Ein Basset und sein Konzentrationsproblem - bin ich zu unged
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Ich habe ein kleines Problem, was vermutlich der ein oder andere von seinem Secondhand Hund kennen wird.
Ich habe meinen Bassetrüden mit 3,5 Jahren vor ca 4 Monaten von meiner Schwester übernommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie nie mit ihm gearbeitet, ich habe ihn aber nur unter dieser Bedingung nehmen dürfen, da dies das einzige war was ihm bei ihr gefehlt haben könnte. Ich habe ihn übernommen,da meine Milka im Ruder groß geworden ist und bei mir kein Einzelkind werden sollte. Grundsätzlich klappt es super, auch das Arbeiten mit ihm macht mir große Freude. Wir machen Dummyarbeit (mit Tennisbällen weil er keine Dummies mag) und Trailen. Den Grundgehorsam übe ich ab und an, mit beiden Hunden gleichzeitig. Das Problem: nach 5 Minuten ist er mit der Aufmerksamkeit am Ende. Mittlerweile habe ich es auf vielleicht 6 oder 7 Minuten steigern können.
Das äußert sich bei ihm auf dem Trail mit Dümpeln auf einfachen Spuren, dem Versuch Kontakt zu mir aufzunehmen oder markieren in großen Stil. Ich weiß dass er es kann, denn auch wirklich schwere Sachen meistert er wenn es nicht zu lange dauert. Beim apportieren lässt er auf einmal den Ball fallen und schnuppert wo anders. Ich dachte schon an Langeweile, aber ich kann dann auch keine komplett andere Übung mit ihm machen.
Sind diese Steigerungen in kurzen Schritten normal?bin ich vielleicht zu ungeduldig? - Vor einem Moment
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Hi,
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Ja, Du bist zu ungeduldig :-)
Er hat nie gelernt zu lernen und sich zu konzentrieren. Das mußt Du ganz langsam aufbauen. Lieber öfter ganz kurze Sequenzen üben. Und immer aufhören, solange er noch gut bei der Sache ist. Und ich würde auch mehr mit ihm alleine üben. -
Ich finde 5 Minuten Konzentration am Stück sind schon verdammt viel, gibts Fotos???
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Hallo Catta,
ich denke auch du bist zu ungeduldig. Woran ich das festmache? Nun meine Tochter hat vor nunmehr 9 Monaten eine Colliehündin, Chelah, von einer Züchterin übernommen. Die kleine Maus war damals etwas mehr als ein Jahr alt im Umgang mit Menschen, Hunden und anderen Tieren völlig unproblematisch, aber praktisch unerzogen (ich denke sie ist einfach so im Rudel mitgelaufen).
Zu dem Zeitpunkt lebte meine Tochter noch bei uns im Haushalt mit meinem Hund Balou (damals 1,7 Jahre alt). Balou ist mit 9 Wochen bei uns eingezogen und hat, ich würde mal sagen das "Musterprogramm" durchlaufen, d.h. Welpenspielen, Welpengruppe, Junghundekurs, langsame Einführung ins Obedience, später Agility, Dog Dance, Mantrailing........ Tja und dann war da eine Junghündin die innerhalb kürzester Zeit eine Menge Kommandos gelernt hat,aber............ nach gefühlten 10 Sekunden (in Wahrheit waren es wohl 3-5 Minuten) üben quasi den Dienst quittiert hat.
Naja es hat nicht lange gedauert und meine (sehr viel erfahreneren) Kolleginnen haben gemeint "Was erwartet ihr denn von einem Hund, der sich bisher praktisch nie auf eine Sache konzentrieren musste, die kleine Maus kann das ganz einfach nicht! Auch Konzentration ist Übungssache, wärs ein Welpe würdet ihr euch freuen und nach ein paar Minuten Schluss machen."Nun sind 9 Monate vergangen und auch Chelahs Konzentrationsfähigkeit ist gewaltig gewachsen ist aber noch nicht so weit wie Balou.
