziehung. Wurde ich vor 2 Jahren noch halb gelyncht dafür, dass ich mit dem Golden nie in der Welpenstunde war, ist der Besuch derselben nun auch schon wieder schlecht.
Ich bin verwirrt...
Nichtsdestotrotz leuchten mir die meisten Beiträge hier ein. Ich muss wohl noch mal in mich gehen...
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Zitat
Ich bin teilweise auch überfordert von den ständig neuen Erkenntnissen in Sachen Hundeerziehung. Wurde ich vor 2 Jahren noch halb gelyncht dafür, dass ich mit dem Golden nie in der Welpenstunde war, ist der Besuch derselben nun auch schon wieder schlecht.
Ich bin verwirrt...
Nichtsdestotrotz leuchten mir die meisten Beiträge hier ein. Ich muss wohl noch mal in mich gehen...
Ich bin der Meinung, dass Welpenspielstunden eher ein neumodischer Hype sind, der erst in den letzten 5-10 Jahren richtig aufkam. Früher
kam man doch auch gut ohne aus...Vielleicht kann man es auch so zusammen fassen:
Grundsätzlich braucht kein Welpe/Hund sowas. In Ausnahmefällen, wo man wirklich weiß was man tut, KANN man es machen. (Aber ich werde auch das Gefühl nicht los, dass viele Hundehalter es eher für ihr eigenes Gewissen tun) - Vor einem Moment
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