Erziehung durch positive Verstärkung

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    Und welche positiven Strafen sind das?
    Und wie machst Du ihm Deine "Spielregeln" klar?
    Erklär das doch auch mal an einem Beispiel, dann rutschen wir nicht so ins theoretische ab...


    Dann gib mir ein Beispiel und ich sage dir, wie ich es manage

    Muss allerdings bis heute Mittag warten, bin gleich erst mal weg

    gesendet vom Handy

  • Zitat

    Das ist keine Erziehung.
    Wenn einer am Ertrinken ist, nimmt man den auch am Schlawittchen und zieht ihn aus dem Wasser.
    Was du da gemacht hast ist ja keine "Verkehrserziehung".

    Andererseits ist das Beispiel gut, zu, Erklären, was wir unseren Hunden so zumuten. Wir lassen sie ohne Leine einen Fehler machen und strafen dann.

    Ich habe gestern einen Vater beobachtet, der Fangen mit seinem Kleinstkind gespielt hat. Auf einem Bahnhof. Im ersten Moment dachte ich, der spinnt etwa. Aber dann furh der Zug ein und der Vater, erklärte rein über Körpersprache, dem Kind, dass man vor Zügen Respekt haben muss und dass man entfernt von der Bahnsteigkante stehen bleiben muss.

    Genau so läufts auch mit Hunden. Im übertragenen Sinne :gut:


    Das Beispiel sollte verdeutlichen: Du kannst einem Kind hundertmal erklären, dass es nicht ohne zu gucken auf die Strasse rennen darf/oder nicht bei rot. Kind weiss das auch, trotzdem kann es zu Situationen kommen, in denen es losrennt.

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    Ahja, der Labbimix geht also mit Balli vorbei an der Katze... weißt du eigentlich wie sehr man sich mit sowas Hunde versauen kann? Wenn ich das mit meinem machen würde, oh nein pöbeön würde der nicht mehr, aber sein Leben bestände fortan aus Ball, Ball, Ball..

    Ich weiss jetzt nicht, was daran schlecht ist. Den ursprünglichen Reiz (Katze) zu unterbrechen und umzulenken auf einen anderen Reiz, so dass der Hund dann quasi zusammen mit dem Besitzer jagt. So habe ich es auch gelernt und ich finde es eine Supermethode. Gut, wir nehmen den Futterbeutel, keinen Ball oder auch nur paar Leckerli in die entgegen gesetzte Richtung des ursprünglichen Reizes geworfen, sobald er den Zug aus der Leine nimmt und sich zu mir umwendet bzw. jetzt schon, dass er zu mir zurückkommt.

    Das muss er allerdings erst zeigen, sonst ist es einfach lockendes Ablenken und bringt gar nix. Aber das Prinzip ist richtig: dass die Reizkette beim Jagen nicht unterbrochen, sondern umgelenkt wird.

    Unterbrechen ohne Alternative würde zu Frust führen, was ja mal ok ist, aber auf Dauer eher kontraproduktiv.

    Man sollte es nur nicht so machen, dass der Hund angesichts einer Katze mit "Kuck mal, Fiffi, BALLI!" einfach abgelenkt wird, sprich: ein ursprünglicher Reiz wird durch einen stärkeren Reiz ersetzt. Das bringt gar nix, bzw. trainiert den Hund darauf, noch reizgeiler zu werden.

    Besser ist es und was ich anstrebe, dass er selbst sein Hirnkastl anstrengt, was ihm etwas bringt. Das trainiert die Impulskontrolle, was das Wichtigste bei einem Jäger ist.

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    Ich weiss jetzt nicht, was daran schlecht ist. Den ursprünglichen Reiz (Katze) zu unterbrechen und umzulenken auf einen anderen Reiz, so dass der Hund dann quasi zusammen mit dem Besitzer jagt. So habe ich es auch gelernt und ich finde es eine Supermethode. Gut, wir nehmen den Futterbeutel, keinen Ball oder auch nur paar Leckerli in die entgegen gesetzte Richtung des ursprünglichen Reizes geworfen, sobald er den Zug aus der Leine nimmt und sich zu mir umwendet bzw. jetzt schon, dass er zu mir zurückkommt.

