Gemäßigtes Verhalten anstatt Abbruch

  • Gibt es ein Verhalten eures Hundes das ihr gerne in ein gemäßigteres Verhalten verwandeln würdet?

    Meine Hündin (2,5 Jahre, Entlebucher Sennenhündin mit Vollspeed im Blut) hat ein gutes Sozialverhalten, ist sehr gut abrufbar, geht nicht jagen, hat eine große Portion will-to-please, hat eine starke Bindung zu mir und einen enormen Bewegungsdrang. Zu den schönen Dingen gesellen sich schnelle Erregbarkeit durch dynamische Reize (v.a. Hunde), Übermotiviertheit beim Training (lautstarker Programmabspuler), Zappelphillipp, Nervosität, Probleme mit Frust, Unsicherheit bei manchen Hunden und fremden Objekten die sich bewegen, alles mitunter begleitet von einem unglaublichen Vokabular an Kreischen, Quaken, Singen, Jammern, Bellen und Brummen.

    Ich arbeite an der Frusttoleranz, Entspannungssignal, Zeigen&Bennennen, Geschirrgriff, Konzentrationsübungen usw. Mein Wunsch ist, ihr Verhalten etwas gemäßigter zu bekommen, d.h. sie darf mit anderen Hunden rennen, spielen und toben, nur soll sie nicht zu sehr hochdrehen, nicht anfangen zum Kontrolletti zu werden, nicht ganz so lautstark sein (was im Laufe eines Spaziergangs mit einem dynamischen Rudel sehr wahrscheinlich passiert). Sie soll eben gemäßigter werden.

    Kennt ihr so etwas und wie habt ihr daran gearbeitet? Schleicht sich eine Mäßigung durch z.B. oben genanntes Training ein oder habt ihr noch andere Methoden benutzt? Würde mich interessieren ob ihr zwischen "Verhalten komplett abbrechen" und "Verhalten gewähren" einen Mittelweg im Training verwendet. Impulskontrolle mache ich auch, aber es ist nicht das Mittel meiner Wahl, denn der Frust den sie dabei aufbaut ist extrem stark. Entweder bin ich also noch nicht an dem Level angekommen wo sie es gut aushalten kann oder es ist nicht die richtige Methode. Daher bin ich auf z&b umgeschwenkt, da sie dann nicht vor Erregung platzt wenn ich die Situation auflöse.

    Freu mich auf euch =)

  • Zitat

    alles mitunter begleitet von einem unglaublichen Vokabular an Kreischen, Quaken, Singen, Jammern, Bellen und Brummen.

    Ich arbeite an der Frusttoleranz, Entspannungssignal, Zeigen&Bennennen, Geschirrgriff, Konzentrationsübungen usw. Mein Wunsch ist, ihr Verhalten etwas gemäßigter zu bekommen, d.h. sie darf mit anderen Hunden rennen, spielen und toben, nur soll sie nicht zu sehr hochdrehen, nicht anfangen zum Kontrolletti zu werden, nicht ganz so lautstark sein (was im Laufe eines Spaziergangs mit einem dynamischen Rudel sehr wahrscheinlich passiert). Sie soll eben gemäßigter werden.


    :D nein ich kenne es nicht...
    aber ich habe auch keinen entlebucher..
    dir ist aber schon klar dass diese rasse in der regel sehr stimmgewaltig unterwegs ist und sicher bildet da deine keine ausnahme.
    beschrieb von wiki sagt da bereits (für mich) genug..
    Wesen

    Der Entlebucher ist ein sehr lebhafter und temperamentvoller Hund, der manchmal gerne bellt.

    kenne jetzt einige exemplare...aber leise ist davon keiner.

  • Zitat

    Impulskontrolle mache ich auch, aber es ist nicht das Mittel meiner Wahl, denn der Frust den sie dabei aufbaut ist extrem stark.


