Erziehung durch positive Verstärkung


  • du erzählst doch auch blödsinn...
    wenn der hund dann aufgrund eines unangenehmen reizes, das unerwünschte verhalten nicht mehr zeigt, stattdessen benimmt er sich, wird er gelobt, ist es für ihn unerträglich? willst du behaupten, einem hund benehmen beizubringen ist unerträglich?
    es gibt tatsächlich hunde die pöbeln, weil sie denken sie "dürfen" das. es gibt hunde, da ist ein spassfaktor dabei.
    und mit so nem hund gehst du dann monatelang irgendwelche einsamen wege, bis der arme hund sich in der lage fühlt, heute einen milimeter näher an nem anderen hund vorbeizulaufen ohne auszuflippen?

    na dann wünsch ich dir viel spaß dabei...

  • und da werf ich doch direkt ne frage hinterher: wie machste das, wenn ein hund auf katzen losfetzt? gehst du denen dann auch aus dem weg? und übst das dann erst? oder schickst du die katze auch bei unerwarteten begegnungen mit einem "ab" weg und die guggt dann verdattert? :hust:

  • Zitat

    Vielleicht bin ich einfach nicht in der Lage dazu, das was ich meine für Dich verständlich auszudrücken, sorry, mein Fehler! :headbash:
    Hunde zeigen Meideverhalten bei allen Dingen, die ihnen unangenehm sind.
    Setze ich beim Training unangenehme Reize ein, meidet der Hund Situationen, die zu diesem Reiz führen.
    Der Hund zeigt das Verhalten nicht mehr, hat aber nicht gelernt, die Situation so zu gestalten, dass es für ihn erträglich ist. Die Hundebegegnungen wiederholen sich, irgendwann ist der Hund so gestresst, dass er sein Meideverhalten nicht mehr zeigt, der Reiz ist so gross, dass er gegenüber der erwarteten Strafe überwiegt, also geht er wieder vor...nee, da habe ich keinen Bock drauf, immer und ewig strafen müssen...
    Mein Hund lernt entspannt am anderen vorbeizugehen - auch am 5. oder 6., wird von mir wenn nötig positiv unterstützt und ich kann den Spaziergang geniessen, mal einen kleinen Bogen gehen, Blickkontakt aufbauen, den Hund loben finde ich für mich wesendlich entspannter und entspannender.


    nun musst du mir mal erklären, warum bei konditioniertem Meideverhalten (durch ein Abbruchsignal) der Hund gestresster ist?
    dann macht man was falsch


    mein Abbruchkommando ist z.B. so aufgebaut, dass meine Hunde lernen "ich breche nun das ab, was ich tue und wende mich Frauchen zu" als Alternative

    ich muss nicht dauerhaft strafen, wieso sollte ich auch?
    der Hund lernt, dass er mehr Erfolg hat, mich anzuschauen bzw. nach mir zu schauen

    aber wir haben unser Abbruchkommando, wenn er was übertreibt, denn bei uns sind nicht alle Begegnungen mit Hunden, Radfahrern, Wild etc. vorhersehbar ;)

  • Zitat

    und da werf ich doch direkt ne frage hinterher: wie machste das, wenn ein hund auf katzen losfetzt? gehst du denen dann auch aus dem weg? und übst das dann erst? oder schickst du die katze auch bei unerwarteten begegnungen mit einem "ab" weg und die guggt dann verdattert? :hust:


    Bisher ist noch keine Katze begeistert auf uns zugerannt, ob ich sie wegschickenkönte kann ich Dir nicht sagen :rollsmile:
    Meinen Dalli-Mix rufe ich ab, sie dreht dann sofort um und kommt zu mir und die germanische Bärenhündin interessiert sich nicht für Katzen :gut: , der ehemals leinenagressive Labbi rennt mit seinem Bällchen lieber an den Katzen vorbei und die Malli-Hündin die ich betreue macht lieber Suchspiele mit Leckerchen, als Katzen zu jagen. Wie es ab nächste Woche mit meinem "Neuzugang" einem Aussi-Schäferhundmix aussieht, werde ich dann mal sehen...

    Wie händelst Du es denn bei Deinem Hund, wenn er ohne Leine ist und hinter einer Katze herrennen möchte??
    Ist die Leine dran, ist es ja eh kein Problem, den Wauzi festzuhalten...

