Hundepubertät?! Jundhündin akzeptiert manche Grenzen nicht?

  • Ich stimme PocoLoco zu.

    Das beschriebene Verhalten hat genau gar nichts mit Bindung zu tun. Dass sich das Verhalten einfach auflöst, zeigt nur, dass nicht wirklich Jagdverhalten da ist. Yoma ist die erste Woche einem Kaninchen nach. Das hat er genau nur dieses eine Mal gemacht, seither nie wieder. Und nun habe ich den Hund fast zwei Jahre. Du willst mir nicht ernsthaft sagen, das er an Tag 10 schon so viel Bindung hatte, dass es einfach verschwunden ist.
    Noch dazu müsste Akuma, ein leidenschaftlicher Jäger, der eine sehr starke Bindung zu mir hat, nie wieder jagen. Also diese Theorie ist mir wirklich neu.

  • Zitat

    Nach 3 Monaten sollte aber schon eine gewisse Bindung da sein und ob ein Hund in gewissen Situationen ansprechbar ist oder nicht, hat nichts mit der Bindung zu tun.

    Sollte..... aber nicht immer ist nach 3 Monaten eine Bindung da.
    Das hängt ja auch vom Menschen ab.

    In bin der Meinung, dass eine Bindung den Hund ansprechbar macht.
    Habe schon einige Hunde gehabt, die am Anfang Wild hinterhergejagt sind.
    Das macht mehr oder weniger jeder Hund, bis er abrufbar ist.

    Jagdhundrassen hatte ich allerdings nicht.

  • Zitat

    Habe schon einige Hunde gehabt, die am Anfang Wild hinterhergejagt sind.
    Das macht mehr oder weniger jeder Hund, bis er abrufbar ist.


    Es gibt einen Unterschied zwischen Jagd und Jagd. Wenn die Hunde allein durch den Abruf abrufbar sind, dann ist es keine "echte Jagd" sondern die Reaktion auf etwas das vor dem Hund davon rennt und einen Impuls auslöst.
    Kenne ich von meinem Rüden. Der ist jagdlich überhaupt nicht bewandert, würde aber nachrennen wenn ich ihn nicht abrufen würde.

    Das ist aber kein Vergleich zu einem Hund der die Beute absolut fixiert, geifert, mit den Zähnen klappernd in der Leine steht, weil er unbedingt "haben, haben, haben" muss. Dieser Hund ist nicht in der Lage in dieser hohen Erregung noch etwas von aussen wahrzunehmen. Da kann man ansprechen und anstoßen so lange und viel man will.

    Das hat allerdings nichts mit der Bindung zu tun, sondern dem Erregungszustand der in dem Moment andere Reize schlichtweg ignoriert (bzw nicht als so wichtig anerkennt wie das tolle Beutetier in Sichtweite).

    Meine Hündin ist so ein Hund. Hätte ich sie in solchen Situationen nicht an der Leine gehabt, wären einige Tierchen gestorben. Davor und danach ist sie mit ihrem kompletten Gehirn plus aller Sinnesorgane komplett bei dir, verläßt deinen Dunstkreis nicht und du bist der Mittelpunkt ihrer Welt. Weil eben das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

    Wäre es so einfach einen echten Jagstrieb zu überschreiben, gäbe es die ganzen unzähligen "mein Hund jagt, was soll ich tun" Threads nicht. Die meisten Hunde darin haben zu fast 100% eine gute bis sehr gute Bindung zu ihrem Menschen.

    Und wie in einem anderen Thread auch schon mal erwähnt: Nur weil du einem solchen Hund noch nicht über den Weg gelaufen bist, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt.

  • Würde jedes Jagdersatztraining überflüssig machen. Ich war dann doch auch überrascht, als Akuma das erste Mal qietschend und kreischend in der Leine lag, als da ein Eulenbaby im am Teich auf der Wiese lag, weil es aus dem Nest gefallen ist.

