Jeder sucht den Hund, der zu ihm passt

  • Interessantes Thema! Ich denke auch eher, dass die Menschen den Hund nach oberflächlichen Kriterien aussuchen, wobei die Charaktereigenschaften sicher auch eine Rolle spielen. Mir war schon beides wichtig, als ich mir meinen Wuff ausgesucht habe.

    Passt mein Hund zu mir? Einerseits schon: er ist ruhig, etwas schüchtern, vorsichtig und mag es nicht, von vielen Leuten umgeben zu sein. Er liebt aber Spaziergänge und Wanderungen und scheint auch für Agility geeignet zu sein. Er ist verspielt und liebt es, spannende Dinge zu erleben. Genau wie ich.

    Andererseits ist er anhänglich, total verschmust und weicht mir nicht von der Seite. Das geht mir schon hin und wieder auf die Nerven, vor allem weil er wirklich IMMER an mir klebt - Ich bin eher der unabhängige Typ. Wobei ich natürlich schon froh bin, dass mein Hund mich mag und meine Gesellschaft genießt :D

    Ich denke, dass sich der Hund ohnehin mit der Zeit und bis zu einem gewissen Grad an den HH anpasst. :smile:

  • ich denke schon dass an der These was dran ist, bin aber der Meinung dass es auch oft unbewusst geschieht.
    Ich bin eher zurückhaltend, hab gerne mal meine Ruhe.
    Als wir damals Welpen anschauen waren, wurde ich gleich in Beschlag genommen. Mein Schal wurde zerlegt, mein Puli gekaut und am Hosenbein gezerrt. Typisch Welpen halt. Anfangs fand ich es noch ganz lustig, aber irgendwann wurde es doch etwas anstrengend.
    Dann erst viel mir der zurückhaltende Welpe auf, sprang nicht gleich auf alles drauf, ließ sich aber von klimpenden Fingernägeln auf Parkettfußboden zum spielen anlocken. Spielte viel vorsichtiger als die anderen aber verlor auch nicht so schnell das Interesse und klebte mit der Zeit förmlich an einem.
    Als sich irgendwann alle Welpen zum schlafen ins Welpenzimmer verkrochen, blieb er als einziger bei uns, obwohl er auch totmüde war.
    Mir war klar dass er der ängstlichste Hund von allen war, aber trotzdem imponierte mir sein Charakter am meisten. Wahrscheinlich weil er mir am ähnlichsten war, allerdings war mir das zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst.

  • Danke für die Erläuterung! :smile:

    Zitat

    Naja, man kann schon noch etwas weiter in die Tiefe differenzieren, als nur zwischen ruhig und nicht-ruhig.

    Hm, O.K. Das tue ich aber eigentlich nicht. Für mich ist es wichtig, dass ein Hund feundlich, aber nicht quirlig und hibbelig ist, alles andere ist mir eigentlich egal. Da ich meine Hunde nie vorher kennenlerne, kann ich sie auch gar nicht so gezielt aussuchen.
    Wobei ich natürlich mit meinen Rassevorlieben schon einen bestimmten Typ Hund suche. Das heißt, dass die in der Regel ähnliche Eigenschaften mitbringen, die mir liegen.
    Ob sie meinen ähnlich oder ob sie mir nur angenehm sind weiß ich gar nicht. Muss ich nochmal drüber nachdenken. :???:

    Grundsätzlich passen Hunde einfach gut zu mir: Sie gehen gern in die Natur, sind verfressen und gammeln gern rum. So wie ich! ;)

  • Mein Hund paßt perfekt.

    Ist neugierig, aber ein bißchen schüchtern.
    Ist albern und unkonzentriert, gibt sich aber immer Mühe es allen recht zu machen.
    Zieht sich eher zurück, wenn sie in die Enge gedrängt wird um dann nach reiflicher Überlegung sich doch zu wehren.
    Hat gerne Action, findet es aber auch mal einen Tag cool nicht groß was zu unternehmen.
    Hat so ihre Kuschelattacken, mag aber nicht die ganze Zeit bekuschelt werden, das wird ihr schnell zu viel.
    Ist einfach eine treue Seele.

    Sucht man sich den Hund aus? Ja es wären nur 2 Hunde aus diesem Wurf überhaupt in Frage gekommen, bei den anderen, die waren auch putzig, aber es hat einfach nicht gefunkt. Genauso frag ich mich, wieso unsere noch übrig war? Weil sie eben nicht mit den anderen auf uns zugestürmt kam? Denn aus dem Wurf, die alle sehr hübsch waren, war sie die bunteste und schon die hübscheste. Also kann es nicht am Aussehen liegen. Und wenn ich mit der Züchterin rede (ja trotz Mischling ist es eine Züchterin gewesen, wo der Nachbarslabbi durchs Fenster kam) sagt sie auch, nicht mit allen hat sie groß kontakt, abr sie hat das Gefühl es paßt überall. Sie ging auch sehr nach Bauchgefühl, wer einen Welpen kriegen darf, aber das letzte Wort hatte immer die Mutter der Welpen und die haben ja ein sehr feines Gespür dafür.

  • Super Thread, sehr spannend zu lesen! Vorallem die Posts von HH mit zwei ganz unterschiedlichen Hunden.

    Obwohl Henry noch recht jung ist mit seinen 5 1/2 Monaten und da noch einiges an Entwicklung dazu kommt, sind wir uns in den Grundzügen schon recht ähnlich. Ruhig, neugierig, unerschrocken, abenteuerlustig und fröhlich sind wir beide. Wenn man solche Charaktereigenschaften mal einfach auf einen Hund überträgt.

