Hilfe!!! Hund tickt bei Katzensicht völlig aus!!!!

  • Hallo, ich war gerade mit meiner fast 9 Monate jungen Labradordame (+Wachtel? +Deutsch Langhaar? +Flat Coated Retriever? wir wissen nicht was noch drin steckt) draußen und es war wieder schlimm. Ich weiß einfach nicht wie ich richtig reagieren soll.

    Es läuft so ab. Mira sichtet eine Katze, stellt sich erregt hin, fietscht oder bellt und legt sich dann volle Kanne in die Leine. Das so extrem, dass ich Mühe hab sie zu halten.
    Dann drehe ich entweder um oder versuche irgendwie an der Katze vorbei zu gehen.

    Wenn ich umdrehe fietscht sie noch ne Weile und versucht umzudrehen. Ich gehe einfach weiter. Aber sie ist die ganze Zeit auf Spannung. Guckt aufgeregt nach rechts oder links, vielleicht kommt sie ja doch nochmal vorbei.
    Ablenken geht da kaum, wenn ich ein Leckerli hin halte nimmt sie es und das Verhaltensmuster geht weiter. Wenn ich es ihr unter die Nase halte und sie somit auf mich lenken will ignoriert sie es und schaut weiter hin und her.
    Iiiirgendwann hat sie dann endlich mal die olle Katze vergessen.

    Wenn ich an der Katze vorbei will zieht sie wie eine Kaputte an der Leine, da kann ich sagen und machen was ich will. Sie steht regelrecht in der Leine. Dann bellt sie die Katze an und versucht krampfhaft vorwärts zu kommen, dabei scharrt sie natürlich nur am Boden, denn ich halte sie ja.
    Na und wenn wir vorbei sind gehts weiter wie oben beschrieben.

    Manchmal könnt ich ihr eine scheuern wenn sie so aggro ist, damit sie mal wieder klar kommt (mach ich natürlich nicht!).
    Aber was kann ich denn in der Situation tun??? Wie krieg ich sie aus diesem (Jagd-) Wahn wieder raus geholt?

    Am Rande bemerkt, meine Hündin kennt Katzen nur von Weitem. Allerdings hat sie gestern eine Katze auf 1 Meter Entfernung kennengelernt. Die hat gefaucht und Mira hatte Angst, hätte also zur Katze hingehen können aber wollte nicht, weil ängstlich.
    Die Erfahrung hat wohl leider nix gebracht... :muede2:

    Liebe Grüße

  • Tief durchatmen, so wie deine Hündin reagieren viele, meist recht junge Hunde.

    Wenn sie schon ausgetickt ist, kannst du nicht viel mehr tun als managen, sprich Hund aus der Situation nehmen. Arbeiten am Problem musst du in Situationen, wo der Hund noch ansprechbar ist.

    Punkt 1:
    Gehorsam, das ist das Allerwichtigste. Tönt banal, aber ohne geht gar nix. Besonders nützlich ist ein Signal, welches den Hund stoppt und an Ort und Stelle festtackert. Das sollte auch in hohen Reizlagen sitzen - Ablenkung beim üben langsam steigern. Rennende Kinder, fliegende Bälle, andere Hunde, es gibt unendlich viele Ablenkungen, und jeder Hund hat seine individuelle Hitliste.

    Punkt 2:
    Impulskontrolle. Dein Hund soll lernen, nicht allen Reizen nachzugehen, sondern auf dein Signal zu warten. Da gibt es hier einige Threads zu mit Übungen von leicht bis schwer. All das findet erstmal ohne Katze statt, die kommt erst ins Spiel, wenn die Grundlagen sitzen, wenn der Hund begriffen hat, dass Selbstbeherrschung sich lohnt. Nicht leicht für junge ungestüme Hunde, aber man kann es ihnen schon schmackhaft machen.

