Spielen - Jagen - Ernst? Wie unterbrechen?

  • Hallo liebe Foris,

    zuerst mal: SORRY - Mir ist keine bessere Überschrift eingefallen :D

    Ich hätte gern mal eure geschätzte Meinung zu folgendem:

    Wir haben hier in der Nachbarschaft eine Parson Russel Terrier Hündin (2J). Frauchen und ich sind im selben Alter und gehn gern hin und wieder spazieren (2-3 Mal pro Woche)

    Duncan und die Hündin spielen anfangs jedes Mal sehr schön zusammen, Rocco hält sich meist raus. Er hat da nicht so viel Lust drauf.

    Nach ein paar Minuten fängt fast jedes Mal folgendes an: Duncan rennt los, Terrier hinterher und dann wird minutenlang über die Wiese gerannt und wirklich gerannt ohne auch nur kurz abzustoppen. Fast von anfang an kreischt die Hündin wie am Spieß (vermutlich, da sie Duncan nicht erreicht) Weit entfernte Spaziergänger bleiben regelmäßig stehn, weil sie dermaßen laut schreit.
    Duncan sieht dabei nicht wirklich entspannt aus, es wirkt wirklich eher wie Flucht. Er bleibt erst stehen wenn er absolut nicht mehr kann. Dann stürzt die Hündin sich auf ihn und "vermöbelt" ihn. Das heisst sie springt auf ihm rum, bellt wie verrückt und beisst ihm unkontrolliert ins Fell.
    Meiner Ansicht nach ist sie da voll im Jagdmodus. Es wirkt als würde sich minutenlang beim Nachrennen Frust aufstauen und der wird dann abgelassen, wenn Duncan stehen bleibt.
    Kann das mit Spiel noch was zu tun haben?
    Nach solchen Sequenzen geht Duncan immer von sich aus hinter mich und lässt sich auf keinen Kontakt zur Terrier - Hündin mehr ein. Es wirkt wirklich als würde er Schutz suchen.

    Bei Rocco traut sie sich sowas nicht.

    Oftmals nehme ich nur Duncan mit, wenn wir zusammen gehen, da Rocco nichts von einem solchen Spaziergang hat. Er geht seiner Wege und mag mit den Jungspunden nichts zu tun haben und ich muss dann nur nach einem Hund schauen und kann mich besser unterhalten etc. .
    Wenn er allerdings dabei ist geht er bei oben beschriebenem Geschehen IMMER dazwischen und versucht die Hündin abzustoppen. Es gelingt ihm auch oft, manchmal ist sie jedoch so "drin", dass sie ihm einfach ausweicht und wie verrückt weiter rennt.

    Sie hat sich schon die Beine komplett blutig aufgeschrammt dabei und stand so unter Adrenalin, dass sie das scheinbar absolut gar nicht gemerkt hat. (Duncan hat ja dichteres Fell an den Beinen und sie sind durch irgendwelche Sträucher gerannt)
    Wobei man ja eh sagt Terrier seien hart im Nehmen.

    Irgendwie bin ich mit dem Verlauf nicht glücklich, würde aber sehr gern diese Spaziergänge weiter wahrnehmen.

    Habt ihr irgendwelche Tipps? Seh ich das zu eng?

    Duncan rausrufen geht schlecht da sie direkt auf ihm hockt, wenn er nur ein bisschen langsamer wird bzw gar nicht wegkommt, wenn sie ihn mal hat.
    Und die Hündin ist da auch absolut nicht abrufbar - Frauchen hat 5 verschiedene Hundeschulen durch (von animal learn bis hin zu auf den Rücken werfen und anbrüllen war alles dabei) Da ihrer Aussage nach keiner helfen konnte hat sie nun "aufgegeben" und nimmt den Hund wie er eben ist. :|

  • Ja, Terrier neigen ganz gerne mal zum Hetzen und danach wildes Balgen. Ich würde abwägen, inwieweit man das Gefühl hat dass es ins Aggressive oder auf der anderen Seite in Angst umschlägt. Meine beiden (PRT und DSH) haben dieses Spiel aber auch. Die Große spielt "Hase", lässt sich jagen und irgendwann fallen und per Kehlbiss erlegen...5 Minuten später ist es aber andersrum, sie zieht ihn am Nacken durch die Gegend, er schmeisst sich hin und sie kaut ihm auf der Kehle rum. Da sie das ausschliesslich untereinander machen und beide genug Beisshemmung haben sich nicht wehzutun und "entspannt" sind, lasse ich sie gewähren. Spielerisches Kräftemessen, welches natürlich auch ein gewisses Rangordnungsritual ist.