  • Hallo Zusammen und hallo Inara6,

    bzgl. Jagdverhalten etc. kann ich nicht viel sagen, da meine Hündin bis jetzt nicht hinter einem Tier hergerannt ist.
    Aber manches von dem was du beschrieben hast, kommt mir bekannt vor...
    Z.B. wie du das Spielverhalten von ihr beschreibst.
    Wenn Kiwi versucht mich anzuspringen, um an Spielzeug zu kommen, wenn ich es z.B. gerade aus der Tasche geholt habe, dann gehe ich einen kleinen Schritt auf sie zu.
    So hat meine Trainerin es gesagt und es funktioniert ganz gut, kostet mich aber ein bisschen Überwindung.
    Ausschließen vom Spiel? Finde ich schwierig, kann es aber nicht beurteilen.
    Ich weiß nicht, wie Hunde Dinge miteinander verknüpfen. Ich kann mir die Frustration aber gut vorstellen...

    Ich glaube es ist gut, wenn ein Hund ein Spielende erkennt und akzeptiert. Z.B. durch ein klares "Schluss" oder sonstiges Wort. Und das du das Spiel beendest. Es heißt ja nicht, dass es nicht wieder neu beginnen kann ;) .
    So mache ich das auch beim Rückruf. Wenn sie dann wieder zu mir kommt, beginne ich ein neues Spiel/ hole das Spielzeug wieder hervor etc.
    Jenachdem welches Spielzeug wir auf einem Spaziergang dabei haben, gibt Kiwi es mehr oder weniger zurück. Manchmal läuft sie im Kreis um mich herum, wälzt sich mit dem Ball/ Stock etc. pp. auf dem Boden und hat total viel Spaß. Wenn ich in solchen Momenten das Spielzeug haben möchte, ist es schwer. Wenn sie wieder etwas ruhiger wird, rufe ich sie zu mir, mache mich klein und sage "lass los" (Kommando "Aus" haben wir noch nicht geübt und ich möchte das zusammen mit der Trainerin aufbauen). Dann beginnt das Spiel erneut, oder ich beende es, um dann ein Leckerchen zu verstecken oder einfach weiter zu gehen.

    Zu Beginn habe ich in Verbindung mit "lass los" ein Tauschgeschäft angeboten. Leckerli (Trockenfutter, Keks whatever...) hinhalten und im Gegenzug das Spielzeug nehmen.
    Loben. Und immer wenn sie zu mir kommt loben und freuen. Genauso wie über jede Kontaktaufnahme ihrerseits, Blicke, Schauen, etc. Alles in einem ruhigem Ton. Macht sie etwas, was ich besonders etablieren möchte, feier ich ne Party "Juppiiii, Prima" usw.

    Ich glaube alles braucht seine Zeit und mir ist wichtig, dass ich mich mit dem wohlfühle, wie (m)ein Hund etwas lernen soll. Da gibt es eben zigfache Methoden und so suche ich nach meinem Weg, damit ich den auch authentisch gehen kann und meiner Hündin gegenüber möglichst klar bin.
    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und weiterhin viel Spaß mit Shila. :smile:

  • Zitat

    Sollte..... aber nicht immer ist nach 3 Monaten eine Bindung da.
    Das hängt ja auch vom Menschen ab.

    In bin der Meinung, dass eine Bindung den Hund ansprechbar macht.
    Habe schon einige Hunde gehabt, die am Anfang Wild hinterhergejagt sind.
    Das macht mehr oder weniger jeder Hund, bis er abrufbar ist.

    Jagdhundrassen hatte ich allerdings nicht.


    Vielleicht - aber nur vielleicht - mag dies http://teilweisezutreffen bei Hunden, die nur aus Langeweile mal bissi jagerln gehen. Auf echtes Jagdverhalten sicher nicht.

    Die Ansprechbarkeit hängt von der Erregungslage ab, und auch vom Trainingsstand - traumhaft sicher sitzende Kommandos können auch noch durchdringen, wenn der Hund schon ins Hinterhirn gefallen ist. Gewöhnung in der Nähe der Auslöseschwelle kann die Erregbarkeit senken. Bindung tut da nicht viel dazu - das würde schon Hörigkeit brauchen.

