Gründe für die Kastration?
-
-
Unzumutbares Leiden ist relativ. Es ist vorallem in den allermeisten Fällen eine unnötige, zum Teil recht schwere OP. Auch wenn es heutzutage Routine ist eine Hündin zu kastrieren, sollte man sich im Klaren darüber sein das es eine große Bauch-Op mit den entsprechenden Risiken ist. Das ist nicht mal eben auf und mal eben zu.
Beim Rüden ist es vergleichsweise weniger aufwendig. Aber warum?
ZitatPferde, Katzen, Meerschweine etc. werden standardmäßig kastriert und sind ja auch nicht alle traumatisiert.
Zu Pferden kann ich nichts sagen, da ich mich nicht auskenne. Bei Katzen ist es so, dass einige weibliche Katzen durch ihren Zyklus in eine Dauerrolligkeit fallen, was für die Katze ein unzumutbarer Stress ist und für manche sogar tödlich endet. Von daher hat das schon eine andere Grundlage als der bei einer Hündin. Nur wenige Hündinnen werden Dauerläufig.
Bei Meerschweinen ist die Kastration unter anderem dazu da, das Meerschweinböcke trotzdem noch ohne massig Nachwuchs zu erzeugen in einer Gruppe mitleben können. Da das Meerschwein ein Gruppentier ist, gehört das zu den Grundbedürfnissen und anders ist eine unübersichtliche Vermehrung nicht zu stoppen, oder wilde Beissereien zwischen den Böcken.Bei Hunden sollte allerdings der Mensch in der Lage sein, seinen Hund von ungewünschten Vervielfältigen abzuhalten. Ich habe es seit bald 7 Jahren geschafft, also warum soll ich meinen Rüden eine unnötige OP aufbürden? Sollte sich irgendwann aufgrund des Alters eine Notwendigkeit ergeben, ist es was anderes. Aber so... nö.
Ob meine Hündin traumatisiert ist, weil sie kastriert ist vermag ich nicht zu sagen. Aber das sie mit 8 Monaten schon kastriert wurde, merke ich. In wie weit ihre Schreckhaftigkeit von der Kastration abhängt, weiß ich nicht. Ich kannte sie nicht davor.Unterm Strich kommt für mich eine Kastration nur in Frage, wenn es medizinisch angebracht ist. Nur weil man es kann.. nein. Dafür habe ich doch zuviel Achtung für das Lebewesen Hund. Wenn ich mir einen Rüden aussuche, nehme ich Rüdentypisches Verhalten in Kauf. Möchte ich das nicht, nehme ich mir halt eine Hündin. Und ja, die blutet 2 Mal im Jahr. Das scheint für viele schon eine Katastrophe zu sein. Ich verstehe nicht warum.
Aber gut. Was man letztendlich mit seinem Hund anstellt bleibt einem natürlich selbst überlassen. - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Sehr gut PocoLoco, du sprichst mir aus der Seele :-)
Ich habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, dies nur als Anmerkung meinerseits: Möchte man die Fortpflanzung verhindern und ist dies unter Umständen nicht zu 100% möglich (z.B. intakte Hündin im selben Haushalt und keine Lust auf Ups-Wurf) kann man einen Rüden auch sterilisieren lassen. Die meisten kennen diese Möglichkeit nicht einmal, dabei hat sie bis auf die gewünschte Zeugungsunfähigkeit (ok, und natürlich die einmalige Vollnarkose und zwei kleine Schnitte) keinen weiteren Einfluss auf den Organismus des Rüden. Aus Unwissenheit wird dann oft völlig unnötigerweise kastriert, was finde ich sehr schlimm ist. Wenns nur um die Verhinderung der Fortpflanzung geht würde ich eine Sterilisation beim Rüden immer bevorzugen.
-
Unser Rüde bekommt im nächsten Monat auch einen Chip und wenn er sich damit wohlfühlt , wird er im nächsten Jahr kastriert. Sollte er irgendwelche Probleme bekommen, wird er nicht kastriert.
Wir waren in zwei Tierkliniken und haben uns ausführlich beraten lassen und sind dann auch noch zu dem Entschluss gekommen unsere Hündin auch kastrieren zu lassen. -
Wenn ich wissen will ob ein VW oder ein Audi besser für mich ist und ich lass mich beim Audihändler beraten, was wird man mir wohl erzählen? Richtig. Genau so ist es leider, wenn man Tierärzte nach Kastration ja/ nein fragt. Wer verzichtet schon gern auf OP- und Folgebehandlungen, wenn er damit sein Geld verdient?
-
...und wieder wird jedem TA pauschal Unredlichkeit und Geldgier unterstellt....

-
-
Zitat
Unser Rüde bekommt im nächsten Monat auch einen Chip und wenn er sich damit wohlfühlt , wird er im nächsten Jahr kastriert. Sollte er irgendwelche Probleme bekommen, wird er nicht kastriert.
Wir waren in zwei Tierkliniken und haben uns ausführlich beraten lassen und sind dann auch noch zu dem Entschluss gekommen unsere Hündin auch kastrieren zu lassen.Warum sollte sich ein Hund wohlfühlen, wenn ihm wichtige Hormone genommen werden?
