Wann Hund erlösen :(?

  • Hallo an alle,

    Unsere alte Familienhündin (nicht der Hund in meiner Vorstellung), ist fast fünfzehn Jahre alt. Sie lebt bei meinen Eltern und hat es dort wirklich gut. In der Vergangenheit hatte sie zwei Schlaganfälle von denen sie sich nach drei Tage toll erholt hat.
    Seid einigen tagen bzw. Wochen wird es für sie immer schwieriger, wenn sie sich hinlegt kommt sie kaum mehr hoch, oder sie ist so ruhelos, dass sie sich kaum traut sich hinzulegen(da ihr selbst das schwer fällt). Heute war es nun so, dass sie aufgestanden ist und sich dabei komplett entleert hat (in einen großen Schwall).
    Ihr war das sichtlich unangenehm :(.
    Ich denke (leider!!:( ), es wird zeit sie zu erlösen, sie geht nur noch raus um ihr Geschäft zu machen und will dann sofort wieder rein.
    Es fällt uns so unglaublich schwer diesen Schritt tatsächlich zu gehen, sie ist einfach eine unglaublich tolle Hündin mit einem wirklich einmaligen Charakter ( die kam mit ca 5 aus dem Tierheim zu uns) .

    Wann war bei euch der Punkt erreicht um eure Hunde zu erlösen? Würdet ihr noch abwarten ob sie sich viell. Noch fängt?

    Es ist einfach so unglaublich schwer und traurig und wir wollen sie nicht leiden lassen :(!

    Lg

  • Erstmal mein Mitgefühl für eure schwere Situation :tropf:

    Was ihr tun könnt :
    Sagt ihr, dass sie gehen darf.
    Dass ihr sie in Liebe und Dankbarkeit loslasst :tropf:

    Manche alten und/oder kranken Hunde "bleiben über ihre Zeit hinaus", weil sie
    so sehr geliebt und festgehalten werden, weil
    sie sich so verantwortlich fühlen ...

    Und wenn ihr ihr das aus ganzem Herzen gesagt habt, dann weiß sie, sie darf gehen.
    Und dann schaut in ihre Augen und schaut ohne Egoismus auf den Hund .
    Dann seht ihr, ob sie gehen WILL.
    Sie sagen es einem, wenn sie gehen wollen . :tropf:
    Ganz bestimmt.
    Und dann macht ihr ihr ein kostbares Geschenk und erlöst sie aus ihrem alten, müden, kranken Körper :tropf:

    Und weint und lacht um sie und haltet sie immer in Erinnerung !
    Liebe Grüsse, m

  • Ich denke den richtigen Zeitpunkt bekommt man nur mit, wenn man mit dem Hund zusammenlebt und ihn gut kennt.

    Unsere Familienhündin die jetzt bei meiner Schwester lebt ist auch weit über 14 Jahre alt und geht nur noch zum Lösen raus und dann will sie wieder rein. Das allein ist kein Grund zum Erlösen. Auch Inkontinenz nicht. Klar will der Hund nicht rein machen, weil er es von klein auf so gelernt hat. Aber es war ihr sicher nicht unangenehm, dass sie rein gemacht hat, sondern weil sie gegen eine Regel verstoßen hat.

    Das geschrieben soll sagen, dass für mich die aufgeführten Gründe keine Gründe sind um einen Hund einschlafen zu lassen. Allerdings ist es schon ein Grund wenn man merkt, dass der Hund nicht mehr kann und sich quält und leidet.

    Heutzutage "dürfen" viele Tiere nicht mehr aus eigenen Stücken sterben. Diese Entscheidung wird immer häufiger vom Besitzer abgenommen.

    Ich persönlich würde ihr die nächsten Tage so angenehm wie möglich machen, ihr zeigen das ihr da seid und das es euch nicht ärgert, wenn sie beim Aufstehen nicht mehr halten kann. Und ich denke ihr werdet merken wann es soweit ist.

    Ich wünsche euch für die nächste Zeit viel Kraft und das ihr einen schönen und entspannten Abschied von eurer Hündin nehmen könnt!

  • Hallo,

    tut mir wirklich leid. :sad2:

    Niemand von uns wird dir sagen können, wann es soweit ist, eben weil niemand von uns die Hündin sieht und kennt.

    Es klingt immer irgendwie "abgedroschen", aber ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man den "richtigen" Zeitpunkt merkt.

    Meine Jacky hatte Epilepsie und 2 Schlaganfälle. Einen Tag nach ihrem letzten habe ich sie gehen lassen, weil ich das einfach nicht mehr MEINE Jacky war. Ich sah es ihr an, dass es Zeit ist.

    Klar neigen wir dazu, die Nasen so lange wie möglich bei uns zu halten. Und Gott sei Dank haben wir diese Entscheidungsmöglichkeit, unsere treuen Begleiter erlösen zu können. Hier die Mitte zu finden ist schwer und das wird dir hier, wie gesagt, niemand vorgeben können.

