Sterilisieren Ja oder Nein ??

  • meine hündin wird auch kastriert, wenn sie soweit ist! den stress mit der läufigkeit und co will ich meinem hund und mir nicht antun. ich will nicht züchten. meine letzte hündin ist ohne probleme alt geworden, es gab keine folgekrankheiten und verändert hat die sich auch nicht ( gebärmutter ist geblieben, nur eierstöcke entfernt).

  • Die Entscheidung für eine Kastration muss immer eine Einzelfallentscheidung sein. Man muss die körperliche und psychische Situation jeder einzelnen Hündin genau in Betracht ziehen und dann entscheiden.

    In Deutschland ist das präventive Entfernen eines gesunden Organs rechtlich gesehen eine unnötige Amputation und damit verboten. Für eine Kastration muss es also gesundheitliche Gründe geben (auch wenn viele Tierärzte wild querbeet kastrieren, die Rechtslage sieht anders aus).

    Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Kastration: entweder werden nur die Eierstöcke entfernt, oder die Eierstöcke und die Gebärmutter. In beiden Fällen hat die Hündin keine Empfängnisfähigkeit mehr, es tritt keine Läufigkeit mehr auf. Heutzutage wird die Gebärmutter meistens nicht mehr entfernt, da das "Fehlen" dieses Organs im Hundekörper mehr Probleme als Vorteile zu verursachen scheint.

    Im Prinzip halte ich (Achtung, es folgt meine persönliche Meinung!) eine Sterilisation für besser, wenn man schlicht und einfach die ungewollte Empfägnis und Welpen verhindern will. Die Hündin wird unfruchtbar, es werden jedoch keine Organe entnommen und der Hormonhaushalt bleibt normal. Theoretisch kann eine sterilisierte Hündin sich mit jedem Rüden vergnügen, es bleibt folgenlos. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass man sich durch konsequentes Aufpassen während der Läufigkeiten auch diesen Eingriff sparen kann, der dahinterstehende Sinn kann also durchaus angezweifelt werden.

    Zum Thema Verhinderung einer Scheinträchtigkeit: jede Hündin wird nach jeder Läufigkeit rein körperlich betrachtet "scheinträchtig". Das ist im Hundeorganismus normal, die Hündin produziert in dieser Zeit sogar Schwangerschaftshormone. Bei manchen Hündinnen zeigen sich deutliche Symptome, das kann von Stimmungsveränderungen bis Milcheinschuss etc. gehen. Nach etwa 63 Tagen, also der Dauer einer normalen Trächtigkeit, beginnt dann bei manchen Hündinnen eine "Scheinmutterschaft". Das wiederum kann einhergehen mit dem Umherschleppen und Bemuttern von Kuscheltieren, Spielsachen, z.T. Übellaunigkeit usw. Das ist aber von Hündin zu Hündin verschieden, kann manchmal nach einer Läufigkeit auftreten und nach einer anderen widerum nicht. Eine mir gut bekannte unkastrierte Hündin (5 Jahre) hatte noch nie irgendein solches Symptom. Wenn eine Hündin aber diese Verhaltensweisen zeigt, ist es am Besten, die Spielsachen wegzutun und die Hündin durch Spiele oder Spaziergänge schlichtweg abzulenken. In den allermeisten Fällen geht diese Phase völlig ohne weitere Probleme vorbei.

    Die normalen Zyklusunannehmlichkeiten wie Blutungen sollte man als Hündinnenhalter eigentlich akzeptieren können. Meistens sind diese Dinge gar nicht so dramatisch. "Stress" hat eine Hündin in der Läufigkeit eigentlich nur durch das Verhalten ihrer Halter, körperlich betrachtet ist der erhöhte Stresspegel minimal. Wer seine läufige Hündin an der Leine (und somit im unmittelbaren Einflussbereich) führt, ist eigentlich ganz gut in der Lage, aufdringliche Rüden abzuwehren. Außerdem haben wir ja alle ein funktionierendes Mundwerk.