    Mir war es wichtig, dass mein Hund und ich vom Charakter zusammen passen. Ein sensibler oder ängstlicher Hund und ich, das würde nicht funktionieren. Bei mir ist es "gleich und gleich gesellt sich gern". ;)

  • Ich mach mal mit.

    Mein Terriertier ist mein Seelenhund...sie ist impulsiv,oft etwas übertrieben,ist eher der Einzelgänger,sturköpfig und eigen/-sinnig.

    Passt wie die Faust aufs Auge.

    Joke ist ebenfalls sturköpfig,eigensinnig,offen aber zurückhaltend und hat eigentlich eine recht hohe Frustrationstoleranz (nicht überall)

    ....und beide sind sie auf ihre Art sensibel.

    Also im Grunde ist der Terrier wie ich wenn ich eher schlechter drauf bin (Teufelchen) und meine Dicke ist meine ausgeglichene Seite (Engelchen).

    Will damit aber nicht sagen das die eine besser ist als die andere. Im Grunde spiegeln beide Hunde in vielen Punkten meine gesammte Persönlichkeit wieder.

  • Ich finde das sich Mensch und Hund immer irgendwie in der Mitte treffen. Beide gleichen sich im Laufe der Zeit einander an, weil man vieles in den Charakter des Hundes projiziert, das man an sich selber schätzt und mag.
    Deshalb glaube ich das man sich grundsätzlich ersteinmal unbewusst immer für einen Hund entscheidet, der gewisse Wesenszüge aufweist die man selber hat ( z.b. Sportlichkeit, Gelassenheit, Neugier usw.) und im Laufe der Zeit spielt man sich mehr oder weniger aufeinander ein. In Jeder harmonische Hund-Mensch Beziehung die ich kenne, ähneln sich das Grundwesen von Hund und Halter schon sehr.

  • meine hunde passen auch gut zu mir.

    der bully kann gut mal fünfe gerade sein lassen und entspannen.
    der sheltie ist immer gewissenhaft und am ball bleibend, wenn er etwas toll findet.

  • Zitat

    Huhu zusammen,

    zu meiner These
    "Der Mensch umgibt sich gerne mit dem Charakter Hund, der ähnlich tickt wie er selbst"
    würde ich nun gerne eure Erfahrungen nennen.


    Ich habe z.B. 2 sehr unterschiedliche Hunde.

    Ich auch ^^ Ich habe mehr Übereinstimmungen mit Plutos Wesen, trotzdem komm ich mit Ewok besser zurecht. Pluto und ich sind beide freiheitsliebend, stur, verfressen, kontaktfreudig und trotzdem nicht an engen Beziehungen zu anderen interessiert usw. Wir können beide arbeiten wie Tiere, aber nur wenn wir selbst Bock drauf haben.

    Ewok ist immer gut drauf, freundlich zu jedem Menschen, andere Hunde mag er nicht so gern, vermeidet aber Konflikte. Außerdem immer hoch motiviert, zu jedem Spaß bereit, niemals auf Streit oder Konflikte auf. Sturkopf? Kennt er nicht, er findet sowieso alles toll was ich ihm anbiete. Ich bin fasziniert von Ewok, weil ich eben ganz anders bin während mir Pluto eher meine eigenen Schwächen vor Augen hält ;-)

    Aber das kann man auch zu sehr vermenschlichen. Meiner Meinung nach ist es keine Frage der Gemeinsamkeiten oder Unterschiede die zwei Lebewesen verbinden. Es geht schlicht und einfach ums Gefühl. Das ist bei mir bei beiden Hunden da, aber mit Ewok bin ich im Flow während meine Beziehung zu Pluto manchmal eher einer Schotterpiste gleicht.

  • Als Mia zu mir kam hätten wir unterschiedlicher nicht sein können!

    Sie war aufgeweckt, frech, aktiv, extrem freundlich & aufgeschlossen allem und jedem gegenüber (unsere erste Baustelle war: nicht alle Menschen auf der Straße sind da um sie zu begrüßen...). Sie wollte überall mitmischen und bei allem dabei sein.
    Ich war extrem schüchtern (fast schon sozial ängstlich und mit fremden Menschen zu sprechen fiel mir enorm schwer!!), sehr ruhig, recht perfektionistisch usw.

    Tja und dann kam Mia und hat alles auf den Kopf gestellt :rollsmilie2: und ich musste mich vielen, vielen Situationen stellen, die mir unangenehm waren und die ich sonst vermieden hätte! Das hat sich nach der Zeit auch in ganz viele Hund-unabhängige Bereiche übertragen.

    Auch wenn sie so gar nicht zu mir zu passen scheinte war sie der absolut richtige Hund! Etwas besseres hätte mir zu dem Zeitpunkt wohl nicht passieren können.

    Mittlerweile haben wir ein gutes Mittelmaß gefunden und passen sehr gut zusammen - Mia ist ruhiger geworden und muss nicht mehr überall mitmischen - aber dennoch freundlich, offen und fröhlich geblieben und bei mir wars beinahe umgekehrt ;)

    Ich denke mir, dass es es sich mit Hunden ähnlich verhält wie mit vielen anderen engen Beziehung - man nimmt und gibt und irgendwann wird man einander zunehmend ähnlicher. :smile:

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