Welpen und pöbelnde Althunde

  • Hallo, ich will hier mal eine Verständnisfrage stellen.

    Folgende Begebenheit:

    Ich komme mit meinem Welpi auf dem Gehweg entlang. Welpi läuft an der Leine, links von mir. Also der Straßenabgewandten Seite. Mit entgegen kommt ein Junge mit einem ausgewachsenen schwarzen Labradormix, den er an seiner rechten Seite laufen läßt. Also der Seite, die mir und Welpi zugewandt ist.
    Von weitem seh ich schon, dass der Hund eine ausgewachsene Bürste bekommt und Welpi fixiert. Der Junge nimmt ihn kurz, läßt ihn aber weiterhin rechts von sich laufen.
    Und es kommt, was kommen mus...als wir aneinander vorbei laufen schmeißt sich der Hund in die Leine und würde Welpi am liebsten fressen.

    Ich gehe mit meinem recht erschrockenen Welpi ruhig weiter und sage kurz "Alles in Ordnung" und das möglichst ruhig. (meine worte für ihn, das alles ok ist) Welpi bleibt entgeistert stehen und sieht dem immer noch brüllenden Hund nach, bis ich ihm sage, dass wir weiter gehen wollen.

    So, in dem Moment, als der Hund versuchte sich auf Welpi zu stürzen, erschrak er natürlich, zog kurz den Schwanz ein, und machte einen Schritt zurück. Da ich aber zwischen ihm und dem Hund stand, beruhigte er sich schnell.

    Nun meine Frage: was denkt ihr...reicht eine solche Begebenheit (ohne beißerei) aus, den Welpen so zu verunsichern, dass er von nun an anderen Hunde mit Angst begegenet? Mach mir da jetzt ein paar Gedanken.

    Und dann verstehe ich immer noch nicht, warum ein HH nicht logischerweise darauf kommt, dass, wenn beide Hunde links laufen, erst gar keine Möglichkeit entsteht, dass sie sich in die Leine und auf den anderen Hund zu werfen können! :???:

  • Zitat

    ...wenn beide Hunde links laufen, erst gar keine Möglichkeit entsteht, dass sie sich in die Leine und auf den anderen Hund zu werfen können! :???:


    Können tun sie schon, aber der Abstand wäre größer.

    Zitat

    Nun meine Frage: was denkt ihr...reicht eine solche Begebenheit (ohne beißerei) aus, den Welpen so zu verunsichern, dass er von nun an anderen Hunde mit Angst begegenet?


    Bei einigen, sehr ängstlichen Hunden schon.

  • Ich denke, dass du keine Sorge haben musst wenn Welpi generell viele positive Kontakte hat.Es sei denn er ist extrem sensibel.

    Ich hatte vor einer ganzen Weile die Situation das ein unangeleinter Schäfi auf meine Dicke flog und in den Rücken beissen wollte.Danach hatte ich die selbe Angst aber unbegründet.

  • Bei meiner erwachsenen Hündin hat eine (allerdings echte) Beißerei gereicht, dass sie bis heute bei Feindschema-Hunden Panik kriegt und auch anderen stürmischen Exemplaren mit Flucht / Angstaggro reagiert. Ein Rüde von Bekannten hingegen war mal in eine noch weitaus heftigere Keilerei verwickelt (musste danach zusammengeflickt werden) und den hat das überhaupt nicht beeindruckt. Der ist nach wie vor total sozialverträglich und einfach nett. Ist also charakterlich bedingt verschieden.
    Ich würde aber darauf achten, deinen Welpen vor solchen Hunden (die schon von weitem fixieren etc.) effektiv zu schützen. Ich würde da im Zweifelsfall zukünftig die Straßenseite wechseln. Bin aber halt auch ein gebranntes Kind.

  • Leider, leider kommen anscheinend die wenigsten HH mit Leinenpöblern auf die naheliegende Idee, ihren Hund auf die andere Seite zu nehmen. So jedenfalls ist meine Erfahrung. Bei der Berechnung des Abstandes fürs Vorbeikommen gebe ich immer noch eine ausgestreckte Armlänge dazu und liege damit selten falsch.

    Dagmar & Cara

  • Ich bin von Anfang an bei sowas einfach weitergegangen, stur und v.a. zügig geradeaus (ausser Reichweite), den anderen Hund nicht angeschaut, gar nicht reagiert, nichts gemacht, ausser meinen Hund auf die Seite zu nehmen (abschirmen), bzw. als er noch ganz klein war, einfach unter den Arm geklemmt. Wichtig ist, dass er merkt, dass der andere Hund mir sch** egal ist und ich ihn nicht als Gefahr ansehe. Ich bleibe bei sowas NIE stehen.