    Mein Rat: beobachtet sie. Hat sie starke Schmerzen? Gibt es noch Phasen, in denen sie fast "die alte" ist? In welchen Situationen merkt ihr noch die Lebensfreude? Wie sieht ihr Tagesablauf aus? Wann habt ihr den Eindruck, dass sie sich eigentlich nur "quält"? Frisst sie noch gut? Spielt sie noch?

    Es gibt vermutlich hunderte Fragen, die ihr euch stellen könnt. Entscheidet nicht zu schnell, aber lasst euch auch nicht ewig Zeit. Ihr kennt sie sicher am besten. Setzt euch in der Familie zusammen und geht die Fragen gemeinsam durch. Es gibt doch sicher DIE Bezugsperson für sie, die sie vielleicht ganz anders sieht als der Rest der Familie?

    Euer TA kann sicher auch etwas dazu sagen, was Schmerzen etc. angeht. Rein informativ würde ich vielleicht auch hier das Gespräch suchen. Ich habe die Ärztin in der TK damals ganz direkt gefragt: wäre das ihr Hund, würden sie sie jetzt erlösen? Sie bekam Tränen in die Augen und meinte, was ich eigentlich schon beschlossen hatte.

    Es ist eine schwere Entscheidung, aber letztlich ist es auch die "beste" Entscheidung die wir treffen dürfen.

    Ich wünsche dir/euch alles Gute und viel Ruhe und Sensibilität bei der Entscheidungsfindung. :hug:

  • Oh je, das ist ein so furchtbar schwere Frage...

    Wir haben unseren Goldie Merlin damals mit knapp über 13 Jahren erlösen lassen, weil wir gespürt haben, dass er keine Lebensfreude und keine Energie mehr hat. Er war damals in Behandlung wegen Arthrose, er hatte Borrelien in den Nieren und seine Netzhaut war löchrig. Wir haben ihn das letzte Jahr mit Akupunktur relativ schmerzfrei gehalten, da wir seine Nieren nicht durch Schmerzmittel noch mehr belasten wollten. Aber auch Akupunktur kommt an ihre Grenzen. Spazierengehen war gar nicht mehr, wir haben ihn die Treppe runtergetragen, ins Auto gesetzt, an der Wiese wieder aus dem Auto gehoben, er hat sein Geschäft erledigt und ist keinen Schritt weitergelaufen. Zuhause hat er nur noch geschlafen und kaum Kontakt zu uns gesucht. Es war, als ob er sich in sich zurückgezogen hätte... in seinen Augen war kein Glanz mehr, er hat uns manchmal so still angeschaut, als ob er uns um Hilfe bitten würde.

    Sein letzter Arzttermin war eigentlich ein Kontrolltermin für seine Augen - als unser TA ihn sah, hat er eindringlich mit uns gesprochen und uns nahe gelegt, eine Entscheidung zu treffen. Er hätte ihn natürlich noch ein halbes Jahr behandeln können und auch noch gut Geld mit uns verdient, aber er hat uns klar gemacht, dass Merlin nie mehr völlig schmerzfrei werden wird, dass nach und nach die Organe versagen werden und alles, was ihn ausgemacht hat nur noch ein Körper ist, der funktionieren muss weil das Herz noch stark genug ist... Genau das hatten wir Tage davor auch gespürt und durch das Gespräch wurden wir bestätigt. Wir haben Merlin noch bei diesem Termin einschlafen lassen.

    Ob eure Hündin dieses Stadium erreicht hat, kann euch nur euer Gefühl zeigen. 15 Jahre ist ein stolzes Alter und gerade bei so einer innigen Verbindung gehört dieser letzte "rechtzeitige" Schritt leider dazu. Ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit bei unseren Tieren haben. Natürlich kann immer noch ein bißchen Zeit "herausgeschunden" werden, aber wie hoch ist der Preis für den Hund ?

    Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr die richtige Entscheidung für euch und vor allem für eure Hündin trefft.

    Alles Liebe für euch
    Marion

  • Danke für eure lieben Worte,

    Natürlich ist die Inkontinenz absolut kein Grund für uns sie einzuschläfern!

    Sie ist leider nicht mehr die alte :(, das wird immer deutlicher. Sie kommt kaum hoch bzw. Kann sich scheinbar nur unter Schmerzen hinlegen und hoch kommen.
    Sie hört nicht mehr (auch kein Grund sie einzuschläfern) Fressen tut sie schon lange nicht mehr so wie früher...
    Auch spielt die nicht mehr.

    Ihr Tag sieht wie folgt aus:
    -meine Mutter geht um 5.30 mit ihr raus
    -um 7.30 bekommt sie von meinem Vater Futter und geht ca 45std später nochmal zum lösen raus.
    - sie schläft eigentlich nur oder irrt ruhelos (weil sie sich nicht hinlegen mag) durchs Haus. Wenn die es nicht allein, schafft wird ihr von meinem Vater geholfen, ebenso wenn sie wirklich nicht alleine hochkommt.
    - sie kommt alle 2-3 Std zum lösen raus.
    - wenn meine Mutter nach Hause kommt oder wenn mein Vater weg war, merkt sie erst viel später das jemand da ist.
    Sie reagiert nicht mehr auf die Klingel, auf stimmen, sieht wenig, schläft extrem viel, bewegt sie wenig (sie war früher sehr sehr agil und bewegungsfreudig)

    Sie ist übrigens eine Mischung aus ?schaäferhund, Labrador, bracke?