    Punkt 3:
    Catwatching. Ich habe bei meinen Hunden (die schreiend in der Leine hingen bei Katzen) den Anblick von Katzen bestätigt. Angefangen von weit weg, Katzensichtung geclickt und belohnt, dann Hund ins Sitz gebracht (da kommt Punkt 1&2 ins Spiel), wieder und wieder das Fixieren der Katze bestätigt. Zuletzt aufgelöst mit tollem Actionspiel von der Katze weg. Mit der Zeit konnte ich die Distanz dann langsam verkleinern, und der Hund lernte, sich trotz Katzenpräsenz umzuorientieren, und sich wieder mir zuzuwenden. Das braucht aber seine Zeit, anfangs wären meine Hunde damit total überfordert gewesen. Sie durften unverwandt gucken, bloss einspringen durften sie nicht. Das abwenden des Blicks von der Katze kam dann buchstäblich zentimeterweise.

    Natürlich gab es zwischendurch Rückschläge, Situationen, in denen die Hunde überfordert waren und in die Leine gingen. Da habe ich sie immer möglichst ruhig aus der Situation genommen, und nicht Dinge versucht, die noch nicht klappen können. Geübt habe ich nur in kontrollierten Situationen.


    Eine schnelle Lösung habe ich nicht parat. Meine Jagdhunde sind in hoher Erregungslage recht unempfänglich für Strafen, das ist für uns kein gangbarer Weg. Aber auf dem oben skizzierten Weg habe ich beide jeweils wieder ansprechbar gekriegt bei Katzensichtungen.

  • Was zusätzlich noch gut wäre: Üben das der Hund auf ein bestimmtes Signal Blickkontakt mit dir aufbaut, natürlich erst mal ohne Katze.
    Und es muss sich natürlich richtig, richtig lohnen bei euch zu bleiben. Je nachdem worauf er gut anspricht. Kann ein ganz besonders Leckerchen oder Spiel sein oder sonst irgendwas .... Kleine Schritt, viel und im richtigen Moment loben usw. usw. Den Jagdtrieb eines Jagdhundes zu kontrollieren, ist allerdings natülich schon Arbeit.
    Denn, was gibt es für einen Jagdhund schöneres/spaßigeres als hinter einem sich bewegenden Objekt herzulaufen ;)

  • Meine sind auch so.
    Im Garten scheuchen sie Nachbar´s Katzen auf die Bäume, wenn sie im Haus sind und die Katzen sich auf meine Terasse legen, oder sich vor dem Fenster gemütlich einrichten, werden die verbellt..mich regt das nicht auf, und meinen Nachbarn, den multi- Katzenhalter auch nicht. Auf der Strasse, an der Leine, ignoriert der Rüde die Katzen, die Hündin regt sich auf....
    mir ist das irgendwie egal...wieso sollen die Hunde sich nicht ab und zu über irgendetwas aufregen?

  • Hallo ich bins nochmal. Hatte den Thread vor ca. Einem Jahr erstellt. Es ist auf jeden Fall besser geworden mit den Katzen. Mein Hund beruhigt sich schneller und tickt nicht mehr ganz so aus.
    ABER heute war es wieder mal wie früher. Bei 2 Katzen extrem. Das war mir so peinlich. Die Leute denken ja ich hab ne Bestie an der Leine. Sie ist jetzt fast 2 Jahre alt. Vielleicht ist es nochmal ein Ruck Pubertät? Sie ist im Moment generell sehr anstrengend. Fietscht uns an, will dann spielen. Kommt ständig mit einem Spielzeug an... Unterfordert ist sie sicher nicht, kriegt täglich ihre Spiel-, Aktivitätes-, und Intelligenzeinheiten...

    Vielleicht hat noch jemand einen Tipp für mich. Heute bin ich einfach weiter gegenangen und natürlich unser Abbruchsignal genannt.
    Liebe grüße

  • Ich würds mal mit einem Halti versuchen. Laß dir aber bitte den richtigen Umgang damit zeigen. Dein Hund lernt mit Halti Blickkontakt zu dir zu halten, du kannst dann besser auf ihn einwirken und korrektes Verhalten belohnen.