    Ich führe zwei Jagdhunde. Beide sind bei Wildsichtung anfänglich schreiend in der Leine gestanden, trotz guter Bindung. Geholfen hat einerseits ein gutes Gehorsamstraining, andererseits ein Programm, welches den Hunden zeigte, wie sie durch Kooperation zu "Jagderfolg" auf Ersatzbeute kommen, und welches Verhalten bei echtem Wild erwünscht ist. Es gibt hier mehrere Threads, die dem Umgang mit unerwünschtem Jagdverhalten gewidmet sind.

  • Liebes DogForum, danke für die vielen Beiträge!
    Ich denke nicht, dass es an mangelnder Bindung liegt, auch wenn wir sie noch nicht so lange haben. Wir beschäftigen uns wirklich viel mit ihr, ich bin auch viel draußen mit ihr (ich arbeite z.Z. nicht) und ich denke sie hat uns längst als ihre neue Familie akzeptiert.
    Dann werden wir jetzt mal sehen, dass wir den Grundgehorsam festigen, denn da haben wir ja sowieso noch einiges vor uns, weil es für Shila auch in sehr reizarmer Umgebung schwierig ist, Kommandos auszuführen. Und ich werde mir mal anschauen was ich hier im Forum noch zum Thema Jagdverhalten finden kann. Mit Ersatzbeute zu arbeiten haben wir auch schon überlegt, wir haben hier einen befüllbaren Futterbeutel, allerdings würde sie das ja auch wieder nur hochpushen und in diesen angespannten, fixierten Jagdmodus befördern, der ja für sie und auch für uns wiederum stressig ist.

  • Zitat

    Mit Ersatzbeute zu arbeiten haben wir auch schon überlegt, wir haben hier einen befüllbaren Futterbeutel, allerdings würde sie das ja auch wieder nur hochpushen und in diesen angespannten, fixierten Jagdmodus befördern, der ja für sie und auch für uns wiederum stressig ist.

    Vielleicht würde euch ein Reizangel-Training helfen. Damit kann man wunderbar Impulskontrolle mit einem Beutestück üben, sofern sie auf irgendwas megaheißt ist, und sie sich dann quasi nicht mehr halten kann. ;)

  • Zitat

    Vielleicht würde euch ein Reizangel-Training helfen. Damit kann man wunderbar Impulskontrolle mit einem Beutestück üben, sofern sie auf irgendwas megaheißt ist, und sie sich dann quasi nicht mehr halten kann. ;)


    Genau das habe ich gerade eben ausprobiert! :) Ich habe einfach den Futterbeutel an dem kleinen Schnürchen, das an einer Seite befestigt ist, an einem langen Stock befestigt und dann geschwungen! Ich habe Shila vorher immer sitzen lassen, und erst auf Kommando "Los!" jagen lassen, das hat soweit auch geklappt. Was aber glaube ich nicht so gut klappt, ist, wenn ich ihr zwischendurch sage "Nein!" und dann blockiere, mich also zwischen sie und den Beutel stelle - sie setzt sich dann zwar hin, scheint aber wieder sehr frustriert und gestresst, jammert und jault und kläfft und wird auch irgendwann fordernd - oder ist das für den Anfang normal? :???: :hilfe:

    Ich habe auch gehofft, dass sie das nebenbei ein wenig auspowern würde - aber Fehlanzeige, sie scheint total überdreht und noch mehr aufgepusht...irgendwann muss das doch auch langweilig werden!? :verzweifelt:

  • Beim Reizangeltraining würde ich kein Verbot wie "Nein" verwenden, sondern immer ein Alternativverhalten verlangen, z.B. dass du den Hund aus dem Hetzen abrufst oder ein Stopp-Signal trainierst (zu zweit geht das besser).

    Das muss aber natürlich aber auch erstmal in niedrigerer Reizlage funktionieren und gezielt geübt werden und nicht gleich an der Reizangel.

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