Deshalb mein bescheidener Rat - stell dir einfach vor du hast keinen erwachsenen Hund, sondern einen kleinen Welpen vor dir und passt die Trainingszeiten und deine Erwartung was Konzentrationsfähigkeit anbelangt, einfach dieser Vorstellung an
Christine & Balou
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Kann er sich denn auf andere Sachen als im Training länger konzentrieren?
Vielleicht kannst du im Alltag andere Übungen machen, wie zB aufs Futter warten lassen, beim Rausgehen ihn als Erstes in Position bringen usw.
- Das sind ja eigentlich Sachen, die man fürs Üben von Frusttoleranz machen kann. Aber ich denke, sie dienen auch grundsätzlich dazu, Aufmerksamkeit halten zu können.
Auch "normale" Spielsequenzen kann man dazu nutzen - wenn er denn länger als 5 Min spielen mag. -
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Danke! Vermutlich habt ihr Recht, ich bin mit Milka ja auch extrem verwöhnt
Tatsächlich hat er heute zwei mal mindestens 5 Minuten geschafft (mit Spielpause mit Milka dazwischen) und ich konnte abbrechen bevor er überfordert war...man braucht diese Lichtblicke einfach und eure Bestätigung dass es zum Glück an mir liegt und der Bub sein bestes gibt...ich könnt euch grad alle knuddeln
muecke ja in meinem Fotofred hat er einige und sogar ein Video von heute
5 Minuten klingen viel (und für einen Welpen der er ja jetzt gerade ist) ist es auch viel, als Trailer muss er aber definitiv irgendwann mehr können. Zum Glück macht er das soooo gerne, dass ich weiß dass er in 4-5 Jahren vielleicht einsatzreif ist (vielleicht nicht bei suizidgefährdeten Personen, er sucht dann doch zu langsam
) aber da wäre dann Konzentration von min. 45 Minuten angebracht. Aber bis dahin ist noch soooooooooooo viel Zeit für meinen Zwerg mit seinen gefühlten 12 Wochen ... das ist vermutlich der beste Tip, vielen Dank 
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Gerade Mantrailing ist ja irre anstrengend. Ich würde erstmal viele kurze Trails zum Motivationsaufbau machen, bevor ich da längere Trails arbeite. Wenn er sich insgesamt weiter entwickelt hat, wird das auch beim Mantrailing zu Buche schlagen. Wie ist denn seine körperliche Konsitution? Auch da wird er wahrscheinlich an Kondition noch zulegen müssen, oder?
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Ich mache im Moment nichts über 100/150m, meistens zwischen 50 und 100, da mir einfach das Risiko zu groß ist, dass er das nicht packt mit seiner Konzentration.
Konditionsmäßig ist er topfit, meine Schwester hat ihn auch zum Wandern immer mitgenommen, aber ansonsten einfach nicht gefordert. Hatte ihn im Bayernurlaub mit, 20km ist der ohne Probleme gelatscht...danach ist er ins Körbchen gefallen
Er rennt auch nicht beim Trailen sondern ist extrem gewissenhaft, ich glaub auch deswegen hat er keine Probleme mit "Schwierigkeiten". Letztens hat ihm einer einen Trail gelegt, wo ich dachte er wüsste wie es geht weil ers schon ein bisschen länger macht als ich, der über eine Brücke ging die so beschaffen war, dass er nicht drüber gehen konnte (schmale, weit auseinanderstehende Eisenstreben) also hab ich ihn drüber heben müssen. Sprich zwei Schwierigkeiten: Brücke mit Gewässer und aus dem Trail gehoben und er hat einfach weiter gemacht... -
Sehr cool! Wenn er körperlich so fit ist, ist das natürlich super. Der Rest kommt auch noch!
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Zunächst einmal wünsche ich euch weiterhin viel Spaß beim gemeinsamen Arbeiten!
ich denke auch, daß du einfach nur Geduld haben und dich auf den aktuellen Ausbildungsstand deines Hundes einstellen mußt. Diese Hunde haben in aller Regel eine so hohe Arbeitsmotivation, daß sie sich da gut weiter entwickeln. Ich habe das bei meinem eigenen Hund extrem gemerkt als wir mit Mantrailing begonnen haben.LG
Franziska mit Till
- Vor einem Moment
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