    Meine eigene Hündin kommt aus dem Tierschutz und war bei der Ankunft schon kastriert, sie wurde innerhalb des ersten Folgejahres inkontinent und braucht nun bis an ihr Lebensende täglich Medikamente (ich habe mehrfach probiert, diese abzusetzen oder die Dosis zu verringen - no way). Diese Medikamente sind in unserem Fall schlichtweg Östrogene, welche ihr eigener Körper eben nicht mehr produzieren kann. Langfristig gesehen sind Hormongaben jedoch durchaus knochenmarkstoxisch, begünstigen also die Entstehung von Knochenkrebs. Irgendwie passt das in unserem Fall dann auch mit der Krebsvorsorge nicht mehr zusammen... und Inkontinenz ist eine wirklich heftige Nebenwirkung von Kastrationen (und jetzt bitte nicht alle schreien: meine Hündin war aber immer dicht! - Mag ja sein, bloß würde ich heutzutage nichtmal diese 10 - 30 %ige Wahrscheinlichkeit in Kauf nehmen wollen, und alle Besitzer inkontinenter Hunde werden mich da wohl verstehen.)

    Wenn ich selbst die Entscheidung in der Hand hätte, würde ich meiner Hündin postwendend ihre Organe wieder einbauen. Geht leider nicht. Ich bin also nicht dafür, eine gesunde, normale Hündin kastrieren. Wer das aus reinen Bequemlichkeitsgründen tun will, sollte wirklich nochmal gründlich darüber nachdenken.
    Für mich persönlich wäre der einzige, zwingende Grund für eine Kastration eine Gebärmutterentzündung (Pyometra).

    Wenn diese Thematik für Hündinnenbesitzer aktuell ist, empfehle ich sehr das Buch "Kastration beim Hund: Chancen und Risiken - eine Entscheidungshilfe" von Gabriele Niepel (die ich selber nicht kenne und hier auch nicht die Werbetrommel rühren will, das Buch ist aber mMn sehr informativ und kann hilfreich sein).

  • minamietz ja aus dem grund lass ich meine feny auch kastrieren.... die scheinschwangerschaft im anschluss an die läufigkeit ist echt hart für meine maus.... die komplette milchleiste ist angeschwollen, sie produziert milch wie blöde und bemuttert ihre kuscheltiere (wenn ich ihr welche geben würde, man muss ihr die ja wegnehmen um dieses verhalten son bisschen zu unterbinden) wie gesagt in 2 tagen wird sie kastriert

  • ich lebe auf einer insel mit vielen fremden hunden von gästen. es ist stress für den hund und für mich, ständig irgend welche rüden abzuwimmeln.
    und passt man dann nicht auf, ist der ups-wurf da. meine eltern haben 2 hunde kastrieren lassen und beide sind normal geblieben. normaler als der ständige kampf mit der scheinschwangerschaft.

    dann ist ja jede kastration eines hengstes, bullens katze rechtswiedrig? in einigen städten ist es sogar inzwischen pflicht, katzen zu kastrieren?
    jeder muss wissen, ob kastrieren oder nicht, aber jeden als tierschänder hinzustellen, der sich für eine kastration entscheidet ( auch wenn nicht medizinische nötig) finde ich nicht nett. :/

  • Tierschänder :???: wer, wo? :???:


    Naja, eine Katze ist jedoch in der Regel nicht (immer) im Einflussbereich des Menschen - man nimmt ihr die Freiheit der Freigängerkatze, wenn man sie NICHT kastriert.

    Ein Hengst ist in der Regel zu Einzelhaft verurteilt, wenn er NICHT kastriert wird - keine Option.


    Beides nicht mit Hunden zu vergleichen (ich habe sowohl Pferde als auch Katzen...).


    Und die Spätfolgen einer Kastration sind nunmal, ob Du es nun hören magst oder nicht ;) vorhanden!


    Kann nur auf den Link verweisen!


    Und ständiger Kampf mit Scheinträchtigkeit ist keinesfalls die Regel! Wenn es denn so ist, ist eine Kastra vielleicht wirklich angeraten...


    Dessen ungeachtet, hatten wir immer Hunde, unkastriert, Rüden UND Hündinnen! Und NIE kam es zu einem Ups-Wurf - es ist also kein Hexenwerk eine ungewollte Trächtigkeit zu verhindern...
    Klar, passieren kann es immer, keine Frage, aber es ist keinesfalls vorprogrammiert!


    Und aus genau den genannten Gründen kommt für mich (!) eine Kastra eben nicht in Frage, es sei denn es ist wirklich nötig!