Die Beratung in der Tierklinik möchte ich mal etwas ergänzen. Es hat sich in der Tiermedizin noch nicht herumgesprochen, dass es keine reinen Fortpflanzungshormone gibt. Hormone habe sehr vielfältige Aufgaben im Körper. Darum gibt es keine Hormone, auf die der Hund verzichten kann.
ZitatProgesteron und Estradiol sind die Haupthormone des weiblichen Organismus. Lange Zeit glaubte man, dass diese Hormone nur der Reproduktion (Fortpflanzung) dienen.
Heute weiß man aber, dass sie ein breites Wirkungsspektrum haben und fast alle Organfunktionen beeinflussen.!!!!! Deshalb werden sie auch als „Multifunktionelle Hormone“ bezeichnet.
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es wird in den Hoden, in den Nebennieren und in den Eierstöcken gebildet. Das Hormon besitzt positive Effekte für den Muskelaufbau, den Fettabbau, das schützende HDL-Cholesterin, die Vitalität, die Libido, die Sexualfunktion, die Psyche, das Haarwachstum, den Kollagenaufbau der Haut, sorgt für innere Dynamik und gibt Kraft und Antrieb.
-
Zitat
...und wieder wird jedem TA pauschal Unredlichkeit und Geldgier unterstellt....

Es mag genug Ausnahmen geben, bei den TAs die ich persönlich kenne ist das jedenfalls bisher immer so gewesen, dass sie auch bei völlig gesunden Hunden zumindest die Kastration mal ansprechen und die angeblichen Vorteile erklären. Da muss man sich oft schon rechtfertigen, warum man das nicht möchte. Dass das alle Tierärzte so machen, kann ich in meinem Beitrag nicht finden. Meine Antwort war bezogen auf die zwei Gespräche der Userin mit der Tierklinik, und bei dem Ergebnis das dabei heraus gekommen ist liegt die Vermutung nahe, dass meine Metapher jedenfalls auf diese Tierkliniken zutrifft.
-
Wir werden auch Casper im nächsten Jahr kastrieren lassen, weil wir ihn nicht dem Stress läufiger Hündinnen aussetzen möchten, die es hier im Umkreis von 10km in hoher Anzahl gibt und mit vielen leichtsinnigen Besitzern am anderen Ende der Leine. Wir wollen einfach keinen ungewollten Wurf provozieren. Offen gestanden kann ich nicht verstehen, wieso man dieses Risiko noch verschärfen kann, indem man zwei zeugungsfähige Hunde zusammenhält.
Tickende Zeitbombe? Erziehung hin oder her - für die Tiere bedeutet das in der Regel doch Dauerstress. Nur weil Herrchen/Frauchen die Hunde so 'natürlich' und 'unbelassen' wie möglich halten will? Verstehe ich nicht wirklich. -
Meine vorherige Hündin war auch nicht kastriert und ich konnte keinen Stress feststellen. Mein Rüde ist alt genug und somit erfahren genug, um zu wissen das es sich nicht lohnt eine läufige Hündin anzubaggern. Klar wird getestet aber solange die nicht in den Stehtagen und somit willig ist, wird da nichts weiter versucht. Als die Kleine dann in den Stehtagen war, war es für beide natürlich ein wenig stressiger.
Und nein, mein Rüde ist bisher noch nie Vater geworden obwohl er mehrmals mit läufigen Hündinnen zusammen gelebt hat.
Hätte ich einen Rüden der sehr stark auf den Duft läufiger Hündinnen abfahren würde, täte er es auch wenn andere Hündinnen im Umkreis läufig sind. Mein Hund stellt weder das Fressen ein, noch steht er jaulend vor der Tür, noch versucht er auszubüchsen um eine Angebetete zu finden. Also Stress hat der nun wirklich nicht damit. Warum? Entweder weil er eben lernen durfte damit umzugehen, oder weil er einfach von Natur aus eher ein ruhiger Typ ist. Er stresst sich bei anderen Sachen mehr, als bei läufigen Hündinnen.
-
Also mein unter "Dauerstress" stehendes Pärchen liegt grade gemütlich nebeneinander auf der Decke und ranzt vor sich hin. Die Hündin ist jetzt im 10. Tag läufig und kommt bald in die Stehtage. Das sind dann ein paar Tage in denen ich die Hunde trenne und einzeln Gassi gehe. Ja und? Übrigens die erste miterlebte Läufigkeit unseres pubertierenden Rüden (14 Monate). STRESS ist was anderes. Eine Möglichkeit für den Rüden, mit einer Läufigkeit umzugehen und sich beherrschen zu lernen trifft es besser. Das Risiko eines ungewollten Wurfs haben wir durch die Sterilisation des Rüden beseitigt.
Natürlich gibt es Rüden, die nicht mehr fressen und abmagern, nur noch heulen, nur noch mit dem Gesicht in der Wiese hängen usw. und sich auf nichts mehr konzentrieren. Das sind Extremfälle, und wenn da mit Erziehung nichts mehr geht, kann man natürlich zunächst mal zu einem Chip greifen und wenn die Lebensqualität merklich zunimmt, über eine Kastration nachdenken.
Aber doch nicht bei einem normalen Rüden der zwei mal im Jahr ab und zu ein bisschen Pipi riecht und mit den Zähnen klappert. So ein bisschen Stress ist im Rahmen und den sollte man seinem Hund schon zutrauen können.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!