  • Ich würde dieses "Spiel" nicht zulassen. Für mich klingt das genauso, wie du es schon selbst sagst, nach Jagd.
    Mir wäre es mehr oder weniger egal, wie es der Hündin damit geht, aber du schreibst, dass dein Hund dabei gestresst ist und auch hinterher keinen Kontakt mit der Hündin mehr will.
    Das wäre für mich ausschlaggebend.
    Habt ihr mal versucht, die Hunde abzurufen solange das Spiel noch schön und entspannt ist? Dann ein bisschen Pause zum runterkommen? Das wäre mein erster Ansatz. Vielleicht fährt die Hündin sich genug runter, um dann wieder friedlich zu spielen.
    Der zweite Ansatz wäre eventuell eine Schlepp für die Hündin. So dass sie leichter zu stoppen ist. (Muss man abwägen, ich finde die Verletzungsgefahr sehr hoch).
    Ich könnte mir vorstellen, dass ihr mit den regelmäßigen Auszeiten ganz gut fahren könntet. Wichtig ist nur, dass ihr den Punkt nicht verpasst, wo das Spiel kippt. Lieber vorher unterbrechen.

    LG Nele

  • Ich würde meine Terrierhündin spätestens nach der ersten Schnappattacke zum Abkühlen an die Leine nehmen und diese Jagd - das ist es nämlich - nicht weiter zulassen. Die Burschen steigern sich da dermaßen rein, daß das mit Spielen nichts mehr zu tun hat: das ist pures Beutemachen, und das merkt dein attackierter Hund ja auch ganz genau.

    Hier hat Fräulein Terrier von Anfang an lernen müssen, sich entweder auf "Vorsicht" zu mäßigen, oder sofort an die Leine zu kommen, bevor die Situation komplett eskaliert. Da bin ich dann auch schmerzbefreit - mir ist es egal, wenn der Besitzers des Attackierten meint, sie spielten doch gerade so schön, und wenn ich den Terrier blitzschnell an Kragen, Schwanz oder Hinterbein packen oder sogar die Leine zu Boden pfeffern muß, dann tue ich das eben. Ich weiß, in welchem Handumdrehen mein Hund sich in sowas reinsteigert, und ich will keine Verletzten.

    Ausnahme ist natürlich, wenn das Spiel total einvernehmlich ist, sich also ein Großer wirklich bewußt als "Opfer" anbietet - da darf der selige Terrier dann gerne zerren, knurren und zausen. Das ist auch die Art von Spiel, die komischerweise niemals kippt, weil der souveräne Große jederzeit die Kontrolle hat, egal, wie irre sich der Zwerg aufführt.

    Geht's aber gegen ein echtes, ängstliches Opfer, übernehm ich diese Kontrolle - und zwar sofort, bevor da was passiert.

  • Zitat

    Vielleicht kann deine Freundin ja auch eine Leine an ihre Terrierdame machen, sodass sie sie notfalls ranangeln kann, wenn die nicht mehr ansprechbar ist?

    Hatten wir ja schon versucht, aber Duncan hing dann ständig mit allen 4 Füßen mit da drin und irgendwie hat es nie funktioniert.

    Könnte sowas mit Auslastung zumindest zu "mäßigen" sein?

  • Zitat


    Könnte sowas mit Auslastung zumindest zu "mäßigen" sein?


    Leider nein. :/ Zumindest bei Emmy nicht.

    Ich muss da bei Emmy auch ganz genau aufpassen wann es noch Spiel ist und wann es jagen wird. Das schlägt ziemlich schnell um je nach Hund. Gerade bei Hunden die ihr gegenüber unsicher sind und die Kontrolle über das Spiel verlieren. D.h. sich hetzen lassen ohne selbst umzudrehen und Emmy mal zu jagen.

    Emmy lässt sich dann auch nicht mehr abrufen wenn sie im Jagdmodus ist. dann heisst es ,ab an die Leine.

    Diesen Punkt zu erkennen ab wann es eine Jagd ist muss das Frauchen von der JRT Hündin lernen zu erkennen.

    Bei Emmy geht es mittlerweile, aber ich hab auch eine Weile gebraucht.
    Wenn ich merke sie geht in den Jagdmodus rufe ich sie ab, denn da ist sie noch aufnahmefähig, und sie kommt erst mal eine Zwangspause verdonnert.

  • Zitat

    Könnte sowas mit Auslastung zumindest zu "mäßigen" sein?

    Einen Versuch wäre es wert.
    Was macht das Frauchen denn überhaupt mit dieser Hündin, um sie auszulasten?

    So ein krasses "Spiel" würde ich unterbinden, denn Deinem Duncun macht es ja offensichtlich keinen Spaß, wenn er über den Acker gehetzt wird.
    Notfalls würde ich sogar auf solche Spaziergänge verzichten.

    OT
    Ich bin ein paar Mal mit einer Frau und ihrer Aussiehündin spazieren gegangen und stellte schnell fest, dass die Aussiehündin einen starken Jagdtrieb hat, nicht aufrufbar war und Atti (seinen Jagdtrieb habe ich im Griff) ließ sich animieren und startete mit durch. Er war zwar abrufbar, aber ein entspannter Spaziergang sieht anders aus. Mir war das zu heikel, denn meine Arbeit wäre u.U umsonst gewesen und wir hätten wieder von vorn anfangen können.

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