bei Angst beruhigen? - hilft dem Hund oder verstärkt Angst?
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Ich denke auch, es ist situationsabhängig und mein Hund orientiert sich sehr daran, wie ich mich in bestimmten Momenten verhalte.
Kommt z.B ein großer böser Müllwagen oder ähnlich Angsteinflößendes und er versucht es zu verbellen, bleibe ich ruhig stehen und schaue bewusst zu dem "Monster" hin, dann schaut er mich an und beruhigt sich, weil er sieht "Hey, die bleibt ja ganz cool!". Wenn ich ihn in solchen Situationen fragend anschaue, denkt er "Oh, die weiß nicht, was sie machen soll, also muss ich das jetzt übernehmen!"
Bei Gewitter darf er aber Schutz unter meiner Bettdecke suchen!

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Was für uns Zuwendung heißt, unterscheidet der Hund in -zig Nuancen, denke ich. Wenn ich beruhigend sein will, innerlich aber platze, merkt er das und regt sich auf. Nachts im Park die dunkle Gestalt macht mir Angst, da mache ich dem Hund nichts vor, egal wie gut ich das vertusche. Von daher ist es wohl egal, was wir diesbezüglich planen, entscheidend ist, was wir fühlen.
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Das sind wahre Worte Thisbe.
Es knallt, man denkt "was macht wohl der Hund" und schon ists unnatürlich....
Es geht so schnell, es ist eine wahnsinnig feine Kommunikation.
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Bei uns hilft es bei Angst enorm, wenn sie "andocken" können. Das heißt so viel Körperkontakt wie möglich zu haben.
Beispiel Silvester: Rider sitzt dabei ganz dicht neben mir ( ich sitz dann auf dem Boden) und ich hab noch einen Arm um ihn gelegt, so schaffen wir den Abend ganz gut.
Bei Roonie geht das nicht mit dem "festhalten" , dafür ist sie bei Angst zu unruhig. Sie läuft dann sichtlich gestresst durchs Haus. Ihr hilft es dann aber, wenn Rider und ich entspannt irgendwo sitzen, mit etwas Glück legt sie sich dazu, aber mit Kuscheln sollte man bei ihr eher passiv sein.Also ich denke es kommt ganz auf den einzelnen Hund und die Mensch-Hund-Beziehung an. Wenn Rider z.B auf einem Spaziergang nur leicht verunsichert ist, gehe ich normal weiter und meine Entspanntheit übeträgt sich. Bei heftiger Angst wie das oben genannte Silvester geb ich ihm halt durch Körperkontakt Sicherheit.
-> kommt auf die Situation an

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Na dann schreib ich hier auch mal meine Erfahrung dazu, immer hin hab ich den Link in den Raum geworfen