    Schöner wäre es, wenn man das Training so gestaltet, dass die Erregung runter geht und nicht auf "Jagdmodus" bleibt. Eine geringere Erregung hat nämlich zur Folge, dass der Hund viel besser lernen kann in der Situation. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man dem Jagen mit Jagen begegnet.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Schöner wäre es, wenn man das Training so gestaltet, dass die Erregung runter geht und nicht auf "Jagdmodus" bleibt. Eine geringere Erregung hat nämlich zur Folge, dass der Hund viel besser lernen kann in der Situation. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man dem Jagen mit Jagen begegnet.

    Viele Grüße
    Corinna

    Das ist eben genau der Punkt, warum man warten soll, bis Hund sich besinnt, umdreht und zurückkommt. Das Jagen wird dann kontrolliert, denn es findet als Belohnung statt, nicht einfach von einem Taumel in den nächsten. Er muss erst die Impulskontrolle zeigen - dann darf er mit mir zusammen jagen.

  • Ich übe mit meinen, dass die gar nicht jagen ;) Finde ich deutlich angenehmer und ruhiger, allerdings habe ich ja auch eine Rasse, die sich gerne in Erregung reinsteigert, wenn sie sich bietet.

  • Aber ich möchte wirklich sehen, wie Du das machst, einem Vollblutjäger das Jagen abzutrainieren.Meiner kann sich auch ordentlich reinsteigern, dann gibts allerdings eine "Schutzdienst"einlage :ugly: . Macht er aber nicht mit dem kontrollierten Jagen. Kann ich mir nicht vorstellen, das ganz abzugewöhnen. Wie geht das?

  • LotteUschi
    ich finde deine Einstellung klasse und die Erklärungen sind auch gut. Ich kann sowas nicht.

    Ich bin aber auch der Meinung erziehung rein über positive Verstärkung geht nicht.
    Allein das rückwärts gehn wenn ein Hund an der Leine zieht ist eine negative Strafe.
    Auf positive Strafen (auch nur ein Leinenruck) versuch ich aber weitestgehend zu verzichten. Manchmal passierts aber eben doch.

    Und da wir grad beim jagen sind:
    Bis vor kurzem war ich etwas ratlos, was ich machen kann wenn mein Rüde durch einen Geruch im Wald nicht mehr ansprechbar ist. Ich lein ihn rechtzeitig an, aber er ist total abwesend, guckt in den Wald, pienst, zittert manchmal vor aufregung. Er mag jetzt am liebsten stöbern gehn. Ein sitz kann ich noch verlangen, das kommt bei ihm an.
    Ich dachte dann, wenn ich durchs clicken bei sicht eines Hasen, meinen Hund im Endeffekt ansprechbarer kriege, klappts vielleicht auch mit nem Geruch (den ich nicht wahrnehme aber am verhalten erkenne). Ich lass ihn also sitzen und clicker.
    Nach einigen Clicks und vorgehaltenem normalem Leckerlie konnte er sich ein stückchen mehr auf eine kooperation einlassen.
    Ich werds so weiter machen.

    Hier über Strafe zu arbeiten wäre unfair weil Hund ja gar nicht anders reagieren kann. Es ist seine natürliche Veranlagung die durch kommt. Er kann das nicht beeinflussen.

  • Ich trainiere meinen Hunden das Jagen nicht ab. Ich trainiere, dass sie es in dieser Situation nicht tun sollen.

    Ich habe das schon zig mal im Forum beschrieben mit meinem Training.

    Meine sind übrigens Vollblutjäger, sonst könnte ich die wohl kaum zum Arbeiten einsetzen.

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