    Lg

  • diese Frage kann keiner von uns beantworten...
    ich kann dir auch nur berichten, wie wir für unseren Maxl entschieden haben
    Maxl wurde 18 Jahre alt, ein wunderbarer liebenswerter Hund, einfach unser alter lieber Kumpel
    die letzten Monate vor seinem Tod, hatte er merklich abgebaut, man sah, dass ihm vieles weh tat, und schwer fiel, man ist auch betriebsblind, will nicht wahr haben, das das geliebte Tier, schon an der Schwelle steht, und trotzdem wenn man ihm in die augen sah, trotz fast völliger Blindheit, er sah schon ein wenig nach "drüben"
    am Tag seines ewigen Schlafes, ist er zusammen gebrochen, er konnte die Hinterläufe nicht mehr bewegen, und er weinte vor Schmerzen, das kam echt völlig überraschend, gut er hatte Athrose, war aber mit Medis gut versorgt.
    Ich "sprach" mit ihm, und er zeigte mir ganz deutlich, Fraule lass mich gehen.
    Ich rief unseren Ta an, der auch fast umgehend kam, und unseren Maxl ( mir laufen gerade die Tränen)
    in den ewigen Schlaf, schickte, er ist schnell und friedlich in meinen Armen gestorben, begleitet von seiner Familie
    Er hat uns 18 Jahre begleitet, und auch nach einem Jahr, fehlt er uns noch immer sehr, ich bin froh, ihm längere Qualen erspart zu haben, und ihm einen friedlichen schmerzlosen Tod "geschenkt" zu haben.
    Ich wünsche euren Wuffel, das ihr den richtigen Zeitpunkt erkennt, und ja mit dem richtigen Blick, werdet ihr es wissen
    mein Mitgefühl ist bei euch

  • man kann einen alten Hund auch mit Medikamenten unterstützen, so dass sie nochmal deutlich Lebensfreude zurück bekommen.

    Es gibt beispielsweise Karsivan zur Durchblutung insbesondere des Gehirns, das wirkt gut gegen Demenzerscheinungen wie Unruhe/ Desorientiertheit etc.
    Außerdem kann man gegen die Schmerzen beim Aufstehen und Hinlegen viel tun. Schmerzmittel (Rimadyl oder Metacam) wirken sehr gut und schnell, man kann auch mit Nahrungsergänzungsmitteln (Ingwer, Grünlippmuschel, Gelatine etc.) oder Homöopathie falls man auf sowas steht (Zeel/ Traumeel) gegen die Schmerzen ankämpfen.
    Falls ihr etwas mehr Geld investieren wollt, könnt ihr sie auch einem Hundephysio vorstellen, der hat auch nochmal sehr viele Behandlungsmethoden, um Bewegungsschmerzen zu lindern.
    Mit Inkontinenz bei Hunden kenne ich mich nicht aus, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Tierarzt auch da was passendes verschreiben kann.

    Sprecht doch mal mit eurem Tierarzt, wenn ihr euch unsicher seid, vielleicht kann man der Hündin mit Medikamenten wirklich nochmal zu einer schönen Zeit verhelfen.
    Alles gute euch!

  • Hallo

    Erstmal... schön das diese Hündin 15 Jahre alt werden durfte, das ist toll :)

    Zu entscheiden das es Zeit ist, sie gehen zu lassen, kann nur Deine Familie, bzw Du.

    Festmachen würde ich es an ein paar Punkten

    Sind Schmerzen da?

    Funktioniert Kot/Urin lassen?

    Frisst/trinkt der Hund selbständig?

    Diese drei Punkte finde ich elementar, für das Wohlergehen des Hundes... Kehrt in Euch, fühlt mit dem Hund, schaut ihn genau an, und beurteilt so, wie es um sie steht.

    Zu entscheiden einen Hund einzuschläfern, bedeutet Heutzutage nur, ihn in Frieden gehen zu lassen, ohne grosse Qualen.

    Ich finde, Abschied zu nehmen, lehrt einen für das ganze Leben. Ein guter Abschied kann in diesem Sinne sogar etwas schönes sein, etwas ruhiges, vollkommenes.

    Ich wünsche Euch eine gute Zeit, und viel Kraft in Zukunft.

    Grüsse, Nina

  • Ein schweres Thema. Die Symptome deiner Hündin sind wie bei einem Bandscheibenvorfall. Da kann man oft noch was machen, auch bei Inkontinenz. Meine bekommt Schmerzmittel und Physio, damit geht es gut, trotz eingeklemmter Nerven. Geh doch zum TA und rede mit ihm/ihr, ob es noch Chancen gibt.

    Wenn es keine Chance mehr gibt, lasse sie nicht zu lange leiden. Alles Gute!

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