Erstmal bissel allgemein:
Ich arbeite viel mit dem Clicker. Der ist positiv abgespeichert und selbst, wenn der Hund kein Futter nehmen kann gibts ihm ein gutes Gefühl.Leila hatte nach zwei Kontakten mit einem Stromzaun angst vor Pferden und Schafen.
Bei den Pferden lief sie dann immer nen großen Bogen durch den Wingert. Ich bin normal weiter gegangen und rief sie ab und zu zu mir.
Es wurde immer besser, hat aber gedauert. Pferde mag sie immer noch nicht so gern.Bei dem Vorfall mit den Schafen nahm ich ne Einzelstunde in der HuSchu. Dort lernten wir den Angstauslöser schön zu clicken. Wir können jetzt ganz normal dran vorbei gehn. Schafe sind jetzt wieder neutral.
Bei zuwendungen kommt es sehr stark drauf an, ob der Hund es in dem Moment als angenehm empfindet.
Wenn ich einen Hund mit Angst streichel, der Hund aber streicheln jetzt doof findet, ist das für ihn negativ und die Angst wird stärker.Letztes Silvester hab ich einige Tage vorher jeden lauten knall geclickt und Leckerlie geworfen. Wir konnten an Silvester gemütlich auf der Couch liegen. Sie hatten zwar trotzdem Stress, aber nicht so arg wie letztes Jahr.
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Zitat
Nachts im Park die dunkle Gestalt macht mir Angst, da mache ich dem Hund nichts vor, egal wie gut ich das vertusche.
Muss man doch nicht vertuschen.
Angst ist doch auch hilfreich.
Angst schärft unsere Sinne und versetzt uns in Alarmbereitschaft und Fluchtbereitschaft. Lässt uns kurzfristig ganz stark sein.Wenn ich Angst habe, können meine Hunde das wissen. Ich habe auch im Wald Angst, wenn ich Schüsse höre und nicht einordnen kann, ob der Jäger 0 Promill oder 1 Promille im Blut hat.
Mein Hund (einer meiner Hunde) hat Angst weils knallt. Wenn ich mit ihm die Strasse langgehe und ein Motorad fährt vorbei und es gibt eine Fehlzündung, dann spreche ich beruhigend zu meinem Hund.
Wenn ich nachts im Park bin und mich verfolgt ein Mensch mit schlechten Absichten, dann beruhige ich nicht meinen Hund, ich mache dass ich da weg komme, suche mir eine Waffe und mein Handy um mir Hilfe zu holen.
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Ich habe hier auch zwei Angstbolzen.
Indi:
SIe hat panische Angst vor Heißluftballons. Wenn sie welche sieht, egal wie weit weg, gibt sie Hackengas. Das heißt für mich, außer mit einem "Platz" komme ich an sie nicht mehr ran, wenn ich denn das Ding zu spät (also nach ihr) sehe. Ist, wie die Erfahrung zeigte, mit Drachen (Kinder-, Lenk-) genauso.
Sehe ich das Ding vor ihr oder hole sie aus dem Platz ab, wird sie ruhig und wortlos angeleint und ich gehe ganz normal weiter, als wenn nichts wäre. Je nach Situation setze ich mich dann auch schon mal auf eine Bank und mache gar nichts.
Natürlich zieht sie dann an der Leine, keine Frage. Doch mit jedem Schritt wird es besser und sie ist auch ansprechbar. Frei laufen lassen kann ich sie dann den Rest der Zeit bis wir wieder zu Hause sind zwar nicht mehr, aber sie hat dann kein "P" mehr in den Augen und will nicht mehr nur noch weg.
Dito bei Gewitter, wenn wir draußen sind. Zumindest bemühe ich mich dabei, denn ich hab dann selber Schiss (aber nur draußen) :ups: .
Silvester in der Wohnung ist sie komischerweise relativ entspannt. Legt sich in ihre momentane Lieblingsecke (wechselt immer) und wartet, dass es vorbei ist.Motte:
Silvester ist ein Graus - sie hechelt wie doof, zittert und ist kaum anspechbar. Sie liegt dann im Bad auf dem Duschvorleger (kein Fenster und am weitesten von allem weg). Bei ihr hilft es, sie dann wie sonst auch immer zu behandeln, wenn's arg schlimm ist am besten jedoch ignorieren. Rausgehen ist dann nur mit unserem Sportgeschirr möglich (zusätzlicher Bauchgurt), da sie sich schon mal bei einem vorzeitigen Böller so erschrocken hat und panisch wurde, dass sie sich aus Geschirr UND Halsband gezogen hatte und nach Hause lief. In den Tagen davor und danach gibt es auch nur ganz kurze Leinenrunden, mehr wollen die Weiber eh nicht raus, sind froh zu Hause zu sein.
Hat sie draußen etwas entdeckt, was ihr Angst macht (z.B. ein Plastik-Rieseneis vor der Eisdiele, eine übergroße Mülltonne, Sperrmüll) dann gehe ich vor, berühre nach Möglichkeit das "böse Ding" und sage ihr, dass sie "gucken kommen" kann. Dann wird das Ding abgeschnüffelt und untersucht oder genau angeschaut und gut ist.
Bei Gewitter ist sie im Haus relativ entspannt, draußen jedoch völlig panisch, ebenso im Auto. Ähnliches Verhalten wie Silvester.Ich überlege auch, Silvester kommt ja nun mal jedes Jahr unumgänglich, das demnächst zu clickern. Aber erst kommt die Türklingel, dann der Umzug und dann kann ich das in Angriff nehmen.
Ach ja: Angst vor dunklen Gestalten DARF ich hier nicht zeigen - beide gehen dann sofort nach vorn!
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Meine Hündin mag nicht betüddelt oder gestreichelt werden wenn sie Angst hat. Aber sie ist auch nicht verschmust. Kuscheln findet immer in ganz ruhigen entspannten momenten statt, mit ganz viel abschlabberei. Nähe ist dagegen für sie sehr wichtig und das ich ruhig bleibe.
Allerdings reagiert sie null darauf, wenn ich Angst habe. Ich hab ne Angststörung und sie ist damit aufgewachsen, daran kann es liegen. Hab mich nämlich immer für sie zusammengerissen und trotz Panikattacke mich souverän Verhalten.Die Sache mit dem Ignorieren oder Beruhigen seh ich eh nicht als die allround Lösung. Es ist gut, den Hund zu Ignorieren, wenn man noch nichts gefunden hat, wie man dem Hund den Stress nehmen kann. Es ist sicher auch gut, den Hund nicht zu betüddeln, wenn man noch nichts gefunden hat, wie man dem Hund den Stress nehmen kann.
Diese binsenweisheit sorgt wenigstens dafür, das die Angst wirklich nicht ungewollt verstärkt wird. Und soll doch auch dazu führen, das man sich eben normal Verhält und nicht irgendwas tut aus Mitleid heraus.Aber kennt man seinen Hund und Informiert sich oder probiert vielleicht einfach mal aus und beobachtet und Analysiert es. Dann findet man irgendwann für den Hund, ganz individuell eine passende Möglichkeit um ihm den Stress zu nehmen.
Mal eine kleine Nebenfrage:
Habt ihr, wenn ihr eure Methoden anwendet Mitleid mit eurem Hund? Leidet ihr mit dem Hund mit, weil er ja solche Angst hat?
Ich jedenfalls nicht. Meine Hündin ist eine sehr glückliche Hündin. Sucht sie bei mir Schutz reagiere ich drauf. Hat sie vor etwas Angst reagiere ich auch darauf. Aber ich leide nicht mit ihr mit. -
Also Lacey hat Angst, wenn er etwas nicht kennt: Am Anfang wars der Staßenverkehr, Kinder usw. I diesen Situationen kam er immer näher, bis er ganz knapp neben mir lief und mich schon beinahe berührte. Ich bin stehen geblieben und habe ganz ruhig hingesehen. Er hat sich dann immer auf meinen Fuß gesetzt und dann die Situation ausgestanden - Berührungen helfen ihm einfach, sich zu beruhigen. Überhaupt ist mein Hund seeehr körperbetont und sucht die Berührung. Daher beruhige ich ihn auf diese Weise, denn es hilft ihm einfach - warum sollte ich es dann nicht tun? Mir wurde das auch von Anfang an abgeraten - ich denke aber, dass ist von Hund zu Hund verschieden, genau wie beim Menschen.