    Gehst Du da vielleicht zu großschrittig vor?
    Ich habe da mit Meinem, hyperaktiv durch SDU, in extrem kleinen Schritten sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Er hat nicht gebellt, aber aus Frust unkontrolliert um sich geschnappt.

  • Zitat


    Gehst Du da vielleicht zu großschrittig vor?

    Wär auch meine Frage. Mit nem Hund der eh schon sehr erregbar ist, würde ich viel länger die "eigentlich gut sitzenden" Übungen trainieren und nur minimal schwieriger werden. Ebenso würd ich über variable Bestätigung arbeiten, falls du es nicht eh schon tust. Um Frust zu vermeiden müsste der Hund viel öfter und schneller Erfolg haben, aber eben auch GENAU wissen, wann er etwas "falsch" gemacht hat. Bei uns ist das z.B. ein Marker für "diese Chance hast du dir verbaut aber versuch es weiter". Ebenso kann es hilfreich sein, einen anderen Hund "mitzutrainieren" der die gewünschten Verhaltensweisen sicher zeigt. Dein Hund müsste aber dennoch "Nr. 1 " bleiben, das Training beginnen, öfter drankommen und auch die letze Übung ausführen. Nach dem Impulstraining würd ich auch keine "höherwertigen" Übungen oder Spiele machen, vor allem nix dynamisches. Eventuell würd ich sogar vor und nach der Impulskontrolle etwas schwierige, ruhige Suchspiele machen.

  • Das der Entlebucher stimmgewaltig ist war mir klar, ist mir klar und darf auch so sein :D

    Meine Hündin kommuniziert alles über Stimme, dabei bellt sie eher wenig sondern macht alle anderen erdenklichen Geräusche und das darf sie auch. Allerdings ist das schnelle Aufdrehen egal ob mit oder ohne Geräuschbegleitung auch für sie letztlich Streß. Wenn sie entspannter ist ist sie auch leiser, das geht also Hand in Hand und ich möchte natürlich etwas mehr Entspannung in den Hund bringen.

    Quo Vadis: Ja, vielleicht bin hab ich zu schnell gesteigert und muss das ganze viel kleinschrittiger aufbauen. Wie hast Du es denn aufgebaut?

  • Zitat

    Wär auch meine Frage. Mit nem Hund der eh schon sehr erregbar ist, würde ich viel länger die "eigentlich gut sitzenden" Übungen trainieren und nur minimal schwieriger werden. Ebenso würd ich über variable Bestätigung arbeiten, falls du es nicht eh schon tust. Um Frust zu vermeiden müsste der Hund viel öfter und schneller Erfolg haben, aber eben auch GENAU wissen, wann er etwas "falsch" gemacht hat. Bei uns ist das z.B. ein Marker für "diese Chance hast du dir verbaut aber versuch es weiter". Ebenso kann es hilfreich sein, einen anderen Hund "mitzutrainieren" der die gewünschten Verhaltensweisen sicher zeigt. Dein Hund müsste aber dennoch "Nr. 1 " bleiben, das Training beginnen, öfter drankommen und auch die letze Übung ausführen. Nach dem Impulstraining würd ich auch keine "höherwertigen" Übungen oder Spiele machen, vor allem nix dynamisches. Eventuell würd ich sogar vor und nach der Impulskontrolle etwas schwierige, ruhige Suchspiele machen.

    Markerst Du diese verbaute Chance nur mit einem Wort und entziehst Du ihm etwas damit er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat? Oder bestätigst Du die richtigen Momente und die falschen gehen dann quasi leer aus und werden mit z.B. "schade" gemarkert?
    Auf jeden Fall mache ich immer eher Konzentrationsspiele, sprich Suchspiele o.ä. nach dem Frusttraining, alles andere wäre kontraproduktuv. Ich wollte jetzt auch das 10-Leckerchen-Spiel anfangen auszuprobieren. Vielleicht kann ihr das auch helfen mit reizvollen Situationen besser umzugehen.