  • Ich habe auch 2 so Katzenhasser. Ich bin aber noch nicht auf die Idee gekommen an der Situation was zu ändern. Ich finde Katzen muss man (oder Hund) nun wirklich nicht mögen. Ist ja auch ganz praktisch, so wird wenigstens der Garten nicht voll geschissen.

  • Ich habe das bei Bibo über Entspannung, sprich Stress raus nehmen in den Griff bekommen.
    Bibo ist total überdreht, hat Dusty gebissen und ist "wutschnaubend" durch die Gegend gestakst!!
    Das Entspannungssignal hatte ich wegen ihrer Aggression gegenüber anderen Hunden konditioniert, aber es half auch in dem Fall. Nach Sekunden war sie entspannt und konnte sich wieder konzentrieren.


    Vom Handy

  • Ich habe auch ne Katzenjägerin :muede:
    Mir ist das nicht egal, es ist für Finya ein absolutes Nogo! (gut, ich bin auch selber Schuld, dass sie so extrem hinterher geht, aber das ändert an der jetztigen Situation nichts mehr)

    Ich arbeite mit ihr so, wie naijra es beschrieben hat. Was bei Finya auch gut hilft, ist der Geschirrgriff (muss man auch üben), um sie runterzufahren, wenn wir plötzlich einer Katze begegnen und sie praktisch komplett austickt.

    An der Leine kommen wir mittlerweile ganz gut klar, sie sitzt innerhalb von Sekunden und ist voll ansprechbar. Blickkontakt zu mir fällt ihr trotzdem schwer, aber das fällt ihr immer schwer, also ist das nicht so schlimm. Ich belohne sie mittlerweile auch, wenn sie den Blick einfach mal von der Katze abwendet und sich nicht mehr festsaugt.
    Pendeln tun wir auch gerne, wenn wir eine gechillte Katze treffen, heißt, ich gehe mit Fini an der Leine solange sie ruhig bleibt immer ein Stückchen näher und lasse sie nebenbei immer wieder Leckerli aus dem Gras suchen, belohne sie fürs Hin und Wegschauen, etc. Ich drehe dann um, bevor das Erregungsniveau zu hoch wird, weil hochspulen soll sie sich ja nicht.

    Wenn sie freiläuft, würde das Stoppsignal wohl im ersten Überraschungsmoment greifen, aber ich schätze, sie würde zu 90% hinterher gehen. Naja wir üben noch^^

  • Zitat

    Ich würds mal mit einem Halti versuchen. Laß dir aber bitte den richtigen Umgang damit zeigen. Dein Hund lernt mit Halti Blickkontakt zu dir zu halten, du kannst dann besser auf ihn einwirken und korrektes Verhalten belohnen.


    Würde ich nicht versuchen bei einem Hund, der wirklich austickt. Und eine erzwungene Kopfdrehung treibt den Frustpegel bloss ins Unermessliche. Das ist wie mit dem Sicht versperren. Der Hund lernt gar nix dabei, wird bloss frustriert und noch erregter. Der Blickkontakt muss vom Hund kommen, nicht mechanisch mittels Riemen, der Hund muss den Kopf selber drehen. Nur so ist es nachhaltig.

    Meine Hunde sind auch heute Katzen gegenüber nicht gleichgültig. Und es kann mal vorkommen, dass der auslösende Reiz zu stark ist. Da gilt es eben, managen, und die Kontakte in niedriger Reizlage fleissig weiter nutzen zum Training. Alles, was die Erregungslage mindert, ist schonmal gut!

    Wer es ok findet, dass der Hund jedesmal bei Katzensichtung das ganze Quartier zusammenschreit und mit voller Beschleunigung in die Leine knallt, braucht ja nix ändern. Ich finde das nicht so prickelnd, drum habe ich da an der Kontrollierbarkeit gearbeitet. Ändert übrigens nix daran, dass Katzen mit Schmackes aus dem Garten verjagt werden!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!