    Ich muss allerdings dazu sagen, dass mein Hund von Tag 1 an gelernt hat, dass ich an der Leine nicht auch stehen bleibe, wenn er stehenbleibt. Ein Hund, der gelernt hat, dass er stehenbleiben kann wie er will, kommt mit dem zügig weitergehen natürlich nicht klar. Der muss erst mal lernen, wie das mit der Leine funktioniert...

    (selbstverständlich war der Hund anfangs immer nur kurz an der Leine - aber solange war halt nix mit ziehen und stehenbleiben. WENN ich gehe, gehe ich - auch wenn das erst mal nur zwei Meter waren, bis ICH wieder stehengeblieben bin).

    Kontakt an der Leine lasse ich nicht zu. Das geht oft schief. Wenn wir angeleinten Hunden begegnen, leine ich grundsätzlich auch an, geschnuppert und gespielt wird NUR ohne Leine.

    mein Kleiner geht völlig offen und angstfrei mit Hundebegegnungen um - am liebsten mag er die, die doppelt so hoch und 10 mal so scher sind wie er :smile: gestern wars ein massiger Dogo Canario.... meiner ist ein Pudelchen mit 8 Kilo Gewicht. Haben die nett gespielt. Und der tollste Kumpel ist ein 84 cm Doggenmix.

  • Die Straßenseite kann man bei mir nicht wechseln. Ich wohne auf einem Dorf, es gibt dur diesen einen Gehweg, auf der anderen Seite ist Gebüsch oder eingezäuntes Feld, oder Häuser (ohne Gehweg direkt an der Strasse).

    Ich bin ja im Moment der Pöbelei auch weiter gelaufen und erst ein paar Meter weiter stehen geblieben und dort hat sich Welpi umgedreht und dem Hund nachgesehen (war oben evt. schlecht ausgedrückt)

    Es stimmt, auch wenn beide Hunde links laufen, können sie sich in die Leine legen. Aber ich habe das Gefühl, dass man mit dieser Art des Laufens als HH noch eine bessere Möglichkeit hat, auf seinen Hund einzuwirken und es ist für den angegangenen Hund nicht ganz so erschreckend, wenn noch zwei HH zwischen ihm und dem Pöbeltier sind....denke ich jedenfalls.

    Das mit an der Leine laufen wir dnicht stehen geblieben..da mach ich ein paar Abstriche. Wenn er dicht neben mir laufen soll/muss, dann gibt es natürlich kein Schnuppern oder stehen bleiben.
    Aber wenn ich ihm die Leine lang lasse, darf er auch schnuppern und stehen bleiben, bis die Leine zuende ist und er weiter muss, da ich ja auch weiter gehe ;-)

    Er ist erst 10 Wo. altz uind teilweise noch schreckhaft, so dass ich ihn nunmal auf vielen unseren Wegen noch nicht ohne Leine laufen lassen kann (wir üben aber auch ohne Leine auf speziellen Wegen). Und ihm auf all diesen Leinen-Spaziergängen das Schnuppern und erstaunte stehenbleiben verbieten, will ich nicht.

  • Ja klar, wenn er den Spielraum hat um zu schnuppern, kann er auch stehenbleiben. Man sollte dann nur selbst nicht warten... Besser alle paar Meter stehenbleiben und den Hund schnuppern lassen. Ist halt ein subtiler Unterschied...

  • Ich habe zwar keinen Welpen, aber einen kleinen Hund (7kg), und nach 2-3 unangenehmen Erlebnissen vermeide ich solche Situationen wie die Pest. Auch wenn ich zurück laufen muss, das Risiko ist es mir nicht mehr wert. Ginger ist zweimal nur knapp entkommen, weil ich so naiv war und gedacht habe, "Der ist an der Leine, der ist gesichert"... tja :|

    Wenn es sein muss, habe ich auch keine Hemmungen (mehr), sie unangeleint zu lassen, während der andere Hundehalter seinen Hund demonstrativ anleint. Das ist eine blöde Situation -- er kann nicht wissen, dass Ginger seinen Hund wie die Pest meiden wird --, aber ich kann ebenso nicht wissen, dass er seinen Hund mit der Leine tatsächlich zurückhält. Oder ich hebe sie auf den Arm. Aber wie gesagt, am Liebsten meide ich Enge einfach, wenn ich den anderen Hund/Halter nicht kenne oder wenn ich weiß, der pöbelt.

    Wenn du weißt, dass der andere ausrastet, ist das m.E. schon ein bisschen heikel fürs Vertrauen... ich würde den Welpen wahrscheinlich vorbeitragen. Bin aber auch sonst ein Weichei :smile:

    Liebe Grüße
    Kay

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