  • Zitat

    Kennt ihr so etwas und wie habt ihr daran gearbeitet? Schleicht sich eine Mäßigung durch z.B. oben genanntes Training ein oder habt ihr noch andere Methoden benutzt? Würde mich interessieren ob ihr zwischen "Verhalten komplett abbrechen" und "Verhalten gewähren" einen Mittelweg im Training verwendet.

    Schwer zu sagen, ich bin da nicht sooooo bewandert, denke aber, dass es letztendlich ein Arbeiten über Kommandos, mit Kommandos, über angekündigte Handlungen und Verhaltensketten ist.
    Ist ja nicht schlimm, festigt sich ja irgendwann, aber ich denk dann auch immer, dass der Hund eben nicht von selbst drauf gekommen ist und nicht von sich heraus eine entspanntere Situation herstellen will oder wollte.
    Ich persönlich habe aber auch einfach nicht über (von mir festgelegte) Alternativverhalten gearbeitet. Wenn mein Hund sich gerade entschieden hatte Mist zu verzapfen, hab ich das unterbrochen. Es gab dafür kein Signal oder so, ich hab einfach in diese aufkeimende Vehemenz eingegriffen und den Hund damit "komplett aus der Bahn geworfen", was relativ einfach war, da er recht sensibel ist. Der Erfolg seiner unerwünschten Handlung blieb für immer aus und so verringerte sich der Wille, überhaupt dieses oder jenes unerwünschte Verhalten zu zeigen. Im Gegenzug habe ich das Verhalten, was dann viel gemäßigter war, nur mit einem netten, ruhigen Wort kommentiert und nicht mit einer höherwertigen Belohnung wie Futter oder Spiel. Ich hab dem Hund praktisch nur gesagt, bist du entspannt, bin ich es auch - bist du es nicht, hast du Ärger mit mir. All das lief ohne Worte und ohne Umlenken oder Ablenken. Dennoch habe ich Situationen, wo unerwünschtes Verhalten gezeigt werden könnte, wesentlich früher verändert und darauf geachtet, dass der Hund keine Zusammenhänge herstellen konnte.

  • Zitat


    Markerst Du diese verbaute Chance nur mit einem Wort und entziehst Du ihm etwas damit er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat? Oder bestätigst Du die richtigen Momente und die falschen gehen dann quasi leer aus und werden mit z.B. "schade" gemarkert?

    Bei uns war es sinnvoll, dass der Hund vorher schon sah, dass es etwas zu verdienen gab.
    Ich hatte quasi links von mir einen großen Leckerlihaufen, den der Hund genau erkennen konnte. Nach richtiger Ausführung nahm ich einen Brocken und der verschwand im Hund, bei falscher Ausführung gabs den Marker "schade" :D und das Leckerli wurde demonstrativ auf meine rechte Seite gelegt, wo sich dann der "Schade-Haufen" ansammelte. Den Blick vom Hund werd ich nie vergessen :lol: Damals konnte ich den Hund nicht einfach leer ausgehen lassen, da er nur ein sehr kleines Repertoire an anbietbaren Verhaltensweisen hatte und er deswegen ganz fix in Stress geriet. Solange der Haufen mit den vermeintlich noch zu verdienenden Leckerlis da war, wusste der Hund irgendwie, "okay nich so schlimm, es geht noch weiter, ich werde gleich wieder Erfolg haben!"