@ acidsmile: Ich habe schon Mitleid mit meinem Hund, vor allem weil ich mich sehr gut hineinversetzen kann und weiß, wie schwierig solche Situationen sein können.

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Ich bin zuerst bei Eddie mit "Angst ignorieren" ins Leere gelaufen. Als er hier einzog, hab ich gedacht, wenn wir (Maxe, Pondi, ich) all seine Trigger ignorieren, wird er schon merken, dass da nix Aufregenswertes ist. Erzaehlt ja auch jeder so. Das ging aber voellig daneben. Eddie hat sich immer mehr aufgeregt, frei nach dem Motto:"Die sind bloed, die merken nix, muss noch mehr Terror machen."
Weil das ja aber nun mal immer propagiert wird, hab ich das eher als spezielle Eddie-Macke betrachtet.Geordy hat grosse Probleme mit Wind und Starkregen. Ist er auf sich allein gestellt, laeuft er ruhelos rum, hechelt, speichelt, glotzt gen Himmel und wartet, dass der runter faellt. Seine eigene Strategie ist Koerperkontakt und die lass ich ihm heute, wenn irgend moeglich. Heute am fruehen Nachmittag hab ich im Bett gelegen und geschlafen. Aufgewacht bin ich davon, dass Geordy sich an meinem Bauch zusammengerollt hat. Draussen ging die Welt unter (Regen und Sturm). Ich rede in solchen Situationen nicht wirklich mit Geordy, das aendert eh nix. Ich streichel ihn auch nicht, lege aber eine Hand auf seine Flanke. Dann kann man spueren wie die Zitterwellen abebben und er insgesamt ruhiger wird.
Geordy ist auch Clickerhund und unangenehme Dinge hab ich ihm schon oefter rosarot geclickert. Die positive Grundstimmung beim Clickern scheint das sehr zu erleichtern. Diese wirkliche Angst zu clickern, hab ich mich noch nicht getraut. Da muss ich mal drueber nachdenken.
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