    Wir können uns hier bestimmt noch zu tode diskutieren, ohne dass wir von unseren Standpunkten abweichen.
    Vielleicht ist es einfach eine Lebenseinstellung...
    Ich versuche Tiere fair zu behandeln, vermeide alles, was ihnen Schmerzen zufügt. Bestärkt werde ich durch das Studium des Verhaltenstrainings, auch dort werden die Trainingsansätze so gewählt, dass ich nicht strafen muss.Meine Hunde zeigen mir jeden Tag aufs Neue, dass ein Training über positive Verstärkung gut funktioniert und auch die Kunden der Tiersittingfirma sind hoch zufrieden damit, wie wir mit ihren Hunden umgehen. Für mich ist es also der richtige Weg.

  • Ich glaub, ich gebe es auf ...

    Wer straft, fügt doch deshalb noch lange keine schmerzen zu.

    Ich tu ihnen nicht weh, sie vertrauen mir voll und ganz.
    Bedeutet für mich, dass man auch fair strafen kann und Hunde kein Problem damit haben, Grenzen aufgezeigt bekommen.

    Ganz im Gegenteil sogar. Innerhalb dieser Grenzen können sie sich frei bewegen ;)


    gesendet vom Handy

  • Wie strafst Du denn fair?
    Grenzen haben meine Hunde auch, nur habe ich sie eben anders vermittelt.
    Meine Hunde jagen nicht, laufen vernünftig mit und ohne Leine, pöbeln weder Hunde noch Menschen an, bellen nur, wenn ich die Türklingel überhört haben, klauen kein Essen, lösen sich nicht auf Gehwegen und bleiben problemlos alleine...

  • Genau so sind meine auch.

    Fair strafen?
    In angemessenem Rahmen und für den Hund vorhersehbar mit Ankündigung, zumindest die positiven Strafen, die negativen auch teilweise unangekündigt

    Alles natürlich, nachdem ich dem Hund meine Spielregeln erklärt und erläutert habe, ganz simpel.

    gesendet vom Handy

  • Ahja, der Labbimix geht also mit Balli vorbei an der Katze... weißt du eigentlich wie sehr man sich mit sowas Hunde versauen kann? Wenn ich das mit meinem machen würde, oh nein pöbeön würde der nicht mehr, aber sein Leben bestände fortan aus Ball, Ball, Ball...
    Also ich will sowas nicht und ich habe meinem Hund, nachdem er ansprechbar wurde bei Hundebegegnungen, also in der Lage war etwas zu lernen (denn ein unansprechbarer Hund lernt auch nicht durch Strafe) klargemacht, dass ich jetzt möchte, dass er die anderen Hunde ignoriert, egal wie doof er die findet. Denn nett finden wird er die nicht, besonders nicht in "unserem" Wald, da will er niemanden haben. Das sowas nicht geht ist klar und deshalb gibt es dann eben Ärger mit mir.
    Und ich habe noch nicht gesehen, wie man einen gefrusteten, dauergestressten Hund mittels Ignoranz und richtig gemachtes klickern zur Ruhe bringt. Mit gezielter Einwirkung geht das aber durchaus.

  • Zitat

    Mal ein Beispiel aus der Menschenwelt: Da hat ein Kind einen Luftballon. Es gibt einen Windstoß und reißt dem Kind den Ballon aus der Hand und fliegt Richtung Strasse. Kind rennt hinter her. Mutter ruft:"Bleib stehen" Aber nix, der Ballon ist wichtiger und Kind rennt einfach weiter und zwar Richtung Hauptstraße. Ich stand an der Ampel und ich hatte rot. So Kind kommt angerannt, total fixiert auf den Ballon. Mir blieb nichts anderes übrig, dem Kind in den Kragen zu greifen und rüde von der Strasse zu ziehen, auf den es schon einen Fuß gesetzt hat, bevor es überfahren wird. Hund sind in gewisser weise wie kleine Kinder, bei aller Übung, es gibt keine 100% Sicherheit, egal mit welcher Methode.

    Das ist keine Erziehung.
    Wenn einer am Ertrinken ist, nimmt man den auch am Schlawittchen und zieht ihn aus dem Wasser.
    Was du da gemacht hast ist ja keine "Verkehrserziehung".

    Andererseits ist das Beispiel gut, zu, Erklären, was wir unseren Hunden so zumuten. Wir lassen sie ohne Leine einen Fehler machen und strafen dann.

    Ich habe gestern einen Vater beobachtet, der Fangen mit seinem Kleinstkind gespielt hat. Auf einem Bahnhof. Im ersten Moment dachte ich, der spinnt etwa. Aber dann furh der Zug ein und der Vater, erklärte rein über Körpersprache, dem Kind, dass man vor Zügen Respekt haben muss und dass man entfernt von der Bahnsteigkante stehen bleiben muss.

    Genau so läufts auch mit Hunden. Im übertragenen Sinne :gut:

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