  • Zitat

    Deutschland ist das präventive Entfernen eines gesunden Organs rechtlich gesehen eine unnötige Amputation und damit verboten. Für eine Kastration muss es also gesundheitliche Gründe geben (auch wenn viele Tierärzte wild querbeet kastrieren, die Rechtslage sieht anders aus).

    Ach Mensch....warum wird denn das Tierschutzgesetz immer falsch wieder gegeben :muede:

    Es muss KEINE gesundheitlichen Gründe geben und NEIN Tierärzte machen sich NICHT strafbar!
    Es muss eine TIERÄRZTLICHE INDIKATION geben.

    Spannend finde ich immer wieder, dass das oben fettgedruckte scheinbar überlesen wird.
    Das ist aber wichtig!!

    Ansonsten:
    Sterilisieren, weil man keine Lust hat den Hund 3 Wochen an der Leine zu halten...hmpf...das käme für mich absolut nicht in Frage!
    Das solltest du vielleicht überdenken.
    Auf der anderen Seite meintest du doch, dich hätten Leute angesprochen, dass du deinen Hund kastrieren sollst.
    Jetzt schreibst du, dir wäre das zu viel, den Hund 3 Wochen an der Leine zu halten.

    Das solltest du deinem Hund zu liebe nochmal überdenken.

    Ist sicherlich auch eine Frage der Erziehung. Ich musste Jill in der Läufigkeit nie an die Leine nehmen (bei Jill waren eher Rehe und Kaninchen das Problem :hust: ). Von daher: So pauschal kann man das nicht sagen!

    Jill ist jedesmal scheinschwanger geworden und es war gar kein Kampf, wir haben uns sehr gut damit arrangieren können.

    Den Hund zu beschneiden, weil es zu Unannehmlichkeiten für den Menschen kommt?
    Absolut nicht DF-konform :klugscheisser:

  • Zitat

    ......Nach einiger Zeit wurde sie selber dann auch ruhiger und sanfter, also das Wesen hat sich verbessert.....

    Naja - als verbessert würd ich sowas bei meinen Hunden aber nicht bezeichnen - hol mir doch keine Terrier, damit die sanft und ruhig werden..... :headbash:

  • Ich lebe seit 6 Jahren mit unkastrierter Hündin, seit 4 mit einer weiteren unkastrierten. Bisher nie Probleme, Rüden ließen sich immer wegschicken - spätestens von meinem (im Tierheim kastrierten) Rüden, der dann sauer wurde, weil "MEINS!", wenn einer aufdringlich wurde bei Biene *gg und die Frieda sorgt selbst dafür, daß sie nicht belästigt wird - die packt im Zweifel zu..... Die wurde aber auch komischerweise, seit ich sie habe, nur einmal läufig - vielleicht das Alter.....

    Ich würde auch einen Hund nicht (mehr) kastrieren lassen, wenns nicht medizinisch notwendig ist. Scheinschwanger wird jeder Hund, nur in unterschiedlichem Maße. Sollten da massive Probleme auftreten, die sich nicht nach 1-2 weiteren Läufigkeiten oder mit Hilfe von homöopathischen Medikamenten beheben ließen, würde ich evtl. darüber nachdenken.

    Nur, weil irgendwelche Leute hirnlos wiederholen, was sie irgendwo gehört haben (daß man Hunde kastrieren lassen müßte), muß ich das ja nicht umsetzen :roll: Da liegst Du schon ganz richtig mit Deiner Einstellung, meiner Meinung nach.

    Beim Tierschutzgesetz: klar steht das drin - aber normalerweise sollten der Kastration nach Möglichkeit weniger tief ins Leben des Tiers einschneidende Maßnahmen vorausgehen, und diese nur als letzte Möglichkeit gelten! Wie heißt es so schön: "Zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung" - und das geht mit ein bißchen gutem Willen auch anders! Leinen unterwegs und geschlossene Türen sollen da hilfreich sein, hab ich mir sagen lassen.... *gg bei mir hilfts - seit 6 Jahren.... (Wobei "ein bißchen" Erziehung auch hilft - Biene läßt sich auch in der Standhitze von Rüden abrufen, kann aber von Hund zu Hund unterschiedlich sein.)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!