  • Was deine Frage nach dem Mittelweg zwischen "Verhalten abbrechen" und "Verhalten gewähren lassen" angeht, würde ich sagen, daß es ihn schon gibt.
    Bei deinem Beispiel mit dem zu wilden Spielen mit den anderen Hunden wäre das für mich eine kleine Zwangspause; die im Grunde genommen nur wenige Sekunden daueren muß. Wichtig wäre dabei, daß du deinen Hund genau beobachtest und sie genau in dem Moment abrufst/abbrichst in dem sie beginnt zu übertreiben und sie dann neben dich setzt. Nach wenigen Sekunden darf sie dann wieder los und es erneut versuchen. Mit der Zeit wird sie lernen, daß sie Spielen und Toben darf aber immer abgerufen wird, wenn sie einen gewissen Grad überschreitet. Hilfreich kann auch viel Kontakt zu Hunden sein, die deiner Hündin selbst souverän und ädequart klar machen können, daß sie gerade übertreibt.
    Ansonsten halte ich Impulskontrolle auch für das Mittel der Wahl und würde da sehr Kleinschrittig vorgehen. Sehr wichtig finde ich es dabei, die Anforderungen im Training so so wählen, daß der Hund sie immer erfüllen kann, viele Erfolgserlebnisse hat und möglichst keine Fehler macht.
    Ein Komando für: "Das war falsch, diese Chance hast du dir verbaut" haben wir nicht. Wenn mein Rüde im Training etwas falsch macht wird er nicht bestätigt. Dadurch erlebt er das falsche Verhalten als nicht zielführend und stellt es ein.

    LG

    Franziska mit Till

  • Zitat

    Gibt es ein Verhalten eures Hundes das ihr gerne in ein gemäßigteres Verhalten verwandeln würdet?

    Meine Hündin (2,5 Jahre, Entlebucher Sennenhündin mit Vollspeed im Blut) hat ein gutes Sozialverhalten, ist sehr gut abrufbar, geht nicht jagen, hat eine große Portion will-to-please, hat eine starke Bindung zu mir und einen enormen Bewegungsdrang. Zu den schönen Dingen gesellen sich schnelle Erregbarkeit durch dynamische Reize (v.a. Hunde), Übermotiviertheit beim Training (lautstarker Programmabspuler), Zappelphillipp, Nervosität, Probleme mit Frust, Unsicherheit bei manchen Hunden und fremden Objekten die sich bewegen, alles mitunter begleitet von einem unglaublichen Vokabular an Kreischen, Quaken, Singen, Jammern, Bellen und Brummen.

    Ich arbeite an der Frusttoleranz, Entspannungssignal, Zeigen&Bennennen, Geschirrgriff, Konzentrationsübungen usw. Mein Wunsch ist, ihr Verhalten etwas gemäßigter zu bekommen, d.h. sie darf mit anderen Hunden rennen, spielen und toben, nur soll sie nicht zu sehr hochdrehen, nicht anfangen zum Kontrolletti zu werden, nicht ganz so lautstark sein (was im Laufe eines Spaziergangs mit einem dynamischen Rudel sehr wahrscheinlich passiert). Sie soll eben gemäßigter werden.

    Kennt ihr so etwas und wie habt ihr daran gearbeitet? Schleicht sich eine Mäßigung durch z.B. oben genanntes Training ein oder habt ihr noch andere Methoden benutzt? Würde mich interessieren ob ihr zwischen "Verhalten komplett abbrechen" und "Verhalten gewähren" einen Mittelweg im Training verwendet. Impulskontrolle mache ich auch, aber es ist nicht das Mittel meiner Wahl, denn der Frust den sie dabei aufbaut ist extrem stark. Entweder bin ich also noch nicht an dem Level angekommen wo sie es gut aushalten kann oder es ist nicht die richtige Methode. Daher bin ich auf z&b umgeschwenkt, da sie dann nicht vor Erregung platzt wenn ich die Situation auflöse.

    Freu mich auf euch =)

    Ja, so sind sie, die Entenbucher. Aber sooo wunderhübsch.
    Hast du einen Fotothread? :gott:

    Ich habe so etwas nur insofern, dass Bonnie völlig impulsiv auf andere Hund hüpft. Das hätte ich gerne gemäßigter, was sich aber hoffentilch noch gibt, sie ist ja erst 4 Monate alt.

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